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Aktuelles

Die jagdpolitische Wende in NRW setzt sich beim Fuchs weiter fort 22/10/17

Jagd am Kunstbau wird im ganzen Land wieder erlaubt werden – Ministerium mahnt intensive Bejagung von Beutegreifern zum Schutz der Tierwelt an

Die jagdpolitische Wende in Nordrhein-Westfalen nimmt schon weiter Gestalt an, bevor die von der neuen Landesregierung angekündigten und notwendigen gesetzlichen Regelungen nach den erforderlichen Beratungen durch den Landtag verabschiedet werden können. Das Landesministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz hat in einer dienstlichen Mitteilung vom 17. Oktober alle Unteren Jagdbehörden der Kreise und kreisfreien Städte Nordrhein-Westfalens aufgefordert, in deren jeweiligen Zuständigkeitsgebieten die Jagd auf den Fuchs im Kunstbau zu erlauben.

„Das Jagdrecht in Nordrhein-Westfalen wird wieder vom Kopf auf die Füße gestellt “, sagte dazu Ralph Müller-Schallenberg. Der Präsident des Landesjagdverbandes zeigte sich einmal mehr überzeugt, dass es in NRW nach dem Regierungswechsel insgesamt zu einer modernen und sachgerechten Jagdgesetzgebung mit den Hauptbetroffenen und nicht gegen sie kommen werde.

Die generell von der Vorgängerregierung verbotene Jagd auf den Fuchs im Kunstbau war 2015 für zwei Jahre in bestimmten Regionen des Landes örtlich ermöglicht worden („kartografische Gebietskulisse“). Nun hat die Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung die Lage neu bewertet und kommt zu dem Ergebnis, die Gebietskulisse zum Schutz der Tierwelt auf das gesamte Landesgebiet Nordrhein-Westfalens mit Ausnahme befriedeter Bezirke auszuweiten. Feldhase, Fasan und andere Tierarten gehen demnach im Bestand weiter zurück, die Fuchsbesätze dagegen haben in den vergangenen Jahren zugenommen. Das Ministerium hat deshalb die Unteren Jagdbehörden gebeten, „die Baujagd auf den Fuchs im Kunstbau in Ihrem Zuständigkeitsgebiet von Amts wegen für fünf Jahre (Jagdjahr 2017/18 bis 2021/22) zu erlauben.“

Zudem weist die Forschungsstelle nach Angaben des Ministeriums darauf hin, dass angesichts der prekären Bestandssituation vieler Arten die Raubwildbejagung auch durch andere Jagdmethoden nicht vernachlässigt und nicht auf die Fuchsbejagung am Kunstbau fokussiert werden sollte. „Vielmehr ist es geboten, die Bejagung aller Prädatoren, die für den Feldhasen und die Bodenbrüter relevant sind, in ihrer gesamten Bandbreite zu aktivieren“, heißt es aus dem Ministerium.

Die Weisung des Ministeriums bezieht sich derzeit ausdrücklich nur auf die Fuchsjagd im Kunstbau. Nachfragen des LJV haben ergeben, dass für die Anlage von Kunstbauten auch in bisherigen Nicht-Kulisse-Gebieten kein Antrag auf Genehmigung erforderlich sein wird, sondern die Anlage- und Jagderlaubnis auf dem Weg einer Allgemeinverfügung erteilt werden soll.


Vom Schuss bis zum küchenfertigen Lebensmittel 19/10/17

DJV veröffentlicht Videoserie zur Wildbrethygiene in der Praxis. Fachleute geben Tipps zum korrekten Umgang mit dem Lebensmittel Wild. Das erste Video widmet sich bedenklichen Merkmalen beim Schwarzwild.

(Berlin, 19. Oktober 2017) In der neuen Videoserie des Deutsche Jagdverbandes „Wildbrethygiene in der Praxis“ erklären Experten wie Amtstierarzt Dr. Thomas Stegmanns oder Wildmeister Christoph Hildebrandt, worauf es ankommt. Den Auftakt macht ein Video zu den bedenklichen Merkmalen beim Wildschwein. Vor dem Hintergrund der nahenden Afrikanischen Schweinepest werden die Symptome ausführlich erläutert.

Es folgt in Kürze ein Video zu bedenklichen Merkmalen beim Rehwild. Aus der Deckeschlagen von Rehwild, Abschwarten von Schwarzwild sind ebenso Inhalte weiterer Videos wie das Zerwirken und Portionieren des küchenfertigen Lebensmittels Wildbret.

Der Jäger als kundige Person ist ausgebildet um gesundheitsbedenkliche Merkmale beim Wild zu erkennen. Dies beginnt bereits vor dem Schuss. Ausschlaggebend für eine hohe Fleischqualität ist auch die Verarbeitung des Wildtieres nach dem Schuss. Hierzu gehört es, die Genusstauglichkeit zu beurteilen, mögliche Krankheiten zu erkennen, das Wildtier fachgerecht aufzubrechen, abzuschwarten oder aus der Decke zu schlagen und letztlich küchenfertig zu zerwirken.

In der neuen Videoserie des Deutsche Jagdverbandes „Wildbrethygiene in der Praxis“ erklären Fachleute in neun einzelnen Folgen das korrekte Aufbrechen von Reh- und Schwarzwild, zeigen worauf bei der Organbeschau zu achten ist und geben Tipps bei der Verarbeitung zum küchenfertigen Lebensmittel.  

Den ersten Teil unserer Hygiene-Reihe finden Sie unter folgendem Link: http://bit.ly/2gtgbIv

Weitere Videos folgen auf unserem YouTube-Kanal .

 

 
DJV veröffentlicht eine neunteilige Videoreihe zur Wildbrethygiene.
Quelle: DJV

Maßnahmen gegen Afrikanische Schweinepest 12/10/17

Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) und Deutscher Jagdverband (DJV) veröffentlichen Empfehlungen zum Umgang mit der Tierseuche. Für Früherkennung und möglichen Seuchenfall sollten Behörden, Jäger und Landwirte eng zusammenarbeiten.

(Riems/Berlin, 10. Oktober 2017) Der Deutsche Jagdverband (DJV) und das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) haben gemeinsam Empfehlungen zum Umgang mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) erarbeitet, die sich in drei Kernthemen gliedern: Früherkennung, Übersicht der möglichen Maßnahmen im Seuchenfall sowie deren örtliche und zeitliche Anwendung anhand von konkreten Fallbeispielen. Der Fokus des Empfehlungspapiers liegt auf jagdlichen Mitteln für Wildschweine. Die Viruserkrankung wurde zuletzt in Tschechien, etwa 350 Kilometer entfernt von der deutschen Grenze, nachgewiesen. Ein Impfstoff gegen die ASP ist auf absehbare Zeit nicht verfügbar. Daher können ausschließlich hygienische Maßnahmen und die Reduktion der Wildschweinbestände zur Vorbeugung und Bekämpfung der unheilbaren Tierseuche eingesetzt werden. ASP befällt Haus- und Wildschweine gleichermaßen.

Die gemeinsame Empfehlung von DJV und FLI stellt Vor- und Nachteile möglicher Gegenmaßnahmen für den Seuchenfall vor. Falls das ASP-Virus nach Deutschland in Wildschweinbestände eingeschleppt wird, müssen unverzüglich räumliche Ausdehnung, Anzahl der betroffenen Tiere, Größe der Population im betroffenen Gebiet und weitere Faktoren eingeschätzt werden. Zudem gilt es, die Tierseuche in der betroffenen Wildschweinpopulation schnellstens zu bekämpfen, damit sie sich nicht ausbreitet und sogar auf Hausschweine übergreift. Die geeigneten Maßnahmen hängen jeweils von Landschaftslage, Jahreszeit, Vegetationsperiode, Temperatur, örtlichen Gegebenheiten oder logistischen Bedingungen ab und sind nach dem Baukasten-Prinzip frei kombinierbar.

Konkrete Ausbruchszenarien mit verendeten Wildschweinen für verschiedenen Regionen Deutschlands zu verschiedenen Vegetationszeiten zeigen: Jeder Fall ist differenziert zu betrachten und zu bewerten. Die eingesetzten Krisenstäbe müssen die konkreten Begebenheiten vor Ort berücksichtigen und Maßnahmen jeweils anpassen.

Das Friedrich-Loeffler-Institut und der Deutsche Jagdverband appellieren an Behörden, Jäger und Landwirte bereits jetzt konstruktiv zusammenzuarbeiten. Es gehe vordringlich um bundesweit abgestimmte Maßnahmen, die praktikabel seien. Dies gelte sowohl für die Früherkennung als auch den möglichen Seuchenfall.

Die gemeinsamen Empfehlungen stehen auf den Internetseiten des FLI (www.fli.de) und des DJV (www.jagdverband.de) zur Verfügung.

Laden Sie hier die Maßnahmenkataloge zur Früherkennung, Bekämpfung und exemplarischen Anwendung herunter.

 


Der Jagdhund: Familienmitglied mit Beruf 9/10/17

Morgen ist Welt-Hunde-Tag. Für 11 Prozent der Haushalte in Deutschland ein Grund zum Feiern. Noch mehr Hundeliebe gibt es in Jägerhaushalten: In zwei Dritteln lebt mindestens ein Vierbeiner. Es muss nicht immer der Dackel sein, zeigt eine aktuelle Befragung des DJV.

(Berlin, 9. Oktober 2017) Die Tradition der Jagdhunde ist alt. Schon in der Zeit um 10.000 vor Christus begleiteten Vierbeiner den Menschen bei der Jagd und auch heute noch beherzigen viele Jäger den Leitspruch: „Jagd ohne Hund ist Schund“. In zwei Dritteln aller Jägerhaushalte ist mindestens ein vierbeiniger Jagdbegleiter vorhanden – das zeigen aktuelle Umfrageergebnisse, die der Deutschen Jagdverband (DJV) anlässlich des Welt-Hunde-Tags veröffentlicht. Sie sind Jagdgefährten und vollwertige Familienmitglieder zugleich – auch der Umgang mit Kindern ist für sie selbstverständlich. Im Bundesschnitt besitzen nur 11 Prozent aller Haushalte einen Hund.

Besonders beliebt bei Jägern sind Vorstehhunde, wie Deutsch Kurzhaar, Deutsch Drahthaar oder Weimaraner: In jedem vierten Jägerhaushalt kommen sie vor. Ihre Aufgaben bei der Jagd sind vielfältig: Die Hunde sind für alle anfallenden Arbeiten in Feld, Wald und Wasser geeignet. Das besondere Verhalten, das diese Hunde auszeichnet, ist das sogenannte Vorstehen: Wittern sie bei der Suche Wild im hohen Gras, bleiben sie ruckartig davor stehen. An zweiter Stelle der Beliebtheitsskala liegen die kurzbeinigen Teckel (12 Prozent). Diese sind aufgrund ihrer guten Nase sogar für die Suche von verletztem Wild geeignet. Danach kommen Apportierhunde (10 Prozent) und Terrier (8 Prozent). In Deutschland gibt es mehrere Dutzend vom Jagdgebrauchshundverband anerkannte Rassen mit ganz unterschiedlichen Einsatzgebieten. Gut ausgebildete Hunde sind wichtig für eine weid- und tierschutzgerechte Jagd. Das gilt beispielsweise für herbstliche Stöberjagden auf Reh, Hirsch und Wildschwein: Die eingesetzten Hunde sollen Wildtiere in dichtem Gestrüpp aufstöbern und in Bewegung bringen ohne sie zu hetzen. So kann der Jäger gezielte Schüsse abgeben.

Schweißhunde finden verletztes Wild

Die Ausbildung findet unter anderem im sogenannten Schwarzwildgatter statt: An handzahmen Wildschweinen müssen die Hunde beweisen, dass sie sich nicht selbst gefährden, aber die Schweine finden und in Bewegung setzen können. Wissenschaftliche Stresstests zeigen: Die Wildschweine juckt das nicht. Sogenannte Schweißhunde wiederum werden für das Finden von verletztem Wild trainiert. Sie können eine Spur aus winzigen Blutströpchen auch nach 48 Stunden noch zielsicher verfolgen. Die Ausbildung ist vielfältig und jeweils ausgelegt für den späteren Einsatzbereich des Jagdhundes. Der Einsatz von brauchbaren Hunden bei der Jagd ist übrigens gesetzlich vorgeschrieben und ein Nachweis über erbrachte Leistungen Pflicht.

Jagdhunderassen haben es auch längst in private Wohnzimmer geschafft: Golden Retriever, Setter, Jack-Russel-Terrier oder Vizsla – sie haben ihren Ursprung in der Jagd. Jagdhunde sind grundsätzlich anspruchsvoller in der Haltung als sogenannte Gesellschaftshunde wie Chihuahua, Mops oder Zwergpudel. Weimaraner beispielsweise werden aufgrund ihres schönen Aussehens und den tollen Augen immer beliebter. Leider bleibt dabei oft vergessen, dass diese Hunde einen starken Jagd- und Beschützerinstinkt haben. Ohne das richtige Training, viel Bewegung und artgerechte Beschäftigung sind Konflikte vorprogrammiert. Jeder der sich einen Hund anschafft sollte an die Worte des kleinen Prinzen denken: „Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.“

Eine Übersicht über die verschiedenen Jagdhunderassen und ihre Einsatzgebiete: www.jagdverband.de/content/hunderassen-einsatzgebiete

 

Quelle: DJV

 

Sicherheit für Jagdhunde: signalfarbene Stichschutzweste, Halsband und Ortungsgerät sind bei Bewegungsjagden Standard. Angeborenes Verhalten: Der Deutsch-Kurzhaar-Welpe steht vor und zeigt damit ein Wildtier an.Angeborenes Verhalten: Der Deutsch-Kurzhaar-Welpe steht vor und zeigt damit ein Wildtier an.

Quelle: KauerMross/DJV

Quelle: KauerMross/DJV

Ausbildung muss sein: Für eine tierschutzkonfome Jagdausübung.

Schweißhunde sind Spezialisten für die Suche von verletztem Wild. Auch nach 48 Stunden riechen sie noch kleinste Blutströpfchen.
Quelle: Tischner/DJV Quelle: KauerMross/DJV
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Bauernverband und Jagdverband rufen zu verstärkter Wildschweinjagd auf 7/9/17

ie Afrikanische Schweinepest ist nur noch 300 Kilometer von Deutschland entfernt, bedroht sind Haus- und Wildschweine. Das Ansteckungsrisiko im Seuchenfall lässt sich bereits jetzt durch effektive Jagd senken. Die anstehende Maisernte bietet eine gute Möglichkeit dazu.

1. September 2017, Berlin (DJV, DBV). Ab Mitte September beginnt die Maisernte: Für Jäger eine gute Möglichkeit, die Schwarzwildbestände in der Feldflur und somit im Seuchenfall das Ansteckungsrisiko der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu reduzieren. Denn Wildschweine lieben Mais und verbringen ab August viel Zeit in den Feldern. Der Deutsche Bauernverband (DBV) und der Deutsche Jagdverband (DJV) appellieren an Jäger, über die gesamte Jagdsaison jede Gelegenheit zu nutzen, Schwarzwild zu bejagen. Die ASP-Ausbreitung findet derzeit hauptsächlich über verunreinigte Lebensmittel statt. Auch infizierte Wild- und Hausschweine übertragen das Virus. Über Tschechien ist die Tierseuche inzwischen bis auf 300 Kilometer an Deutschland herangerückt. Für Menschen ist die Afrikanische Schweinpest ungefährlich.

Für eine erfolgreiche Bejagung sollten sich Jäger und Landwirte frühzeitig über Erntezeiten abstimmen, um Vorbereitungen und Sicherheitsmaßnahmen treffen zu können, raten DBV und DJV. Bereits jetzt, zur Milchreife des Maises, sollten Landwirte Bejagungsschneisen einhächseln, um eine Bejagung überhaupt erst zu ermöglichen. Effektiver ist das Anlegen von Bejagungsschneisen schon während des Einsäens im Frühjahr. So wird eine Jagd über mehrere Monate hinweg möglich - das sorgt auch für weniger Wildschäden.

Jäger und Landwirte sind aufgerufen, ungeklärte Todesfälle bei Wildschweinen unverzüglich dem zuständigen Veterinäramt zu melden, da das Virus hochansteckend und für Schweine immer tödlich ist. DBV und DJV fordern aufgrund der aktuellen Situation Bund und Länder auf, eine effektive und flächendeckende Schwarzwildbejagung in Deutschland sicherzustellen. Dazu gehört insbesondere, die Jagdruhe in Schutzgebieten aufzuheben. Zudem sollten Behörden bundesweit dem Vorbild einiger Bundesländer und Kommunen folgen und künftig keine Gebühren mehr für die Trichinenuntersuchung von Frischlingen erheben.

Symptome für die Afrikanische Schweinepest - Hinweise des Friedrich-Loeffler-Instituts

Bei Schwarzwild führt die Infektion zu sehr schweren, aber unspezifischen Allgemeinsymptomen wie Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen und Atemproblemen. Durchfall und Blutungsneigung (Nasenbluten, blutiger Durchfall, Hautblutungen) können ebenfalls auftreten. Erkrankte Tiere zeigen mitunter eine verringerte Fluchtbereitschaft („Liegenbleiben in der Suhle“) oder andere Auffälligkeiten wie Bewegungsunlust und Desorientiertheit. Die Erkrankung betrifft alle Altersklassen und Geschlechter gleichermaßen und führt in nahezu allen Fällen zum Tod des Tieres etwa innerhalb einer Woche.

Beim Aufbrechen der Stücke sollte auf vergrößerte, „blutige“ Lymphknoten, eine vergrößerte Milz und feine, punkt- oder flächenförmige Blutungen in den Organen, der Haut oder Unterhaut geachtet werden. Die Lunge und die Atemwege sind häufig mit Schaum gefüllt.

 


Rot-grünes Landesnaturschutzgesetz ebenfalls verfassungswidrig 6/9/17

Das aktuelle „Kirchhof-Gutachten“ bekräftigt, dass neben dem Landesjagdgesetz NRW auch das Landesnaturschutzgesetz in Teilen verfassungswidrig ist. Jägerpräsident Ralph Müller-Schallenberg: „Die Gesetzgebung für den ländlichen Raum in NRW muss zügig wieder vom Kopf auf die Füße gestellt und ideologisch entrümpelt werden!“

31. August 2017, Dortmund (LJV). Beide für den ländlichen Raum wichtigen Gesetze waren durch die damalige rot-grüne Landesregierung gegen den vehementen Protest der Betroffenen durchgesetzt worden. In beiden Fällen hatte der Landesjagdverband NRW (LJV) gemeinsam mit seinen 15 Partnerverbänden im Aktionsbündnis Ländlicher Raum bereits im Vorfeld intensiv auf entsprechende verfassungsrechtliche Mängel hingewiesen.
Gegen das Landesjagdgesetz, das 2015 in Kraft trat, hatten zahlreiche Betroffene bereits fachgerichtlich geklagt. In einem Fall (Verwaltungsgericht Arnsberg) hielten auch die unabhängigen Richter das rot-grüne Gesetzeswerk für verfassungswidrig und übergaben den Beschluss an das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Dort sind zudem zwei weitere Verfassungsbeschwerden wegen des Landesjagdgesetzes anhängig.

Ralph Müller-Schallenberg begrüßt die Reaktion der neuen NRW-Umweltministerin Christina Schulze Föcking auf das Gutachten: „Mit der Ankündigung, diese beiden für den ländlichen Raum wichtigen Gesetze zu prüfen und wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen, ist der erste Schritt in die richtige Richtung getan.“

 

 


Informationen zur Prämie für die Untersuchung von Schwarzwildfrischlingen 3/9/17

28. August 2017, Dortmund (LJV). Per E-Mail vom 16. August 2017 hatten wir über den Start des Pilotprojektes des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MULNV) für eine verstärkte Bejagung der Frischlinge berichtet.

Dieses Projekt soll in der Jägerschaft den Anreiz erhöhen, den Bestand an Schwarzwild in NRW zu verringern. Dies ist eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen gegen die afrikanische Schweinepest (ASP), die auch über die Wildschweinpopulation eingeschleppt und verbreitet werden kann. Für die Trichinenuntersuchung bei den Kommunen anfallende Gebühren werden mit maximal zehn Euro je untersuchtem Frischling gestützt. Ein entsprechender Erlass vom 11. August 2017 ist am 14. August 2017 an die zuständigen Behörden verschickt worden. Mit der Verfügung vom 25. August 2017 hat das LANUV die Kreise und kreisfreien Städte mit einem Merkblatt über die Vorgaben zur konkreten Umsetzung informiert:

-       Danach werden nur Kosten für Proben an Frischlingen erstattet. Frischlinge in diesem Sinne sind Wildschweine, welche zum Zeitpunkt der Erlegung ein Körpergewicht von maximal 20 kg aufweisen. Das Gewicht der beprobten Wildschweine ist durch eine geeignete Unterlage (Kopie des Wildursprungsschein) nachzuweisen.

-       Es werden nur Kosten für Proben berücksichtigt, bei denen das Erlegungsdatum des beprobten Frischlings nach dem 11.08.2017 liegt.

Bei Rückfragen Ihrerseits setzen Sie sich bitte mit dem für Sie zuständigen Kreisveterinäramt in Verbindung! Der Landesjagdverband NRW hatte sich bereits in Gesprächen mit dem zuständigen Ministerium wiederholt und vehement für eine landesweite Abschaffung, jedenfalls aber Senkung, der Untersuchungsgebühren für gestreifte Frischlinge eingesetzt. Durch eine intensive Bejagung muss der Schwarzwildbestand reguliert und dessen natürlicher Aufbau sichergestellt werden. Daher sollte der Abschuss aus mindestens 75 % - besser 80 % - Frischlingen, 15 % Überläufern, 5 % unterrangigen Bachen und 5 % Keilern bestehen. Der hohe Eingriff in die Jugendklasse ist der sichere Garant für die Bestandsregulierung und Wildschadensminderung. Alle Jagdarten sind zu nutzen.

Siehe hierzu auch:

http://www.rwj-online.de/rwj/forschungsstelle/wildbestand/frischlinge-intensiv-bejagen-_6_2014.html#page_2


Wolfsmanagement: Bestandsentwicklung wird völlig unterschätzt 2/9/17

Wolfspopulation wird weiter rasant wachsen, eine Verdopplung alle drei Jahre ist derzeit realistisch. Notwendige Beweidung von Deichen, Naturschutzflächen und Grünland stehen in Frage.

(Berlin, 01. September 2017) Experten gehen davon aus, dass die Wolfspopulation weiter rasant wachsen wird, eine Verdopplung alle drei Jahre ist derzeit realistisch. Es ist zu beobachten, dass die Akzeptanz für den Wolf dort dramatisch zurückgeht, wo er sich etabliert hat. "Wir müssen den Wolf als Wildtier behandeln. Er muss lernen, sich von Menschen und seinen Nutztieren fernzuhalten", sagte Helmut Dammann-Tamke, Präsidiumsmitglied des Deutschen Jagdverbandes (DJV) als Reaktion auf ein aktuelles Eckpunktepapier zum Wolf, das einige Natur- und Tierschutzverbände gestern vorgestellt haben. Es ist laut DJV realitätsfern, höhere Elektrozäune und Herdenschutzhunde anzupreisen, wenn es darum geht, tausende Quadratkilometer Weideland wolfssicher zu machen.

In dem Eckpunktepapier bezeichnen Natur- und Tierschutzverbände eine extensive Weidetierhaltung zwar als unersetzlich für Natur und Landschaft, praktikable Lösungen für den Erhalt fehlen aber. Die Situation für Kleinbauern und Schäfer ist in einigen Regionen bereits jetzt existenzbedrohend. Die Gesellschaft fordert immer mehr ökologische Tierhaltung, diese wird aber bei weiter rasant ansteigenden Wolfszahlen nicht mehr realisierbar sein.

Neben technischen Hürden beim Aufstellen von Elektrozäunen, etwa beim Sichern von Entwässerungsgräben, kommen Hindernisse für unsere Wildtiere hinzu: Was der Wolf nicht überwinden kann, ist auch Barriere für andere Wildtiere. Eine Verdrahtung der Landschaft torpediert alle Bemühungen zur Biotopvernetzung, die dringend notwendig ist, um Artenvielfalt zu erhalten. Gerade dieser Aspekt sollte von Natur- und Tierschutzverbände berücksichtigt werden, findet aber im vorgelegten Eckpunktepapier keinerlei Erwähnung.

Im Kreis Cuxhaven haben in den vergangenen Monaten die Risse von Nutztieren stark zugenommen, sogar ausgewachsene Rinder werden inzwischen von Wölfen gerissen. Einzelne Tiere oder Rudel, die sich offensichtlich auf Nutztiere spezialisiert haben, müssen schnell und unbürokratisch entnommen werden. Es müssen dafür schnelle Entscheidungswege und rechtliche Möglichkeiten geschaffen werden. Die Änderung des Wolf-Schutzstatuses von "streng geschützt" (Anhang 4 der FFH-Richtlinie) auf "geschützt" (Anhang 5) ist deshalb längst überfällig.

Ebenso dringend - und im Eckpunktepapier ausgelassen - ist die Frage der Vergrämung. Wölfe sollen laut Experten beispielsweise mit Gummigeschossen beschossen werden, wenn sie sich Nutztieren oder Menschen nähern. So sollen sie Respekt vor dem Menschen lernen und unerwünschtes Verhalten verändern. Wer das wie und womit machen soll, ist leider bisher ungeklärt. Der Wolf hat laut DJV keine genetisch verankerte Scheu vor dem Menschen. Diese wird erlernt und an die nächste Generation weitergegeben. Wird diese nicht aktiv trainiert, werden abwandernde Jungwölfe ihren Welpen zeigen, das Nutztiere leichte Beute sind und die Nähe des Menschen ungefährlich ist. Bereits in den 1990er Jahren wurden Wolfsfamilien gefilmt, die in rumänischen Großstädten nachts auf Müllplätzen nach Nahrung gesucht haben. "Wir sind der Auffassung, dass wir am Ende des Tages nicht am Instrument Jagd für ein sachgerechtes Wolfsmanagement vorbeikommen", so Dammann-Tamke.

 

Muss lernen sich von Mensch und Nutztier fernzuhalten: der Wolf
Quelle: Rolfes/DJV

 


Bauernverband und Jagdverband rufen zu verstärkter Wildschweinjagd auf 1/9/17

Die Afrikanische Schweinepest ist nur noch 300 Kilometer von Deutschland entfernt, bedroht sind Haus- und Wildschweine. Das Ansteckungsrisiko im Seuchenfall lässt sich bereits jetzt durch effektive Jagd senken. Die anstehende Maisernte bietet eine gute Möglichkeit dazu.

(Berlin, 01. September 2017) Ab Mitte September beginnt die Maisernte: Für Jäger eine gute Möglichkeit, die Schwarzwildbestände in der Feldflur und somit im Seuchenfall das Ansteckungsrisiko der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu reduzieren. Denn Wildschweine lieben Mais und verbringen ab August viel Zeit in den Feldern. Der Deutsche Bauernverband (DBV) und der Deutsche Jagdverband (DJV) appellieren an Jäger, über die gesamte Jagdsaison jede Gelegenheit zu nutzen, Schwarzwild zu bejagen. Die ASP-Ausbreitung findet derzeit hauptsächlich über verunreinigte Lebensmittel statt. Auch infizierte Wild- und Hausschweine übertragen das Virus. Über Tschechien ist die Tierseuche inzwischen bis auf 300 Kilometer an Deutschland herangerückt. Für Menschen ist die Afrikanische Schweinpest ungefährlich.

Für eine erfolgreiche Bejagung sollten sich Jäger und Landwirte frühzeitig über Erntezeiten abstimmen, um Vorbereitungen und Sicherheitsmaßnahmen treffen zu können, raten DBV und DJV. Bereits jetzt, zur Milchreife des Maises, sollten Landwirte Bejagungsschneisen einhächseln, um eine Bejagung überhaupt erst zu ermöglichen. Effektiver ist das Anlegen von Bejagungsschneisen schon während des Einsäens im Frühjahr. So wird eine Jagd über mehrere Monate hinweg möglich - das sorgt auch für weniger Wildschäden.

Jäger und Landwirte sind aufgerufen, ungeklärte Todesfälle bei Wildschweinen unverzüglich dem zuständigen Veterinäramt zu melden, da das Virus hochansteckend und für Schweine immer tödlich ist. DBV und DJV fordern aufgrund der aktuellen Situation Bund und Länder auf, eine effektive und flächendeckende Schwarzwildbejagung in Deutschland sicherzustellen. Dazu gehört insbesondere, die Jagdruhe in Schutzgebieten aufzuheben. Zudem sollten Behörden bundesweit dem Vorbild einiger Bundesländer und Kommunen folgen und künftig keine Gebühren mehr für die Trichinenuntersuchung von Frischlingen erheben.

Symptome für die Afrikanische Schweinepest - Hinweise des Friedrich-Loeffler-Instituts

Bei Schwarzwild führt die Infektion zu sehr schweren, aber unspezifischen Allgemeinsymptomen wie Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen und Atemproblemen. Durchfall und Blutungsneigung (Nasenbluten, blutiger Durchfall, Hautblutungen) können ebenfalls auftreten. Erkrankte Tiere zeigen mitunter eine verringerte Fluchtbereitschaft („Liegenbleiben in der Suhle“) oder andere Auffälligkeiten wie Bewegungsunlust und Desorientiertheit. Die Erkrankung betrifft alle Altersklassen und Geschlechter gleichermaßen und führt in nahezu allen Fällen zum Tod des Tieres etwa innerhalb einer Woche.

Beim Aufbrechen der Stücke sollte auf vergrößerte, „blutige“ Lymphknoten, eine vergrößerte Milz und feine, punkt- oder flächenförmige Blutungen in den Organen, der Haut oder Unterhaut geachtet werden. Die Lunge und die Atemwege sind häufig mit Schaum gefüllt.

 

 

Effektive Schwarzwildbejagung dank Schneisen im Maisfeld
Quelle: Mross/DJV

 


Landwirtschaftsministerium startet Projekt für eine verstärkte Bejagung der Frischlinge 16/8/17

16. August 2017, Dortmund (LJV). Im Rahmen eines Pilotprojektes übernimmt das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MULNV) einen Großteil der Kosten für die Trichinenschau bei Frischlingen.

Dieses Projekt soll in der Jägerschaft den Anreiz erhöhen, den Bestand an Schwarzwild in NRW zu verringern. Dies ist eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen gegen die afrikanische Schweinepest (ASP), die auch über die Wildschweinpopulation eingeschleppt und verbreitet werden kann.

Für die Trichinenuntersuchung bei den Kommunen anfallende Gebühren werden mit maximal zehn Euro gestützt. Ein entsprechender Erlass vom 11. August 2017, ist am 14. August 2017 an die zuständigen Behörden verschickt worden.

Die Umsetzung dieses Erlasses soll u. a. im Rahmen einer Arbeitsbesprechung, an der auch Vertreter des Landesjagdverbandes teilnehmen, am 17. August 2017 erläutert werden. Sobald uns hierzu weitere Erkenntnisse vorliegen, werden wir unverzüglich darüber berichten.

Der Landesjagdverband NRW hatte sich bereits in Gesprächen mit dem zuständigen Ministerium wiederholt und vehement für eine landesweite Abschaffung, jedenfalls aber Senkung, der Untersuchungsgebühren für gestreifte Frischlinge eingesetzt.

Durch eine intensive Bejagung muss der Schwarzwildbestand reguliert und dessen natürlicher Aufbau sichergestellt werden. Daher sollte der Abschuss aus mindestens 75 % - besser 80 % - Frischlingen, 15 % Überläufern, 5 % unterrangigen Bachen und 5 % Keilern bestehen. Der hohe Eingriff in die Jugendklasse ist der sichere Garant für die Bestandsregulierung und Wildschadensminderung. Alle Jagdarten sind zu nutzen.

 Siehe hierzu auch:

 http://www.rwj-online.de/rwj/forschungsstelle/wildbestand/frischlinge-intensiv-bejagen-_6_2014.html#page_2


Sicherheit geht vor Jagderfolg 15/8/17

Wenn Landwirte auf den Feldern die Ernte einholen, bietet sich Jägern die Chance, vor allem Wildschweine zu bejagen. In der sonst dicht bewachsenen Feldflur ist die Erntejagd eine effektive Methode. Dabei steht die Sicherheit ganz vorn, Hinweise gibt der DJV.

(Berlin, 15. August 2017) Die Getreide- und Rapsernte bietet Jägern die Möglichkeit zur sogenannten Erntejagd. Nachdem die dicht bewachsenen Felder bisher wenig Chancen auf Jagderfolg boten, besteht von Juli bis Oktober die Gelegenheit, vor allem Wildschweine zu bejagen. Das ist wichtig, da die Schwarzwild-Population dank idealer Lebensbedingungen in der Feldflur stark wächst. Das Eingreifen in die Bestände ist auch aufgrund des Risikos der Afrikanischen Schweinepest notwendig, eine Seuche, die sich von Ost- nach Mitteleuropa ausbreitet und auch Hausschweine bedroht.

Sicherheit geht jedoch vor Jagderfolg: Jäger und Landwirte sollten Erntejagden eng abstimmen und sorgsam vorbereiten. Alle beteiligten Personen sollten aus Sicherheitsgründen gut und weithin sichtbar sein - idealerweise durch das Tragen von Warnwesten. Zur Planung gehört auch, Warnschilder an Straßen aufzustellen und an das Jagdgebiet angrenzende Pferde- oder Viehhalter zu informieren.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) empfiehlt, von erhöhten jagdlichen Einrichtungen zu schießen, damit der Schuss stets in Richtung Boden abgegeben und die Kugel abgefangen wird. Jäger sprechen vom "Kugelfang". Besonders gut eignen sich mobile Ansitzeinrichtungen wie Drückjagdböcke, die leicht umgesetzt werden können. Ein ausreichender Abstand zu Erntefahrzeugen sollte dabei eingehalten werden, der Schusswinkel zum Nachbarn größer als 30 Grad sein. Für das Wild gilt grundsätzlich die Regel "jung vor alt und schwach vor stark", denn besonders junge Tiere sind an der Reproduktion beteiligt. Zudem gilt der Muttertierschutz: Bachen mit Frischlingen dürfen nicht erlegt werden.

Bis Ende Oktober, wenn der letzte Mais von den Feldern geholt wird, ergibt sich wiederholt die Chance, Wild zu bejagen. Denn vor allem Maisfelder sind für Schwarzwild ein Schlaraffenland: In den Sommermonaten leben ganze Rotten in den Feldern, wo sie ausreichend Schutz und Nahrung finden. Für Landwirte bedeuten die ungebetenen Gäste meist hohe finanzielle Einbußen, denn das Wild frisst den Mais und zerstört viele Pflanzen. Wildschweine profitieren davon, dass heute auf etwa zehn Prozent der Fläche Deutschlands - 26 mal größer als noch vor 50 Jahren - Mais und Raps angebaut wird. Umso wichtiger ist die Erntejagd als eine besonders effektive und notwendige Form der Jagd, um regulierend in die Wildschweinpopulation einzugreifen.

Weitere Infos

YouTube-Video - Sicherheit bei der Erntejagd Teil 1: http://bit.ly/ZPORWl
YouTube-Video - Sicherheit bei der Erntejagd Teil 2: http://bit.ly/10vhxFi

Sicherheit bei der Erntejagd fängt bei der Signalkleidung an.
Quelle: Kauer/DJV

 


Zuschüsse für Jäger möglich 11/8/17

Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) fördert die Anschaffung von präventionswirksamen Produkten. Die Mitgliedsbetriebe, z.B. Jagdreviere, sollen damit motiviert werden, in Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz zu investieren. Besonders interessant für Revierinhaber: Die SVLFG bezuschusst u.a. aktiven Gehörschutz.

(Berlin, 10. August 2017) Seit Anfang August nimmt die SVLFG entsprechende Anträge entgegen. Die Vergabe erfolgt in der Reihenfolge der Antragseingänge. Die Aktion endet, wenn die Fördergelder ausgeschüttet sind, spätestens jedoch zum 31. Dezember 2017. Antragsberechtigt sind alle Mitgliedsunternehmen der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft.

Zu den geförderten Produkten gehört auch aktive Gehörschutz, was besonders für Jäger wichtig ist.

Jeder Betrieb kann ein Produkt fördern lassen, pro Stück wird maximal ein Zuschuss von 100 Euro ausgezahlt. Bei Anschaffung unter 100 Euro wird maximal der Kaufpreis erstattet. Es stehen in diesem Jahr 200.000 Euro zur Verfügung.

Die Rahmenbedingungen sowie Anforderungen und Hinweise je Maßnahme sind zwingend einzuhalten, um eine Förderung zu bekommen.

  • Anträge können für Neukäufe (keine gebrauchten Produkte) ab 1. August bis zum 31.Dezember 2017 gestellt werden.
  • Gefördert werden können nur Produkte, die ab dem 1. August 2017 gekauft wurden.
  • Die Produkte müssen den technischen Vorgaben entsprechen.
  • Ein Unternehmen kann maximal eine Förderung in einem Kalenderjahr erhalten.
  • Ein Rechtsanspruch auf die Zuerkennung einer Prämie besteht nicht. Die Gesamtförderung ist begrenzt auf 200.000 Euro.
  • Die Vergabe der Prämien richtet sich nach der Reihenfolge des Eingangs der Prämienanträge.
  • Mitarbeiter der SVLFG sind von der Förderung ausgeschlossen.
     

Hier finden Sie nähere Informationen der SVLFG.
 


Von Spatzen und Katzen 8/8/17

Ausgesetzte Haustiere richten in der Tierwelt oft erheblichen Schaden an. Der DJV appelliert zum Internationalen Tag der Katze am 8. August 2017 an das Verantwortungsbewusstsein von Haustierhaltern.

(Berlin, 08. August 2017) Etwa 2 Millionen streunende, besitzerlose Katzen gibt es in Deutschland nach Angaben von Tierschutzverbänden. In der Urlaubszeit landen besonders viele Haustiere auf der Straße. Teilweise müssen diese dann unter erbärmlichen und tierschutzwidrigen Umständen in freier Wildbahn ihr Leben fristen. Der Deutsche Jagdverband (DJV) betont, dass nicht nur die Haustiere selbst leiden, sondern auch die heimische Tierwelt: Nach Hochrechnungen auf Basis mehrerer Studien fallen mindestens 14 Millionen Singvögel in Deutschland verwilderten Hauskatzen zum Opfer. Diese machen nur ein Viertel der Beute aus; hinzu kommen 70 Prozent kleine Säuger und zahlreiche Reptilien.

Der DJV fordert aus Tier- und Artenschutzgründen eine bundesweite Melde- und Kastrationspflicht für Hauskatzen nach dem Vorbild des Paderborner Modells. Auf diese Weise soll eine unkontrollierte Fortpflanzung von Freigängern mit verwilderten Artgenossen verhindert werden. Der Nachwuchs wird meist unentdeckt großgezogen, die Hauskatzen verwildern. Katzen paaren sich durchschnittlich zwei mal im Jahr. Überleben pro Wurf etwa drei Junge, resultieren aus einem Hauskatzenpärchen in sieben Jahren etwa 420.000 Nachkommen (lineares Modell).

Tierhalter verstoßen gegen das geltende Tierschutzrecht, wenn sie ihre Schützlinge einfach aussetzen. Der DJV empfiehlt, frühzeitig die Versorgung der Haustiere während der Urlaubszeit sicherzustellen. Wer ein herrenloses Tier findet, sollte das Ordnungsamt oder die Polizei informieren. Alternativ können Fundtiere in Tierheimen abgegeben werden.

Nicht nur Feldhasen, sondern auch andere kleine Säugetiere fallen wildernden Hauskatzen zum Opfer.
Quelle: DJV

Bestandsschutz für Waffenschränke: bisherige Nutzung ausschlaggebend 29/7/17

Forum Waffenrecht weist darauf hin, dass für den Bestandsschutz von A- und B-Waffenschränken die bisherige, rechtmäßige Nutzung relevant ist. Voraussetzung nach §36 Abs. 4 ist nicht die Anmeldung bei der Waffenbehörde.

(Berlin, 29. Juli 2017) Nachdem das neue Waffengesetz in Kraft getreten ist, häufen sich beim DJV Fragen von Jägern zum Bestandsschutz von A- und B-Waffenschränken. Offenbar wollen einige zuständige Behörden die Nachmeldung von Schränken nicht akzeptieren, die vor dem Inkrafttreten des neuen Waffengesetzes in Benutzung, aber nicht bei der Behörde gemeldet waren. Auf DJV-Nachfrage hat der Geschäftsführer des Forum Waffenrecht, Frank Göpper, klargestellt: Die Voraussetzung für den Bestandsschutz nach § 36 Abs. 4 des Waffengesetzes ist nicht die Anmeldung bei der Waffenbehörde, sondern die Aufrechterhaltung der bisherigen rechtmäßigen Nutzung. Wenn also bis zum 6. Juli 2017, dem Tag, an dem das neue Waffengesetz mit seinen Änderungen in Kraft trat, Waffen zulässig in Schränken der Widerstandsgrade A oder B gemäß VDMA 24992 aufbewahrt worden sind, dürfen diese auch weiterhin vom bisherigen Nutzer verwendet werden.

Das Forum Waffenrecht empfiehlt Jägern, der Behörde, die eine Nutzung vor dem Stichtag anzweifelt, entsprechende Nachweise - etwa Zeugen oder Kaufbelege - anzubieten und um eine schriftliche Bestätigung zu bitten. In letzter Konsequenz müsste das Bestehen der bisherigen Nutzung und damit des Bestandsschutzes durch Verwaltungsgerichte festgestellt werden. Um künftig Unsicherheiten auszuschließen, weist das Forum Waffenrecht Besitzer von A- und B-Schränken darauf hin, Belege für die Nutzung der Schränke vor dem Inkrafttreten des neuen Waffengesetzes sorgfältig aufzubewahren und ihren Waffenbehörden die genutzten Waffenschränke zu melden.

Zum ausführlichen Frage-Antwort-Papier geht es hier.

Die DJV-Infografik bietet Übersicht über die neuen Waffenaufbewahrungsrichtlinien.
Quelle: DJV

"Artenschutz und Tierrechte sind unvereinbar" 28/7/17

Über philosophische Ansätze zum Mensch-Tier-Verhältnis und die Auswirkungen auf Jagd und Artenschutz hat der DJV mit dem Schweizer Publizisten Alexander Schwab gesprochen. Das 2-teilige Interview gibt Einblicke in die bizarre Gedankenwelt der Tierrechtsbewegung. Den zweiten Teil des Interviews gibt es auf jagdverband.de.

(Berlin, 28. Juli 2017) Tierbefreiung, Tierrechte und Tierschutz: Zwischenzeitlich gibt es viele Theorien, die sich damit beschäftigen, wie Menschen den Tieren auf diesem Planeten ein besseres oder gerechteres Leben ermöglichen könnten. Treibende Kraft sind vor allem Philosophen, die seit den späten 1970er Jahren die Sache der Tiere ideell befeuern. Die Tierrechtsbewegung ist ein Sammelbecken verschiedenster weltanschaulicher Strömungen, aber die wesentlichen praktischen Forderungen bleiben gleich: Tiere haben ein Recht auf Leben, Freiheit und das Streben nach Glück. Die konsequente Folge ist das Bestreben, sämtliche Nutzung von Tieren abzuschaffen, denn diese tangiert und verletzt immer deren vermutete Rechte. Ungeachtet dessen sind die Glücksbestrebungen von Wolf und Reh kaum unter einen Hut zu bringen sind. Aber es gibt ja die Idee vom "Paradise Engineering", also die genetische Manipulation von Fleischfressern. Wie weit die Gedanken der Tierrechtsbewegung bereits verbreitet sind, erläutert der Schweizer Publizist Alexander Schwab im DJV-Interview.

 

DJV: Verbot von Zirkustieren, Einbrüche in Ställe oder Anti-Jagd-Demos: Welche eigentlichen Ziele verfolgt die Tierrechtsbewegung?

Alexander Schwab: Das Ziel der Tierrechtsbewegung ist es, sämtliche Nutzung von Tieren abzuschaffen. Dazu gehören natürlich auch Jagd, tierische Landwirtschaft oder Zoos - und die erzwungene weltweite Einführung des Veganismus. Die konsequente Durchsetzung von Tierrechten würde auch bedeuten, dass zum Beispiel die Ausbildung von Blindenhunden nicht mehr möglich wäre, weil kein Hund aus freien Stücken zum Blindenhund wird. Und so hat der Tierrechtsphilosoph Klaus Petrus folgerichtig zu Protokoll gegeben, dass die Ausbildung eines Blindenhundes der Versklavung eines Menschen gleichkomme. Gleiches gilt natürlich für Lawinen-, Polizei- und Jagdhunde.

Wie weit ist die Philosophie der Tierrechtsbewegung bereits verbreitet?

Die eine Tierrechtsphilosophie gibt es nicht, aber die Tierrechtsbewegung, hauptsächlich getragen von Philosophen, Theologen, Soziologen, Psychologen und Juristen. Sie hat über die Jahre aus den Universitäten heraus den Weg in politische Beratungsgremien und Ethikkommissionen gefunden. Dort hat sie nachweislich großen Einfluss, was sich nicht nur in der Gestaltung von Jagdgesetzen zeigt, sondern auch in der EU-Verfassung, wo Tierrechte im Grundsatz über die Verträge von Lissabon festgehalten sind.

Und wie sieht es in der Schweiz aus?

In der Schweiz ist die „Würde des Tieres“ in der Verfassung verankert, was ebenfalls ein großer Erfolg der Tierrechtsbewegung ist. Dieses Würdekonzept soll nach dem Willen von einigen Mitgliedern der entsprechenden Ethikkommission auch auf Pflanzen übertragen werden, was Tomatenspaghetti zum moralischen Problem machen würde. Tierrechtlich motiviert ist auch die aktuelle Initiative im Kanton Zürich mit dem Ziel, die bürgerliche Jagd (Volksjagd, Milizjagd) abzuschaffen – die Initianten hatten die nötigen 6000 Unterschriften im Nullkommanichts zusammen. Ebenso problemlos verlief die Unterschriftensammlung für die Initiative „Grundrechte für Menschenaffen“ im Kanton Basel Stadt.

Nach Meinung von Tierrechtlern haben Tiere ein Recht auf Leben, Freiheit und das Streben nach Glück. Im wahren Leben frisst allerdings der Wolf das Reh und der Waschbär gefährdet den Uhu. Wie verhält es sich da mit den tierischen Rechten?

Es ist eine Form der intellektuellen Wohlstandsverwahrlosung, Ideologie über Realität zu setzen. Die Vorgänge in der Natur drehen sich im Wesentlichen ums Fressen und Gefressen werden sowie um Fortpflanzung. Die „Glücksvorstellungen“ von Tieren sind eh nicht harmonisierbar. Das durch die Evolution gegebene Wolf-Reh-Dilemma lässt sich „natürlich“ nicht lösen. Die Tierrechtsbewegung hat große Probleme damit, die Natur so zu nehmen, wie sie ist. Also auch zu akzeptieren, dass der Mensch in seiner Lebensgrundlage handeln muss, um zu überleben.

Und wie will die Tierrechtsbewegung dieses Dilemma lösen?

Philosophisch betrachtet kann sie es nicht lösen, denn die Evolution kann man nicht mit Wunschdenken und Haarspaltereien im Nanobereich aushebeln.

Es gibt ja auch das Konzept des "Paradise Engineering" ...

Genau. Der britische Philosoph David Pearce ist der Überzeugung, dass wir das Leiden auf der Welt komplett verschwinden lassen könnten, indem wir die Raubtiere genetisch zu Pflanzenfressern umprogrammieren und damit paradiesische Zustände herstellen: Der Wolf grast friedlich neben dem Reh. Die technischen Voraussetzungen dafür seien bereits gegeben, meint Pearce. Das sind gefährliche Allmachtsfantasien. Das ist der Stoff, aus dem die Albträume gemacht sind.

Die Bundesregierung hat sich in internationalen Abkommen zum Erhalt der biologischen Vielfalt verpflichtet. Wie soll Artenschutz in den Augen der Tierrechtsbewegung aussehen?

Keine Ahnung, dazu müssten Sie einen Tierrechtsphilosophen befragen. Für führende Köpfe der Tierrechtsbewegung steht das Lebensrecht des einzelnen Tieres über jeglichen ökonomischen oder ökologischen Interessen. Das bedeutet im Wesentlichen das Ende aller jagdlichen Eingriffe in der Kulturlandschaft. In dieser Selbstregulierungsromantik werden als Konzession an die Realität einige Ausnahmen gemacht etwa Notwehr oder Bewahrung einer Art vor der kompletten Ausrottung. Erst dann also sind Eingriffe legitim, wenn das Haus schon lichterloh brennt. Wäre ein Lawinenschutzwald durch Rotwild gefährdet, das an Bäumen knabbert, stünde das Lebensrecht einzelner Tiere über dem Ziel den Schutzwald zu erhalten, denn das Rotwild ist nicht von der Ausrottung bedroht. Die Realitätsverweigerung der Tierrechtsbewegung ist zutiefst menschenfeindlich. Außerdem stehen die genannten und andere Ausnahmen, genau betrachtet, im Widerspruch zum grundsätzlichen Lebensrecht eines Einzeltieres. Artenschutz und Tierrechte sind unvereinbar.

Den zweiten Teil des Interviews finden Sie hier.

Zur Person Alexander Schwab

Alexander Schwab (1953) wuchs in Brugg in der Schweiz auf, besuchte das College in Swindon, England und hat in Aberdeen, Schottland, Philosophie und Geschichte studiert. Beruflich war er in den Bereichen Marketing, Kommunikation und Beratung engagiert. Seit 2003 ist Schwab als Autor, Publizist und Verleger tätig. In der englischsprachigen Welt ist er vor allem durch „Hook, Line and Thinker – Angling & Ethics“ (2003) und den Bestseller „Mushrooming Without Fear“ (2006) bekannt. Auf Deutsch erschienen sind 2016 „Werte, Wandel, Weidgerechtigkeit 2.0“ und „Jagen für Nichtjäger“. Mehr Infos zu Autor und Büchern: www.eichelmändli.ch

 

 

Schweizer Publizist Alexander Schwab im DJV-Interview.

Foto: Alexander Schwab

Brücken für die Artenvielfalt 26/7/17

BfN gibt Leitfaden heraus für das Anlegen von Querungshilfen. Konkrete Beispiele sollen Planern von Grünbrücke, Faunatunnel oder Tierdurchlass helfen, Fehler zu vermeiden. Arten vom Laufkäfer bis zum Rothirsch sollen profitieren. Eingeflossen sind auch die Ergebnisse von Forschungsprojekten, die der DJV maßgeblich unterstützt hat.

(Berlin, 26. Juli 2017) Querungshilfen sollen helfen, die Zerschneidung von Lebensräumen durch Verkehrswege zu vermeiden, die biologische Vielfalt erhalten und Wildunfälle reduzieren. Doch wie groß müssen Querungshilfen sein und wo sollten sie positioniert sein? Wie muss die Umgebung gestaltet sein und wie lässt sich das Hinterland langfristig anbinden? Eine aktuelle Veröffentlichung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) liefert Antworten auf Fragen rund um Planung, Gestaltung und Management von Querungshilfen. Eingeflossen ist das Praxiswissen zahlreicher Projekte zur Wiedervernetzung, an denen auch der Deutsche Jagdverband (DJV) beteiligt war.

Mit dem BfN-Skript 465 "Grünbrücken, Faunatunnel und Tierdurchlässe - Anforderungen an Querungshilfen" werden erstmals integrative Empfehlungen vorgelegt, die auf einer ökosystemaren Betrachtungsweise beruhen, also sich nicht nur auf einzelne Arten beziehen. Die resultierenden Anforderungen an Querungshilfen werden anhand konkreter Gestaltungsbeispiele dargestellt. Auf 50 Seiten erläutern die Autoren des Leitfadens unter anderem, welche Substrate sich für Grünbrücken und Unterführungen eignen, wie deren Relief gestaltet werden sollte oder wie Querungshilfen beruhigt werden können.

Mit den vorgelegten Handlungsempfehlungen haben Planer die Möglichkeit, neueste wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen. Ein wichtiger Schritt hin zur Erfüllung der Ziele der nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt. Der Leitfaden hilft zudem, die aus dem Bundesnaturschutzgesetz resultierenden Anforderungen zur Vermeidung und Verminderung von Zerschneidungswirkungen zu erfüllen.

Kostenfreie Exemplare des Skriptes 465 können beim Bundesamt für Naturschutz per E-Mail über Andrea.Loehnert@BfN.de angefordert werden.

Quelle:
Reck, H., Hänel, K., Strein, M., Georgii, B., Henneberg, M., Peters-Ostenberg, E. und M. Böttcher (2017): Grünbrücken, Faunatunnel und Tierdurchlässe - Anforderungen an Querungshilfen. BfN-Skripten 465, 50 Seiten. ISBN 978-3-89624-202-0

 

Der BfN-Leitfaden hilft Planung, Gestaltung und Management von Querungshilfen zu erleichtern.
Quelle: Innenministerium BW/DJV

„Generation Selfie“ will Natur und Landwirtschaft entdecken 24/7/17

Die Ergebnisse der Studie „Fokus Naturbildung“ räumen mit Vorurteilen auf

Die Natur ist uninteressant, das Landleben langweilig, die Jagd überflüssig und Bäume fällen schlecht für den Wald – diese Vorurteile über Ansichten der „Generation Selfie“ müssen dringend revidiert werden. Denn die neue Studie „Fokus Natur­bildung“ zeichnet ein ganz anderes Bild: Kinder und Jugendliche fühlen sich wohl in der Natur, finden es spannend, sie auf eigene Faust zu entdecken und interessieren sich sehr für die Arbeit der Landwirte, Förster und Jäger. Allerdings kennen sie deren Aufgaben kaum, ebenso wenig wie die eigenen Möglichkeiten, Naturschutz zu betreiben. Außerschulische Lernangebote stellen eine große Chance dar, dies zu ändern.

(Berlin/ Düsseldorf, 19. Juli 2017) Vor allem Freiheit (74 %) und Abenteuer (71 %), aber auch Stille (53 %) und Gesundheit (42 %) ver­binden junge Menschen mit Natur. Dort suchen sie Spaß und Action sowie einen Ausgleich zum Schulalltag (je 74 %). Das sind zentrale Ergebnisse der Studie „Fokus Naturbildung“. Auftraggeber waren der Deutsche Jagdverband e. V. (DJV), der i.m.a – information.medien.agrar e. V. und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e. V. (SDW).

Wie geht Naturschutz?

Deutlich mehr als die Hälfte (59 %) der Befragten fühlt sich von der Zerstörung der Natur in Deutsch­land bedroht und 88 Prozent ärgern sich über den sorglosen Umgang mit dieser. Als Konsequenz fühlen sich fast drei Viertel (72 %) der Befragten persönlich verantwortlich für Naturschutz und mehr als die Hälfte (56 %) gibt an, etwas zu tun. Bei konkreter Nachfrage beschränkt sich das Engagement allerdings hauptsächlich auf Mülltrennung und -vermeidung. Besonders erschreckend: Fast einem Viertel der Kinder und Jugendlichen ist überhaupt nicht klar, was sie zum Naturschutz beitragen können.

Schüler wollen Wald und Bauernhof erkunden

Eine überwältigende Mehrheit der Befragten will bei Schulbesuchen im Wald (77 %) oder auf dem Bauernhof (82 %), dass ihnen dort Menschen ihre Arbeit zeigen und erklären. Sie fänden es zudem interessant, selbst Hand anzulegen (je 71 %). Ein festes Programm sehen sie dabei eher als hinderlich an.

Klares „Ja“ zu schonender Nutzung

Jugendliche in Deutschland stimmen einer schonenden Nutzung der Natur mehrheitlich zu. So sind mehr als 80 Prozent der Jungen und Mädchen der Auffassung, dass Wälder wirtschaftlich genutzt werden dürfen, „solange nicht mehr Holz entnommen wird, als nachwächst“. Auch sagen mehr als 60 Prozent, dass die Jagd wichtig sei, „damit das Wild nicht zu viele Schäden in Wald und Feld anrichtet“. Und fast 80 Prozent sind überzeugt von der Bedeutung der Landwirtschaft „für Pflege und Erhalt von Natur und Landschaft“. Hatten die Befragten einen Bezug zur Land- bzw. Forstwirtschaft oder Jagd, fiel die Bewertung dieser Bereiche noch positiver aus. Die Notwendigkeit der Jagd erkannten dann knapp 80 Prozent (plus 16 Prozentpunkte). Weniger ausgeprägt war dieses Phänomen bei der Land- (plus sieben Prozentpunkte) und Forstwirtschaft (plus drei Prozentpunkte). Allerdings zeigt die Studie auch, dass oftmals nicht bekannt ist, wie die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen konkret aussieht. Die Aufgaben von Landwirten, Förstern und Jägern sind größtenteils unbekannt.

Chancen für die Bildungsarbeit

Der DJV, der i.m.a und die SDW sehen in diesem Kontext großes Potenzial für die bestehenden außerschulischen Lernangebote: Die von den Kindern und Jugendlichen als überwiegend positiv benannten Gefühle gegenüber der Natur insgesamt sowie der Landwirtschaft und dem Wald im Besonderen können zum Erwerb von Kompetenzen für nachhaltiges Handeln genutzt werden. So können außerschulische Lernangebote einen wichtigen Beitrag zur Vermittlung umweltbewussten Verhaltens und dem Schutz natürlicher Ressourcen leisten und dazu das konkrete „Handwerkszeug“ anbieten. Insgesamt sind weniger starre Strukturen bei der Wissens- und Erfahrungsvermittlung erforderlich, um auf die Interessen und Bedürfnisse der jungen Menschen flexibler eingehen zu können.

Für die Studie „Fokus Naturbildung“ hat das ECOLOG Institut für sozial-ökologische Forschung und Bildung Antworten von mehr als 1.000 Jungen und Mädchen im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren ausgewertet. Die Befragung war in zwei qualitative und eine quantitative Teilstudie gegliedert, deren Daten von Frühjahr bis Winter 2016 erhoben wurden. Der qualitative Teil wurde vom IfA Marktforschung Bremer + Partner durchgeführt. Auftraggeber waren der Deutsche Jagdverband e.V. (DJV), der i.m.a – information.medien.agrar e.V. und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V. (SDW). Gefördert wurde die Studie von der Landwirtschaftlichen Rentenbank und der Stiftung Unternehmen Wald.

 

Forderungen aus der Studie „Fokus Naturbildung“ für die zukünftige Bildungspolitik und die Angebotsentwicklung

Kurzfristige Ziele: Hinweise für künftige Angebote

Der weit verbreitete Wunsch der Befragten nach Freiheit und Abenteuer sollte bei weniger starren Angeboten die aktive Einbindung und mehr Eigeninitiative der Jugendlichen ermög­lichen.

Jugendliche stimmen einer schonenden Nutzung der Natur zu. Sie haben jedoch kaum Vor­stellungen, wie diese aussehen kann. Die Einbindung von Förstern, Jägern und Landwirten können diese Lücke füllen und zum Beispiel gut in die Nachmittagsangebote der Schulen integriert werden.

Die Studienergebnisse zeigen, dass der Wille zum Naturschutz bei den Kindern und Jugend­lichen groß ist, das Wissen um die eigenen Möglichkeiten allerdings eher gering. Angebote sollten Jugendlichen deshalb Aktionen und Handlungsvorschläge zum Erhalt der natürlichen Ressourcen im Alltag aufzeigen und sie befähigen, das Erlebte in Bezug zu ihrer eigenen Lebenswelt zu setzen und Werthaltungen zu entwickeln. Im Sinne von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) sollen sie sich selbst als aktiven Teil der Natur erleben und Handlungsspielräume finden.

Mittelfristige Ziele: Verbesserung der Rahmenbedingungen

Zur intensiveren Naturbildung vor Ort müssen die Rahmenbedingungen verbessert werden:

  1. Die Erreichbarkeit naturnaher Räume sollte durch eine geeignete Unterstützung (z. B. ÖPNV-Fahrkostenzuschüsse) erleichtert werden.
  2. In den Bildungsplänen muss ausreichend Zeit für Aufenthalte im Wald, auf dem Bauernhof oder anderen naturnahen Orten vorgesehen werden, beispielsweise in Form eines „Tages für Naturbildung“ pro Schuljahr.
  3. Lehrkräfte müssen über die Angebote ausreichend informiert werden.
  4. Zur Durchführung von Naturbildung vor Ort müssen Kenntnisse über die Bedürfnisse der Jugendlichen und Erfahrungen in der Umsetzung dem pädagogisch arbeitenden Personal der außerschulischen Lernorte vermittelt werden.

 

Über den DJV:
Der Deutsche Jagdverband (DJV) ist der Dachverband von 15 Landesjagdverbänden mit 245.000 Jägern. Seine Aufgabe ist der Erhalt, die zukunftsgewandte Weiterentwicklung und der Schutz von Wild, Jagd und Natur. Der DJV ist – nach § 63 Bundesnaturschutzgesetz – eine staatlich anerkannte Naturschutzvereinigung, ebenso wie die meisten Landesjagdverbände. Zu den satzungsgemäß verankerten Aufgaben und Zielen des DJV zählt unter anderem die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Im Rahmen der Aktion “Lernort Natur” laden Jäger Schüler und Jugendliche in ihre Reviere ein, um ihnen die Zusammenhänge in der Natur wieder näher zu bringen.

Kontakt:
Deutscher Jagdverband e. V.
Pressesprecher: Torsten Reinwald
Tel: (0 30) 2 09 13 94-23 Fax: (030) 2 09 13 94-30 | pressestelle@jagdverband.de | Chausseestraße 37 | 10115 Berlin | www.jagdverband.de

Über den i.m.a e.V.:
Als gemeinnütziger Verein informiert der i.m.a e. V. über die Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen, die in der Landwirtschaft tätig sind, und über die Bedeutung der Landwirtschaft für die Gesellschaft. Weil immer mehr Menschen immer seltener Gelegenheit haben, sich selbst ein reales Bild von der Landwirtschaft zu machen, kommt es insbesondere darauf an, bereits Kindern und Jugendlichen durch die Bereitstellung von Lehrmaterialien und mit Hilfe von Pädagogen Einblicke in die heutige Welt der Landwirtschaft zu vermitteln. Die i.m.a-Arbeit wird von den deutschen Bäuerinnen und Bauern getragen und von der Landwirtschaftlichen Rentenbank finanziell gefördert.

Kontakt:
i.m.a – information.medien.agrar e.V.
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Bernd Schwintowski
Tel: (0 30) 8 10 56 02-0 | Fax: (0 30) 8 10 56 02-15 | presse@ima-agrar.de | Wilhelmsaue 37 | 10713 Berlin | www.ima-agrar.de

Über die SDW-Schutzgemeinschaft Deutscher Wald:
Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald – Bundesverband e.V. (SDW) ist ein gemeinnütziger Verein mit dem Zweck zum Schutz des Waldes und der Landschaft. 1947 wurde die SDW in Bad Honnef gegründet und ist damit eine der ältesten deutschen Umweltschutzorganisationen. Die Aktivitäten der SDW richten sich an unterschiedliche Zielgruppen und Akteure aus den Bereichen Naturschutz, Forstwirtschaft, ländlicher Raum und Bildung. Hierbei werden moderne bildungs- und erlebnispädagogische Kenntnisse und Vermittlungsmethoden angewendet, um so den Wert des Ökosystems Wald den Menschen nahe zu bringen und zum aktiven Naturschutz beizutragen.

Kontakt:
Schutzgemeinschaft Deutscher Wald – Bundesverband e.V. (SDW)
Pressereferentin: Sabine Krömer-Butz
Tel: (02 28) 9 45 98-3 56 Fax: (02 28) 9 45 98-33 | sabine.kroemer-butz@sdw.de | Dechenstraße 8 | 53115 Bonn | www.sdw.de

 

 

Kinder und Jugendliche möchten die Natur auf eigene Faust entdecken und interessieren sich sehr für die Arbeit der Landwirte, Förster und Jäger.

Quelle: IMA/SDW/DJV
Mehr als die Hälfte der Befragten fühlt sich von der Zerstörung der Natur bedroht und ärgert sich über den sorglosen Umgang mit dieser.
Quelle: IMA/SDW/DJV

In der Natur suchen Kinder und Jugendliche Spaß und Action sowie einen Ausgleich zum Schulalltag.

Quelle: IMA/SDW/DJV

„Trophäenjägerjäger“ bleiben arbeitslos 15/7/17

Der Deutsche Jagdverband (DJV) und der Internationale Rat zur Erhaltung der Jagd und des Wildes (CIC) würdigen die wichtige Rolle des Zolls bei der Bekämpfung von Artenschutzkriminalität. Immer wieder beschlagnahmen Behörden geschützte Tier- und Pflanzenarten, die illegal eingeführt werden. Ein neues Werbeplakat sorgt allerdings für Unverständnis.

(Berlin, 14. Juli 2017) Aktuell wirbt der Zoll um neue Nachwuchskräfte mit dem Werbeslogan: „Trophäenjägerjäger gesucht“ – und stößt damit die Jägerschaft vor den Kopf. Der Slogan pauschalisiert und bedient Jagdgegner-Klischees von der Auslandsjagd, die schlecht sei für den Artenschutz. In der Realität sind es allerdings Urlauber, die Einfuhrvergehen begehen: Mehr als 90 Prozent geschützter Tier- und Pflanzenarten, die vom Zoll beschlagnahmt wurden, sind Souvenirs, die Touristen von Auslandsreisen mit nach Deutschland bringen. Gelegentliche Beanstandungen bei Jägern sind in aller Regel harmlose Formfehler, etwa wenn ein Einfuhrdokument in Kopie und nicht als Original vorgelegt wird. Darauf weisen der Deutsche Jagdverband (DJV) und die deutsche Delegation des Internationalen Rats zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) hin. Im Jahr 2000 hat die Internationale Weltnaturschutzunion IUCN nachhaltige Jagd sogar als eine Form des Natur- und Artenschutzes anerkannt.

Ziel der Kampagne für Nachwuchskräfte beim Zoll solle es sein, mit Vorurteilen zu brechen, erklärte der Präsident der Generalzolldirektion, Uwe Schröder: „Wir wollen vor allem zeigen, wie facettenreich und spannend unser Beruf ist und mit Klischees aufräumen [...]“. Das ging mit dem Plakat zur Werbung für Nachwuchskräfte völlig daneben, weil eben Jagdgegner-Klischees bedient werden, meinte DJV-Vizepräsident Dr. Wolfgang Bethe: „Deutschlands Jäger halten sich an Gesetze, wenn es um Jagdtourismus und Einfuhr von Trophäen geht. Es gilt eine Null-Toleranz-Politik: Sollten Jäger im Ausnahmefall gegen Artenschutzbestimmungen verstoßen, dann können sie nicht auf Verständnis bei der organisierten Jägerschaft hoffen“. Der Bundesfinanzminister wäre gut beraten, das Werbemotiv einzustampfen, so die Meinung von DJV und CIC.
 

Pressemeldung als PDF herunterladen

Das missverständliche Plakat des Zolls.
Quelle: DJV

 




Aus Wald oder Weltall? Besuch im Kornfeld. 13/7/17

Mancher wundert sich zur Zeit über rätselhafte Muster im Kornfeld. Der DJV gibt Entwarnung: Nicht Außerirdische verursachen die kreisrunden Naturphänomene, sondern liebestolle Rehe während der Paarungszeit. Autofahrer sollten jetzt auch tagsüber mit Wildwechsel über Straßen rechnen.

(Berlin, 12. Juli 2017) Im Hochsommer steigt das Wildunfallrisiko. Schuld daran sind paarungsbereite Rehe in der Brunftzeit. Dem Liebesrausch verfallen, verfolgt der Rehbock seine Auserwählte auch tagsüber kilometerweit. Besonders hoch her geht es an heißen Tagen im Juli und August. Dann kreuzen Bock und Ricke vermehrt die Fahrbahn. Der Deutsche Jagdverband (DJV) bittet alle Verkehrsteilnehmer jetzt besonders vorsichtig zu fahren um rechtzeitig bremsen zu können. Dies gilt speziell für unübersichtliche Straßenabschnitte entlang von Wäldern und Feldern. Lässt sich ein Zusammenstoß nicht vermeiden, sollte der Fahrer nicht versuchen auszuweichen, sondern bremsen und das Lenkrad festhalten.

Vor der Paarung treibt der Rehbock die Ricke oftmals im Kreis. In Getreidefeldern entstehen sogenannte "Hexenringe" von 10 bis 30 Metern Durchmesser. Diese Naturphänomene weisen demnach weniger auf Besuch aus dem All, sondern vielmehr auf irdische Re(h)produktion hin.


 

Weitere Informationen:

Wie kann ich Wildunfälle verhindern und was muss ich tun, wenn's doch gekracht hat? Verhaltenstipps für Verkehrsteilnehmer gibt es hier: www.jagdverband.de/content/wildunfälle-verhindern

Ein Tiersteckbrief für das Reh gibt es hier: www.jagdverband.de/content/reh-capreolus-capreolus

 

Der Rehbock treibt die Ricke in der Paarungszeit oft kilometerweit vor sich her.
Quelle: KauerMRoss/DJV
Knapp 230.000 Paarhufer sind 2016 auf der Straße verunglückt.
Quelle: DJV

Hintergrund 10/7/17

(Berlin, 10. Juli 2017) Das geänderte Waffengesetz ist am 6. Juli 2017 in Kraft getreten. Die Änderung des Waffengesetzes beinhaltet für Jäger hauptsächlich Änderungen zur Aufbewahrung. Schränke der Stufe A und B nach VDMA-Bauartbeschreibung sind ab jetzt beim Neukauf für die Aufbewahrung von Waffen nicht mehr erlaubt. Für bereits registrierte A- und B-Schränke gilt allerdings ein unbeschränkter Bestandsschutz. Neu erworbene Standardschränke müssen ab sofort die Sfufe 0 oder 1 aufweisen, die mindestens der Norm DIN/EN 1143-1 entspricht.

Fragen und Antworten

DJV: Wie schnell muss eine Waffe nach Erwerb gemäß §13 WaffG bei den Behörden gemeldet werden?

Frank Göpper: Jäger müssen den Erwerb einer Waffe - egal ob auf Jagdschein oder Waffenbesitzkarte (WBK) - innerhalb von zwei Wochen bei den Behörden melden.

Welche Änderungen ergeben sich für die Aufbewahrung von Schusswaffen?

Der Neukauf von Schränken der Stufe A und B nach VDMA-Bauartbeschreibung für die Aufbewahrung von erlaubnispflichtigen Schusswaffen – also auch Jagdwaffen – ist ab dem 6. Juli 2017 nicht mehr zulässig. Ab dann können Jäger für die Aufbewahrung ihrer Schusswaffen bei der Behörde nur noch Waffenschränke registrieren lassen, die mindestens der Norm DIN/EN 1143-1 (Stufe 0 oder 1) entsprechen.

Für Waffenschränke ab Stufe 0 gilt weiterhin: Waffen und Munition müssen nicht getrennt aufbewahrt werden. Der Gesetzgeber hat nun klargestellt, dass Waffen nur ungeladen gelagert werden dürfen, eine Reaktion auf die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichtes.

Wie muss Munition zu Hause gelagert werden und in welchem Behältnis?

Der Mindestaufbewahrungsstandard für erlaubnispflichtige Munition ist und bleibt das Stahlblechbehältnis ? (Metallkassette) mit Schwenkriegelschloss.

Wie muss ich Waffen und Munition in einem Schrank der Klasse 0 oder 1 lagern?

Ab 200 Kilogramm Gewicht dürfen in einem Schrank der Klasse 0 oder 1 gemäß DIN/ EN 1143-1 unbegrenzt Langwaffen, bis zu 10 Kurzwaffen und Munition gelagert werden. Unter 200 Kilogramm Gewicht dürfen im Waffenschrank der Klasse 0 oder 1 gemäß DIN/ EN 1143-1 unbegrenzt Langwaffen und bis zu 5 Kurzwaffen gelagert werden, ebenso Munition. Eine Trennung von Munition und Waffen ist in einem Schrank der Klasse 0 gemäß DIN/ EN 1143-1 grundsätzlich nicht notwendig.

Ich besitze einen Waffenschrank der Klasse 0. Eine Befestigungsmöglichkeit gibt es nur im Schrankboden. Diese kann ich nicht nutzen, ohne die Isolierung zu beschädigen. Der Waffenschrank steht also frei ohne Befestigung. Ist das erlaubt?

Eine weitere Verankerung eines Schrankes der Klasse 0 gemäß DIN/ EN 1143-1 ist unabhängig vom Gewicht gesetzlich nicht vorgeschrieben.

Was passiert mit A- und B-Schränken, die vor Inkrafttreten des neuen Waffengesetzes erworben und von der Behörde eingetragen wurden?

Für A- und B-Schränke gilt der Bestandsschutz. Sie können weiterhin unbeschränkt benutzt werden. Der jetzige Besitzer kann auch weitere Waffen hinzukaufen und diese in den bestehenden Schränken lagern. Wenn der Schrank nach den gesetzlichen Regelungen voll ist muss bei Neukauf mindestens ein Schrank der Stufe 0 erworben werden.

Folgende Lagerkapazitäten gelten für Schränke mit Bestandsschutz: Im A-Schrank dürfen bis zu 10 Langwaffen gelagert werden. Beim B-Schrank gibt es keine Begrenzung für Langwaffen. Ein B-Schrank unter 200 Kilogramm Gewicht darf zudem 5 Kurzwaffen enthalten, ab 200 Kilogramm Gewicht 10 Kurzwaffen. Ist der B-Schrank weniger als 200 Kilogramm schwer, jedoch fest verankert, darf er auch 10 Kurzwaffen enthalten.

Kann ich jetzt noch einen gebrauchten, bei der Waffenbehörde eingetragenen A- oder B-Schrank für die Aufbewahrung meiner erlaubnispflichtigen Waffen erwerben?

Die Besitzstandswahrung für A- und B-Schränke gemäß VDMA 24992 gilt für die „Aufrechterhaltung der bisherigen Nutzung“ und grundsätzlich nicht bei Weitergabe an andere Besitzer. Ein solcher Erwerb wäre also zur Waffenaufbewahrung nicht geeignet.

Wie ist das nun konkret mit dem Vererben von Waffenschränken der Klassen A und B?

Waffenschränke der Klassen A und B gemäß VDMA 24992 dürfen zur Waffenaufbewahrung nicht vererbt werden und anschließend durch den oder die Erben nicht zur Waffenaufbewahrung (weiter-) genutzt werden.

Darf ein Familienmitglied, das nächstes Jahr den Jagdschein besteht und sich die erste Waffen zulegt, diese im vorhandenen legalen A- oder B-Schrank aufbewahren?

Ja, das ist erlaubt. Die gemeinsame Aufbewahrung in häuslicher Gemeinschaft ist bei der Weiternutzung von A- und B-Schränken erlaubt und selbst bei Versterben des heutigen Besitzers dürfen die späteren Mitaufbewahrer den Schrank weiternutzen.

Was muss ich tun, wenn der Waffenschrank zwar vor dem 6. Juli 2017 im Besitz war und genutzt wurde, aber bisher bei der Behörde noch nicht registriert ist?

Grundsätzlich besitzen die bisher rechtmäßig genutzten Waffenschränke Bestandsschutz. Man sollte nach Möglichkeit Belege (z. B. Kaufquittung) aufbewahren, um im Zweifelsfall belegen zu können, dass man den fraglichen Schrank bereits vor dem 6. Juli 2017 rechtmäßig genutzt hat. Eine weitere Möglichkeit ist auch, dies bei der Behörde anzuzeigen.

Was ist bei bestehenden Waffenräumen zu beachten?

Es gibt keine Änderungen. Ein bestehender, behördlich abgenommener Waffenraum behält seine Gültigkeit.

Was passiert, wenn ich Waffen falsch aufbewahre?

Es gibt keine Änderungen. Wenn Waffen unzulässig aufbewahrt werden und dadurch die Gefahr des Abhandenkommens geschaffen wird, ist dies - bei Vorsatz - ein Straftatbestand. Dies kann nach wie vor mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden. Besitzt jemand zum Beispiel mehrere Kurzwaffen, die ordnungsgemäß gelagert sind, hält jedoch eine Kurzwaffe zur Selbstverteidigung im Kleiderschrank zurück, so ist dies vorsätzlich unsachgemäße Lagerung.

Die fahrlässige Aufbewahrung ist kein Straftatbestand, sondern lediglich eine Ordnungswidrigkeit. Aber: Jeder der seine Waffen und Munition fehlerhaft aufbewahrt, riskiert seine waffenrechtliche Zuverlässigkeit zu verlieren.

Was passiert, wenn ich eine Patrone in der Jackentasche vergesse?

Die fahrlässige Aufbewahrung von Munition in einer Jackentasche ist zwar kein Straftatbestand, diese Fahrlässigkeit kann aber im Einzelfall auch zur waffenrechtlichen Unzuverlässigkeit führen.

Wie sieht es mit der Aufbewahrung von Munition und Waffen in der Jagdhütte aus?

Der bisher § 13 Abs. 6 der Allgemeinen Waffengesetzverordnung (AWaffV) wird inhaltlich unverändert zum § 13 Abs. 4 AWaffV: „In einem nicht dauernd bewohnten Gebäude dürfen nur bis zu drei Langwaffen, zu deren Erwerb und Besitz es einer Erlaubnis bedarf, aufbewahrt werden. Die Aufbewahrung darf nur in einem mindestens der Norm DIN/EN 1143-1 Widerstandsgrad I entsprechenden Sicherheitsbehältnis erfolgen. Die zuständige Behörde kann Abweichungen in Bezug auf die Art oder Anzahl der aufbewahrten Waffen oder das Sicherheitsbehältnis auf Antrag zulassen.“ Es ändert sich hier also nichts.

Was passiert bei Diebstahl Waffen und Munition in der Jagdhütte während der Nacht, wenn alle schlafen?

Wenn Waffen oder Munition abhanden gekommen sind, ist gemäß § 37 Abs. 2 WaffG unverzüglich (so schnell wie möglich) die zuständige Behörde hierüber zu unterrichten. Verspätete Anzeigen bedeuten eine Ordnungswidrigkeit.

Was ist bei einer Übernachtung in der Jagdhütte hinsichtlich Aufbewahrung von Waffen und Munition zu beachten (ein Waffenschrank ist in der Regel nicht vorhanden)?

Hier kann keine pauschale Aussage getroffen werden; es gilt der ehemalige § 13 Abs. 11 AWaffV, der jetzt weitestgehend unverändert zu Abs. 9 wird. Lediglich statt „Absätze 1 bis 8“ werden zukünftig „Absätze 1 und 2“ stehen: „Bei der vorübergehenden Aufbewahrung von Waffen im Sinne des Absatzes 1 Satz 1 oder des Absatzes 2 oder von Munition außerhalb der Wohnung, insbesondere im Zusammenhang mit der Jagd oder dem sportlichen Schießen, hat der Verpflichtete die Waffen oder Munition unter angemessener Aufsicht aufzubewahren oder durch sonstige erforderliche Vorkehrungen gegen Abhandenkommen oder unbefugte Ansichnahme zu sichern, wenn die Aufbewahrung gemäß den Anforderungen der Absätze 1 bis 8 nicht möglich ist.“

Schwerpunkt ist also die „angemessene Aufsicht“: Situationsbedingt muss alles vorgenommen werden, was sinnvoll möglich ist. In diesem Zusammenhang könnte das „Führen wesentlicher Teile“ helfen (siehe Frage "Inwieweit kann ich wesentliche Teile einer Waffe erlaubnisfrei führen?")

Welche Änderungen ergeben sich für die Aufbewahrung von Blankwaffen und erlaubnisfreien Waffen?

Für Blankwaffen und andere erlaubnisfreie Waffen, wie etwa Luftruckgewehre, ergeben sich keine Änderungen. Allerdings stellt der Gesetzgeber deutlicher als zuvor klar, dass auch freie Waffen vor dem Zugriff durch Unberechtigte geschützt und entsprechend gelagert werden müssen. Die Lagerung sollte mindestens in einem abschließbaren Holzschrank oder einem abschließbaren Raum - etwa Besenkammer - erfolgen. Auch eine abschließbare Wandvorrichtung - etwa für Degen oder Schwert - ist geeignet. Eine Armbrust muss verschlossen gelagert werden, ein Bogen hingegen ist laut Waffenrecht keine Waffe. Verschlossen und ungeladen müssen auch Gas- und Signalwaffen gelagert werden.

Gibt es Änderungen bezüglich des Waffentransportes?

Es gibt keine Änderungen bezüglich des Waffentransportes. Es gilt weiterhin: Auf dem Weg zum Jagdrevier darf die Waffe nicht schussbereit (ungeladen) frei geführt werden. Beim Transport - etwa zum Büchsenmacher oder zum Schießstand - darf die Waffe weder schussbereit noch zugriffsbereit sein und muss sich in einem verschlossenen Behältnis befinden. Für "nicht zugriffsbereit" gilt die Regel: Die Waffe darf nicht unmittelbar in Anschlag gebracht werden, also mit drei Handgriffen in drei Sekunden. Grundsätzlich empfehlenswert ist für den Transport ein separates Schloss am Waffenkoffer.

Bei einer kurzfristigen Lagerung der Waffe - etwa in Hotel oder Gaststätte - kann künftig ein wesentliches Teil der Waffe, wie das Schloss oder der Vorderschaft, erlaubnisfrei geführt werden. Die Vorteile: Wenn die Waffe abhanden kommt, ist sie nicht schießfähig. Potenzielle Diebe werden darüber hinaus durch eine unvollständige Waffe möglicherweise direkt abgeschreckt.

Wie erfolgt der Transport von Waffen und Munition zum Schießstand?

Waffen und Munition dürfen zum Schießstand nur „nicht schussbereit“ (Waffen müssen ungeladen sein) und „nicht zugriffsbereit“ transportiert werden. Nicht zugriffsbereit sind Waffen und Munition beispielsweise in einem verschlossenen Behältnis.

Wie erfolgt der Transport von Waffen und Munition zur Jagd? Was ist dabei genau zu beachten?

Auf dem Weg in das Jagdrevier entfällt die Verpflichtung, die Waffen „nicht zugriffsbereit“ zu führen, also der Transport im verschlossenen Behältnis. Die Waffen müssen lediglich ungeladen sein. Für den Transport der Munition gibt es keine weiteren Bestimmungen.

Wie erfolgt der Transport von Munition und Pulver für Wiederlader vom Büchsenmacher nach Hause?

Für den privaten Gebrauch können folgende Gesamtmengen, ohne die Voraussetzungen eines Gefahrguttransportes zu erfüllen, im PKW (nicht pro Person) transportiert werden: 3 Kilogramm Schwarzpulver oder 50 Kilogramm Munition (Bruttomasse). Der Transport hat in "handelsüblicher" Verpackung zu erfolgen.

Was ist, wenn ich Munition bei einem Händler bestelle und diese dann per DHL (oder ähnlich) geliefert wird. Bin ich für Missstände beim Transport verantwortlich?

Die Verantwortung für den ordnungsgemäßen Transport von Waffen und Munition trägt gemäß § 34 Abs. 1 S. 3 u. 4 der Versender: Werden sie zur gewerbsmäßigen Beförderung überlassen, müssen die ordnungsgemäße Beförderung sichergestellt und Vorkehrungen gegen ein Abhandenkommen getroffen sein. Munition darf gewerbsmäßig nur in verschlossenen Packungen überlassen werden.

Inwieweit kann ich wesentliche Teile einer Waffe erlaubnisfrei führen?

Bei Aufenthalt in Hotels oder Gasthöfen kann ein wesentliches Teil der Waffe, wie etwa das Schloss oder der Vorderschaft, erlaubnisfrei geführt werden. Bei Abhandenkommen der Waffe wäre diese nicht vollständig und somit nicht einsatzbereit. Dies zielt darauf ab, dass ein Dieb eine nicht schießfähige Waffe möglicherweise eher zurücklässt.

Welche neuen Besitzverbote gibt es?

Es gibt ein neues Besitzverbot ausschließlich für Hartkerngeschosse. Diese sind für Jäger nicht relevant, höchstens für Waffensammler. Hartkerngeschosse sind Geschosse mit einer Brinellhärte über 400HB. Bei Besitz von Hartkerngeschossen und -munitionriskiert der Legalwaffenbesitzer, seine waffenrechtliche Zuverlässigkeit zu verlieren.

Wie genau sieht die neue Amnestie-Regelung für illegale Waffen aus?

Ab dem 6. Juli 2017 ist die straffreie Abgabe verbotener Gegenstände - etwa Hartkerngeschosse - und nicht rechtmäßig besessener Waffen für ein Jahr bei der zuständigen Behörde möglich. Kriegswaffen und Kriegswaffenmunition, wie etwa Granatwerfer oder Granatwerfer-Munition, sind von der Amnestie ausgenommen.

In welchen Fällen ist eine Verfassungsschutzabfrage vor Erteilung einer waffenrechtlichen Erlaubnis notwendig?

Zwingend notwendig ist sie gar nicht. Lediglich bei Personen, die dem Verfassungsschutz als Gefährder bekannt sind, werden die Daten des nationalen Waffenregisters gegengeprüft und dann die Waffen- oder Jagdbehörde in Kenntnis gesetzt.


Änderung des Waffengesetzes tritt in Kraft 6/7/17

Ab 6. Juli 2017 sind neue Regelungen für die Aufbewahrung von Waffen gültig: Neue Waffenschränke müssen dann die Sicherheitsstufe 0 oder 1 aufweisen, für A- und B-Schränke in Gebrauch gilt allerdings ein unbeschränkter Bestandsschutz. Die fahrlässige Aufbewahrung von Munition in der Jackentasche ist zwar lediglich eine Ordnungswidrigkeit, aber die Unzuverlässigkeit droht.

(Berlin, 05. Juli 2017) Das geänderte Waffengesetz tritt am 6. Juli 2017 in Kraft. Die Änderung des Waffengesetzes beinhaltet für Jäger hauptsächlich Änderungen zur Aufbewahrung. Schränke der Stufe A und B nach VDMA-Bauartbeschreibung sind ab jetzt beim Neukauf für die Aufbewahrung von erlaubnispflichtigen Waffen nicht mehr erlaubt. Für bereits registrierte A- und B-Schränke gilt allerdings ein unbeschränkter Bestandsschutz. Neu erworbene Standardschränke müssen ab sofort die Sfufe 0 oder 1 aufweisen, die mindestens der Norm DIN/EN 1143-1 entspricht. Der DJV hat mit Frank Göpper, Geschäftsführer des Forum Waffenrechts über die Details des geänderten Waffengesetzes gesprochen.

DJV: Was ändert sich konkret für Jäger durch die Änderungen des §13 WaffG?

Frank Göpper: Jäger müssen nun den Erwerb einer Waffe – egal ob auf Jagdschein oder Waffenbesitzkarte (WBK) – innerhalb von zwei Wochen bei den Behörden melden. Zuvor hatten Jäger bei dem Erwerb auf Jagdschein vier Wochen Zeit.

Welche Änderungen ergeben sich für die Aufbewahrung von Schusswaffen?

Der Neukauf von Schränken der Stufe A und B nach VDMA-Bauartbeschreibung für die Aufbewahrung von erlaubnispflichtigen Schusswaffen – also auch Jagdwaffen – ist ab dem 6. Juli nicht mehr zulässig. Ab dem 6. Juli können Jäger für die Aufbewahrung ihrer Schusswaffen und Munition bei der Behörde nur noch Waffenschränke registrieren lassen, die mindestens der Norm DIN/EN 1143-1 (Stufe 0 oder 1) entsprechen.

Für Waffenschränke ab Stufe 0 gilt weiterhin: Waffen und Munition müssen nicht getrennt aufbewahrt werden. Der Gesetzgeber hat nun klargestellt, dass Waffen nur ungeladen gelagert werden dürfen, eine Reaktion auf die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichtes.

Was passiert mit A- und B-Schränken, die vor Inkrafttreten des neuen Waffengesetzes erworben und von der Behörde eingetragen wurden?

Für A- und B-Schränke gilt der Bestandsschutz. Sie können weiterhin unbeschränkt benutzt werden. Der jetzige Besitzer kann auch weitere Waffen hinzukaufen und diese in den bestehenden Schränken lagern. Wenn der Schrank nach den gesetzlichen Regelungen voll ist muss bei Neukauf mindestens ein Schrank der Stufe 0 erworben werden.

Folgende Lagerkapazitäten gelten für Schränke mit Bestandsschutz: Im A-Schrank dürfen bis zu 10 Langwaffen gelagert werden. Beim B-Schrank gibt es keine Begrenzung für Langwaffen. Ein B-Schrank unter 200 Kilogramm Gewicht darf zudem 5 Kurzwaffen enthalten, ab 200 Kilogramm Gewicht 10 Kurzwaffen. Ist der B-Schrank weniger als 200 Kilogramm schwer, jedoch fest verankert, darf er auch 10 Kurzwaffen enthalten.

Welche Änderungen ergeben sich für die Aufbewahrung von Blankwaffen und erlaubnisfreien Waffen?

Für Blankwaffen und andere erlaubnisfreie Waffen, wie etwa Luftdruckgewehre, ergeben sich keine Änderungen. Allerdings stellt der Gesetzgeber deutlicher als zuvor klar, dass auch freie Waffen vor dem Zugriff durch Unberechtigte geschützt und entsprechend gelagert werden müssen. Die Lagerung sollte mindestens in einem abschließbaren Holzschrank oder einem abschließbaren Raum – etwa Besenkammer – erfolgen. Auch eine abschließbare Wandvorrichtung – etwa für Degen oder Schwert – ist geeignet. Eine Armbrust muss verschlossen gelagert werden, ein Bogen hingegen ist laut Waffenrecht keine Waffe. Verschlossen und zudem ungeladen müssen Gas- und Signalwaffen gelagert werden.

Gibt es Änderungen bezüglich des Waffentransportes?

Es gibt keine Änderungen bezüglich des Waffentransportes. Es gilt weiterhin: Auf dem Weg zum Jagdrevier darf die Waffe nicht schussbereit (ungeladen) frei geführt werden. Beim Transport – etwa zum Büchsenmacher oder zum Schießstand – darf die Waffe weder schussbereit noch zugriffsbereit sein. Für "nicht zugriffsbereit" gilt die Regel: Die Waffe darf nicht unmittelbar in Anschlag gebracht werden, also mit drei Handgriffen in drei Sekunden. Nicht zugriffsbereit ist die Waffe, wenn sie in einem verschlossenen Behältnis mitgeführt wird.

Inwieweit kann ich wesentliche Teile einer Waffe erlaubnisfrei führen, etwa im Hotel?

Bei einer kurzfristigen Lagerung der Waffe – etwa in Hotel oder Gaststätte – kann künftig ein wesentliches Teil der Waffe, zum Beispiel Schloss oder Vorderschaft, entfernt und erlaubnisfrei geführt werden. Also in die Jackentasche gesteckt werden. Weitere Vorteile: Wenn die Waffe abhanden kommt, ist sie nicht schießfähig. Potenzielle Diebe werden darüber hinaus durch eine unvollständige Waffe möglicherweise direkt abgeschreckt.

Was ist bei bestehenden Waffenräumen zu beachten?

Es gibt keine Änderungen. Ein bestehender, behördlich abgenommener Waffenraum behält seine Gültigkeit.

Was passiert, wenn ich Waffen falsch aufbewahre?

Es gibt keine Änderungen. Wenn Waffen unzulässig aufbewahrt werden und dadurch die Gefahr des Abhandenkommens geschaffen wird, ist dies – bei Vorsatz – ein Straftatbestand. Dies kann nach wie vor mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden. Besitzt jemand zum Beispiel mehrere Kurzwaffen, die ordnungsgemäß gelagert sind, hält jedoch eine Kurzwaffe zur Selbstverteidigung im Kleiderschrank zurück, so ist dies vorsätzlich unsachgemäße Lagerung.

Die fahrlässig falsche Aufbewahrung ist kein Straftatbestand, sondern lediglich eine Ordnungswidrigkeit. Aber: Jeder der Waffen und Munition fehlerhaft aufbewahrt, riskiert seine waffenrechtliche Zuverlässigkeit zu verlieren.

Was passiert, wenn ich eine Patrone in der Jackentasche vergesse?

Die fahrlässige Aufbewahrung von Munition in einer Jackentasche ist zwar kein Straftatbestand, diese Fahrlässigkeit kann aber im Einzelfall auch zur waffenrechtlichen Unzuverlässigkeit führen.

Welche neuen Besitzverbote gibt es?

Es gibt ein neues Besitzverbot ausschließlich für Hartkerngeschosse. Diese sind für Jäger nicht relevant, höchstens für Waffensammler. Hartkerngeschosse sind Geschosse mit einer Brinellhärte über 400HB. Bei Besitz von Hartkerngeschossen und -munition riskiert der Legalwaffenbesitzer, seine waffenrechtliche Zuverlässigkeit zu verlieren.

Wie genau sieht die neue Amnestie-Regelung für illegale Waffen aus?

Ab dem 6. Juli 2017 ist die straffreie Abgabe verbotener Gegenstände – etwa Hartkerngeschosse – und nicht rechtmäßig besessener Waffen für ein Jahr bei der zuständigen Behörde möglich. Kriegswaffen und Kriegswaffenmunition, wie etwa Granatwerfer oder Granatwerfermunition, sind von der Amnestie ausgenommen.

In welchen Fällen ist eine Verfassungsschutzabfrage vor Erteilung einer waffenrechtlichen Erlaubnis notwendig?

Zwingend notwendig ist sie gar nicht. Lediglich bei Personen, die dem Verfassungsschutz als Gefährder bekannt sind, werden die Daten des nationalen Waffenregisters gegengeprüft und dann die Waffen- oder Jagdbehörde in Kenntnis gesetzt.

 


Besseres Management invasiver Arten beschlossen 1/7/17

Der Bundestag hat heute Nacht Änderungen von Bundesnatur- und Bundesjagdgesetz beschlossen, um invasive Arten gemäß EU-Vorgaben einzudämmen. Revierinhaber sind erste Ansprechpartner für die Umsetzung dieser öffentlichen Aufgabe. In Kürze ergänzt die EU ihre verbindliche Liste gebietsfremder Arten um Bisam, Marderhund und Nilgans.

(Berlin, 30. Juni 2017) Der Bundestag hat heute Nacht Änderungen von Bundesnaturschutz- und Bundesjagdgesetz beschlossen, mit denen Vorgaben aus der EU-Verordnung zu invasiven gebietsfremden Arten umgesetzt werden sollen. Ziel ist es, deren weitere Ausbreitung einzudämmen. Es wird gesetzlich klargestellt, dass Maßnahmen mit jagdlichen Mitteln im Einvernehmen mit dem Jagdausübungsberechtigten durchgeführt werden müssen. Der DJV begrüßt diese praxisgerechte Umsetzung: So wird sichergestellt, dass sich die Naturschutzbehörde mit dem Jagdausübungsberechtigten abstimmen muss, er bleibt erster Ansprechpartner im Revier, wenn es um die Eindämmung von Waschbär, Marderund und Co. geht. "Die jetzt beschlossenen Regelungen schaffen einen angemessenen Ausgleich zwischen der öffentlichen Aufgabe des Managements, den Fach- und Revierkenntnissen der Jäger vor Ort sowie ihren berechtigten Anliegen", sagte Professor Jürgen Ellenberger, Präsidiumsmitglied des Deutschen Jagdverbands (DJV). Weitergehende Eingriffe, die das Bundesumweltministerium vorgeschlagen hatte, konnten abgewendet werden.

Die Regelungen betreffen in erste Linie Änderungen im Bundesnaturschutzgesetz, mit denen Behördenbefugnisse und Verfahren geregelt werden. Darüber hinaus gibt es beispielsweise für Zoos und private Tierhaltung künftig Besitz- und Vermarktungsbeschränkungen. Außerdem wird im Bundesjagdgesetz ein neuer § 28a eingeführt, der regelt, wie die Verordnung bei jagdbaren Arten umgesetzt werden soll, nämlich durch die Jagdbehörden nach Abstimmung mit dem Revierinhaber. Der DJV hatte sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass in erster Linie die Revierinhaber für die Umsetzung der Maßnahmen gegen invasive Arten zuständig sind und nur subsidiär die Behörden.

EU erweitert Katalog der invasiven Arten

In Kürze wird die EU die im August 2016 in Kraft getretene "Unionsliste" invasiver Arten, bei denen besonderer Handlungsbedarf besteht, um neun Pflanzen- und drei Tierarten erweitern. Marderhund, Bisam und Nilgans sollen künftig auch unter die Regelungen der EU-Verordnung fallen. Damit sind die Mitgliedsstaaten verpflichtet, die weitere Ausbreitung dieser Arten möglichst zu stoppen.

Der DJV begrüßt die Ergänzung der EU-Liste, hatte er sich doch auf nationaler Ebene in den entsprechenden Fachgremien des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) stets für die Aufnahme der Arten ausgesprochen. Dabei stützt sich der DJV auf die Ergebnisse langjähriger Erhebungen im Rahmen seines Monitoringprogramms WILD (Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands). Den genannten invasiven Arten kommt bei den bundesweiten Erfassungen eine besondere Bedeutung zu, da sie sich immer weiter ausbreiten und aus Gründen des Natur- und Artenschutzes entsprechend bejagt werden müssen.

Tierschutz nicht verhandelbar

Der DJV betont, dass auch bei Managementmaßnahmen gemäß EU-Verordnung der Tierschutz nicht auf der Strecke bleiben darf - ganz so wie es auch die Verordnung selbst vorsieht. Das schließt laut DJV eine Bekämpfung mit allen Mitteln aus . Andererseits müssten Beschränkungen bei der Jagd in Schutzgebieten und bei den Jagdzeiten aufgehoben werden . "Ich halte die Schonzeit für den Waschbär, wie sie zum Beispiel in Hessen 2015 beschlossen wurde, nicht nur für europarechtswidrig, sondern auch für ökologisch fahrlässig", sagte Professor Ellenberger.

Felle nachhaltig nutzen

Der DJV setzt sich mit dem Projekt "Fellwechsel" für eine bessere Verwertung von tierschutzgerecht gewonnenen Fellen aus nachhaltiger Jagd und Artenschutzprojekten ein. Gerade in Schutzgebieten wurde bislang häufig die Raubwildbejagung vernachlässigt - mit unbeabsichtigten aber vorhersehbaren Folgen gerade für schutzbedürftige bodenbrütende Vogelarten. Fellwechsel ist ein Angebot an den Natur- und Artenschutz, das Thema konsumtive Nutzung ernst zu nehmen und Produkte mit hervorragender Ökobilanz zu erzeugen. „Fell statt Faserpelz“ ist ökologisch betrachtet die eindeutig bessere Wahl.
 

 

Invasive Arten wie der Waschbär breiten sich immer weiter aus und müssen aus Gründen des Natur- und Artenschutzes entsprechend bejagt werden. WILD (Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands) erfasst seit Jahren Bestände und Vorkommen vieler Wildtierarten.
Quelle: Seifert

Jäger verabschieden Grundsatzposition Jagd 30/6/17

Die Delegierten des Bundesjägertags 2017 haben einstimmig eine Grundsatzposition Jagd verabschiedet. Auch zur Zukunft des Monitoring-Programms WILD und zur Fellwechsel GmbH wurden Beschlüsse gefasst. Auf der abschließenden Podiumsdiskussion haben Politiker im Hinblick auf die Bundestagswahl ihre Positionen dargelegt.

(Berlin, 29. Juni 2017) Die rund 250 Delegierten haben auf dem Bundesjägertag in Rostock-Warnemünde eine umfassende Grundsatzposition Jagd einstimmig beschlossen. Diese befasst sich mit grundlegenden Fragen, unter anderem mit dem Verhältnis von Jagd zu Tierschutz, mit Eigentum, Ausbildung, traditionellen Grundlagen der Jagd und mit Einzelfragen wie dem Umgang mit invasiven Arten, Jagdhunden und Wildschäden. Das Papier wurde in einem langen Diskussionsprozess innerhalb des Verbandes entwickelt, in den auch die Organisationen auf Kreisebene einbezogen waren.

Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt des Bundesjägertages 2017 war die Weiterentwicklung des WILD-Monitorings. Ein entsprechender Beschluss sieht vor, dass der DJV das Programm auf Bundesebene weiter ausbaut, da nur langfristige Datenreihen belastbar sind in der politischen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskussion. Maßnahmen sollen entwickelt werden, um Jäger weiterhin für die anspruchsvolle Datenerhebung zu begeistern. Die Landesjagdverbände sind aufgerufen, den Aufbau staatlicher Monitoringsysteme kritisch zu begleiten und inhaltlich mitzugestalten. "Wir dürfen uns das Heft des Handelns nicht aus der Hand nehmen lassen. Es geht um nicht weniger als die Deutungshoheit für die künftige Ausrichtung der Jagd. Dafür benötigen wir fundierte Zahlen", betonte DJV-Vizepräsident Dr. Volker Böhning. Die Delegierten haben den entsprechenden Beschluss einstimmig gefasst, der einen Tag zuvor in einem Workshop von rund 100 Teilnehmern erarbeitet wurde.

Die Delegierten haben ebenfalls einstimmig einen Beschluss zur nachhaltigen Nutzung von Fellen aus heimischer Jagd gefasst. Darin bekennen sich die Jäger zur regionalen, nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen für die Fertigung ökologisch hochwertiger Pelzprodukte. Die Abbalgstation für das Projekt Fellwechsel soll bereits in der kommenden Wintersaison ihren Betrieb aufnehmen. Felle von Raubsäugern aus heimischer Jagd sollen dort verarbeitet werden, Ziel ist deren lückenlose Rückverfolgbarkeit.

Im Hinblick auf die Umsetzung der EU-Verordnung zu invasiven Arten wie Waschbär und Marderhund fordern die Delegierten eine finanzielle Unterstützung von der Politik, etwa für Kühltruhen oder Fanggeräte, da mit dem Projekt Fellwechsel umweltpolitische Ziele maßgeblich unterstützt werden.

Weitere Forderungen an die Adresse der Volksvertreter: eine Aufhebung sämtlicher Einschränkungen für die Bau- und Fangjagd sowie ein klares Bekenntnis zur Fellnutzung aus nachhaltiger Jagd. "Jeder Jäger ist angesprochen, mitzumachen. Raubsäuger bejagen und hochwertige Felle liefern, dass ist Artenschutz mit Mehrwert. Durch die lückenlose Nachverfolgbarkeit der Felle haben wir als Jäger ein Alleinstellungsmerkmal, das wir nutzen müssen", sagte DJV-Präsidiumsmitglied Dr. Jörg Friedmann. "Fellwechsel ist ein Angebot an den Natur- und Artenschutz, das Thema konsumtive Nutzung ernst zu nehmen und Produkte mit hervorragender Ökobilanz zu erzeugen."

Die Politik müsse sich zu diesem nachhaltigen Ansatz bekennen und dürfe nicht Tierrechtlern auf den Leim gehen, die dem Verbraucher weis machen wollen, dass Pelz per se schlecht sei. "Wir Jäger lehnen tierschutzwidrige Zustände ab, wie sie teilweise in der asiatischen Pelzproduktion herrschen", so Dr. Friedmann. Diese hätten aber nichts gemein mit Fellen aus der heimischen Jagd. Zudem sei "Fell statt Faserpelz", ökologisch betrachtet, die eindeutig bessere Wahl.

Weitere Infos:

Download "Grundsatzposition Jagd"

Download "Projekt WILD Beschluss"

Download "Projekt Fellwechsel Beschluss"


Afrikanische Schweinepest erreicht Tschechien 28/6/17

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet von den ersten beiden Fällen der Afrikanischen Schweinepest in der Tschechischen Republik. Entdeckt wurden zwei infizierte Schweine. Der nächstgelegene Fundort ist 400 Kilometer entfernt in der Ukraine. Der DJV bittet Jäger in Deutschland um erhöhte Aufmerksamkeit.

(Berlin, 28. Juni 2017) Nach Angaben der internationalen Nachrichtenagentur Reuters wurden kürzlich zwei Wildschweine etwa 300 Kilometer südöstlich von Prag entdeckt, die an der Afrikanischen Schweinepest (ASP) gestorben waren. Damit ist die Afrikanische Schweinepest nur noch rund 300 Kilometer Luftlinie von der deutschen Grenze entfernt. Wie das Virus dorthin gelangt ist, bleibt unklar. Der räumlich nächstgelegene Nachweis liegt 400 Kilometer entfernt in der Ukraine. In der Slowakei, dem östlichen Nachbarn auf dem Weg in die Ukraine, wurde bisher kein ASP-Ausbruch gemeldet.

Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA geht davon aus, dass sich das Virus in der Natur etwa einen Kilometer pro Monat ausbreitet. Ein besonders großes Risiko stellt die Verschleppung des Virus durch den Menschen dar. Nach Auskunft des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI) reicht im ungünstigen Fall bereits ein achtlos weggeworfenes Wurstbrot aus, um das Virus auf Wild- und Hausschweine zu übertragen. Reisende aus dem Baltikum, Russland, Weißrussland, Ukraine, Polen und Tschechien sollten Lebensmittel, die Teile von Haus- oder Wildschwein enthalten, nicht einführen. Auch Jagdtrophäen vom Wildschwein aus den betroffenen Regionen können ein Einschleppungsrisiko darstellen.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) appelliert an alle Jägerinnen und Jäger in Deutschland, in Alarmbereitschaft zu sein. „Bei Auffälligkeiten im eigenen Revier sollte unverzüglich das Veterinäramt informiert werden“, sagt DJV-Vizepräsident und Veterinär Dr. Wolfgang Bethe. „Das Virus ist hoch ansteckend und für Schweine tödlich. Daher sollten alle Restriktionen, die eine effektive und flächendeckende Schwarzwildbejagung in Deutschland unterbinden, wie etwa die Jagdruhe in Schutzgebieten, aus dem Weg geräumt werden.“ Bei dem hohen Bestand an Hausschweinen in Deutschland dürfe man die Seuche nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Laut FLI führt die ASP-Infektion bei europäischem Schwarzwild zu sehr schweren, aber unspezifischen Allgemeinsymptomen wie Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen und Atemproblemen. Durchfall und Blutungsneigung (Nasenbluten, blutiger Durchfall, Hautblutungen) können ebenfalls auftreten. Erkrankte Tiere zeigen mitunter eine verringerte Fluchtbereitschaft („Liegenbleiben in der Suhle“) oder andere Auffälligkeiten wie Bewegungsunlust und Desorientiertheit. Die Erkrankung betrifft alle Altersklassen und Geschlechter gleichermaßen und führt in nahezu allen Fällen etwa innerhalb einer Woche zum Tod des Tieres. Beim Aufbrechen vermeintlich gesunder Tiere sollte grundsätzlich auf vergrößerte, „blutige“ Lymphknoten, eine vergrößerte Milz und feine, punkt- oder flächenförmige Blutungen in den Organen, der Haut oder Unterhaut geachtet werden. Die Lunge und die Atemwege sind häufig mit Schaum gefüllt.

 

Auch eine verringerte Fluchtbereitschaft kann bei Wildschweinen Anzeichen für die afrikanische Schweinepest (ASP) sein.
Quelle: Rolfes/DJV

Verstehen, Mitreden, Mitgestalten 27/6/17

Jagdgesetz, Wildbret und ein Jubiläum: Die Fülle und Notwendigkeit der Verbandsarbeit dokumentiert der aktuelle Jahresbericht des Deutschen Jagdverbandes.

(Berlin, 27. Juni 2017) Für Jäger gehört Wildbret zum Alltag, auch im­mer mehr Verbraucher schätzen Wildfleisch als gesundes und natürliches Lebensmittel. Das zeigt die bundesweite Testphase von „Wild auf Wild“. Die Kam­pagne des Deutschen Jagdverbandes (DJV), die sich mit vielen Aktionsmitteln an Jäger und Verbraucher richtet, ist ein Schwerpunkt im aktuellen DJV-Verbandsbericht (S. 24 ff.). Beides wurde auf dem Bundesjägertag 2017 in Rostock-Warnemünde am vergangenen Freitag vorgestellt.

Weitere Schwerpunkte im Heft sind das Jubiläum der Jägerinitiative Lernort Natur, deren 25-jähriges Bestehen 2016 mit vielen Aktionen und einer Sonderbroschüre gewürdigt wurde (S. 28 ff), sowie der Bericht über das Leuchtturmprojekt „Holsteiner Lebensraumkorridore“. Im März hatte der DJV eine Fachtagung durchgeführt, um Ergebnisse und notwendige Maßnahmen für die Wiedervernetzung von Lebensräumen zu kommunizieren.

Der 82-seitige Verbandsbericht informiert zudem über Themen, die den DJV im vergangenen Jagdjahr auf politischer Ebene beschäftigt haben: die Änderungen des Bundesjagdgesetzes wegen halbautomatischer Waffen, der EU-Feuerwaffenrichtlinie und des Waffengesetzes (S. 34 ff.), die EU-Verordnung zu invasiven Arten und die Sozialwahl 2017. Weiterhin dokumentiert der Bericht die Arbeit am Wildtier-Monitoring des Verbandes, dem Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD), und stellt das Tierfundkataster vor (S. 39 ff). Wichtige Ereignisse für Verband und Jägerschaft sind unter „Schlaglichter“ zusammengefasst.

Lesenswert sind zudem Zahlen, Daten und Fakten zur Jagd und zum Verband sowie die Übersicht über laufende Projekte. Auf nahezu allen Seiten weisen Links auf Filme, Bildergalerien, Bestellmöglichkeiten oder zusätzliche Informationen hin.

Der DJV-Verbandsbericht dokumentiert die Höhepunkte des Jagdjahres 2016/17 und gibt Auskunft über die Arbeit des Dachverbandes der Jäger. Es gibt ihn auf www.jagdverband.de/content/verbandsberichte als leseoptimiertes PDF oder zum Herunterladen. Druckexemplare können gegen eine Schutzgebühr von 2,50 Euro bei der DJV-Service GmbH bestellt werden:

Kontakt:

DJV-Service GmbH
Friesdorfer Straße 194a
53175 Bonn
(02 28) 38 72 90-0
info@djv-service.de


Marderhund erobert Mecklenburg-Vorpommern 25/6/17

Auf ihrer Bundesdelegiertenversammlung in Rostock-Warnemünde haben Jäger neue Zahlen zur Ausbreitung des Marderhundes vorgelegt: In Mecklenburg-Vorpommern wurde er bereits in 92 Prozent der Reviere nachgewiesen. Der bundesweite Spitzenwert. Das Monitoring-Programm WILD soll ab 2019 ausgebaut werden, Jäger fordern Unterstützung mit öffentlichen Mitteln.

(Rostock-Warnemünde/Berlin, 23. Juni 2017) Auf dem Bundesjägertag in Rostock-Warnemünde hat der Deutsche Jagdverband (DJV) heute aktuelle Monitoring-Daten der Jäger vorgestellt. Demnach ist Mecklenburg-Vorpommern mit großem Abstand das Bundesland mit der größten Verbreitung des Marderhundes. Die gebietsfremde, ursprünglich aus China stammende Art haben Jäger 2015 in 92 Prozent der Reviere nachgewiesen. Das sind 3 Prozent mehr als 2006. Bundesweit gesehen kommt der Marderhund in 26 Prozent der Reviere vor. Ausgewertet haben Wissenschaftler von Jägern erfasste Daten aus 24.000 Revieren - das sind 40 Prozent der Fläche Deutschlands.

"Jäger liefern seit 15 Jahren einzigartige Daten, unter anderem zu Marderhund und Waschbär. Diese helfen, Ausbreitung und Einfluss von invasiven Arten bundesweit zu bewerten und sind wichtig für den Artenschutz", sagte DJV-Vizepräsident Dr. Volker Böhning. Das WILD-Monitoring sei im öffentlichen Interesse und müsse deshalb mit öffentlichen Mitteln gefördert werden. Die Delegierten haben heute auf dem Bundesjägertag vorgelegt: einstimmig haben sie den Ausbau des bundesweiten Monitorings ab 2019 beschlossen.  

Großes Potenzial sehen Jäger im neu eingerichteten Tierfund-Kataster (www.tierfund-kataster.de) unter dem Dach von WILD, bei dem jeder mit Smartphone und Computer mitmachen kann: Es ermöglicht erstmals eine einheitliche Erfassung von Wildunfällen und damit die Entschärfung von Schwerpunkten. Die Polizei erfasst lediglich ein Prozent der Wildunfälle, und zwar die mit Personenschäden. Das Tierfund-Kataster wurde 2011 vom Landesjagdverband Schleswig-Holstein online geschaltet und umfasst inzwischen insgesamt knapp 40.000 Datensätze von Tierfunden bundesweit.

Den Marderhund haben Jäger 2015 in 92 Prozent der Reviere nachgewiesen. Das sind 3 Prozent mehr als 2006.
Grafik: DJV
Aufgrund seiner enormen Anpassungsfähigkeit kann sich der Marderhund die verschiedensten Lebensräume in relativ kurzer Zeit erschließen.
Foto: Mross/DJV

Wildfleisch liegt im Trend 24/6/17

Ein Zehntel des Wildbrets von Reh, Hirsch und Wildschwein kommt aus Mecklenburg-Vorpommern, beim Damwild sind es sogar 20 Prozent. Laut aktueller Umfrage essen inzwischen 6 von 10 Deutschen Wildfleisch – ein Viertel mehr als 2008. Mit der Kampagne "Wild auf Wild" will der DJV jetzt Appetit machen auf Wildes vom Grill.

(Rostock-Warnemünde/Berlin, 23. Juni 2017) In Mecklenburg-Vorpommern sind lediglich 3 Prozent der bundesweit 381.800 Jäger gemeldet, sie liefern allerdings knapp ein Zehntel des gesamten Wildbrets. Beim Damwild sind es sogar 20 Prozent. Von Reh, Wildschwein und Hirsch haben die Jäger in Mecklenburg-Vorpommern etwa 2.500 Tonnen Wildbret geliefert. Dies geht aus der aktuellen Jagdstatistik für das Jagdjahr 2015/16 hervor, die der Deutsche Jagdverband (DJV) anlässlich des Bundesjägertags in Rostock-Warnemünde ausgewertet hat. Die Beliebtheit von Wild aus der Region ist bundesweit angestiegen, wie eine aktuelle Umfrage zeigt: 60 Prozent der Deutschen essen zwischenzeitlich mindestens einmal im Jahr Wildfleisch. Das sind 25 Prozent mehr als 2008.

Hochsaison hat Wild aus der Region traditionell im Winter. Mit der Kampagne „Wild auf Wild“, die heute auf dem Bundesjägertag offiziell vorgestellt wurde, will der DJV unter anderem zeigen, dass Fleisch von Wildschwein, Fasan oder Hase auch ideal für die Grillsaison geeignet ist. Dazu hat der Verband eine Broschüre mit Wild-Rezepten herausgebracht – vom Burger über Würstchen und Spareribs bis zu Pulled Pork. Auf der Internetseite www.wild-auf-wild.de gibt es weitere Rezepte für die moderne Küche rund ums Jahr, darunter zwei Dutzend in den Rubriken „Wilde Sommerküche“ und „Grill-Spezial“. Über eine Postleitzahlensuche können Verbraucher zudem unter bundesweit 3.000 Einträgen Wild-Restaurants oder Wildbret-Anbieter in der Nähe finden.

Die neue Rezeptbroschüre „Aus dem Wald auf den Grill“ sowie weitere Broschüren, Rezeptkarten und Aktionsmittel gibt es im DJV-Shop: https://djv-shop.de

Ist das Küken glücklich, wenn der Fuchs es frisst? 23/6/17

PETA protestiert wieder gegen die Jagd: Weil alle Lebewesen ein Recht auf Leben haben und nach Glück streben sollen. Und um Spenden zu sammeln. Der DJV stellt in Frage, ob Beutetiere glücklich sind, wenn sie gefressen werden. Jagd auf Fuchs und Waschbär dient dem Artenschutz. Eine Umprogrammierung von Fleisch- zu Pflanzenfressern zum Wohle der Tierwelt hält der DJV für Unsinn.

(Berlin/Rostock-Warnemünde, 22. Juni 2017) „Eine Ratte ist ein Schwein ist ein Hund ist ein Mensch“: Die Gründerin der Tierrechtsorganisation PETA, Ingrid Newkirk, hat diesen Satz geprägt. Dahinter steht der Gedanke, dass jedes empfindungsfähige Wesen ein Recht auf Leben, Freiheit und das Streben nach Glück hat. Aus diesem Verständnis heraus protestieren Anhänger der Tierrechtsszene nicht nur gegen Jagd, sondern in letzter Konsequenz auch gegen Schädlingsbekämpfung und sogar Haustiere. Die philosophische Theorie vom allgemeinen Glücksempfinden besteht allerdings nicht den Härtetest im wahren Leben und führt Anti-Jagd-Proteste von PETA ad absurdum, meint der Deutsche Jagdverband (DJV): Der Waschbär mag Glück empfinden, wenn er vom Hunger getrieben eine seltene Rotbauchunke verstümmelt. Ebenso der Fuchs, der ein Küken der bedrohten Trauerseeschwalbe bei lebendigem Leibe frisst. Aber wie viel Glück empfinden dabei die Beutetiere?

Der DJV warnt, dass dieses Alle-sollen-glücklich-sein-Konzept zwar geeignet ist, ahnungslosen Menschen Spenden zu entlocken. Für den Artenschutz wäre es katastrophal. Anpassungsfähige Arten wie Fuchs, Marderhund oder Waschbär bedrängen spezialisierte Arten wie Kiebitz, Großtrappe oder Sumpfschildkröte. „Es gilt nach wie vor die alte Regel ‚fressen und gefressen werden‘ – wobei die Beutetiere dabei zumeist weniger Glück empfinden“, sagte DJV-Präsident Hartwig Fischer am Rande des Bundesjägertages. Deutschland habe sich vertraglich zum Erhalt der Vielfalt der Arten verpflichtet, dafür gebe es drei Stellschrauben: Klimawandel bremsen, Lebensraum verbessern und Fressfeinde reduzieren.

Die Intensivierung der Bejagung anpassungsfähiger Fleischfresser ist dringend notwendig zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Dank erfolgreicher Tollwutimpfung hat beispielsweise der Fuchs seine Bestände in Deutschland in 30 Jahren verdreifacht. Den aus Nordamerika stammenden Waschbär hat die Europäische Union mittlerweile auf die Liste der invasiven Arten gesetzt, einher geht damit die Aufgabe für Deutschland, dessen Bestand zu reduzieren. Der Waschbär kommt derzeit in 43 Prozent der Reviere Deutschlands vor. Die Zahl der erlegten Tiere stieg von 3.500 (1996) auf 128.100 (2016). Besonders effektiv für die Jagd auf die dämmerungs- und nachtaktiven Raubsäuger ist die Fangjagd.

PETA unterstellt Jägern allerdings, dass der Einsatz von Fanggeräten grausam sei. Dies ist schlicht falsch. Tierschutz hat einen hohen Stellenwert in der Ausübung einer ordnungsgemäßen Jagd. Die in Deutschland gängigsten Fallentypen hat der DJV erfolgreich nach internationalen Normen für eine humane Fangjagd (Agreement on International Humane Trapping Standards – AIHTS) prüfen lassen. Dazu gehören die Betonwipprohrfalle oder die Strack’sche Holzkastenfalle. Erfolgreich AIHTS-geprüft sind ebenfalls Totfangfallen, wie Eiabzugseisen oder „Kleiner Schwanenhals“, die auf DJV-Initiative in Kanada getestet wurden.

Die Tierechtsszene hat übrigens jetzt eine neue fabelhafte Idee, um das Dilemma ihrer eigenen Existenzgrundlage zu lösen und allen Tieren das Streben nach Glück zu ermöglichen: Jetzt sollen Raubtiere genetisch umprogrammiert werden, damit sie gänzlich auf Fleisch verzichten. Der Wolf soll also künftig friedlich neben dem Schaf auf der Wiese weiden. „Paradise Engineering“ nennt David Pearce dieses Konzept gegen „Wildtierleid“.

In den vergangenen 30 Jahren hat sich die Fuchspopulation in Deutschland verdreifacht.

"Allein für diesen Moment lohnt sich die Organisation" 19/6/17

Unschlagbar: Die Bläser aus Alsdorf-Hachenburg (Rheinland-Pfalz) verteidigen ihren Titel beim Bundesbläserwettbewerb des Deutschen Jagdverbandes. Für einen Gänsehautmoment sorgt das gemeinsame Abschlussblasen mit hunderten Instrumenten.

(Berlin, 15. Juni 2017) Der neue DJV-Bundesmeister im Jagdhornblasen in der Klasse Es (Parforce-Horn) kommt aus Alsdorf-Hachenburg (Rheinland-Pfalz). Die Bläser verteidigten am vergangenen Samstag auf dem Bundesbläserwettbewerb des Deutschen Jagdverbandes (DJV) ihren Titel von 2015 mit 837 von 855 möglichen Punkten. Die Veranstaltung fand bei sommerlichen Temperaturen im Schlosspark des Jagdschlosses Kranichstein Nahe Darmstadt (Hessen) statt. Den zweiten Platz erreichte der Kreisjagdverein Groß-Gerau (Hessen), gefolgt von den Jagdhornbläsern Mildetal-Gardelegen (Sachsen-Anhalt).

Am Sonntag konnte sich die Bläsergruppe Hameln-Pyrmont (Niedersachsen) mit 967 Punkten an die Spitze der Klasse A (Fürst-Pless-Horn) setzen. Den zweiten Platz belegte die Jagdhornbläsergruppe „Das Große Freie“ ebenfalls aus Niedersachsen, gefolgt von den Bläsern des Kreisjagdvereins Gelnhausen (Hessen). In der gemischten Klasse G (Parforce- und Fürst-Pless-Hörner) führte die Gruppe „Holm Überläufer“ aus Schleswig-Holstein mit 970 von 975 möglichen Punkten vor der Konkurrenz. Die Bläser der Kreisjägerschaft Krefeld (Nordrhein-Westfalen) und Hameln-Pyrmont (Niedersachsen) belegten die Plätze zwei und drei. "Auf die rege Teilnahme von 47 Gruppen und etwa 800 Jagdhornbläsern sind wir sehr stolz", sagte Steffen Liebig, DJV-Präsidiumsmitglied. "Die Qualität der Stücke und die hohe Leistungsdichte waren bemerkenswert."

Ein Höhepunkt war das Abschlussblasen vor der Siegerehrung, bei dem alle Gruppen unter der Leitung des DJV-Bundesbläserobmanns Jürgen Keller gemeinsam jagdliche Signale erklingen ließen. „Allein für diesen Moment lohnt sich die Organisation einer solchen Veranstaltung", sagte Jürgen Keller.

Den Bundeswettbewerb im Jagdhornblasen richtet der DJV alle zwei Jahre aus. Der nächste Wettbewerb findet 2019 erneut im Jagdschloss Kranichstein statt.

Alle Ergebnislisten liegen unter www.jagdverband.de.

Die Sieger in der Klasse Es (Parforce-Horn) beim Bundeswettbewerb Jagdhornblasen: Bläsergruppe Alsdorf-Hachenburg (Rheinland-Pfalz)
Quelle: DJV
Erstplatziert in der Klasse A (Fürst-Pless-Horn): Bläsergruppe Hameln-Pyrmont (Niedersachsen)
Quelle: DJV
Erstplatziert in der Klasse G (Parforce- und Fürst-Pless-Horn): Gruppe „Holm Überläufer“ (Schleswig-Holstein)
Quelle: DJV
Bundesbläserobmann Jürgen Keller (links) erhält die Auszeichnung "LJV-Gold" für seine langjährigen Verdienste im Jagdhornblasen, daneben Geschäftsführer des LJV-Hessen Alexander Michel sowie Dieter Mackenrodt, Vize-Präsident LJV Hessen

Invasive Arten: Tierschutz-Forderungen realitätsfern 15/6/17

In einem Positionspapier haben fünf Tierschutzverbände die EU-Verordnung zum Umgang mit invasiven Arten kommentiert. Darin lehnen sie jegliche Tötung als "nicht tierschutzgerecht" ab und plädieren für eine "Unfruchtbarmachung" von Waschbär, Mink und Co. Mit ihren Forderungen verfehlen sie jede Form der Praktikabilität auf Kosten der Artenvielfalt.

(Berlin, 8. Juni 2017) Fünf Tierschutzverbände, darunter der Deutsche Tierschutzbund (DTB), haben sich kürzlich in einem Positionspapier zur Umsetzung der EU-Verordnung für den Umgang mit invasiven Arten (Nr. 1143/2014) geäußert. Im Kern lehnen sie die Tötung von Tieren ab und plädieren für eine "Unfruchtbarmachung". Der Deutsche Jagdverband (DJV) hält dies vor dem Hintergrund der starken Ausbreitung von Arten wie dem Waschbär für realitätsfern. "Diese Vorschläge mögen sich zwar eignen, um Spenden zu sammeln, sie helfen aber weder dem Tier- noch dem Artenschutz, weil sie keine praktikable Lösung darstellen", sagt Professor Jürgen Ellenberger, DJV-Präsidiumsmitglied. "Eine Unfruchtbarmachung von invasiven Wildtieren ist utopisch."

Aus der Position der Tierschutzverbände ergeben sich genau zwei Möglichkeiten: Die Tiere werden entweder in Lebendfangfallen gefangen und kastriert oder sie erhalten eine Art Anti-Baby-Pille über ausgelegtes Futter. Für den ersten Fall ist die Ausbreitung zu weit fortgeschritten (WILD-Monitoring Waschbär), zu viele unterschiedliche Habitate sind besetzt und der Druck auf heimische Arten ist lokal bereits bedrohlich (z. B. auf die Europäische Sumpfschildkröte). So müssten in Deutschland zum Beispiel theoretisch weit mehr als 130.000 Waschbären (Jagdstrecke 2015/16) jährlich gefangen und kastriert werden. Die reinen Kastrationskosten belaufen sich im Schnitt auf 100 Euro pro Tier – macht 13 Millionen Euro jährlich. Tierschutzgerechte Lebendfangfallen kosten zusätzlich zwischen 150 und 500 Euro pro Stück.

Die Anti-Baby-Pille für den Waschbären (immunologische Kontrazeption) wäre ein nicht abschätzbarer Eingriff in heimische Ökosysteme. Ohne Erfolgsgarantie: Es ist nicht steuerbar, wer die Futterköder aufnimmt und die richtige Dosierung ist reines Glücksspiel. Nach Auskunft des Leibniz-Institutes für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) müsste darüber hinaus pro Tierart mit einem finanziellen Forschungsaufwand von etwa einer Million Euro kalkuliert werden.

Fallenfang ist tierschutzgerecht

Die Tierschützer unterstellen in ihrer Position, dass jagdliche Methoden wie etwa der Einsatz von Fanggeräten nicht tierschutzgerecht zu praktizieren seien. Dies ist schlicht falsch. Tierschutz hat einen hohen Stellenwert in der Ausübung einer ordnungsgemäßen Jagd. Die in Deutschland gängigsten Fallentypen hat der DJV erfolgreich nach internationalen Normen für eine humane Fangjagd (Agreement on International Humane Trapping Standards = AIHTS) prüfen lassen. Dazu gehören die Betonwipprohrfalle oder die Strack'sche Holzkastenfalle. AIHTS-geprüft sind ebenfalls Totfangfallen wie Eiabzugseisen oder "Kleiner Schwanenhals", die auf DJV-Initiative in Kanada getestet wurden. "Gerade die Fangjagd ist das effizienteste Mittel zur Reduzierung von dämmerungs- und nachtaktiven Raubsäugern wie Waschbär, Mink und Co.", sagt Professor Jürgen Ellenberger.

Bundesweit einheitliches Vorgehen gefordert

Weiter fordern die Tierschützer, den Zuzug von potenziellen invasiven Arten zu verhindern. Dies ist sicher begrüßenswert, allerdings gibt es in der praktischen Anwendung wieder ein Problem: Eine Art gilt erst als invasiv, wenn sie heimische Arten oder ein Ökosystem schädigt. Dieser Schaden wird häufig erst offenbar, wenn die Art schon sehr weit verbreitet ist. Eine Position teilen Jäger und Tierschützer jedoch: Die Forderung nach Managementmaßnahmen, die auf der Bundesebene abgestimmt sind. "Ein einheitliches Vorgehen ist notwendig für eine konsequente Vorgehensweise", so Professor Ellenberger.

Im Juli 2016 hatte die EU eine Liste mit 37 gebietsfremden Tier- und Pflanzenarten veröffentlicht, die in Europa "unerwünscht" sind, darunter auch der Waschbär, der sich in Deutschland rasant ausbreitet. Der Deutsche Jagdverband hat bei der Zurückdrängung der dem Jagdrecht unterliegenden Arten finanzielle Unterstützung gefordert.

 

Der Waschbär breitet sich seit Jahren in Deutschland rasant aus.
Quelle: Tierfotoagentur/DJV

Kritik am Dokumentationsportal des Bundes zum Wolf 2/6/17

DJV fordert praxisnahe Leitlinien für den Umgang mit konfliktträchtigen Themen

(Berlin, 01. Juni 2017) 15 Monate nach Einrichtung einer sogenannten "Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf" (DBBW) ist nun das Online-Portal veröffentlicht worden. Das Portal hat zum Ziel den aktuellen Kenntnisstand über die Verbreitung des Wolfes in Deutschland mit den entsprechenden Wolfsterritorien zeitnah darzustellen. Fachlich betreut wird das Portal vom Bundesamt für Naturschutz (BfN).

Der Deutsche Jagdverband (DJV) kritisiert, dass es zu konfliktträchtigen Themen wie etwa dem Umgang mit "verhaltensauffälligen" Wölfen, der Entwicklung praktikabler Vergrämungsmaßnahmen oder der Entnahme von Individuen weiterhin keine Handlungsempfehlungen gibt. "Konkrete transparente und praktikable Leitlinien für Konfliktfälle sind für die gesellschaftliche Akzeptanz des Wolfes von enormer Bedeutung", sagt Helmut Dammann-Tamke, DJV-Präsidiumsmitglied. Auch stehe die Definition aus, was ein sogenannter "Problemwolf" sei. Es würden beispielsweise immer wieder Fälle dokumentiert, in denen Wölfe die Nähe des Menschen suchten und sich kaum vertreiben ließen.

Vor dem Hintergrund einer sich weiter dynamisch ausbreitenden Wolfspopulation in Deutschland sieht der Verband zunehmenden Beratungsbedarf. Daher erwartet der DJV vom DBBW eine noch engere Zusammenarbeit mit den jeweils betroffenen Verbänden. Das Online-Portal enthält derzeit lediglich die Managementpläne der Bundesländer, ebenso wie die Ergebnisse der Schadensstatistiken durch Nutztierübergriffe. Zudem bietet die Webseite eine Zusammenstellung der im Bereich Herdenschutz geleisteten Präventions- und Ausgleichszahlungen sowie Informationen zu den Ansprechpartnern des Wolfsmanagements in den Bundesländern. Das Portal der Dokumentations- und Beratungsstelle zum Wolf gibt es unter www.dbb-wolf.de.

 

Wolfspopulation breitet sich weiter aus: Es fehlen weiterhin praktikable Leitlinien für Konfliktfälle.
Quelle: Rolfes/DJV

Fischotter breitet sich in Deutschland aus 1/6/17

Anlässlich des Welt-Otter-Tags veröffentlicht der DJV aktuelle Monitoring-Zahlen:
2015 haben Jäger im Vergleich zu 2006 in fast allen Bundesländern mehr Vorkommen gemeldet.
Am häufigsten angetroffen wird der Fischotter in Mecklenburg-Vorpommern und in Brandenburg.

(Berlin, 31. Mai 2017) Der Fischotter breitet sich langsam wieder in Deutschland aus, nachdem er im 20. Jahrhundert nahezu ausgerottet war. Anlässlich des Welt-Otter-Tags hat der Deutsche Jagdverband (DJV) heute aktuelle Monitoring-Daten vorgelegt. Demnach ist der Wassermarder vor allem wieder im Nordosten Deutschlands zu beobachten. In Brandenburg meldeten 29 Prozent, in Mecklenburg Vorpommern 34 Prozent der befragten Jagdbezirke 2015 ein Vorkommen. Dies sind bis zu 7 Prozentpunkte mehr als im Jahr 2006. Auch in fast allen anderen Bundesländern breitet sich der Fischotter wieder langsam aus. Für die positive Bestandsentwicklung macht der DJV Renaturierungsmaßnahmen und Nutzungsbeschränkungen im Bereich vieler Gewässer verantwortlich. Für das Wildtier-Informationssystems der Länder Deutschlands (WILD) haben Jäger in etwa 24.000 Revieren – 40 Prozent der Fläche Deutschlands – ihre Beobachtungen notiert, die wissenschaftlich ausgewertet wurden.

Fischotter können große Strecken auf dem Landweg überwinden und besiedeln so auch abgelegene Gewässer. Eine große Bedrohung stellen dabei Verkehrswege dar: 80 Prozent der tot aufgefundenen Fischotter starben auf Straßen oder Bahnschienen. Damit sich die bedrohte Tierart auch weiterhin in Deutschland ausbreiten kann, fordert der DJV entlang der bekannten Wanderrouten ottergerechte Querungshilfen, damit Verkehrswege nicht zur Todesfalle werden. Das bestehende Bundesprogramm Wiedervernetzung bietet die planerische Grundlage. Für die Umsetzung ist allerdings dringend Geld notwendig. Ab sofort sollte mindestens ein Prozent der Investitionen in Bundesfernstraßen für Maßnahmen zur Wiedervernetzung von Lebensräumen an bestehenden Bundesautobahnen und Bundesfernstraßen verwendet werden. Bis zum Jahr 2027 sollen so die 93 wichtigsten Wiedervernetzungsabschnitte aus dem Bundesprogramm abgearbeitet sein. Dies forderte der DJV kürzlich gemeinsam mit ADAC, Nabu und WWF in Berlin.

Als Partner des Projekts der „Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein“ engagiert sich der Dachverband der Jäger mit dem Projekt „Holsteiner Lebensraumkorridore“ für die Vernetzung von Lebensräumen – unter anderem für den Fischotter. Der wasserliebende Otter unterliegt dem Jagdrecht und ist ganzjährig geschont. Mehr Informationen zur Biologie des Fischotters im DJV-Tier-Steckbrief.
 

 

Kerngebiet der Verbreitung ist nach wie vor Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und der Nordosten Niedersachsens.
Quelle: DJV
Der Fischotter unterliegt dem Jagdrecht, hat jedoch eine ganzjährige Schonzeit.

Die Nutria erobert Deutschland 30/5/17

Die Nutria profitiert von milden Wintern: Ihr Verbreitungsgebiet hat sich in 9 Jahren etwa verdoppelt, 16 Prozent der Reviere haben 2015 ein Vorkommen gemeldet. Die Population wächst rasant an. Der Pflanzenfresser aus Südamerika untergräbt Deiche und frisst bedrohte Röhrichtarten. Für die Bejagung sind Fallen unerlässlich, Jagdeinschränkungen sind kontraproduktiv für den Artenschutz.

(Berlin, 29. Mai 2017) Seit den 1920er gibt es Vorkommen der aus Südamerika stammenden Nutria in Deutschland, doch in jüngster Vergangenheit hat sich das Nagetier stark ausgebreitet: Von 2006 bis 2015 hat sich das Vorkommen bundesweit verdoppelt, in 16 Prozent aller Jagdbezirke kommt die Nutria bereits vor. Hauptursache seien die anhaltend milden Winter, urteilen die Experten des Wildtier-Informationssystems der Länder Deutschlands (WILD), die Daten von mehr als 24.000 Revieren - etwa 40 Prozent der Fläche Deutschlands - ausgewertet haben. Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat die Daten jetzt im WILD-Bericht 2015 veröffentlicht.

Verbreitungsschwerpunkte hat die Nutria im westlichen und östlichen Niedersachsen (Ems, Elbe), in Nordrhein-Westfalen, im Westen Baden-Württembergs (Rhein), im Norden Sachsen-Anhalts (Elbe) sowie im Nordwesten und Süden Brandenburgs (Havel, Schwarze Elster, Spreewald, Neiße). Vor allem im nordwestdeutschen Raum in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen haben die Wissenschaftler eine rasante Ausbreitung festgestellt. Dies macht sich auch in der Jagdstatistik bemerkbar: Im Jagdjahr 2014/15 kamen über 19.500 Tiere zur Strecke, 10 mal so viele wie 15 Jahre zuvor. Die Nutria steht auf der EU-Liste der invasiven Arten, ihre Bestände sollen reduziert werden, um die heimische Artenvielfalt zu schützen. "Jäger sind die kompetenten Ansprechpartner, wenn es um die Reduzierung der Nutria-Bestände mit Falle und Waffe geht", sagte DJV-Präsidiumsmitglied Helmut Dammann-Tamke. Rufe nach einer Einschränkung der Jagd in Schutzgebieten oder gar ein Verbot der Jagd mit der Falle seien nicht nur kontraproduktiv für den Artenschutz, sondern fahrlässig.

Die wenig scheue Nutria unterhöhlt Uferbereiche und Deichanlagen oder legt Nester aus Schilf und Gras an. Sie kann Uferröhrichte durch Fraß stark schädigen und damit auch Lebensräume seltener Arten. Das Bundesamt für Naturschutz empfiehlt deshalb an gefährdeten Orten den systematischen Einsatz von Lebendfangfallen und den Abschuss. Der DJV begrüßt diese Position weist aber gleichzeitig darauf hin, dass die Jagdausübung insbesondere in Naturschutzgebieten zunehmend eingeschränkt wird. Einige Natur- und Tierschutzverbände drängen sogar darauf, die Jagd mit der Falle komplett zu verbieten. "Politik, Behörden und Verbände müssen besser und abgestimmt zusammenarbeiten. Jagd ist praktizierter Artenschutz, wir Jäger bringen unser Wissen im Umgang mit Fallen und Artenkenntnisse ein. Wir benötigen einen Nutria-Managementplan", so Dammann-Tamke.

 

Nutrias: ernähren sich nicht nur von jungen Gräsern sondern auch von seltenen Röhrichtarten
Quelle: Dettmann/DJV
Nutriaschaden an Flussböschung
Quelle: Dettmann/DJV

Bundestag beschließt neues Waffengesetz 25/5/17

Waffen müssen künftig in Schränken der Sicherheitsstufe Null aufbewahrt werden. DJV begrüßt Nachbesserungen beim Bestandsschutz.

19. Mai 2017, Berlin (DJV). Der Bundestag hat gestern Abend Änderungen des Waffengesetzes beschlossen. Der Bundesrat muss dem Gesetz noch zustimmen. Die Änderungen treten dann nach Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt in Kraft. Dies kann noch mehrere Wochen oder sogar Monate dauern. Die für Waffenbesitzer wichtigste Änderung betrifft die Vorschriften zur Waffenaufbewahrung. Diese wurden verschärft: Nach der Neuregelung müssen erlaubnispflichtige Schusswaffen in einem Waffenschrank der Stufe 0 nach EN 1143-1 aufbewahrt werden. Allerdings gilt ein Bestandsschutz für die bisher benutzen Schränke: Nach den ursprünglichen Plänen des Bundesinnenministeriums hätten sich die ca. 1,5 Mio. legalen Waffenbesitzer (in erster Linie Jäger, Sportschützen und Sammler historischer Waffen) nach fünf Jahren mit neuen Waffenschränken ausstatten müssen. Nun dürfen die bereits genutzten Schränke auch darüber hinaus weitergenutzt werden. Dies gilt auch für neu erworbene Waffen, sofern die Kapazität des vorhandenen Schrankes ausreicht. Wer nach dem Inkrafttreten der Änderung erstmals eine Waffe erwirbt oder einen neuen oder weiteren Waffenschrank kauft, muss dagegen einen Schrank nach den neuen Normen kaufen.

 

DJV und FWR haben Verschärfung abgelehnt

Der Deutsche Jagdverband (DJV) hatte gemeinsam mit den im Forum Waffenrecht (FWR) zusammengeschlossenen Verbänden zum Gesetzentwurf Stellung genommen und die Anpassung an aktuelle Normen zwar begrüßt, aber eine deutliche Verschärfung abgelehnt. Die bisher maßgebliche VdMA-Norm wird nicht mehr aktualisiert und überwacht, daher war eine Anpassung nachvollziehbar. Allerdings wäre nach Auffassung der Verbände eine Anpassung an die Stufen S1/S2 nach Euronorm ausreichend gewesen. "Hier wird das Kind mit dem Bade ausgeschüttet" sagte DJV-Präsidiumsmitglied Helmut Dammann-Tamke, denn illegale Waffen kämen meist aus illegalen Einfuhren und nicht aus Wohnungseinbrüchen. Hundertprozentige Sicherheit sei eine Illusion und die bisherigen Standards ausreichend, sagte Dammann-Tamke weiter. Zudem sei die Datengrundlage für eine Verschärfung nicht ausreichend.

 

Bestandsschutz für alte Waffenschränke ausgeweitet

Begrüßt haben die beiden Verbände allerdings einen umfassenden Bestandsschutz für Waffenschränke zugunsten der Besitzer. In ihrer Stellungnahme haben DJV und FWR weitreichende Nachbesserungen beim vorgeschlagenen Bestandsschutz gefordert, die in zentralen Punkten erfüllt wurden. Gegenüber dem ursprünglichen Gesetzentwurf hat der Bundestag den Bestandsschutz für Besitzer alter Waffenschränke ausgeweitet. Bisher genutzte Schränke dürfen nicht nur unbefristet weitergenutzt werden. Sondern die Regelung gilt nach den Nachbesserungen im parlamentarischen Verfahren auch für Mitbewohner, die ihre Waffen gemeinsam aufbewahren. Anders als im Entwurf ursprünglich vorgesehen, handelt es sich bei der fahrlässigen Falschaufbewahrung von Munition nach wie vor um eine Ordnungswidrigkeit. Nach dem Regierungsentwurf sollte es sich dabei künftig um eine Straftat handeln. Auch dies hatten DJV und FWR als unverhältnismäßig kritisiert.

 

Verfassungsschutz-Abfrage nicht verpflichtend

Die Änderung des Waffengesetzes befasst sich inhaltlich auch mit dem Anliegen des Bundesrates, für die Überprüfung der waffenrechtlichen Zuverlässigkeit eine Abfrage bei den Verfassungsschutzbehörden verpflichtend zu machen. Diese Anliegen hatten nicht nur DJV und FWR, sondern auch die Bundesregierung in ihrer Stellungnahme zum Gesetzentwurf des Bundesrates erfolgreich kritisiert: Eine verpflichtende Abfrage wird es auch künftig nicht geben, sie ist aber weiterhin möglich. Ein jetzt gefundener Kompromiss trägt einerseits den geäußerten Bedenken Rechnung. Andererseits wird durch eine Änderung des Waffenregister-Gesetzes die Möglichkeiten der Behörden verbessert, den Erwerb von Schusswaffen durch Personen mit verfassungsfeindlichen Motiven zu verhindern.

Weitere Änderungen betreffen insbesondere das Verwaltungsverfahren und beseitigen technische Mängel vorheriger Gesetzesänderungen. Schließlich wird eine neue, zeitlich befristete, Amnestieregelung eingeführt. Damit soll es ermöglicht werden, illegal besessene Waffen und Munition straffrei bei den Behörden abzugeben. Der Bundestag hat in der gestrigen Sitzung außerdem einen weitergehenden Antrag der Grünen für ein deutlich restriktiveres Waffengesetz abgelehnt.

Mit der Umsetzung der kürzlich geänderten Europäischen Feuerwaffenrichtlinie hat die aktuelle Änderung des Waffengesetzes noch nichts zu tun. Deren Umsetzung wird Aufgabe der neuen Bundesregierung nach der Bundestagswahl am 24. September 2017 sein.


Auch das Landesjagdsetz ist abgewählt worden 22/5/17

NRW-Jägerpräsident Ralph Müller-Schallenberg zum Ausgang der Landtagswahl: 

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit der bisherigen Landesregierung ist auch das Landesjagdgesetz abgewählt worden. Die Wahlgewinner haben sich vor der Wahl klar positioniert, dieses von Anfang an gegen die Hauptgetroffenen gerichtete und missratene Gesetz aufzuheben und von Grund auf zu korrigieren. Dies ist unter Führung des künftigen Ministerpräsidenten Armin Laschet rasch möglich, da dafür von den Wahlgewinnern bereits konkrete Positionen erarbeitet worden sind. Jetzt muss die Chance entschlossen genutzt werden, Schluss zu machen mit einer bevormundenden Politik gegen Land und Leute.

Die Forderungen des Landesjagdverbandes sind mit der von der abgewählten Landtagsmehrheit abgewiesenen „Volksinitiative für ein ideologiefreies, praxisgerechtes Jagdrecht in NRW“ bereits benannt:

  • Ausdehnung der Hegepflicht und des Aneignungsrechtes durch Wiederherstellung des jagdrechtlichen Tierartenkatalogs auf alle heimischen Tierarten im Sinne von § 2 Abs. 1 BJG
  • Angemessene Jagdzeiten auf nicht im Bestand bedrohte Wildarten
  • Erleichterung von Schonzeitaufhebungen zur Vermeidung übermäßiger Wildschäden
  • Sicherstellung einer flächendeckenden Bejagungsmöglichkeit, Jagdbeschränkungen und Jagdverbote (auch in Schutzgebieten) müssen die Ausnahme bleiben
  • Stärkung des Jagdschutzes
  • Verbesserung des Wildschutzes und des Schutzes von Bodenbrütern durch praxisgerechte Regelungen zur Fang- und Baujagd sowie zur Prädatorenbejagung
  • Wiedereinführung praxis- und tierschutzgerechter Regelungen zum Füttern und Kirren von Wild
  • Tierschutzgerechte Regelungen zur Ausbildung von Jagdhunden, die sich am Einsatz der Hunde in der Jagdpraxis orientieren
  • Wirksamer rechtlicher Schutz aller jagdlichen Einrichtungen vor widerrechtlicher Benutzung und vor Beschädigung
  • Stärkung der an demokratischen Grundsätzen ausgerichteten Mitwirkungs- und Mitbestimmungsrechte der Jagdrechtsinhaber und Jäger bei jagdbehördlichen Entscheidungen
  • Unverzügliche Abschaffung der Jagdabgabepflicht für alle Jagdscheininhaber
  • Strikte Trennung der Rechtskreise Jagdrecht und Naturschutzrecht, unter anderem durch Aufnahme einer umfassenden Unberührtheitsklausel im Landesnaturschutzgesetz

 

Pressekontakt:
Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen e. V.
Andreas Schneider (Pressesprecher)
Gabelsbergerstraße 2
44141 Dortmund
Tel.: 0231/2868-810
Mobil: 0173/5171074
Fax: 0231/2868-888
E-Mail: aschneider@ljv-nrw.de


Jäger und Falkner fordern schärfere Strafverfolgung für Nestzerstörungen 19/5/17

Energiewende auf Kosten der Artenvielfalt: Fälle treten besonders in Planungsgebieten für Windkraftanlagen auf

(Berlin, 16. Mai 2017) In Planungsgebieten für Windkraftanlagen kommt es immer wieder zu illegalen Nest- oder Brutbaumzerstörungen an den Brutplätzen streng geschützter Arten. Hintergrund sind die Auflagen, die für Grundbesitzer und Betreiber gelten: Das Vorkommen von geschützten Arten verhindert oder erschwert die Zulassung der Anlagen. Betroffen sind unter anderem Rotmilane und Seeadler, Schwarzstörche, Baumfalken, Schreiadler oder auch der Uhu. Obwohl es sich dabei um Straftaten handelt, die mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden können, liegt die Aufklärungsquote nahezu bei Null. Da über Fälle von Nestzerstörungen und illegale Tötungen meist nur regionale Medien berichten, bleibt das wahre Ausmaß des Problems unerkannt.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) und der Deutsche Falkenorden (DFO) fordern daher einen besseren Schutz der gefährdeten Horste und konsequente Strafverfolgung. "Es kann nicht sein, dass die Energiewende auf dem Rücken der heimischen Artenvielfalt ausgetragen wird", kritisierte DJV-Präsident Hartwig Fischer. "Schreiadler und Rotmilane sind ebenso schützenswerte Arten wie der Wolf", gibt DFO-Bundesvorsitzender Hans-Albrecht Hewicker zu bedenken. "Das Zerstören von Nestern ist keine Ordnungswidrigkeit, es ist eine Straftat, und diese Straftat muss härter verfolgt werden."

Beispiel Rotmilan

Sucht man im Internet nach den Worten "Rotmilanhorst" und "Zerstörung", erhält man über die Suchmaschine Google etwa 10.000 Treffer. Immer häufiger wenden sich Naturbeobachter wie Jäger oder andere engagierte Naturschützer an die Presse, wenn ihnen Zerstörungen auffallen. Im mecklenburg-vorpommerschen Ivenack haben nach Angaben des Fachweblogs "jawina.de" die Hobby-Ornithologen Bettina und Norbert Kern (siehe beigefügtes Interview) in den vergangenen drei Jahren sieben Horstzerstörungen dokumentiert. Auch sie wandten sich an die zuständigen Behörden und die Presse. Die Anzeigen wurden jedoch eingestellt, die Zahl der aufgeklärten Fälle ist gleich Null.

Nach Erhebungen der Staatlichen Vogelschutzwarte Brandenburg geht der Bestand des Rotmilans in ganz Deutschland zurück. Allein von 1995 bis 2009 war in Brandenburg ein Rückgang um 15 Prozent zu verzeichnen. Bei den Opfern von Kollisionen mit Windanlagen liegt der Rotmilan nach dem Mäusebussard an zweiter Stelle. Einer Untersuchung von 2012 zufolge ist beim Ausbauzustand der Windenergie auf dem Stand von 2011 mit 304 bis 354 durch Windräder getöteten Rotmilanen pro Jahr in Brandenburg zu rechnen. Mehr als 50 Prozent des weltweiten Rotmilanbestands lebt in Deutschland, dem Land erwächst daraus eine besondere Verantwortung für diese Art. Vor diesem Hintergrund sind illegale Nestzerstörungen und Tötungen in Planungsgebieten für Windkraftanlagen, von denen der Rotmilan ebenfalls in besonderem Ausmaß betroffen zu sein scheint, unerträglich und schlicht nicht hinnehmbar.

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"Sieben verschwundene Horste in weniger als drei Jahren"

Die Hobby-Ornithologen Bettina und Norbert Kern beobachten seit Jahren, wie in ihrer Region Greifvogelhorste verschwinden. Sie dokumentieren die Fälle, bringen sie zur Anzeige und veröffentlichen sie. Im Kurzinterview verraten sie, welche Erfahrungen Sie bisher gemacht haben und wie man als Naturschützer ihre Arbeit unterstützen kann (zur vollen Version: jawina.de).

DJV: Wie sind Sie auf illegale Nestzerstörung in Ivenack aufmerksam geworden?

Bettina und Norbert Kern: "In unserer Region wird von einigen Leuten aus unserer Bürgerinitiative ehrenamtlich kartiert und die Horststandorte werden an die entsprechenden Behörden weitergeleitet. Durch die regelmäßigen Kontrollen in den folgenden Jahren wurde das Fehlen der Horste bemerkt. Insgesamt waren es sieben verschwundene Horste in weniger als drei Jahren. 2015 verschwand ein Rotmilanhorst. 2016 verschwanden zwei Rotmilanhorste, ein Schreiadlerhorst, ein Bussardhorst und ein Horst ohne Zuordnung der Besetzung. 2017 verschwand ein weiterer Bussardhorst."

Wie sind Sie dagegen vorgegangen und was raten Sie Betroffenen vor dem Hintergrund Ihrer Erfahrungen?

"Wir haben eine Meldung an die Untere Naturschutzbehörde in allen sieben Fällen gemacht. Die verschwundenen Horste aus dem Jahr 2016 wurden zusätzlich bei der Staatsanwaltschaft in Neubrandenburg angezeigt. Bei dem Horst aus 2017 erfolgte eine polizeiliche Anzeige und eine Anzeige bei der UNB. Wir raten grundsätzlich, sofort eine polizeiliche Anzeige zu tätigen und darauf zu bestehen beziehungsweise durchzusetzen, dass sofort eine Spurensicherung erfolgt. Des Weiteren sollte der Horst dokumentiert sein, besser noch kartiert und das Horstverschwinden mit eigenen Fotos zusätzlich belegt werden. Parallel sollte der Fall bei der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde angezeigt werden und Presse und Umweltverbände wie Landesjagdverband oder Deutsche Wildtierstiftung informiert werden."

Was haben Ihre Anzeigen gebracht? Wurden die Täter ermittelt?

"Die Vorfälle sind aktenkundig und haben ein Aktenzeichen. Leider wurde in keinem der Fälle ein Täter ermittelt. Die Verfahren wurden eingestellt."

 

Der Rotmilan ist immer häufiger Opfer von Windkraftanlagen.
Quelle: Seifert/DJV
Toter Rotmilan unter einer Windkraftanlage.

Biber breitet sich in Deutschland aus 14/5/17

Fast ausgerottet, hat sich der Biber in jüngster Zeit wieder stark ausgebreitet: Das zeigen Sichtungen zwischen 2006 und 2015, die Jäger und Wissenschaftler für das WILD-Monitoringprogramm ausgewertet haben. Rekord: In Brandenburg wurde der Pflanzenfresser in 41 Prozent der Reviere angetroffen. Die Umweltministerkonferenz hat jetzt den günstigen Erhaltungszustand für ganz Deutschland bestätigt.

(Berlin, 12. Mai 2017) Dem Biber geht es gut in Deutschland. Das zeigen Daten zur Entwicklung des Vorkommens von 2006 bis 2015. Demnach breitet sich der ehemals bedrohte Pflanzenfresser inzwischen bundesweit aus. Spitzenreiter ist das Land Brandenburg: Dort haben Jäger den Biber 2015 in 41 Prozent der Reviere nachgewiesen - eine Steigerung von 27 Prozentpunkten gegenüber 2006. Auch das Saarland (Sichtungen in 35 Prozent der Reviere), Sachsen-Anhalt (33 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (22 Prozent) und Baden-Württemberg (21 Prozent) gehören zu den Top-5-Bundesländern mit häufigen Sichtungen. Ausgewertet haben die Wissenschaftler Zeitreihen aus rund 24.000 Revieren - etwa 40 Prozent der Fläche Deutschlands - für das Wildtier-Informationssystem der Länder (WILD). Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat die Zahlen jetzt veröffentlicht.


Der anpassungsfähige Biber breitet sich aus

Das Kerngebiet des Bibers liegt nach Angaben der WILD-Experten im Nordosten Deutschlands mit Schwerpunkten entlang der Flüsse Elbe, Havel, Spree, Oder, Peene, Recknitz, Elde und Uecker sowie ihren Nebenarmen. Weitere Biber-Kerngebiete gibt es im Osten und Südosten Baden-Württembergs entlang der Donau und den Ausläufern der Regnitz. Ausgehend von großen Fließgewässern breitet sich der Biber ins Umland aus, ist anpassungsfähig und hat wenig Scheu vor dem Menschen.

Umweltminister attestieren günstigen Erhaltungszustand

Vergangenen Freitag hat die Umweltministerkonferenz in Bad Saarow das Erreichen des günstigen Erhaltungszustandes beim Biber "zur Kenntnis" genommen und beruft sich dabei auf Zahlen des nationalen FFH-Berichts, der allerdings bereits 2013 veröffentlicht wurde. Es solle für die nächste Umweltministerkonferenz im Herbst ein Erfahrungsaustausch zum Bibermanagement organisiert werden, so der Beschluss. Der DJV fordert in diesem Zusammenhang, dass es künftig möglich sein muss, flexibler auf positive Bestandsentwicklungen beim Biber zu reagieren. „Sonst ist die Akzeptanz für den Artenschutz in der Bevölkerung der ländlichen Räume in Gefahr“, sagte DJV-Vizepräsident Dr. Volker Böhning. Vor diesem Hintergrund müsse die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) dringend überarbeitet werden, unter anderem, um auf nationale und regionale Besonderheiten besser reagieren zu können. "Wenn in Regionen wie dem Landkreis Märkisch-Oderland (Brandenburg) der Biber regelmäßig Deiche unterhöhlt und Flutgräben staut, gibt es dort kaum noch Verständnis für den strengen Schutz", so Dr. Böhning.


Jäger bestätigen Bestandsrückgang in der Agrarlandschaft 14/5/17

Bundesregierung sieht Bestandsrückgang von Brutvögeln in der Agrarlandschaft. Monitoring-Daten der Jäger bestätigen diesen Trend für das Rebhuhn. Der DJV begrüßt, dass die Bundesregierung erstmals den Einfluss von Fressfeinden als bedeutend einstuft und fordert Lebensraumverbesserung gemeinsam mit Landwirten.

(Berlin, 12. Mai 2017) Die Zahl der Brutvögel in der Agrarlandschaft hat in den vergangenen Jahren europaweit abgenommen. In ihrer Antwort auf eine kleine Anfrage hat die Bundesregierung vergangene Woche den Bestandsrückgang allein beim Rebhuhn in Deutschland von 1990 bis 2015 auf 84 Prozent beziffert. Die Daten der Jäger aus dem Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD) bestätigen dies: Demnach haben Wissenschaftler im Nordwestdeutschen Tiefland, dem einstigen Hauptverbreitungsgebiet der Rebhühner, 2015 nur noch 0,53 Paare pro Quadratkilometer gezählt, wie aus dem aktuellen WILD-Bericht hervorgeht. Das sind 45 Prozent weniger als neun Jahre zuvor. Dieser Rückgang fällt zusammen mit der politisch gewollten Abschaffung der obligatorischen Stilllegungsflächen. Europaweit betroffen waren von dieser Regelung 38.000 Quadratkilometer Brachflächen, also wertvolle Lebensräume für Vogelarten der Agrarlandschaft. In Deutschland waren es 7.000 Quadratkilometer.

Bundesregierung räumt Einfluss von Fressfeinden auf Artenvielfalt ein

Als entscheidende Faktoren für den Rückgang bei den Vogelarten nennt die Bundesregierung "Lebensraumveränderungen, Verringerung des Nahrungsangebotes (insbesondere Rückgang der Insektenbiomasse) und direkte Verfolgung (Prädation)". Erstmals misst die Bundesregierung damit dem Einfluss von Fressfeinden (Prädation) eine besondere Bedeutung zu, was der DJV begrüßt. Gleichzeitig kritisiert der Verband die politisch motivierten Beschränkungen der Jagd in Naturschutzgebieten sowie der Jagd mit Fallen in einigen Bundesländern. "Wenn wir die heimische Artenvielfalt erhalten wollen, gibt es nur zwei Stellschrauben: Lebensräume erhalten und verbessern sowie Fressfeinde reduzieren“, sagte DJV-Präsidiumsmitglied Dr. Dirk-Henner Wellershoff und forderte von Politik und Behörden mehr Unterstützung.

Jäger unterstützen Projekte zur Biotopverbesserung

Jäger haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Initiativen gestartet, um Lebensräume für Offenlandarten wie Feldlerche, Kiebitz oder Rebhuhn zu verbessern. Das Ziel: die zum Teil sehr intensiv genutzten Agrarflächen wieder strukturreicher gestalten. Insbesondere Rebhühner benötigen einen hohen „Grenzlinienanteil“ aus Hecken, Rainen oder Blühstreifen, in denen sie ausreichend Wildkräuter und vor allem auch lebensnotwendige Insekten für ihre Küken finden und vor den zahlreichen Fressfeinden geschützt sind. Aktuellstes Projekt: Seit Anfang 2017 unterstützt der DJV das europäische Gemeinschaftsprojekt PARTRIDGE mit dem Ziel, die Biodiversität in verschiedenen internationalen Testflächen zu steigern. Die Lebensbedingungen der Zeigerart Rebhuhn sollen dabei durch Agrarumweltmaßnahmen beispielhaft verbessert werden. Projektträger ist die englische „Game and Wildlife Conservation Trust“, nationaler Partner die Universität Göttingen mit Projektleiter Dr. Gottschalk.

Weniger Bürokratie für mehr Artenvielfalt

Für ungenügend hält der DJV die derzeitige Umsetzung der Greening-Vorgaben aus Brüssel: Der Anbau von Zwischenfrüchten und Hülsenfrüchten (Leguminosen) hat nur geringe positive Wirkung auf die Artenvielfalt. Als Ökologische Vorrangflächen sollten viel stärker Brachen, Blühstreifen und Streifenelemente angelegt werden, die nachweislich positive Effekte auf die Biodiversität haben. Dies funktioniert laut DJV nur gemeinsam mit den Landwirten, die derzeit mit unnötigen bürokratischen Hürden und einem hohen Sanktionsrisiko konfrontiert werden. Der DJV fordert eine Vereinfachung in der Verwaltungspraxis.

Wildtierfreundliche Biomasseproduktion

Zudem macht sich der DJV im Netzwerk Lebensraum Feldflur für eine wildtierfreundliche Ergänzung der Biomasseproduktion stark: Geeignete Saatgutmischungen heimischer Wild- und Kulturpflanzen bieten innovative Ansätze, Energieerzeugung aus Biomasse enger mit den Zielen des Landschafts-, Natur- und Artenschutzes zu verknüpfen. Um kurzfristig die Wettbewerbsfähigkeit von Wildpflanzen als Substrat für Biogasanlagen und die Akzeptanz des Anbausystems zu verbessern, fordert das „Netzwerk Lebensraum Feldflur“ eine Förderung im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK). Gleichzeitig sollte der Anbau von Wildpflanzen und ihre Nutzung in Biogasanlagen als ökologische Vorrangfläche im Rahmen des Greenings anerkannt werden.

Keine politischen Stolpersteine für die Jagd

Neben der Verbesserung von Lebensräumen ist die Bejagung von Fressfeinden eine wichtige Stellschraube für den Erhalt der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft. Allein der anpassungsfähige Fuchs hat in den vergangenen drei Jahrzehnten seinen Bestand in Deutschland verdreifacht - dank erfolgreicher Tollwutimpfung. Hinzu kommen gebietsfremde, Fleisch fressende Arten wie Waschbär oder Mink. Die Fangjagd ist die effektivste Methode, insbesondere nacht- und dämmerungsaktive Raubsäuger zu bejagen. Der DJV macht deutlich, dass politisch motivierte Hürden für die Jagd - etwa Einschränkung in Schutzgebieten, Verkürzung der Jagdzeiten, Verbot der Fangjagd - der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft schaden.

Die Antwort der Bundesregierung auf die kleine Anfrage
von Bündnis 90/Die Grünen: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/121/1812195.pdf


DJV begrüßt Beschluss der Umweltministerkonferenz zum Wolf 9/5/17

Bundesweite Arbeitsgruppe unter Leitung von Brandenburg soll Erhaltungszustand des Wolfes klären. Dieser muss wildbiologisch begründet sein und nicht politisch.

(Berlin, 8. Mai 2017) Vergangenen Freitag hat die Umweltministerkonferenz (UMK) in Bad Saarow über den weiteren Umgang mit geschützten Arten diskutiert. Ein Schwerpunkt lag auf dem Wolf, der zwischenzeitlich in Deutschland eine jährliche Zuwachsrate von 40 Prozent aufweist, Konflikte nehmen vielerorts zu. Auf Grund vieler offener Fragen zum weiteren Umgang mit dem Wolf hat die UMK eine länderoffene Ad hoc-Arbeitsgruppe auf Amtschef- bzw. Staatssekretärsebene unter Federführung von Brandenburg einberufen. Schwerpunkte der Arbeitsgruppe sollen der Umgang mit Problemwölfen, das zukünftige Management sowie die Schadensregulierung sein. Der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßt diesen Schritt hin zu klaren Regeln im Umgang mit dem Wolf.

Gleichzeitig mahnt der Dachverband der Jäger an, dass die Diskussion um einen günstigen Erhaltungszustand des Wolfes nicht politisch gewollten Zielvorgaben folgen, sondern sich rein an biologischen Erkenntnissen orientieren sollte. „Der Wolf kennt keine Ländergrenzen und nicht jedes EU-Land braucht 1.000 Wölfe. Für ein vernünftiges Wolfsmanagement müssen wir das internationale Monitoring und den Datenaustausch mit den Nachbarländern intensivieren“, sagte DJV-Präsidiumsmitglied Helmut Dammann-Tamke.

Laut Dammann-Tamke gehe die Akzeptanz für den Wolf dort dramatisch zurück, wo er sich etabliert habe. Eine Selbstregulierung des Wolfes durch Nahrungsmangel sei in Deutschland unrealistisch und seine Ausbreitung werde sich rasant fortsetzen. Hinzu komme, dass der Wolf keine genetisch verankerte Scheu vor dem Menschen habe. Diese wird erlernt und an die nächste Generation weitergegeben. „Wir müssen dem Wolf also beibringen, sich vom Menschen und seinen Nutztieren fern zu halten“, so Helmut Dammann-Tamke. Dies sei notwendig, um insbesondere die Weidetierhaltung in Deutschland zu erhalten. Sie ist laut Bundesamt für den Naturschutz ein unverzichtbares Instrument für die Pflege von wertvollen Naturschutzflächen.

Denkbar für ein effektives Management wäre laut DJV beispielsweise, mindestens ein Tier je Rudel mit einem Sender zu versehen. Zeigen die Monitoring-Daten, dass ein Rudel auffällig ist, können entsprechende Vergrämungsmaßnahmen eingeleitet werden. Der Abschuss von einzelnen Tieren darf dabei kein Tabu sein.

"Für ein vernünftiges Wolfsmanagement müssen wir das internationale Monitoring und den Datenaustausch mit den Nachbarländern intensivieren“, sagte DJV-Präsidiumsmitglied Helmut Dammann-Tamke.

"Für ein vernünftiges Wolfsmanagement müssen wir das internationale Monitoring und den Datenaustausch mit den Nachbarländern intensivieren“, sagte DJV-Präsidiumsmitglied Helmut Dammann-Tamke

Eingeschleppte Arten breiten sich weiter aus 21/4/17

DJV legt Monitoring-Daten für Waschbär, Marderhund und Mink vor. Innerhalb von neun Jahren hat der Waschbär sein Vorkommen im Kerngebiet um 32 Prozentpunkte gesteigert. Auch Marderhund und Mink breiten sich weiter aus, allerdings weniger ausgeprägt. Artenschutz: DJV fordert Erleichterungen für die Jagd auf die nachtaktiven Fleischfresser.

(Berlin, 19. April 2017) Seit dem Jahr 2006 überwachen Jäger systematisch die Ausbreitung von Waschbär, Marderhund und Mink in Deutschland. Wissenschaftler haben jetzt Datenreihen aus über 24.000 Revieren bis zum Jahr 2015 für das Wildtier-Informationssystem der Länder (WILD) ausgewertet. Das deutschlandweit umfangreichste Monitoring umfasst 13 Millionen Hektar - das entspricht etwa 40 Prozent der land- und forstwirtschaftlichen Fläche. Die wichtigsten Ergebnisse hat der Deutsche Jagdverband (DJV) heute veröffentlicht.

Waschbär bricht alle Rekorde

Besonders auffällig ist die Entwicklung beim Waschbären, einem nordamerikanischen Kleinbären: Er hat sich bundesweit ausgebreitet und kommt inzwischen in 43 Prozent der Reviere vor. Das sind 19 Prozentpunkte mehr als bei der ersten Erfassung im Jahr 2006. Die historisch bedingten Hochburgen Brandenburg und Hessen sind zwischenzeitlich Teil eines größeren Kerngebiets (Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Hessen, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern). Dort haben Jäger den Waschbär 2015 in 74 Prozent der Reviere nachgewiesen. Im Jahr 2006 haben nur 42 Prozent ein Vorkommen gemeldet.

Besonders weit verbreitet ist der Kleinbär in Sachsen-Anhalt (91 Prozent der Reviere), in Brandenburg (88 Prozent) und in Hessen (78 Prozent). Der größte Zuwachs von 2006 bis 2015 ist in Sachsen-Anhalt zu verzeichnen (plus 47 Prozentpunkte). Selbst in Baden-Württemberg (plus 14 Prozentpunkte seit 2006) und Nordrhein-Westfalen (plus 18 Prozentpunkte) ist der Waschbär auf dem Vormarsch. Die Ausbreitung macht sich auch in der Jagdstatistik bemerkbar. Bundesweit haben Jäger in der Jagdsaison 1995/96 rund 3300 Tiere erlegt. In der vergangenen Jagdsaison (2015/16) waren es 128 100, eine Rekordzahl.

Marderhund auf konstant hohem Niveau

Den aus China stammenden Marderhund haben Jäger 2015 deutschlandweit in über einem Viertel aller teilnehmenden Reviere bestätigt - eine Steigerung um 6 Prozentpunkte gegenüber 2006. Sein Vorkommen konzentriert sich hauptsächlich auf ein Kerngebiet, das Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt umfasst. Dort kommt der Marderhund in 80 Prozent der Reviere vor, das sind 16 Prozentpunkte mehr als neun Jahre zuvor.

Am häufigsten haben Jäger den Marderhund in Mecklenburg-Vorpommern (92 Prozent der Reviere) angetroffen, gefolgt von Brandenburg (84 Prozent). In Sachsen-Anhalt hat sich der Marderhund zwar nur in 64 Prozent der Reviere gezeigt, der Zuwachs war mit 29 Prozentpunkten allerdings am größten.

Gewässerspezialist Mink breitet sich langsam aus

Der Mink oder amerikanische Nerz ist als Fleischfresser an den Lebensraum Wasser gebunden. Dementsprechend ist seine flächenmäßige Ausbreitung in Deutschland begrenzt: Jäger haben ihn 2015 in 7 Prozent der Jagdbezirke nachgewiesen, das entspricht einer Steigerung von 2 Prozentpunkten gegenüber 2006.

Aus Nerzfarmen entlaufene oder von Tierschützern "befreite" Tiere haben sich unter anderem entlang der Elbe ausgebreitet und fressen bedrohte Krebse, Amphibien und Vögel. Das Hauptverbreitungsgebiet erstreckt sich von Sachsen-Anhalt über Brandenburg bis Mecklenburg-Vorpommern. Dort kommt er in 24 Prozent der Reviere vor, das sind 10 Prozentpunkte mehr als 2006.

Jäger fordern Unterstützung bei der Bejagung

Jegliche Einschränkung, die eine effektive Bejagung von gebietsfremden Arten erschwert, ist laut DJV kontraproduktiv für den Artenschutz. Dies gilt insbesondere für den Waschbären, den die Europäische Union (EU) kürzlich in die Liste der invasiven, gebietsfremden Arten aufgenommen hat. Primäres Ziel: die Eindämmung. „Wenn wir die heimische Artenvielfalt erhalten wollen, gibt es nur zwei Stellschrauben: Lebensräume erhalten und verbessern sowie Fressfeinde reduzieren“, sagt DJV-Präsidiumsmitglied Dr. Jürgen Ellenberger. Angesichts der rasanten Ausbreitung räuberisch lebender, gebietsfremder Arten und dem fortschreitenden Lebensraumverlust etwa für Arten der Offenlandschaft und Feldflur fordert der DJV eine flächendeckende Bejagung. Dies schließt insbesondere Naturschutzgebiete, befriedete Bezirke nach §6a BJagdG sowie urbane Räume ein.

Eine drastische Einschränkung der Jagdzeit für den Waschbären - wie derzeit in Hessen praktiziert - lehnen Jäger ab, sprechen sich jedoch gegen einen Vernichtungsfeldzug aus: Der Elterntierschutz gilt auch für invasive Arten. Waschbärmütter, die Junge versorgen müssen, dürfen demnach nicht bejagt werden. Ebenso unsinnig für den Artenschutz ist ein Verbot der Fallenjagd wie in Berlin oder deren Einschränkung. Denn Waschbär, Marderhund und Mink sind nachtaktiv und können mit tierschutzgerechten Fanggeräten effektiv bejagt werden.

Im Falle des Waschbären geht Dr. Ellenberger noch einen Schritt weiter: "Öffentliche Aufträge bedürfen öffentlicher Mittel, wir fordern eine finanzielle Unterstützung der Jäger.“ Dies könnten Zuschüsse für Fallen und elektronische Fallenmelder oder Fahrtgeld sein. Denn Fangjagd sei zwar eine äußerst effektive Jagdart, aber eben auch sehr kosten- und zeitaufwändig.

Immer mehr Waschbären leben in deutschen Revieren.
Quelle: Rolfes/DJV

Waschbär, Marderhund und Mink: Verbreitung 2006-2015
Quelle: DJV

WILD: Jäger veröffentlichen neue Monitoring-Daten 11/4/17

Der DJV hat heute aktuelle Monitoring-Daten zu Wildtieren in Deutschland veröffentlicht. Im Fokus standen 2015 gebietsfremde Arten wie Waschbär, Marderhund und Mink. Jäger erfassten zudem das Vorkommen von Biber, Fischotter und Nutria. Insgesamt werteten Wissenschaftler Daten zu 15 Tierarten und zwei häufigen Wildkrankheiten aus.

(Berlin, 11. April 2017) Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat heute die Online-Version des Jahresberichts 2015 für das Wildtier-Informationssystems der Länder Deutschlands (WILD) veröffentlicht. Darin enthalten: Daten zu 15 heimischen Wildarten und zwei Wildkrankheiten, die Jäger in knapp 24.000 Revieren erhoben haben. Der 52-seitige Bericht liefert neben interessanten Fakten detaillierte Informationen zur bundesweiten Verbreitung der Arten sowie zu deren Populationsentwicklung in den vergangenen Jahren. Die Ergebnisse sind mit zahlreichen Karten und Grafiken illustriert.

Einen Schwerpunkt im WILD-Jahresbericht 2015 bilden die semiaquatischen Arten Biber, Fischotter und Nutria. Das Ergebnis: Bei allen drei Arten sind deutliche Ausbreitungstendenzen festzustellen. Insbesondere die Nutria ist in immer mehr Revieren anzutreffen. So konnte diese in den vergangenen zehn Jahren ihr Verbreitungsgebiet verdoppeln und kommt 2015 in 16 Prozent aller Reviere vor. Auch die Verbreitung der gebietsfremden Arten Waschbär, Marderhund und Mink, die Jäger bereits seit 2006 erfassen, wird detailliert im WILD-Jahresbericht erörtert. Erstmals enthält der Bericht zudem Informationen zur Verbreitung der Bisamratte, die im Rahmen der Flächendeckenden Erfassung 2015 das erste Mal durch das WILD-Monitoring erfasst wurde. Ergänzt wird der Bericht durch Gastbeiträge von Wissenschaftlern, die Einblick in aktuelle Forschungsthemen geben.

Das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschland ist eine Initiative des Deutschen Jagdverbandes (DJV) und seiner Landesjagdverbände. Jäger erfassen und dokumentieren bereits seit 2001 gemeinsam mit Wissenschaftlern die Verbreitung und Bestandsentwicklung ausgewählter Wildarten auf wissenschaftlicher Basis.

Den aktuellen WILD-Bericht 2015 sowie weitere Informationen zum Projekt gibt es im Internet:
www.jagdverband.de/content/ergebnisse-und-publikationen.

Bis zu drei Printexemplare können kostenfrei über die DJV-Service und Marketing GmbH angefordert werden, bei mehr Ausgaben sind die Versandkosten zu zahlen: Friesdorfer-Str. 194a, 53175 Bonn,
Tel. (0228) 3 87 29-00, E-Mail: info@djv-service.de


Feldhasenbestand stabil 7/4/17

Im Frühjahr 2016 haben Jäger durchschnittlich 11 Feldhasen pro Quadratkilometer auf den Wiesen und Feldern in Deutschland gezählt. Die Bestände schwanken je nach Region stark. Am meisten Langohren gibt es im Nordwestdeutschen Tiefland mit 18 Tieren pro Quadratkilometer.

(Berlin, 07. April 2017) Die Bestände des Feldhasen in Deutschland sind weiterhin stabil. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler nach der vorläufigen Auswertung von Daten des Wildtier-Informationssystems der Länder Deutschlands (WILD) für das Frühjahr 2016. Demnach leben im Offenland bundesweit 11 Feldhasen pro Quadratkilometer (Median), allerdings mit großen Schwankungen je nach Region. Die Monitoring-Daten werden seit 2001 für WILD erhoben und zeigen: Auch 2016 gab es die meisten Feldhasen im Nordwestdeutschen Tiefland mit 18 Hasen pro Quadratkilometer, gefolgt vom Südwestdeutschen Mittelgebirge (14 Hasen pro Quadratkilometer) und vom Westdeutschen Mittelgebirge (10 Hasen). Im Alpenvorland (8 Hasen) sowie im Nordostdeutschen Tiefland und Ostdeutschen Mittelgebirge (je 5 Hasen) leben deutlich weniger Tiere. WILD ist ein Projekt des Deutschen Jagdverbands (DJV) und seiner Landesverbände.

Zuwachs regional unterschiedlich

Um Entwicklungstrends besser einschätzen zu können, zählen Jäger und Wissenschaftler zwei Mal jährlich auf denselben Flächen, was die Ermittlung der sogenannten Nettozuwachsrate ermöglicht. Von Frühjahr bis Herbst 2016 lag diese im Bundesschnitt bei minus 2 Prozent (Median), der Nachwuchs konnte die Sterblichkeit also nicht ausgleichen. Lediglich im Nordwest- und im Nordostdeutschen Tiefland war der Zuwachs mit 2 beziehungsweise 1 Prozent positiv. Besonders drastisch waren die Verluste innerhalb des Jahres 2016 im Westdeutschen Mittelgebirge (minus 14 Prozent) und im Ostdeutschen Mittelgebirge (minus 31 Prozent). Sollte das Frühjahr 2017 ebenfalls nasskalt werden, befürchten Wissenschaftler regional einen leichten Rückgang der Feldhasenbestände.

Ungünstiges Wetter Hauptursache

Als Hauptursache für die hohe Sterblichkeit junger Hasen im Jahr 2016 machen die Wissenschaftler das Wetter verantwortlich: Das Frühjahr war sehr wechselhaft und eher trüb, bis Ende April gab es Wetterstürze mit Graupel- und Schneeschauern. Im Norden Deutschlands war es im weiteren Jahresverlauf noch vergleichsweise trocken, im Süden und Westen hingegen gab es sehr hohe Niederschlagsmengen. Der vergangene Juni gilt als der nasseste der letzten Jahrzehnte, vor allem in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen (Westdeutsches Mittelgebirge).

Durch ungünstige Witterungsverhältnisse – vor allem im Frühjahr – kommt es zur Unterkühlung der Junghasen und somit zu erhöhter Sterblichkeit. Eine Kombination von Kälte und Nässe ist besonders ungünstig: Junghasen werden auf dem offenem Feld in einer Erdmulde geboren und verbringen dort die ersten Wochen die meiste Zeit zum Schutz vor Fressfeinden allein. Beständiger Regen durchnässt das Fell, es isoliert nicht mehr richtig. Bei niedrigen Temperaturen erfrieren die Jungtiere schließlich.

Lebensraum verbessern, Fressfeinde bejagen

„Maßgeblich für den Feldhasen sind Lebensraum, Witterung und Fressfeinde“, sagt DJV-Vizepräsident Dr. Volker Böhning. Nasskaltes Wetter im Frühjahr setze den Junghasen ebenso zu wie viele Fressfeinde oder mangelhafte Habitate. Dazu gehören auch Lebensräume mit stark befahrenen Straßen: Nach aktuellen DJV-Erhebungen beträgt der Anteil der Verkehrsopfer an der Jagdstatistik bundesweit 27 Prozent, in Brandenburg sogar 75 Prozent.

Arten- und strukturreiche Felder und Wiesen tragen zum Erhalt einer Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten bei. Leider ist der Anteil vielfältiger Brachflächen in den vergangen Jahren stark zurückgegangen – unter anderem durch den Wegfall von Subventionen und den Boom nachwachsender Rohstoffe. Krautreiche Randstreifen fehlen zunehmend, da Felder zu größeren Flächen zusammengelegt werden. „Für Feldhase und Co. brauchen wir mehr produktionsintegrierte Maßnahmen in der landwirtschaftlichen Fläche, etwa Blühstreifen mit Wildkräutern“, so Dr. Böhning. Solche ökologischen Trittsteine müssten wirtschaftlich wesentlich attraktiver gestaltet werden für Landwirte. Hier sei die Politik gefragt.


Informationen für Hundehalter 6/4/17

Gesetzliche Vorschriften und Wissenswertes 

hunde_kreis-viersen.pdf

Barrierefreiheit für die biologische Vielfalt 29/3/17

rotz Grünbrücken ist die Durchgängigkeit der Landschaft für Tiere noch nicht erreicht, die Tiermortalität an Straßen zu hoch. Die Wiedervernetzung von Lebensräumen wirkt dem entgegen und muss bundesweit Schule machen. Wie das funktionieren kann, erklären Experten während der Fachtagung „Lebensraumkorridore für Mensch und Natur“ in Berlin.

(Berlin, 28. März 2017) Verkehrswege müssen keine Barriere für die biologische Vielfalt sein, wenn große Querungshilfen wie Grünbrücken und Ottertunnel ökologisch hochwertig an das Hinterland angebunden werden. Gleichzeitig können Verkehrsunfälle mit Wildtieren vermieden werden. Das Leuchtturmprojekt „Holsteiner Lebensraumkorridore“ zeigt, wie wichtig die richtige Gestaltung auf der Grünbrücke und deren Einbindung in die umgebende Landschaft ist: So haben sich zum Beispiel seltene Arten wie Kreuzkröte oder der Warzenbeißer, die sich nur langsam fortbewegen können, bis zur Grünbrücke bei Kiebitzholm ausgebreitet. Die Haselmaus, das Blutströpfchen – eine Schmetterlingsart – und der Kammmolch nutzen inzwischen die Grünbrücke, der Fischotter ist im benachbarten Ottertunnel nachgewiesen worden. Im an die Grünbrücke angrenzenden Naturwaldband lebt eine hohe Artenvielfalt von Brutvögeln und Fledermäusen.

Was inzwischen kleinräumig funktioniert, muss aber auch im regionalen Maßstab wirken. Daher wird in einem weiteren Projekt der „Regionen- und naturraumübergreifenden Wiedervernetzung“ die großräumige Wiedervernetzung von Naturschutzflächen zwischen und über die Autobahnen A 7 und A 21 im Kreis Segeberg erprobt und entwickelt.

Dass die Verkehrsinfrastruktur durchaus mit einer grünen Infrastruktur vereinbar ist, ist ein Ergebnis, welches heute rund 130 Wiedervernetzungsexperten aus ganz Deutschland während der Tagung „Lebensraumkorridore für Mensch und Natur“ in der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin vorgestellt wird. Eingeladen haben der Deutsche Jagdverband (DJV) und die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein (SNSH) Fachleute aus den Bereichen Straßenbau, Verwaltung, Forst, Jagd und Naturschutz. Gemeinsam mit den politischen Vertretern sollen neue Erkenntnisse zum Thema Wiedervernetzung von Lebensräumen für Wildtiere über trennende Verkehrswege hinweg diskutiert und Impulse für Handlungsempfehlungen gegeben werden.

„Mit Blick auf das Artensterben können wir es uns nicht leisten, noch mehr Landschaft unüberwindbar zu zerschneiden", sagt Rita Schwarzelühr-Sutter, parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium (BMUB). "Im Gegenteil: Um dem Verlust von Artenvielfalt entgegenzuwirken, müssen wir die mit Straßen, Bahntrassen und Siedlungen geschlagenen Schneisen konsequent wieder miteinander vernetzen. Die künftige Verkehrs- und Bauplanung muss sich stärker an ökologischen Kriterien orientieren – nur dann ist sie wirklich zeitgemäß, richtungsweisend und zukunftsfähig.“

„Die Zerschneidung von Lebensräumen gehört zu den gravierendsten Gefährdungsursachen für die biologische Vielfalt“, sagt Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN). „Im BfN befassen wir uns seit knapp 20 Jahren mit dieser Thematik. Mit unseren Vorhaben konnten wir beispielsweise nachweisen, dass Grünbrücken viel effizienter für die biologische Vielfalt wirksam sind, wenn sie in das landschaftliche Umfeld ein- und an das Hinterland angebunden sind.“

„Für große und kleine Wildtiere, von der Haselmaus – Tier des Jahres 2017 – bis zum Rothirsch, sind Straßen oft unüberwindbare Hindernisse“, sagt Hartwig Fischer, DJV-Präsident. „Sie zerschneiden deren Lebensräume und beschränken die natürlichen Wanderungen der Tiere. Um eine genetische Verarmung zu verhindern, müssen die uralten Wanderrouten von Tieren wie dem Rothirsch auch über Straßen hinweg erhalten bleiben.“

Während der eintägigen Veranstaltung werden neue Entwicklungen aus Erprobungsvorhaben und aus der Praxis gegeben, die die strategischen Ansätze aus Politik und Forschung aufgreifen, sowie wichtige Impulse für eine künftige Ausrichtung. Zu diesen Ergebnissen zählen konkrete Anforderungen an Wiedervernetzungsmaßnahmen, die Eingang in Leitfäden des Straßenbaus finden, aber auch vorbildliche und erfolgreiche Umsetzungen in den Ländern. Hinzu kommen Untersuchungen zu Möglichkeiten und Grenzen von Straßenbegleitgrün als Lebensraum und Vernetzungselement oder Ansätze zur Beurteilung von Wildunfällen und zur Wildunfallvermeidung.

Weitere Informationen zur Tagung: http://bit.ly/HLRK_2017

 

Rita Schwarzelühr-Sutter, parlamenatrische Staatssekretärin im BMUB: "Mit Blick auf das Artensterben können wir es uns nicht leisten, noch mehr Landschaft unüberwindbar zu zerschneiden."
Quelle: DJV/Kapuhs

"Bestehende Grünbrücken sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, es besteht nach wie vor dringender Handlungsbedarf", sagt DJV-Präsident Hartwig Fischer auf der Fachtung "Lebensraumkorridore für Mensch und Natur" in Berlin.

Quelle: DJV/Kapuhs

 

Das E+E-Projekt „Wiedervernetzung“ – grenzenlos unterwegs

Autobahnen und Bundesstraßen trennen Lebensräume und stellen für Tiere und Pflanzen oft unüberwindbare Barrieren dar. Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein als Projektträgerin des Erprobungs- und Entwicklungsvorhabens „Wiedervernetzung“ schafft zusammen mit den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten, dem Deutschen Jagdverband, dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr, dem Wildpark Eekholt sowie dem Institut für Natur- und Ressourcenschutz der Universität Kiel neue Freiräume für Tiere und Pflanzen.

Zwischen 2010 bis 2013 haben die Partner bei Kiebitzholm an der A 21 bundesweit erstmalig Querungshilfen mit Naturschutzflächen im Hinterland erfolgreich vernetzt. Bis 2017 stehen die im Zuge des Ausbaus der A 7 gebauten Querungshilfen und der Raum zwischen den Autobahnen im Fokus der Experten: Ziel ist es, die Lebensräume rund um die Grünbrücken bei Bad Bramstedt und Brokenlande miteinander und mit denen bei Kiebitzholm zu vernetzen. Finanziert wird das Projekt vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.

Weitere Informationen zum Projekt unter www.lebensraumkorridore.de

 


Kontakt:

Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein
Thomas Voigt
Eschenbrook 4, 24113 Molfsee
Tel.: 0431/ 2 10 90-200
info@sn-sh.de, www.stiftungsland.de

Deutscher Jagdverband e. V.
Dr. Armin Winter, Christina Wandel-Sucker
Chausseestraße 37, 10115 Berlin
Tel.: 030/ 2 09 13 94-22
pressestelle@jagdverband.de, www.jagdverband.de


Freie Bahn für Wildtiere 22/3/17

ADAC, Deutscher Jagdverband, Naturschutzbund (NABU) und der WWF Deutschland wollen fünf Prozent weniger Wildunfälle jährlich. Deutschland hat zu wenig „Grüne Infrastruktur“.

(Berlin, 22. März 2017) Hunderttausende Rehe, Hirsche, Füchse und viele andere Tiere sterben jedes Jahr auf unseren Straßen. Wildunfälle stellen zudem für Autofahrer ein erhebliches Risiko dar. Zum anderen gefährden die Zerschneidung und Verinselung von Lebensräumen die biologische Vielfalt in Deutschland.

ADAC, Deutscher Jagdverband, Naturschutzbund (NABU) und der WWF Deutschland begrüßen deshalb das heute vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Berlin vorgestellte „Bundeskonzept Grüne Infrastruktur“ als eine dringend notwendige Grundlage. Gleichzeitig kritisieren sie die schleppende Umsetzung des 2012 beschlossenen Bundesprogramms Wiedervernetzung sowie eines bundesweiten Biotopverbunds. Grund dafür ist neben der unzureichenden Finanzierung auch der bestehende Mangel von bundesweiten Planungsgrundlagen und Umsetzungsstrategien.

In einem gemeinsamen Papier fordern die Verbände daher Bund und Länder auf, ihre Anstrengungen zur Umsetzung von Wiedervernetzung und Biotopverbund deutlich zu verstärken. Ziel müsse es sein, die Zahl der Verkehrsunfälle mit Wildtieren – auch zum Schutz des Menschen – um jährlich fünf Prozent zu verringern. Hierfür brauche es geeignete Maßnahmen wie Querungshilfen, Wildwarnanlagen oder Zäunung.

Außerdem sollte ab sofort mindestens ein Prozent der Investitionen in Bundesfernstraßen für Maßnahmen zur Wiedervernetzung von Lebensräumen an bestehenden Bundesauto-bahnen und Bundesfernstraßen verwendet werden. Bis zum Jahr 2027 sollen so die 93 wichtigsten Wiedervernetzungsabschnitte aus dem Bundesprogramm abgearbeitet sein.

Für den dauerhaften Ausbau und den Erhalt Grüner Infrastruktur sollte ein „Bundesnetzplan Biotopverbund“ eine länderübergreifende Vernetzung von Lebensräumen gewährleisten. Als fester Bestandteil der Raumplanung wären auf diese Weise wichtige Achsen sowie überlebenswichtige Kernflächen des Biotopverbundsystems dauerhaft gesichert. Besonderer Wert ist dabei auf die bestmögliche Einbindung von Wildbrücken und anderen Querungshilfen in das Netz der Natur zu legen.

Eines der größten Probleme stellt derzeit die intensive Landnutzung und damit die Verfügbarkeit von Fläche für den Naturschutz dar. Hier fordern die Verbände von der öffentlichen Hand, den Verkauf wichtiger Flächen aus ihrem Besitz einzustellen und diese für die Umsetzung des länderübergreifenden Biotopverbundes bereitzuhalten. Insbesondere in der Agrarlandschaft  müssten ausreichend Trittstein- und Vernetzungslebensräume wie z.B. Waldinseln, Feuchtgebiete oder Hecken geschaffen werden. Hier ist auch die Agrarpolitik gefordert.

Die Tagung „Lebensraumkorridore für Mensch und Natur“ am 27. März 2017 in der Berliner Landesvertretung von Baden-Württemberg befasst sich ebenfalls mit der Thematik der Wiedervernetzung und stellt zahlreiche Praxisbeispiele vor.

 

 
Quelle: DJV

Trotz Grünbrücken ist die Durchgängigkeit der Landschaft für Tiere noch nicht erreicht und die Tiermortalität an Straßen zu hoch.

Quelle: DJV/Seifert

 

Pressekontakte:

ADAC: Andreas Hölzel, 089-7676-5387, presse@adac.de
DJV: Torsten Reinwald, 030-2091394-23, pressestelle@jagdverband.de
NABU: Kathrin Klinkusch, 030-284984-1510, presse@nabu.de
WWF: Roland Gramling, 030-311777-425, roland.gramling@wwf.de


Europäisches Parlament stimmt Feuerwaffen-Richtlinie zu 18/3/17

Das Europäische Parlament hat gestern in Straßburg der umstrittenen Reform der EU-Feuerwaffenrichtlinie zugestimmt. Der ursprüngliche Entwurf der EU-Kommission wurde deutlich entschärft. Der jetzt beschlossene Kompromiss ist zwar anwenderfreundlicher, enthält aber immer noch eine Reihe von fragwürdigen Maßnahmen. Der ursprünglichen Idee, nämlich europaweiter Terrorismusbekämpfung, wird die geplante Reform nicht gerecht.

(Berlin, 15. März 2017). Das europäische Parlament hat gestern einer fragwürdigen Reform der EU-Feuerwaffenrichtlinie zugestimmt. Vorgesehen sind unter anderem Beschränkungen der Magazinkapazität halbautomatischer Waffen, umfassendere Regelungen zur Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit von Waffen und Waffenteilen, zum Austausch von Daten unter EU-Mitgliedsstaaten sowie dem Handel mit Waffen und eine verschärfte Überwachung der Eignung und Zuverlässigkeit von Waffenbesitzern. Nach Auffassung des Deutschen Jagdverbands (DJV) verfehlt die Reform ihr eigentliches Ziel – Terrorismusbekämpfung – nahezu gänzlich. Die EU-Kommission hat Ende 2015 unter dem Eindruck der Anschläge von Paris ein noch deutlich umfangreicheres Reformpaket vorgelegt. Experten haben bereits damals heftige Kritik geäußert und den Großteil der Maßnahmen als ungeeignet für Terrorismusbekämpfung abgelehnt. Zu einer kompletten Zurückweisung konnten sich die Parlamentsabgeordneten nicht durchringen, haben den Kommissionsentwurf aber deutlich entschärft.

In der Richtlinie werden detaillierte Vorgaben zur Deaktivierung von Waffen sowie zu Alarm- und Schreckschusswaffen gemacht. Es darf nicht mehr möglich sein, diese zu scharfen Waffen umzubauen. Strenge Vorgaben gibt es auch für den Handel mit Waffen im Fernabsatz. Diesen wollte die Kommission ursprünglich ganz verbieten, nun soll der Handel unter strikter Überwachung doch möglich sein. Verboten sind künftig halbautomatische Waffen mit einer Magazinkapazität von mehr als zehn Schuss bei Langwaffen und 20 Schuss bei Kurzwaffen, sowie entsprechende Magazine. Die Richtlinie gibt den Mitgliedsstaaten zudem einen engeren Rahmen für die Überwachung der Zuverlässigkeit und Eignung zum Waffenbesitz sowie für die Waffenaufbewahrung.

Welche Änderungen im Einzelfall auf Waffenbesitzer in Deutschland zukommen, hängt jetzt von der Umsetzung ins deutsche Recht ab. Das deutsche Waffengesetz gilt bereits als eines der strengsten der Welt. Deutsche EU-Abgeordnete haben während des Verfahrens immer wieder betont, dass die Änderungen für Jäger und Sportschützen in Deutschland marginal seien. Änderungen bei der Überprüfung der Zuverlässigkeit und Eignung sowie bei den Aufbewahrungsvorschriften sind nach Einschätzung des DJV sowie deutscher EU-Abgeordneter nicht erforderlich, um die Richtlinie umzusetzen.

Bürokratie verhindert Terror nicht

"Bürokratische Restriktionen gegen legale Waffenbesitzer verhindern weder Terror noch Kriminalität", sagte DJV-Präsidiumsmitglied Helmut Dammann-Tamke. Im Gegenteil: Für die Kontrolle der Umsetzung werde Personal benötigt, das dann bei der eigentlichen Terrorbekämpfung und der Zerschlagung des illegalen Waffenmarktes fehle. „Kein Terrorist wird sich um das verschärfte Waffenrecht kümmern. Auch die EU-Feuerwaffenrichtlinie ist nur ein Beispiel für viele EU-Gesetzesvorhaben, die zwar hehre Ziele verfolgen, aber letztendlich nur den gesetzestreuen Bürger treffen“, so Dammann-Tamke weiter. Einen sinnvollen Beitrag zur Bekämpfung von Terrorismus und organisierter Kriminalität könnten aber die strengeren Dektivierungsstandards leisten, betonte Dammann-Tamke.

Der ursprüngliche Entwurf der EU-Kommission war im Europäischen Parlament und in den Mitgliedsstaaten auf heftige Kritik gestoßen. Auch im Rat hatten viele EU-Mitgliedsstaaten Kritik vorgebracht. Parlament und Rat haben sich im Dezember 2016 auf einen vorläufigen Kompromiss geeinigt, den das Parlament nun beschlossen hat. Der Ministerrat muss der Richtlinie noch zustimmen. Anschließend haben die Mitgliedsstaaten 15 Monate, um das nationale Waffenrecht anzupassen.

Straftaten mit Schusswaffen rückgängig

Das Bundeslagebild Waffenkriminalität 2015 zeigt einen konstanten Rückgang der Straftaten mit Schusswaffen: 23 Prozent weniger seit 2011 (2011: 11.710, 2015: 9.000). Bei den sichergestellten Schusswaffen handelte es sich in drei Viertel der Fälle um erlaubnisfreie Gas-, Alarm- und Luftdruckwaffen. Der Anteil der erlaubnispflichtigen Schusswaffen betrug etwa ein Viertel davon waren 95 Prozent illegal. Nur etwa ein Prozent aller sichergestellten Schusswaffen war erlaubnispflichtig und legal. Mit geschätzten 20 Millionen Stück übersteigt der Anteil der illegalen Schusswaffen in Deutschland den Anteil der legalen Schusswaffen (etwa 5 Millionen) um ein Vielfaches.


"Wild auf Wild" – DJV startet Kampagne 12/3/17

Unter dem Motto "Wild auf Wild" hat der DJV Aktionsmittel rund um Wildbret für Jäger entwickelt. Sie sollen den Auftritt ohne großen Aufwand professionalisieren und Werbung machen für die Jagd. Die Produkte ergänzen die bekannte Internetplattform www.wild-auf-wild.de. Neu ist der gleichnamige Facebook-Auftritt.

(Berlin, 10. März 2017) Jeder zweite Deutsche isst mindestens einmal im Jahr Wild - weil es ein ursprüngliches, regionales Lebensmittel ist und damit im Trend liegt. Jagd wird in diesem Zusammenhang entsprechend positiv bewertet, zeigen repräsentative Umfragen. Der Deutsche Jagdverband hat deshalb eine Kampagne gestartet, die über Wildbret das Image der Jagd weiter verbessern kann. Im Fokus stehen verschiedene Aktionsmittel, die sich gut kombinieren lassen mit bestehender Ausrüstung für Auftritte auf Märkten, Messen oder Festen. Roll-ups, Theke, Beachflags, Kochschürzen, Basecaps, Rezeptbroschüren, Servietten, Fleischpikser oder Plakate: Ab dem 15. März 2017 sind zahlreiche Produkte im Internet unter www.djv-shop.de bestellbar.

Die zweite Komponente von "Wild auf Wild" besteht aus der gleichnamigen Internetseite. Dort können Jäger und Gastronomen ihr Wildbret-Angebot einstellen - von Verbrauchern schnell zu finden über eine Postleizahlen-Suche. Dass es nicht immer Rotkohl und Klöße zu Wild geben muss, belegen zahlreiche illustrierte Rezepte auf www.wild-auf-wild.de. Neu ist der Facebook-Auftritt von Wild auf Wild. Auf beiden Online-Plattformen gibt es neben modernen Wildgerichten zum Nachkochen auch Küchentipps mit Videoanleitung sowie Hintergrundwissen zu Lagerung und Verarbeitung von Wildfleisch. Jäger können die bestehenden Rezept-Videos übrigens auch in den eigenen Internetauftritt einbinden und damit ohne großen Aufwand einen Mehrwert schaffen.

Derzeit wird die Kampagne bundesweit vorgestellt und erhält regen Zuspruch auf Messen und Jägerschaftsversammlungen. Der DJV bittet ausdrücklich um konstruktive Kritik: Das Sortiment soll laufend erweitert werden und möglichst viele Kundenwünsche berücksichtigen.


Bundestag und Bundesrat beraten über Waffengesetz 11/3/17

Der Bundesrat hat heute eine Stellungnahme zur geplanten Änderung des Waffengesetzes abgegeben. Unter anderem befürwortet die Länderkammer einen besseren Bestandsschutz für Waffenschränke. Zeitgleich hat der Bundestag über das Gesetz debattiert und den vorliegenden Entwurf in die Ausschüsse zur weiteren Beratung verwiesen. Einen Grünen-Antrag zur weiteren Verschärfung haben die Abgeordneten mehrheitlich abgelehnt.

(Berlin, 10. März 2017) Der Bundesrat hat heute zu der geplanten Änderung des Waffengesetzes Stellung genommen. Mit dem Entwurf, den die Bundesregierung Ende Januar 2017 beschlossen hat, sollen unter anderem neue Bestimmungen für die Waffenaufbewahrung erlassen werden. Der Bundesrat schlägt hierzu unter anderem eine Ergänzung des Bestandsschutzes für Waffenschränke vor, die der bisherigen Norm entsprechen. Der DJV begrüßt diese Entscheidung, mit der eine seiner Forderungen umgesetzt wird.

Bundesrat sieht illegale Waffen als Hauptproblem

Darüber hinaus fordert der Bundesrat, dass künftig schon das illegale Anbieten einer Waffe eine Straftat ist und erkennt ausdrücklich an, dass das Hauptproblem im Zusammenhang mit Straftaten illegale Waffen sind. Dort und nicht beim legalen Waffenbesitz müssten Maßnahmen zur Kriminalitätsbekämpfung ansetzen. Der DJV begrüßt diese Position. Bereits Ende 2016 formulierte der Sachverständige von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) bei einer Anhörung im Bundestag: Schusswaffen, die für Straftaten einschließlich Terrorismus verwendet würden, gelangten kaum über legale Wege in den Besitz der Täter. Dementsprechend müsse mehr Personal für die Bekämpfung des illegalen Waffenhandels eingestellt werden.

Verbot militärisch aussehender Halbautomaten abgelehnt

Abgelehnt hat der Bundesrat heute ein Ansinnen Bremens, ein Verbot militärisch aussehender halbautomatischer Waffen auszusprechen. Dieses Vorhaben hat der DJV bereits vor Monaten als Augenwischerei abgelehnt. Eine entsprechende Vorschrift gab es übrigens im Waffengesetz schon einmal – sie wurde allerdings bereits 2002 unter der damaligen rot-grünen Bundesregierung auf Anregung von Strafverfolgungsbehörden gestrichen. Begründung damals: nicht nachvollziehbar und mit Blick auf Straftaten irrelevant.

DJV benennt kritische Punkte

Kritisch sieht der DJV die erneute Bundesratsforderung nach einer verpflichtenden Abfrage bei den Verfassungsschutzbehörden. Bereits im Vorfeld haben DJV und weitere, im Forum Waffenrecht (FWR) zusammengeschlossene, Verbände dies abgelehnt. Auch die Bundesregierung hatte den Vorschlag in ihrer Stellungnahme kritisiert. Der aktuelle Gesetzentwurf sieht – neben einigen sinnvollen Regelungen, Verwaltungsvereinfachungen und Bereinigungen – auch eine Anpassung an neuere Normen und eine Anhebung der Aufbewahrungsstandards für Waffen vor. Vor allem diesen Punkt haben DJV und FWR bereits in der Verbändeanhörung Ende 2016 kritisiert: Eine deutliche Anhebung der schon jetzt hohen Aufbewahrungsstandards sei nicht nötig und angesichts des damit verbundenen Aufwands unverhältnismäßig. Keine Bedenken bestünden dagegen gegen eine Ersetzung der geltenden Standards durch die aktuellen Sicherheitsstufen S1 und S2 nach EN 14450.

Erste Lesung im Bundestag

Parallel zum Bundesrat hat sich heute der Bundestag mit der geplanten Änderung des Waffengesetzes in erster Lesung beschäftigt. Nun werden die zuständigen Ausschüsse darüber beraten, bevor das Plenum in einigen Wochen oder Monaten abschließend beraten soll. Mehrere Abgeordnete haben in der heutigen Debatte noch Änderungsbedarf angemeldet. So forderten die Abgeordneten Oswin Veith (CDU) und Michael Frieser (CSU) Nachbesserungen beim Bestandsschutz für Waffenschränke zugunsten legaler Waffenbesitzer. Die Abgeordnete Gabriele Fograscher (SPD) betonte einerseits, dass weitere Verschärfungen kein Mehr an Sicherheit bringen würden und verwies darauf, dass nach Zahlen des Bundeskriminalamtes die Anzahl der Straftaten mit Waffen kontinuierlich zurückgehe. Andererseits sprach sie sich für eine zusätzliche Regelabfrage beim Verfassungsschutz für die Zuverlässigkeitsprüfung aus.

Die Grünen fordern weitere Verschärfung

Der Bundestag hat sich heute außerdem mit einem Antrag von Bündnis90/Die Grünen zur weiteren Verschärfung des Waffengesetzes befasst und mehrheitlich abgelehnt. Bereits bei einer öffentlichen Anhörung Ende 2016 hat die überwiegende Zahl der geladenen Experten den Entwurf kritisiert. Einige Forderungen aus dem Antrag bezeichnete die SPD-Abgeordnete Fograscher als „Placebo“ und wies darauf hin, dass kein Zusammenhang zwischen den terroristischen Anschlägen der letzten Zeit und dem geltenden Waffenrecht bestehe. Die Linken-Abgeordnete Martina Renner zeigte durch ihre Äußerung, wie wenig Sachverstand in der Debatte teilweise vorherrschte: Sie bezeichnete Repetierwaffen als Halbautomaten und bezog sich dabei auf den Amoklauf in Erfurt. Einen mit dem jetzt abgelehnten Antrag teilweise übereinstimmenden Antrag haben die Grünen in dieser Woche erneut eingebracht. Dieser wird nun ebenfalls im Innenausschuss behandelt.

DJV: Mehr gegen den illegalen Waffenhandel tun

DJV und die im FWR vertretenen Verbände repräsentieren etwa 2,5 Millionen legale Waffenbesitzer. Sie lehnen Verschärfungen des geltenden Rechts ab, weil damit die öffentliche Sicherheit keineswegs verbessert werden kann. Das Bundeslagebild Waffenkriminalität 2015 zeigt bereits deutlich: Nur 0,1 Prozent aller Straftaten wurden mit Schusswaffen verübt. „Sowohl im Vergleich zum Vorjahr als auch in der Langzeitbetrachtung waren die erfassten Straftaten unter Verwendung von Schusswaffen in Deutschland rückläufig“, so ein Fazit des Berichts. "Legale Waffenbesitzer mit immer neuen Auflagen zu überziehen ist natürlich einfacher, als illegalen Waffenhandel einzudämmen", sagte DJV-Präsidiumsmitglied Helmut Dammann-Tamke. Es müsse mehr Energie in die Bekämpfung des illegalen Waffenhandels gelegt werden. Die Schusswaffe für die schreckliche Bluttat Mitte Juli 2016 in München stammte nachweislich aus dem sogenannten Darknet, einem illegalen Teil des Internets, der von Behörden derzeit nur mangelhaft kontrolliert werden kann. Selbst Heranwachsende sind heute in der Lage, in einer digital vernetzten Welt immer leichter an illegale Waffen zu gelangen.


DJV spricht Klartext zu Konflikten mit Kormoran, Biber und Wolf 10/3/17

Brüssel steht in der Pflicht. Das ist eines der Ergebnisse einer Konferenz zur "Zukunft der Naturschutzrichtlinien" im EU-Parlament in Brüssel. In der von der Intergruppe Jagd und Ländliche Räume zusammen mit FACE organisierten Konferenz stellte der Vizepräsident des Deutschen Jagdverbandes, Dr. Volker Böhning, die bestehenden Probleme mit Kormoran, Biber und Wolf dar. Verantwortlich dafür sei nicht nur die unzureichende Umsetzung der Richtlinien in Deutschland, sondern auch die Bürokratie in Brüssel.

(Berlin, 9. März 2017). Die Konferenz, die vom CDU-Europaabgeordneten Karl-Heinz Florenz geleitet wurde, bot für den DJV die Möglichkeit, die negativen ökonomischen wie ökologischen Folgen für Gesellschaft, Landwirtschaft und Biodiversität der zunehmenden Bestände von Kormoran, Biber und Wolf darzustellen. Die Entnahme von Kormoranen sei ohne die erforderliche Verwaltungsvereinfachung nicht länger im nötigen Maße zu praktizieren, um eine nachhaltige Bestandsreduzierung zu erzielen. Ähnliche Probleme gebe es auch beim Biber.

Die Prognosen zur weiteren Ausbreitung des Wolfes in Deutschland für die nächsten fünf Jahre geben Anlass zur Sorge und müssten dem zuständigen Bundesumweltministerium eigentlich schon jetzt Anlass zum Handeln geben. Dreh- und Angelpunkt ist die Definition des "Günstigen Erhaltungszustandes". Dort bestehe ganz offensichtlich eine Diskrepanz zwischen einer politisch motivierten Sichtweise und der wissenschaftlichen Sicht. Praktikablen Lösungen für Landwirte und Jäger stünden viele Organisationen und die Verwaltung ablehnend gegenüber. Die europäischen Richtlinien würden im Grunde umfassendere Lösungen zulassen, die Möglichkeiten der Richtlinien seien in Deutschland jedoch nicht ausgeschöpft.

Stimmung kippt in einigen Regionen

Darüber hinaus liege eine Ursache der bestehenden Probleme mit den genannten Arten auch in Brüssel: Die Vorgaben unüberwindbarer Hürden, wie einstimmige Beschlüsse der Mitgliedsstaaten zur Änderung der Anhänge der Naturschutzrichtlinien, verhinderten Mehrheitsentscheide. Letztlich fehle der nötige Pragmatismus, von daher dürfe man sich über eine entsprechende Verbitterung über die Politik aus Brüssel und EU-Verdrossenheit nicht wundern.

Böhning warnte davor, bei Arten wie Wolf, Biber und Kormoran den gleichen Fehler zu begehen, wie in der Vergangenheit - nur unter umgekehrten Vorzeichen. Während die Verfolgung der Arten früher beinahe zu ihrer Ausrottung geführt hätte, führe heute der überzogene Schutz zu heftigen Konflikten mit der Landbevölkerung vor Ort; die Stimmung sei in einigen Regionen bereits gekippt. Erforderlich seien Vernunft und Augenmaß, damit es zu einer dauerhaften Akzeptanz und damit zum Erhalt der Arten in Deutschland komme.


17 Arten im Fokus 8/3/17

WILD: Im Frühjahr 2017 startet die sechste flächendeckende Erfassung. Datenreihen sind in Politik und Wissenschaft inzwischen eine wertvolle Entscheidungsgrundlage. Der Deutsche Jagdverband (DJV) appelliert an Jäger, das Monitoring-Projekt weiterhin zu unterstützen.

(Berlin, 8. März 2017) Wie viele Brutpaare der Nilgans gibt es in Deutschland? Wie verbreitet sich der Waschbär in Deutschland? Und wie entwickeln sich die Rebhuhnbestände in Deutschland? Antworten können am besten die Jäger geben, denn sie kennen die heimische Tierwelt wie kaum ein anderer. Es gilt, den Wissensschatz allen zugänglich zu machen, um bei Entscheidungen rund um Natur und Jagd mitzureden. Im Rahmen des Wildtier-Informationssystems der Länder Deutschlands (WILD) führt der Deutsche Jagdverband deshalb gemeinsam mit den Landesjagdverbänden zum sechsten Mal eine bundesweite Flächendeckende Erfassung durch, bei der 17 Arten berücksichtigt werden. Dabei stehen unter anderem erneut die Niederwildarten Rebhuhn, Fasan, Kaninchen und Feldhase im Fokus. Ihre Entwicklung muss aufgrund der teilweise starken Rückgänge in den vergangenen Jahren besonders genau beobachtet werden.

Zweiter Schwerpunkt: die Verbreitung der Neozoen Waschbär, Marderhund und Mink. Die vorliegenden WILD-Daten seit 2006 zeigen eindrucksvoll, wie sich die genannten Arten ausbreiten. Eine Fortschreibung der Datenreihen für 2017 ist wichtig. Wie bereits 2013 erfassen Jäger zudem Wildgänse: das Vorkommen und Brutgeschehen von Grau-, Kanada-, Nonnen-, Nil- und Rostgans wird abgefragt. Ein weiterer Schwerpunkt der Flächendeckenden Erfassung liegt auf den Marderartigen Iltis, Hermelin, Mauswiesel, Steinmarder und Baummarder.

Jäger liefern einzigartige Zahlen

„Diese Datenquantität und -qualität ist einzigartig in Deutschland. Wir Jäger können stolz sein auf das Geleistete. Das muss auch Ansporn sein für die künftigen Zählungen“, sagt DJV-Präsidiumsmitglied Dr. Volker Böhning. Der DJV bittet alle Jagdpächter in Deutschland, an der Flächendeckenden Erfassung 2017 teilzunehmen. Eine möglichst lückenlose Erfassung der Verbreitungsgebiete abgefragter Arten ist Voraussetzung für valide Daten und damit für deren Repräsentativität. In den vergangenen Jahren haben Jäger mit dem flächendeckenden Monitoring knapp die Hälfte der Jagdfläche Deutschlands erfasst. Die Daten ermöglichen wissenschaftlich fundierte Aussagen zum Vorkommen, zur Populationsgröße und Besatzentwicklung einheimischer und neu eingewanderter Arten in Deutschland. Die Ergebnisse sind zwischenzeitlich Grundlage für Handlungsempfehlungen und erlauben Schlussfolgerungen für die Jagdpraxis oder die landwirtschaftliche Nutzung. Das einzigartige Zahlenmaterial liefert nicht nur der Jägerschaft selbst verlässliche Daten, sondern wird auch von Behörden und Presse geschätzt.

Datenqualität ist entscheidend

Sollte eine der im Fragebogen genannten Arten im jeweiligen Revier nicht vorkommen, so muss auch dies durch Ankreuzen dokumentiert werden. Nur so lassen sich Status und künftige Veränderungen auswerten. Zudem ist es bei der Ermittlung der Besatz- oder Paardichte wichtig, Doppelzählungen zu vermeiden. Daher sollen wirklich nur die im jeweiligen Revier brütenden Paare angegeben werden. Hilfreich ist eine Absprache der Revierinhaber untereinander. Dies gilt gerade für Arten, deren Streifgebiet mehrere Jagdbezirke umfasst.

Die Erfassungsbögen werden je nach Bundesland wegen der unterschiedlichen Rahmenbedingungen auf verschiedenen Wegen an die Jagdpächter verteilt. Weitere Informationen gibt es beim zuständigen Landesjagdverband. Auf der Seite des DJV sind die zuständigen WILD-Länderbetreuer der Bundesländer gelistet: www.jagdverband.de/content/ansprechpartner. Der Erfassungsbogen steht auf www.jagdverband.de/content/methoden-und-formulare zum Herunterladen bereit.


WÖLFE Verhasst - verfolgt - verharmlost 2/1/17



Unter diesem Titel ist ein sehr wichtiges und lehrreiches Buch unseres Hegeringmitgliedes Dieter Hartwig erschienen.
Es ist bei Matussek in Lobberich sowie im Buchladen in Kaldenkirchen erhältlich.

Hier der Prolog des Buches:

Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Dieter Hartwig.
Alle Rechte vorbehalten.


Die sächsische Regionalpresse berichtete 1998 über die Zuwanderung von Wölfen aus Polen. Inzwischen haben sich die Raubtiere in Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen etabliert und in Nordrhein-Westfalen wird ein Wolfspaar vermutet. Historische Quellen über Wolfsvorkommen zwischen Rhein- und Maas sind vor allem in niederländischen Archiven dokumentiert. Ausführlich wird auf die Wolfsplage in den Grenzgemeinden beiderseits der Maas während der Franzosenzeit (1794–1814) eingegangen.
Originaldokumente belegen die Tötung von Kindern und Haustieren durch Wölfe und beschreiben Maßnahmen der Administration zu deren Ausrottung. Die leidvollen Erfahrungen der Bevölkerung mit dem Raubwild sind in der Region noch präsent. Die historische Rolle des Wolfes wird vermehrt hinterfragt, worauf Beiträge in regionalen Publikationen und der Jagdpresse hinweisen.
Ist die Wiederansiedlung von Wölfen in einem so dicht bevölkerten und frequentierten Gemeinwesen wie der Bundesrepublik überhaupt zu verantworten? Die wissenschaftlichen Anstrengungen sind beträchtlich: Managementpläne, Monitoring, Wolfsbeauftragte. Naturschutzverbände und Unterstützergruppen „pro Wolf“ haben unzählige Broschüren zur Information der Bevölkerung aufgelegt. Zudem schafft die Wolfsbegeisterung Arbeitsplätze.
Doch die Urängste der Menschen vor dem Wolf sind im Bewusstsein noch tief verankert, und die öffentlichen Debatten werden daher so emotional und ideologisch geführt, dass vernünftige Argumente und nüchterne Fakten kaum noch die Fronten durchdringen. Interessengruppen jeglicher Couleur haben die Situation ausgenutzt, um die Wölfe entweder als harmlose Individuen oder als wilde Bestien darzustellen. Fakt ist: Wolfspopulationen verfügen über ein enormes Ausbreitungs- und Wachstumspotenzial. Konflikte zwischen Menschen und Wölfen sind absehbar,
weil nicht nur bei geringen Schalenwildbeständen Haustiere angegriffen werden. Die „Schadensstatistik Sachsen“ ist in dieser Hinsicht sehr aufschlussreich. Bei Übergriffen auf Haustiere stehen die Wölfe in direkter Konkurrenz zu den Nutzungsinteressen des Menschen. Und das war einer der hauptsächlichen Konfliktpunkte für ihre Verfolgung und Ausrottung. Zwei besonders wichtige Aspekte sollten nicht unerwähnt bleiben: die Furcht der Menschen und der Schutz der Menschen vor den Raubtieren. Jahrhundertelang hatte die Bevölkerung in ganz Europa zu Recht Angst vor Wölfen. Der Angstfaktor spielte auch in der öffentlichen Diskussion eine bedeutende Rolle, als die Wölfe Skandinavien wieder entdeckten.
Ich habe den Zugang zum Thema „Wolf“ aus einer völlig anderen Perspektive
gewählt, als in den meisten bekannten Publikationen und lasse häufig die überlieferten Quellen sprechen. Im historischen Kontext wird kein geschöntes Bild vom Wolf gezeichnet, sondern der Räuber und Schädling beschrieben, wie ihn die Menschen in Deutschland bis ins 20. Jahrhundert erlebt und erlitten haben. Die unangenehmen Wahrheiten über von Wölfen getötete Menschen und Haustiere kontrastieren natürlich scharf mit der heutigen naturromantischen Wahrnehmung von „Bruder Wolf“ in Naturschutz- und Tierschutzkreisen. Dennoch sind sie Teil seiner bewusst geleugneten historischen Vergangenheit.
Dieter Hartwig



Kein Plus an Sicherheit durch Waffenrechtverschärfung 30/11/16

Das Forum Waffenrecht lehnt weitere Verschärfungen des Waffenrechts ab, da sie die öffentliche Sicherheit nicht verbessern. Experten bekräftigen dies in der Bundestagsanhörung. Angemahnt werden ein verbesserter Vollzug bestehender Vorschriften sowie eine effektive Bekämpfung des illegalen Waffenhandels.

(Berlin, 29. November 2016) Handlungsbedarf im Waffenrecht für mehr öffentliche Sicherheit? Auf Betreiben von Bündnis 90/Die Grünen fand gestern eine Öffentliche Anhörung vor dem Innenausschuss des Deutschen Bundestages statt. Die Allianz der im Forum Waffenrecht zusammengeschlossenen Verbände von Bund der Militär- und Polizeischützen (BdMP), Bund Deutscher Sportschützen (BDS), Deutscher Jagdverband (DJV), Deutsche Schießsport Union (DSU), Verband der Hersteller von Jagd-, Sportwaffen und Munition (JSM) und Verband Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler (VDB) sowie der Deutsche Schützenbund (DSB), die etwa 2,5 Millionen rechtschaffene Bürgerinnen und Bürger vertreten, lehnen Verschärfungen des geltenden Rechts ab, weil damit die öffentliche Sicherheit keineswegs verbessert werden kann. Das Bundeslagebild Waffenkriminalität 2015 zeigt bereits deutlich: Nur 0,1 Prozent aller Straftaten wurden mit Schusswaffen verübt. "Sowohl im Vergleich zum Vorjahr als auch in der Langzeitbetrachtung waren die erfassten Straftaten unter Verwendung von Schusswaffen in Deutschland rückläufig", so ein Fazit des Berichts.  In seiner Stellungnahme zur Anhörung betonte Oberstaatsanwalt Rainer Hofius: Die wenigen Verfahren gegen legale Waffenbesitzer seien als für die Sicherheit der Bevölkerung kaum bedeutsame Formalverstöße einzuordnen.

"Legale Waffenbesitzer mit neuen Auflagen zu überziehen ist natürlich einfacher, als illegalen Waffenhandel einzudämmen. Hier wird aber schlicht der falsche Baum angebellt", sagte Hans-Herbert Keusgen, Vorsitzender des Forum Waffenrecht. Statt nutzlose Hürden für gesetzestreue Bürger zu errichten, müsse endlich für einen funktionierenden Vollzug bestehender Vorschriften von der Erlaubnis bis zur Überprüfung gesorgt werden. Schon für diese Pflichtaufgabe reiche derzeit das Personal in den Behörden nicht aus, so Keusgen weiter.

In ihrer Stellungnahme zur Anhörung unterstützt die Gewerkschaft der Polizei (GdP) diese Forderung und stellt weiterhin fest: "Schusswaffen, die für Straftaten verwendet werden, einschließlich terroristischer Aktionen, gelangen kaum über legale Wege in den Besitz der Täter. " Dementsprechend müsse mehr Personal für die Bekämpfung des illegalen Waffenhandels eingestellt werden, so der GdP-Sachverständige Hans Jürgen Marker in der Anhörung.

Die Schusswaffe für die schreckliche Bluttat Mitte Juli 2016 in München stammte nachweislich aus dem sogenannten Darknet, einem illegalen Teil des Internets, der von Behörden derzeit nur mangelhaft kontrolliert werden kann. Selbst Heranwachsende sind heute in der Lage, in einer digital vernetzten Welt immer leichter an illegale Waffen zu gelangen. Dies hat die Tat in München auf fatale Weise bewiesen.  

Die Forderung von Bündnis 90/Die Grünen, Privatpersonen die Nutzung halbautomatischer Waffen zu verbieten, lehnt das Forum Waffenrecht als Aktionismus ab. Bereits im Sommer 2016 habe die Europäische Kommission betont, dass lediglich automatische Feuerwaffen, die in halbautomatische umgewandelt werden, besonders gefährlich seien, da sich diese leicht in Kriegswaffen verwandeln ließen.  Hingegen hätte eine Kriminalisierung von halbautomatischen Waffen, wie sie verbreitet von Jägern und Sportschützen verwendet werden, keinerlei Auswirkung auf die öffentliche Sicherheit, so die Verbände-Allianz.

„Wer weiterhin auf Scheinmaßnahmen setzt, verspielt auch das letzte Vertrauen in Politik“, sagte Keusgen. Vorzugaukeln, man müsse nur den legalen Privatbesitz von Schusswaffen verbieten um das öffentliche Sicherheitsproblem zu lösen, ist geradezu fahrlässig, so Keusgen. Der GdP-Sachverständige Marker dazu: "Waffenrechtsverschärfung ist grundsätzlich keine wirksame Methode, um organisierte Kriminalität und Großkriminalität zu verhindern.

Die Verbände fordern, dass die hohen Standards zur Deaktivierung von vollautomatischen Waffen zu Dekowaffen, die in Italien und Deutschland gelten, grundsätzlich EU-weit umgesetzt werden. Dazu gehören beispielsweise das Durchbohren des Laufes und des Patronenlagers. In der Slowakei wurden bis vor kurzem Sturmgewehre aus alten Militärbeständen zu Salutwaffen umfunktioniert, indem lediglich zwei Bolzen in die Waffe eingesetzt wurden, die sich leicht entfernen ließen. Terroristen nutzten für ihre Anschläge in Paris im November 2015 ebensolche mangelhaft zurückgebauten, vollautomatischen Waffen.

Abschließend sagte der Vorsitzende des Forum Waffenrecht, Hans-Herbert Keusgen, anlässlich der Öffentlichen Anhörung vor dem Innenausschuss des Bundestages: "Oberstaatsanwalt Rainer Hofius spricht mir in seiner Stellungnahme aus dem Herzen wenn er schreibt, dass angesichts des fehlenden Zugewinns an öffentlicher Sicherheit eine weitere Einschränkung der Rechte der Legalwaffenbesitzer das Verhältnismäßigkeitsprinzip unserer Verfassung verletzt."


WDR aktuell: Korrekturen am Landesjagdgesetz denkbar 29/11/16

28. November 2016, Dortmund (LJV). In der Nachrichtensendung WDR aktuell zieht der WDR in einem journalistisch ausgewogener Beitrag Jahresbilanz nach einem Jahr neues NRW-Jagdrecht.

Auch Umweltminister Remmel kommt neben Jägerin Britta von Weichs und dem NABU-Vorsitzenden Josef Tumbrinck zu Wort.

Fazit: Korrekturen am Jagdgesetz sind denkbar.

Hier die ganze Sendung: http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/aktuelle-stunde/video-aktuelle-stunde-1370.html

Sie finden den Beitrag ab Minute 29:40.

 

Lokalzeit OWL begleitet Jäger auf Bewegungsjagd

28. November 2016, Dortmund (LJV). Deutlich besser als die Überschrift „Auf Pirsch mit einem Hobby-Jager“ vermuten ließ (wer ist schon Hobby-Jäger?), war auch ein Beitrag der Lokalzeit OWL des WDR vom 23. November 2016.

Begleitet wurde Jäger Jörg Riedel bei einer Bewegungsjagd. Fazit hier: Jäger haben klare Vorgaben bei der Jagd und wägen vor jedem Schuss sehr gewissenhaft ab.

Hier ein Link zum Beitrag (ab Minute 19:40).

http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-ostwestfalen-lippe/video-lokalzeit-owl-970.html

Achtung: Beiträge in der Lokalzeit werden nach einer Woche, also in diesem Fall am 30. November, aus der Mediathek gelöscht.

 


Geflügelpest: Was Jäger wissen müssen 25/11/16

In vielen Teilen Deutschlands ist das Geflügelpest-Virus H5N8 bei verendeten Wildvögeln nachgewiesen worden. Zur Verhinderung der Einschleppung des Virus in Geflügelbestände sollten im Anschluss von Wasserfederwildjagden grundsätzlich keine Geflügelbetriebe aufgesucht werden bzw. die entsprechenden Hygienevorsichtsmaßnahmen beachtet werden. Jäger unterstützen in Seuchenfällen bundesweit die Veterinärbehörden. Im DJV-Interview gibt das Friedrich-Loeffler-Institut wichtige Hinweise, wie Monitoring oder Probenahme korrekt durchzuführen sind.

(Berlin, 24. November 2016)

DJV: Was sollten Jäger tun, wenn sie verendetes Wasserwild auffinden?

FLI: Menschen sollten tot aufgefundene Vögel nicht anfassen. Sie sollten den Fund der örtlichen Veterinärbehörde melden. Es liegt im Ermessen der zuständigen Behörden (in der Regel Landkreise und kreisfreie Städte), ob sie die Jägerschaft dazu auffordern, sie beim Sammeln toter Wildvögel zu unterstützen.

Wenn Wild eingesammelt werden soll, was ist zu beachten?

Im Ernstfall gibt die zuständige Veterinärbehörde klare Regeln vor, an die sich Jäger halten sollten. Grundsätzlich gilt: Kadaver sollten nur mit Handschuhen angefasst werden, etwa mit Einmalhandschuhen aus Nitril. Der Vogelkörper sollte in einen Müllbeutel überführt und dieser anschließend verschlossen werden. Ein Tyvek-Einmalschutzanzug dient bei Sammelaktionen dazu, vor einer Kontamination der Kleidung zu schützen und das Risiko einer Verschleppung des Erregers zu mindern.

Wie sollte zum Einsammeln genutzte Kleidung gesäubert werden?

Kontaminierte Kleidung sollte bei mindestens 60°C gewaschen und Gerätschaften sowie gebrauchte Schutzanzüge sollten z.B. mit Peressigsäure oder einem anderen geeigneten Desinfektionsmittel (www.desinfektion-dvg.de/index.php?id=1800) mit ausreichender Einwirkzeit behandelt werden. Einmal-Atemschutzmasken sind nach Gebrauch in einem Müllbeutel zu entsorgen. Das beim Bergen der Vögel getragene Schuhwerk ist zu reinigen und zu desinfizieren, bevor der Ort verlassen wird, an dem die Kadaver gesammelt wurden, um eine Verschleppung des Erregers zu vermeiden.

Besteht für Jäger, die Geflügel halten, ein besonderes Risiko?

Ja, in diesem Fall besteht ein großes Einschleppungsrisiko. Daher sollten insbesondere Geflügel haltende Jäger den Kontakt zu toten Vögeln meiden und sie nicht verbringen. Vor Betreten von Geflügelhaltungen müssen unbedingt die Biosicherheitsvorkehrungen beachtet werden, insbesondere das Anlegen von bestandseigener Schutzkleidung und ein Schuhwechsel. Die aktuellen Hinweise der DVG für Tierhalter sollten hierbei beachtet werden: www.desinfektion-dvg.de/index.php?id=2119

Wie können Jäger die örtlichen Behörden beim Monitoring unterstützen?

Jäger können die Behörden unterstützen, indem sie dem Veterinäramt Totfunde von Vögeln melden. Soweit die zuständige Veterinärbehörde es anordnet, kann die Entnahme von Tupferproben aus Rachen und Kloake (kombinierter Tupfer) von geschossenen Wasservögeln das aktive Monitoring (Untersuchung von gesunden oder gesund erlegten Vögeln) unterstützen. Die Proben sollten flüssigkeitsdicht und gekennzeichnet (Name des Einsenders, Datum und Fundort) an das Veterinäramt geschickt werden.

Weitere Informationen:

Aktuelle Risikoeinschätzung des Friedrich-Loeffler-Institutes (Stand: 18. November 2016): http://bit.ly/2fR83Ph


Fasan weg - was nun? 22/11/16

In Kreisen der Niederwildjäger gediehen Gerüchte und Mutmaßungen um die Ursachen Streckenrückgänge. Je nach Region waren unterschiedliche Gründe schnell ausgemacht. Biogas, Geflügelhaltung, Gülle- und Gärresteausbringung, der Einsatz von Pestiziden und Insektiziden, sowie Beizmittel wurden als Ursache vermutet. All diese Faktoren sind, betrachtet man den Rückgangverlauf als Ursache ehr unwahrscheinlich, denn die Faktoren treten je nach Region unterschiedlich stark auf. Der Rückgang der Fasanenbesätze ist jedoch in nahe zu allen Regionen zwar zeitversetzt aber sonst analog verlaufen. Bleibt die spannende Frage: Was ist die Ursache für den Rückgang?

Betrachten wir die Entwicklung der Fasanenpopulation erst einmal am Beispiel des Hegeringes Voltlage-Merzen.

In dem 9000 ha großen Hegering mit seinen 26 Revieren war der Fasan bis 2007 die Leitwildart in fast allen Revieren. Auch wenn es widersprüchlich klingt, die guten Fasanenreviere liegen in der landwirtschaftlich intensiv genutzten Nord-West Deutschen Tiefebene. Der Fasan ist ein Kulturfolger in den intensiv genutzten landwirtschaftlichen Regionen.

Im Hegering Voltlage Merzen gibt es einen natürlichen Wildfasanenbesatz. Aussetzungen oder Auswilderungen von Fasanen gab es bis 2007 nicht. Geringe Ausnahmen waren ausgemähte Gelege, die mit Zwerghühnern ausgebrütet und ausgewildert wurden. Diese hatten jedoch an Masse keinen Einfluss auf den Gesamtbesatz. Betrachten wir den Streckenverlauf, der als ein guter Weiser für die Entwicklung des Gesamtbesatzes angesehen werden kann, bleibt fest zustellen, dass aus bisher nicht geklärten Ursachen der Fasanenbesatz zwischen 2007 und 2013 um 80 % eingebrochen ist.

Der Fasan ist ein Kulturfolger der intensiv genutzten landwirtschaftlichen Regionen wie die Landkreise Vechta, Cloppenburg, Oldenburg Süd, Emsland und nördl. Osnabrücker-Land.

Im Hegering Voltlage Merzen gibt es einen natürlichen Wildfasanenbesatz. Aussetzen oder Auswildern von Fasanen kam bis 2007 nicht vor. Geringe Ausnahmen waren Ausgemähte Gelege die mit Zwerghühnern ausgewildert wurden. Diese hatten jedoch an Masse keinen Einfluss auf den Gesamtbesatz. Betrachten wir den Streckenverlauf, der als guter Weiser des Gesamtbesatzes angesehen werden kann, da die Jäger sehr genau auf niedrige Besätze mit zurückhaltender Bejagung reagieren und daher der Streckenverlauf als Weiser für die Fasanen Population angesehen werden kann.

Am Streckenverlauf sind beim Fasanen durchaus deutliche Schwankungen zu erkennen. Auffällig ist jedoch der starke Anstieg hin zu 2007-08 auf 2700 Fasanen und dann der deutlich nachhaltige Abstieg mit einer leichten Erholung 2011-12 um dann noch einmal deutlich ein zu brechen auf nunmehr 390 Fasanen. Das ist ein Rückgang um 85 % der Strecke.

Wo liegt die Ursache für diesen drastischen Rückgang?

Lebensraum

Die Landwirtschaftlichen Flächen sind der Lebensraum des Fasanen, somit hat natürlich die Landwirtschaft einen erheblichen Einfluss auf die Population. Die Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetz, (EEG) vom 01.04.2000 hat auf die Landwirtschaft, insbesondere in den Veredlungsregionen Niedersachsen, einen erheblichen Einfluss. Gerade hier nahm die Landbewirtschaftung in den Folgejahren durch den Bau von Biogasanlagen und weiteren Großställen erheblich zu. Die steigenden Erzeugerpreise für Getreide und Mais zogen höhere Pachtpreise und intensivere Bewirtschaftung durch höheren Einsatz von Dünger und Pestiziden nach sich. Im Hegering Voltlage Merzen entstanden auf 9000 ha 7 Biogasanlagen und die Viehdichte stieg auf über 5 Großvieheinheiten pro ha. Neue Verfahren in der Landbewirtschaftung führten zu größeren Maschinen und effektiveren Maschineneinsatz. All diese Faktoren wirken sich negativ auf den Lebensraum des Fasanen aus. Trotzdem stieg erst mal der Fasanenbesatz bis 2007 kontinuierlich an. Ein Widerspruch?

Oft hört man, dass die Einstellung der klassischen Flächenstillegung Ursache seinen könnte. In unserer Region hatte die Flächenstillegung ab mitte der 90 ziger Jahre kaum einen Einfluss im Lebensraum Fasan, da diese von den Landwirtschaftlichen Betrieben in andere Regionen ausgelagert wurde, oder die Flächen zum Anbau von nachwachsenden Rohstoffen wie Raps oder später Mais für Biogasanlagen genutzt wurden.

Somit ist fest zuhalten, das ab 2000 eine kontinuierliche intensivere Landwirtschaftliche Bewirtschaftung der Flächen statt gefunden hat, die sich erstmal nicht negativ auf die Besätze ausgewirkt hat bis 2007. Zweifelsohne ist die „neue“ Form der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung nicht von Vorteil für die Fasanenbesätze, aber ist sie auch für einen so drastischen Rückgang verantwortlich? Und warum dann erst ab 2007?

Krankheiten

Betrachtet man den plötzlichen Besatzeinbruch liegt der Verdacht nahe das eine Seuchenartige Erkrankung für den plötzlichen Besatzrückgang verantwortlich ist. Als Möglichkeiten für die Übertragung von Krankheiten kamen, neben den üblichen Infektionskrankheiten neue Infektionsquellen in Betracht, wie die zunehmende Offenlandhaltung von Hühnern, Hähnchenmast und die Ausbringung von Gärresten aus Biogasanlagen in Frage. Die Landesjägerschaft regierte sofort und beauftragte die Tierärztliche Hochschule Hannover, Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung mit der Durchführung einer Vorstudie zu Infektionskrankheiten bei Fasanen und Rebhuhn in Nordwestdeutschland. Die Studie endete zum 31.07.2012. Als Ergebnis wurden unterschiedliche Antikörper nachgewiesen, die den Verdacht verschiedener viraler Erkrankungen im Tierbestand nahe legen. 2013 wurde das Untersuchungsgebiet auf die Landkreise Cuxhaven und Stade ausgeweitet, außerdem ist eine Zusammenarbeit mit den Länder Schleswig Holstein und Nordrhein Westfalen geplant. Das Ergebnis gibt bis jetzt keinen Anlass für den Verdacht das Krankheiten ursächlich für den Rückgang seinen könnten. So heißt es in den Bericht der Tierärztlichen Hochschule vom 20.12.2013 „… insgesamt zeigt sich kein Hinweis auf eine typische Infektionskrankheit mit seuchenartigen Verlauf, wie z.B. Newcastle Disease, Aviäre Influenza oder Chamydiose.

Zwar zeigt sich eine Häufung von Infektiöser Bronchitis Virus, der aber wohl kaum für einen solchen Besatzrückgang verantwortlich sein kann. Die derzeitigen Untersuchungen konzentrieren sich zurzeit auf die Fasanenkücken. Beobachtungen führender Fasanenhenne legen den Verdacht einer hohen Kückensterblichkeit nahe. Neben Krankheiten scheint vor allem der schlechte Ernährungszustand der Fasanenküken hierfür verantwortlich zu sein. Die Abnahme von Insekten spielt hier eine ganz entscheidende Rolle, da die Fasanenküken in den ersten drei Lebenswochen auf tierische Eiweiße sprich Insekten angewiesen sind.

Prädation

Am 01.03.2011 begann die Tierärztliche Hochschule Hannover, Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung mit den Freilandarbeiten zum Projekt „Prädation Niederwild“. In den zwei Projektgebieten Merzen und Werlte. Die Studien in Werlte wurden aufgrund des geringen Fasanenbesatzes in 2014 eingestellt. In Merzen läuft die Studie weiter und liefert mittlerweile gute Ergebnisse. Die Pradation hat nach derzeitigen Erkenntnissen einen erheblichen Einfluss auf die Bodenbrüter. So wurde nachgewiesen, dass ca. 50 % des jeweiligen Hennenbesatzes Jahr für Jahr stirbt. Den größten Einfluss hat dabei die Prädation. Hauptprädatoren bei den Hennen sind Greifvögel, Marder und Fuchs. Die Hauptprädationszeit beginnt im Frühjahr bis zum Sommer, also in der Zeit in der die Hennen die Gelege anlegen und brüten, und damit für das Raubwild berechenbar werden. Die Brutstandorte konzentrieren sich zu 35 % auf nur 10 % der Lebensraumfläche, nämlich Strukturbereiche wie Wege, Gräben, Straßenränder, Wallhecken und Feldgehölze. Neben der Hennenprätation fällt auch die hohe Prädationsrate der Nester auf. Hier ist die Rabenkrähe der größte Prädator. Auffallend ist aber auch das 35 % der Nester aufgrund von Störungen verlassen wurden, da der Selbsterhaltungstrieb der Hennen größer ist als der Bruttrieb, vor allem in der ersten Brutphase. Ein gutes Argument für das Beibehalten des Leinenzwangs für Hunde in der Brut- und Setzzeit.

Kritiker der Studie sagen, Prädation hat es immer schon gegeben!    

Ergebnis/Zusammenfassung

Was bleibt als Erkenntnis nach 5 Jahren der Besatzrückgänge. Eine klare Ursachenzuordnung ist zurzeit nicht möglich, d.h. aber nicht, dass die Jäger untätig bleiben sollen. Die Lebensbedingungen unser Niederwildarten verschlechtern sich in den meisten Revieren zu Sehens Gleichzeitig verbessern sich die Bedingungen für die Prädatoren. Hier müssen wir Jäger ansetzen. Wir brauchen das Rad nicht neu erfinden die alte Schule der Niederwildhege ist angesagt. Prädatoren Bejagung ist Grundvoraussetzung für die Erhaltung der Niederwildbesätze. Laut Dr. Strauß von der Tierärztliche Hochschule Hannover, Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung wird der Fasan und auch das Rebhuhn nicht aussterben, aber die Frage für uns Jäger ist ob die Besätze so stabil bleiben, dass wir sie nutzen können? Hierzu bedarf es eines eingehend Prädatorenmanagemets in den Revieren. Mit konsequenter Bejagung von Fuchs & Co und dem Einsatz von Lebendfallen ist eine effektive Prädatoren Reduktion möglich.

Als Lebensraumgestaltende Maßnahmen bitten sich neben dem alt bekannten wie Anlage von Feldgehölzen und Biotopen auch moderne Elemente der Landschaftsgestaltung an wie Einsaat von Blühwiesen und Kräutermischungen in Grünland, die Anlage von Blühstreifen an Ackerrändern und die Gestaltung von Wegeseitenrändern. Diese Ersatzbiotope geben den Niederwild Deckung und sind Nahrungshabitat, als Bruthabitat scheiden sie jedoch aus, da wir aus der Prädatorenstudie wissen, das Gelege in Strukturbereichen bevorzugt prädiert werden. Blühstreifen sollten daher erst Mitte Mai eingesät werden, zum einen gehen die Wärme liebenden Blühpflanzen dann besser auf und sie sind ein hervorragendes Nahrungshabitat ab Juni. Im Sommer sind sie voll von Insekten und bieten der Henne mit den Küken in der Aufzuchtphase beste tierische Nahrung. Im Winter liefern die Pflanzen Samen und Deckung.

In vielen Revieren ist der Grundbesatz an Fasanen bereits soweit abgesackt, dass es fraglich ist ob die Fasanen die sich je niedriger der Besatz ist in einer Pradationsfalle befinden überhaupt wieder bejag bare Dichten erreicht.

Bei einer Hennensterblichkeit von 50 % zuzüglich der Gelegeverluste scheint dies ehr aussichtslos. So das die ökologisch, nachhaltige Auswilderung von autochthonen Fasanen zur Bestandsstabiliersirung an Bedeutung gewinnt. In den Revieren um Merzen laufen in diesem Jahr Untersuchungen um die Überlebensrate der ausgewilderten Fasanen zu ermitteln. Fest steht jedoch, dass in vielen Revieren ungeachtet der weiteren Entwicklung bejagbare Besätze erst wieder durch Bestandes stützende Maßnahmen erreicht werden können.

Als Fazit bleibt fest zu halten Niederwildjagd verlangt den Jäger einiges ab. Für die Zukunft gilt noch mehr als in der Vergangenheit, um ein intaktes Niederwildrevier zu erhalten bedarf es vieler Maßnahmen im Bereich Biotopgestaltung und Prädatorenbejagung.


Sicherheit vor Jagderfolg 17/10/16

Wenn im Herbst ein lautes „ Hop hop“ in den Wäldern ertönt, ist dies ein sicheres Zeichen dafür, dass die Hauptjagdsaison begonnen hat. Es gelten strenge Sicherheitsregeln.

(Berlin, 14. Oktober 2016) Bei den alljährlich stattfindenden Drückjagden handelt es sich um Gesellschaftsjagden, für die strenge Sicherheitsregeln gelten. Grundlage sind die Unfallverhütungsvorschriften (VSG 4.4 „Jagd“) der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau. "Die Sicherheit von Jagdhunden und Jägern hat oberste Priorität. Sie steht vor Strecke machen", so Hans-Heinrich Jordan, Präsidiumsmitglied des Deutschen Jagdverbands (DJV).

Bevor der Jäger anwechselndes Wild ins Fadenkreuz nimmt, muss er seine Umgebung genau in Augenschein nehmen und eine Hintergrundgefährdung ausschließen. Das bedeutet beispielsweise, markierte Gefahrenbereiche zu beachten. Ein Schuss in Richtung von Personen, Autos und Siedlungen ist strengstens untersagt. Die Schützen sollten nach Bezug des Standes Kontakt zu Nachbarschützen herstellen. Die Waffe darf erst auf dem Stand geladen werden und muss nach Beendigung des Treibens sofort entladen werden.

Der DJV empfiehlt Jägern, grundsätzlich nur von erhöhten jagdlichen Einrichtungen zu schießen, da ein ausreichender „Kugelfang“ immer gegeben sein muss. Ausschließlich „gewachsener“ Boden ist dafür geeignet. Dieser allein stellt jedoch noch keinen ausreichenden Schusshintergrund dar: Das Gelände muss so beschaffen sein, dass der Eintrittswinkel des Geschosses größtmöglich ist. Der Schusswinkel zum Nachbarn muss größer als 30 Grad sein.

Treiber und Schützen sollten Signalkleidung tragen. So werden sie auch bei schlechten Wetterverhältnissen gut wahrgenommen. Damit auch die vierbeinigen Jagdbegleiter gut erkennbar sind, empfiehlt sich der Einsatz von Signalwesten und Signalhalsbändern, die im Idealfall mit einer Telefonnummer versehen sind. Der Einsatz von Glöckchen bietet zusätzliche Sicherheit und das Wild nimmt die Hunde schon aus weiter Entfernung war.

Generell gilt: Vor und während der Jagd ist Alkohol tabu. Der DJV empfiehlt Jägern zudem, vor der Drückjagdsaison auf dem Schießstand oder im Schießkino das Schießen auf bewegte Ziele zu üben und die Treffsicherheit zu überprüfen. Für die Ermittlung der Treffpunktlage der Jagdwaffe bietet der DJV eine kostenlose Anschussscheibe zum Herunterladen an.

Weiterführende Informationen:

DJV-Video zur Durchführung einer Drückjagd: http://bit.ly/2dRUMHC


http://www.jagdverband.de/downloads-jagdpraxis

http://www.jagdverband.de/content/bewegungsjagd

http://www.jagdverband.de/content/erntejagd-sicherheit-vor-erfolg




In Richtung von Mitjägern und Hunden zu schießen ist untersagt!
Quelle: Mross/DJV



Treffen kann es jeden Verkehrsteilnehmer. Meistens kommt es plötzlich und unverhofft. 2/10/16

Der Multi-Wildschutz-Warner ist ein Wildwarner in Form einer Wildtierampel, die jeder Fahrzeugführer auf 'BLAU' stellen kann, um Wildtiere kurzfristig am Überqueren der Straße zu hindern. Unser Multi-Wildschutz-Warner vereinigt verschiedene Funktionen in einem Produkt, mit dem der Wirkungsgrad um das 5-fache und der Wirkungsradius auf grundsätzlich 180° und optional auf 360° erhöht wurde.

Der Multi-Wildschutz-Warner wurde am 09.11.2015 mit dem "Brandenburger Innovationspreis Kunststoffe und Chemie" ausgezeichnet.
 
BEI INTERESSE BITTE BEIM HEGERINGLEITER JÖRG HOFFMANN MELDEN.

 

Wirkungsgrad, Wirkungsradius, Wirkungsweise

 
Wirkungsgrad der Wildtierampel: Multi-Wildschutz-Warner
Wirkungsradius des Wildwarner: Multi-Wildschutz-Warner
Wirkungsweise des Multi-Wildschutz-Warner System
 

 

Problematik - Wildunfälle. Die Lösung - Wildwarner!

 
Problematik
Bedarf
Lösung
 

 

Durch Wildtiere verursachte Verkehrsunfälle sind zu einem großen Problem geworden. Die aktuellen Zahlen von über 247.000 bundesweit registrierten Wildunfällen* mit einer Schadensumme von insgesamt rund 560-Millionen Euro im Jahr 2013* belegen dies mehr als deutlich. Statistisch gesehen ist jeder fünfte Verkehrsunfall ein Wildunfall.

Wenn man darüber hinaus bedenkt, dass sich der Straßenverkehr in Deutschland in den letzten 30 Jahren vervierfacht hat und hier ein Straßennetz entstanden ist, das weltweit seines gleichen sucht und eine Basis für unsere starke Volkswirtschaft ist, so sind diese Zahlen und der steigende Trend noch alarmierender. Eine schnelle und wirksame Hilfe zur Abwendung von Wildunfällen ist somit dringend notwendig.

Quelle: *GDV - Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. - "Anzahl der Pkw-Wildunfälle und Leistungen der Teil- und Vollkaskoversicherer"

Die inzwischen weit verbreitete Meinung, mit teuren Zäunen und Wildbrücken an Straßen und Autobahnen der Problematik entgegenzutreten, ist keine allumfassende Lösung für das gesamte bundesdeutsche Straßen- und Autobahnnetz. Die meisten Wildunfälle ereignen sich auf Bundes- und Landesstraßen. Ein geschlossenes Netz an Zäunen und Wildbrücken ist hier schon aus Kostengründen nicht denkbar und würde zudem zu einer wesentlichen Einschränkung der Lebensräume für Wildtiere führen.

Die Tiere sind gezwungen, immer neue Überlebensstrategien zu entwickeln, um aus einigen Gebieten in Deutschland nicht völlig verdrängt zu werden. Dabei halten sie ihre - zum Teil schon Hunderte von Jahre alten - Wege und Wechsel beständig ein und werden immer wieder versuchen, Straßen zu überqueren, um Nahrung aufzunehmen, zu schlafen oder sich mit Artgenossen zu treffen.

Mit unserem zum Patent angemeldeten Multi-Wildschutz-Warner bieten wir ein Produkt mit einer hohen Ausstattung und großem Wirkungsgrad, welches sich kostengünstig und flächendeckend Einsätzen lässt. Die erfolgreichen Ergebnisse aus über drei Jahren Erfahrung auf ausgewählten Teststrecken im Land Brandenburg sprechen für den Multi-Wildschutz-Warner.

Weiter Informationen und ein Flyer sind auf der Homepage
http://www.wildwechsel-unfall-vermeiden.de
zu finden.

 

 

Erntejagd: Sicherheit vor Erfolg 29/9/16

Vielerorts hat die Ernte von Mais begonnen, eine der letzten verbleibenden Feldfrüchte im Herbst. Für Jäger ergibt sich eine Möglichkeit, Wildschweine effektiv in der Feldflur zu bejagen. Zwei aktuelle DJV-Videos geben wertvolle Sicherheitstipps für die Erntejagd und erläutern die Notwendigkeit.

(Berlin, 28. September 2016) Mais wird vom Schwarzwild von der Milchreife Anfang August bis zur Ernte im Oktober gerne als Nahrung und Lebensraum genutzt, es kommt zu Fraß-, Tritt- und Lagerschäden. Die Ernte bietet in vielen Revieren oftmals die einzige Chance, regulierend in die Population einzugreifen. Wenn die Mais-Häcksler anrücken, sind die Wildschweine gezwungen, das schützende Blattwerk zu verlassen, um neue Einstände zu suchen – und können effektiv bejagt werden. „Die Sicherheit hat bei der Erntejagd für alle Beteiligten oberste Priorität”, sagt Hans-Heinrich Jordan, Präsidiumsmitglied im Deutschen Jagdverband (DJV). Deshalb ist im Vorfeld eine fundierte Planung notwendig, die beispielsweise auch das Aufstellen von Warnschildern an Straßen oder die Information von angrenzenden Pferde- und Viehhaltern beinhalten sollte.

Der DJV empfiehlt Jägern, grundsätzlich nur von erhöhten jagdlichen Einrichtungen zu schießen, da ein ausreichender „Kugelfang“ immer gegeben sein muss. Ausschließlich "gewachsener" Boden ist dafür geeignet. Dieser allein stellt jedoch noch keinen ausreichenden Schusshintergrund dar: Das Gelände muss so beschaffen sein, dass der Eintrittswinkel des Geschosses größtmöglich ist. Der Schusswinkel zum Nachbarn muss größer als 30 Grad sein.

Ideal für Erntejagden eignen sich mobile Ansitzeinrichtungen wie Drückjagdböcke, die während des Ernteverlaufs umgesetzt werden können, dabei sind Sicherheitsabstände zu den Erntemaschinen einzuhalten. Alle beteiligten Personen müssen sich zudem deutlich farblich von der Umgebung abheben – beispielsweise durch das Tragen von Warnwesten. Natürlich ist bei der Jagdausübung ein gültiger Jagdschein mitzuführen. Es gelten die grundlegenden Regeln der Waidgerechtigkeit: Erst ansprechen, dann schießen. Und Erntejagden sind Gesellschaftsjagden: Die jeweils jagdrechtlichen Bestimmungen der Länder müssen beachtet werden. 

Das Video zur sicheren Erntejagd gibt es hier: https://www.youtube.com/watch?v=SBZoWZrKajQ

Warum Erntejagden sinnvoll sind: https://www.youtube.com/watch?v=FcKLIvsTuI4

EU-Liste invasive Arten: Jäger fordern Unterstützung 21/7/16

37 gebietsfremde Tier- und Pflanzenarten sind laut EU in Europa unerwünscht – darunter auch der Waschbär, dessen Verbreitung und Populationszahl in Deutschland rasant steigt. Doch wer ihn zurück drängen will, muss dafür Geld in die Hand nehmen.

(Berlin, 20. Juli 2016) Die Europäische Union (EU) hat den Waschbär (Procyon lotor) in die Liste der invasiven, gebietsfremden Arten aufgenommen, deren primäres Ziel die Eindämmung der Arten ist. Der Deutsche Jagdverband (DJV) befürwortet diese Entscheidung. "Da der Waschbär dem Jagdrecht unterliegt sind Jäger kompetente Ansprechpartner, wenn es um die Reduzierung von Wildtierbeständen in der Fläche geht", sagt Dr. Jürgen Ellenberger, DJV-Präsidiumsmitglied und zuständig für Neozoen. "Aber öffentliche Aufträge bedürfen öffentlicher Mittel." Der DJV fordert eine finanzielle Unterstützung der Jäger. Dies könnte etwa das Bezuschussen von Fallen, elektronischen Fallenmeldern und Fahrtgeld sein, denn Fangjagd ist zwar eine äußerst effektive Jagdart, aber sehr kosten- und zeitaufwändig.

Die Bemühungen der EU werden jedoch im Moment von einigen Bundesländern mit neuen Jagdgesetzgebungen konterkariert: In Hessen etwa ist die Jagdzeit des Waschbären auf den Zeitraum vom 1. August bis zum 28. Februar reduziert worden. "Dies ist völlig unpraktikabel, da die Tiere in der Hälfte der Zeit sehr inaktiv und damit kaum zu bejagen sind", ist Ellenberger überzeugt. Die Bejagung von Jungwaschbären fällt so ebenfalls weg. Um eine Art einzudämmen, ist gerade das Entnehmen des Nachwuchses nötig. In anderen Bundesländern ist die Fangjagd prinzipiell verboten, wie etwa in Berlin. Jäger sprechen sich jedoch gegen einen Vernichtungsfeldzug aus: Der Elterntierschutz gilt auch für invasive Arten – Waschbärmütter, die Junge versorgen müssen, dürfen auch künftig nicht bejagt werden.

 

Ausrottung des Waschbären unmöglich

"Eines muss klar sein: Es ist nicht möglich, den Waschbären aus Deutschland wieder zu entfernen. Er hat sich etabliert und wird Deutschland auch weiter erobern", sagt Dr. Jürgen Ellenberger. Wir können jedoch beeinflussen, wie schnell er sich ausbreitet und wie stark sein räuberischer Einfluss auf die heimische Tierwelt ist. Die bisher vorliegenden Daten sind alarmierend: Seit 2005 beobachten Forscher in Brandenburg einen vehementen Bestandsrückgang der Europäischen Sumpfschildkröte. Wo der Waschbär vorkommt, weist nahezu jedes zweite Reptil schwere Verletzungen auf, wie abgebissene Gliedmaßen und Schwänze. In Thüringen macht der Waschbär dem Uhu die Brutplätze streitig. Er besetzt zwischenzeitlich jeden zweiten potenziellen Brutplatz. Außerdem liefern die Jäger über ihr WILD-Monitoring (Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands) seit 2006 wertvolle Daten zur Ausbreitung des Waschbären. Demnach hat der Waschbär sein Verbreitungsgebiet deutschlandweit in sieben Jahren nahezu verdoppelt und kommt jetzt fast in jedem zweiten Jagdrevier vor (46 Prozent).
 

„Wenn wir die heimische Artenvielfalt erhalten wollen, gibt es nur zwei Stellschrauben: Lebensräume erhalten und verbessern sowie Fressfeinde reduzieren“, sagt Dr. Jürgen Ellenberger. Angesichts der rasanten Ausbreitung räuberisch lebender, gebietsfremder Arten und dem fortschreitenden Lebensraumverlust etwa für Arten der Offenlandschaft und Feldflur fordert der DJV eine flächendeckende Bejagung. Dies schließt auch urbane Räume mit ein.

 

Käseglockennaturschutz veraltet

Völlig gegenläufig sind die derzeitigen politisch motivierten Bemühungen, in Kernarealen von Schutzgebieten die Jagd auf Waschbären auszusetzen. "Es ist absurd, dass wir auf der einen Seite über Beseitigungsfeldzüge gegen invasive Arten diskutieren und auf der andereren Seite großflächig eine Bejagung von Prädatoren in keiner Weise stattfindet", so Ellenberger. Besonders Flächeneigner wie die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) sollten sich dringend überlegen, ob sie ihrem Verständnis von aktivem Artenschutz überhaupt noch gerecht werden können. Gleiches gilt für Flächeneigner wie NABU und BUND. "Das gesamte Schutzgebietssystem und das derzeitige Konzept des Artenschutzes in Deutschland gehören auf den Prüfstand", fordert Ellenberger.

 

Schluss mit dem Etikettenschwindel beim NABU

Der DJV fordert Naturschutzverbände vor dem Hintergrund der EU-Entscheidung auf, sich zur Fangjagd zu bekennen und auch auf Bundesebene intensiver mit Jägern zu kooperieren: Auf Bundesebene positioniert sich der NABU "gegen den Fallenfang im Rahmen der Jagdausübung", findet dieses Mittel aber legitim im Rahmen des "Wildtiermanagements" und setzt es bundesweit in Projekten ein. "Dem Fuchs ist es egal, ob auf der Falle ‚Jagd‘ oder ‚Wildtiermanagement‘ steht. Das ist moderner Etikettenschwindel", fasst Dr. Ellenberger zusammen.

Im Amtsblatt der Europäischen Union wurde am 14. Juli eine Liste mit 37 invasiven, gebietsfremden Tier- und Pflanzenarten veröffentlicht; rechtskräftig wird diese am 3. August 2016. Diese Liste ist in Verbindung mit einer seit Januar in Kraft getretenen Verordnung der EU zu sehen, die Mitgliedsstaaten zu verstärkten Bemühungen gegen die Ausbreitung invasiver, gebietsfremder Arten verpflichtet.

 

Weitere Informationen finden Sie unter:

http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=OJ:L:2016:189:TOC

http://ec.europa.eu/environment/pdf/13_07_2016_QA_en.pdf

http://www.jagdverband.de/search/node/Wildtierinformationssystem

Niedlich aber eine Gefahr für die heimische Artenvielfalt:
der Waschbär
(Quelle: Rolfes/DJV)

Jäger halten sich fit für die Jagd 29/6/16

Repräsentative DJV-Befragung zeigt: Neun von zehn Jägern gehen regelmäßig auf den Schießstand oder ins Schießkino, davon über die Hälfte jährlich dreimal und mehr. Auch sonst bilden sich Waidfrauen und -männer aktiv fort. Knapp 27.000 Verbandsmitglieder haben im vergangenen Jahr allein an Fachveranstaltungen und Schulungen der Landesjagdverbände und des DJV teilgenommen. Darunter zahlreiche Multiplikatoren.

(Berlin, 27. Juni 2016) Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat heute weitere Daten aus der aktuellen Jäger-Umfrage veröffentlicht. Demnach trainiert jeder Jäger durchschnittlich etwa siebenmal jährlich mit seiner Waffe. Neun von zehn Jägerinnen und Jägern gehen dafür regelmäßig auf den Schießstand oder ins Schießkino, davon über die Hälfte dreimal und mehr. Dort werden beispielsweise anhand von Videosequenzen Situationen für die herbstlichen Bewegungsjagden geübt sowie Schüsse im Stehen oder Sitzen auf Scheiben mit den Umrissen jagdbarer Tierarten. Die Wertung der Schüsse orientiert sich an den inneren Organen: Höchste Punktzahl gibt es, wenn die Region um Herz oder Lunge getroffen wird. "Für den Tierschutz ist das regelmäßige Schießtraining entscheidend. Optimale Treffer müssen immer unser Anspruch als Jäger sein", sagte DJV-Präsidiumsmitglied Dr. Jörg Friedmann.

1.000 Fortbildungsmaßnahmen jährlich auf Bundes- und Länderebene

Auch Fortbildung in anderen Bereichen wird bei Verbandsmitgliedern groß geschrieben: Allein die 15 Landesjagdverbände und der DJV haben im vergangenen Jahr knapp 1.000 Weiterbildungsmaßnahmen angeboten. Etwa 27.000 Jäger nahmen daran teil, darunter viele Multiplikatoren, die ihrerseits in Kreisjägerschaften und Hegeringen aus- und weiterbilden. Auch an der Ausbildung von Berufsjägern ist der DJV beteiligt. Nicht erfasst sind die Veranstaltungen der über 600 Kreisjägerschaften und tausender Hegeringe, die unter dem Dach des DJV regionale Veranstaltungen anbieten. "Es ist beeindruckend, wie professionell sich Jägerinnen und Jäger ihrem Auftrag stellen und Verantwortung übernehmen", sagte Dr. Friedmann.

Umweltbildung besonders nachgefragt

Um die Seminar- und Bildungsarbeit weiter zu professionalisieren, hat der DJV im Jahr 2013 eine Akademie gegründet. Besonders beliebt sind die Lehrgänge für den DJV-Naturpädagogen. Mehr als 4.000 Jäger betreiben zwischenzeitlich bundesweit Umweltbildungsarbeit. Die Bildungsinitiative Lernort Natur feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen.

Umfangreiche Jägerausbildung

Angehende Jäger absolvieren durchschnittlich 120 Theoriestunden in ganz unterschiedlichen Fachgebieten wie Wildbiologie, Waffenkunde, Fleischhygiene sowie Jagd-, Tier- oder Naturschutzrecht. Hinzu kommt die umfangreiche praktische Ausbildung im Umgang mit Jagdwaffen. Die staatliche Prüfung umfasst einen mündlich-praktischen und einen schriftlichen Teil sowie die Schießprüfung. Etwa 1.500 Euro kostet die Ausbildung in einem Jägerkurs durchschnittlich. Wer sich für das "Grüne Abitur" entscheidet, ist im Schnitt etwa 35 bis 36 Jahre alt.

Distanzierung von schwarzen Schafen

"Uns ist wichtig abzubilden, was Jäger für die Umwelt und damit für die gesamte Gesellschaft leisten. Deshalb begrüßen wir, dass der Südwestrundfunk am 29. Juni 2016 ein Feature zum Thema Jagd ausstrahlt", so Dr. Friedmann. Wie der Programmankündigung zu entnehmen ist, spielen darin auch die Themen Schießfähigkeit und waidmännisches Ethos eine Rolle.

Die Haltung des DJV ist dabei klar, sagte Dr. Friedmann: "Mit Ablegen der Jägerprüfung verpflichten sich Jägerinnen und Jäger, vielfältige Pflichten zu übernehmen sowie Arten- und Naturschutz zu betreiben. Sie sollten sich permanent fortbilden, um Ihre Fertigkeiten zu bewahren und auszubauen und sich entsprechend verhalten. Das Gros der Jägerschaft leistet dies selbstverständlich und aus Überzeugung. Von schwarzen Schafen distanzieren wir uns."

 

Die repräsentative DJV-Mitgliederbefragung zeigt: Jägerinnen und Jäger trainieren regelmäßig auf dem Schießstand.
(Quelle: DJV)

 

Jedes Jahr messen sich die besten Jagdschützen Deutschlands auf der Bundesmeisterschaft im jagdlichen Schießen, dieses Jahr vom 7. - 10. September in Bremen.

25 Jahre Umweltbildung mit Jägern 1/6/16

 Bundesjägertag 2016: Lernort Natur feiert Jubiläum

(Berlin, 31. Mai 2016) "25 Jahre Lernort Natur – Bildung in Feld und Flur“: Die Jägerinitiative Lernort Natur begeht in diesem Jahr das 25-jährige Bestehen und ist damit im Fokus des diesjährigen Bundesjägertags. Zu diesem laden der Deutsche Jagdverband (DJV) und die Landesjägerschaft Niedersachsen etwa 400 Delegierte und Gäste aus ganz Deutschland für den 10. Juni nach Wolfsburg ein. Die Delegiertenversammlung ist das höchste Gremium der deutschen Jägerschaft und fasst Grundsatzbeschlüsse.

In einer öffentlichen Kundgebung am Freitag spricht ab 15 Uhr der Bundesminister für Landwirtschaft und Ernährung, Christian Schmidt MdB, über aktuelle jagdpolitische Themen. Anschließend wird der Sonderpreis „25 Jahre Lernort Natur“ an drei Preisträger verliehen. Ausgezeichnet werden hervorragende Leistungen in der Umweltbildung, stellvertretend für bundesweit mehr als 4.000 ehrenamtlich tätige Lernort-Natur-Aktive. Zudem werden erste Ergebnisse der repräsentativen Studie "Fokus Naturbildung" vorgestellt. Dafür hat der DJV zusammen mit Vertretern der Land- und Forstwirtschaft Jugendliche aller Schultypen aus dem gesamten Bundesgebiet hinsichtlich ihrer Einstellung zur Natur und deren Nutzung für eine repräsentative Studie befragen lassen.

Wer sind "die" Jäger eigentlich? Wie viele Stunden sind sie wöchentlich in der Natur? Und wie viel Geld geben sie für Naturschutz aus? Eine aktuelle Studie soll Aufschluss über Jagd und Jäger in Deutschland geben: Erste Ergebnisse der repräsentativen DJV-Mitgliederbefragung werden auf dem Bundesjägertag vorgestellt.

Bereits am Donnerstag, 9. Juni, werden sich Delegierte in zwei Arbeitsgruppen mit aktuellen verbandspolitischen Themen auseinandersetzen. In der Veranstaltung "Grundsatzposition Jagd: So geht es weiter“ wird ein erstes Entwurfspapier erarbeitet, dass anschließend in die Kreisjägerschaften eingebracht und 2017 von den Delegierten endgültig verabschiedet werden soll. Der Workshop "Lernort Natur: Die nächsten 25 Jahre" widmet sich einem Perspektivpapier zur jagdlichen Naturpädagogik. Zudem stehen die Bundesjagdgesetz-Novelle und der künftige Umgang mit halbautomatischen Jagdwaffen als aktuelle jagdpolitische Themen auf der Agenda.

Der DJV vertritt rund 245.000 Jägerinnen und Jäger in Deutschland. Als Zusammenschluss von 15 deutschen Landesjagdverbänden setzt sich der Dachverband als anerkannte Naturschutzvereinigung für den Schutz von Wild, Jagd und Natur ein.
 

Weitere Informationen:

Am Donnerstag, 9. Juni, findet um 19 Uhr in der Sankt-Marien-Kirche zu Wolfsburg eine öffentliche Hubertusmesse statt, musikalisch gestaltet von der Es-Horn Gruppe Wolfsburg (Leiterin Gisela Siedentopf).

Für das Jubiläum "25 Jahre Lernort Natur", sind am Freitag, 10. Juni, vor dem CongressPark Wolfsburg die Infomobile der Jägerschaften Goslar, Salzgitter, Wolfsburg, Osterode und Wolfenbüttel ausgestellt. Der erfahrene Jäger und Naturpädagoge Wolfgang Ritzke aus Seesen gestaltet eine Aktionsfläche, auf der mit Naturmaterialien gearbeitet wird. Zudem sind Jagdhunde und ein Falkner der Jägerschaft Goslar mit seinem Greifvogel vor Ort (bis circa 17 Uhr).

Lernort Natur richtet sich in erster Linie an Kinder und Jugendliche aller Altersklassen. Etwa 70 Schülerinnen und Schüler der zweiten bis vierten Klassen werden die Jubiläumsfeier daher begleiten. Die Kinder durchlaufen einen Naturparcours, arbeiten mit Naturmaterialien und erhalten den Lernort-Natur-Pass.

Erster Fall von Chronischer Auszehrkrankheit in Europa 27/4/16

 

DJV-Interview mit Dr. Anne Balkema-Buschmann vom Friedrich-Loeffler-Institut
(Berlin, 26. April 2016)
Bei einem Rentier in Norwegen ist kürzlich die Krankheit Chronic Wasting Disease (CWD, Chronische Auszehrkrankheit) nachgewiesen worden. Dies ist der erste Nachweis der Tierseuche in Europa. Was Jäger bezüglich CWD wissen müssen, erklärt die Leiterin des Nationalen Referenzlabor für Transmissible Spongiforme Enzephalopathien (TSEs) Dr. Anne Balkema-Buschmann vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) im DJV-Interview.

 

Was ist CWD und woher kommt die Krankheit?

CWD steht für Chronic Wasting Disease (chronische Auszehrkrankheit) und gehört zur Gruppe der transmissiblen spongiformen Enzephalopathien (TSE = übertragbare schwammartige Hirnleiden), zu denen auch die Scrapie bei kleinen Wiederkäuern und BSE beim Rind zählen. Bis zu dem Nachweis von CWD bei einem Rentier in Norwegen trat diese Krankheit bisher nur in Nordamerika und Korea auf. Erste Fälle sind bereits 1967 bei in Gefangenschaft gehaltenen Maultierhirschen in Colorado bekannt geworden. Anfang der 1980er Jahre wurden erste Fälle bei Wildwiederkäuern bekannt, seitdem wurde die Erkrankung inzwischen aus 23 US-Staaten und zwei kanadische Provinzen sowie nach Südkorea gemeldet. Die Übertragung nach Südkorea erfolgte in den 1990er Jahren durch den Import infizierter Rocky-Mountain Wapitis (Cervus canadensis nelsoni), infolgedessen zwischen 2001 und 2005 dort CWD-Fälle nachgewiesen wurden.

In Nordamerika wurde CWD bei Wapiti-Hirschen, Weißwedelhirschen, Maultierhirschen und Elchen nachgewiesen. Etwa die Hälfte der Fälle ist bisher in Gatterwildhaltungen aufgetreten, die anderen Nachweise erfolgten bei erlegtem bzw. verunfalltem Wild. Da erkrankte Tiere den Erreger mit allen Se- und Exkreten ausscheiden (v.a. Speichel, Urin, Kot), und der Erreger über Jahre bis Jahrzehnte im Boden stabil ist, ist eine Bekämpfung in betroffenen Wildtierbeständen nahezu unmöglich.

Welche Symptome zeigen erkrankte Tiere?

Die Tiere verlieren an Kondition (deshalb die Bezeichnung Auszehrkrankheit), darüber hinaus zeigen sie zentralnervöse Störungen.

Was bedeutet der erste Fall für Jäger und Landwirte in Europa?

Das ist im Moment schwierig zu beantworten, da bisher nur der eine Fall in Norwegen bekannt ist. Über die Wiedereinführung von Überwachungsprogrammen sollte nun diskutiert werden, es gibt bereits entsprechende Überlegungen.

Wie wahrscheinlich ist es, dass CWD auch in Deutschland auftritt?

Diese Frage ist anhand der Daten zu nur einem einzigen (zufälligen) Nachweis nicht fundiert zu beantworten. Die geografische Lage Norwegens begünstigt eine Übertragung auf das europäische Festland nicht sehr stark.

Betrifft es ausschließlich Wiederkäuer?

Ja, unter natürlichen Bedingungen sind ausschließlich Wiederkäuer betroffen. Es sind aber nicht alle Wiederkäuer-Spezies empfänglich.

Welche Arten sind empfänglich und ist CWD auch zwischen den Arten übertragbar?

Von unseren einheimischen Arten wurde anhand der genetischen Ähnlichkeit zu den betroffenen Arten in Nordamerika besonders der Rothirsch und (in Finnland) der Weißwedelhirsch als empfänglich eingestuft. Und ja, CWD ist zwischen diesen Arten übertragbar.

Besteht die Möglichkeit der Übertragung auf den Menschen?

Bisher gibt es keine Hinweise auf ein zoonotisches Potenzial des CWD-Erregers. Dennoch wird natürlich davon abgeraten, das Fleisch von klinisch auffälligen Tieren zu verzehren. Auch in den betroffenen Regionen in Nordamerika ist kein vermehrtes Auftreten von TSE-Fällen beim Menschen zu verzeichnen.

Sind Haus- und Wildtiere betroffen?

Unter natürlichen Bedingungen sind nur die oben genannten Spezies betroffen, allerdings sowohl freilebend als auch in Gatterhaltung.

Gibt es ein Monitoring für CWD in Europa?

In der EU und Norwegen wurde 2007-2009 (begrenzt fortgesetzt bis 2010) ein Überwachungsprogramm für CWD durchgeführt. Im Rahmen dieses Programms wurde für jeden Mitgliedsstaat eine Stichprobengröße für wildlebende und in Gefangenschaft gehaltene Tiere (Rothirsche) festgelegt. Für Deutschland wurde die Untersuchung von 498 wildlebenden und 498 in Gefangenschaft gehaltenen Rothirschen festgelegt. Im Rahmen dieses Programms wurden EU-weit ca. 13.000 Tiere untersucht, alle mit negativem Ergebnis. Diese Studie ist in einer Stellungnahme der EFSA (Europäische Lebensmittelbehörde) zusammengefasst.

Was müssen Jäger in Europa über CWD wissen? Gibt es Verhaltensregeln?

Kleidungsstücke, die mit Organen oder Ausscheidungen von Rothirschen in Kontakt gekommen sind sollten gründlich gereinigt werden. Wildbret, Felle und Trophäen, wenn es nicht zu einer Eröffnung des Schädels gekommen ist, aus den Endemiegebieten in Nordamerika können in Bezug auf CWD auch weiterhin eingeführt werden.

Verbände-Allianz nimmt Bundesminister Schmidt beim Wort 15/4/16

 Bundeslandwirtschaftsministerium will Rechtsklarheit für halbautomatische Waffen schaffen

(Berlin, 15. April 2016) Bund der Militär- und Polizeischützen (BdMP), Bund Deutscher Sportschützen (BDS), Deutscher Jagdverband (DJV), Deutsche Schießsport Union (DSU), Deutscher Schützenbund (DSB), Forum Waffenrecht (FWR), Verband der Hersteller von Jagd-, Sportwaffen und Munition (JSM) und Verband Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler (VDB) begrüßen eine erste Klarstellung des Bundeslandwirtschaftsministeriums als Reaktion auf das gestrige Protestschreiben. In einer Pressemeldung erklärt Bundesminister Christian Schmidt: "Nach meiner Auffassung bezieht sich das Urteil nicht auf Revolver und Pistolen, deren Bedürfnis für begrenzte jagdliche Zwecke im Bundesjagdgesetz explizit beschrieben ist." Das Ministerium wolle nun prüfen "ob und welche Änderungen im Bundesjagdgesetz vorgenommen werden können, um den jagdlichen Notwendigkeiten gerecht zu werden und für die Zukunft Rechtsklarheit und -sicherheit zu schaffen." Die Verbände-Allianz nimmt den Bundeslandwirtschaftsminister nun beim Wort und fordert ihn nachdrücklich auf, die Novelle des Bundesjagdesetzes zügig voranzutreiben, um die bisherige Rechtslage zur Verwendung halbautomatischer Langwaffen wiederherzustellen. Eine Neuformulierung des § 19 Abs. 1 Nr. 2 ‚Buchst. c BJagdG könnte wie folgt lauten: 

„Verboten ist, auf Wild mit halbautomatischen Langwaffen unter Verwendung eines Magazins, das mehr als zwei Patronen aufnehmen kann, zu schießen. Davon ausgenommen sind die Nachsuche auf krank geschossenes oder verletztes Wild und das jagdliche Übungsschießen, wobei Magazine größerer Kapazität verwendet werden dürfen. Die untere Jagdbehörde kann weitere Ausnahmen zulassen“ (§ 19 Abs.1 Nr.2 Buchst.c BJagdG).

Im März haben Richter des Bundesverwaltungsgerichts für Unsicherheit bei Jägern, Behörden und Landespolitik gesorgt, indem sie in der Begründung zu zwei Urteilen überraschend feststellten, dass halbautomatische Waffen mit Wechselmagazinen nach dem Bundesjagdgesetz verboten seien. Legale Waffenbesitzer wurden damit von heute auf morgen kriminalisiert und die geltende Gesetzgebung ausgehebelt. In dem Verfahren ging es allerdings gar nicht um diese Frage, sondern nur darum, ob eine Begrenzung der Magazinkapazität in die Waffenbesitzkarte eingetragen werden darf. Die Verwaltungspraxis in den Bundesländern laufe inzwischen komplett aus dem Ruder, Jäger meldeten den Verbänden teils völlig widersprüchliche Handlungsanweisungen.

DJV nimmt Stellung zur Bundesjagdgesetz-Novelle 21/3/16

Fazit der Verbändeanhörung: Verbesserung in wichtigen Punkten notwendig

(Berlin, 16. März 2016) Anlässlich der gestrigen Verbändeanhörung zur geplanten Novelle des Bundesjagdgesetzes im Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) hat der Deutsche Jagdverband (DJV) eine 9-seitige Stellungnahme abgegeben. Im Grundsatz beurteilt der Dachverband der Jäger den Entwurf positiv, sieht jedoch dringenden Handlungsbedarf in einigen Punkten. "Das Jagdrecht wird in zentralen Punkten bundesweit vereinheitlicht und wesentlich anwenderfreundlicher", kommentierte DJV-Präsident Hartwig Fischer. Die drohende Zersplitterung durch teils widersprüchliche Landesgesetze sei damit in einigen Bereichen gestoppt. Der DJV begrüßt die konsequente Umsetzung des wissensbasierten und praxisorientierten Wegs, den das BMEL beschritten hat.

Munition: Tötungswirkung maximieren, Bleieintrag minimieren

Der DJV begrüßt, dass erstmals in einem Jagdgesetz technische Kriterien für die Wirksamkeit von Jagdbüchsenmunition berücksichtigt werden. Künftig soll die Tötungswirkung maximiert und gleichzeitig der Bleieintrag ins Lebensmittel Wildfleisch minimiert werden. Ein Prüfverfahren mit Kennzeichnungspflicht auf der Verpackung soll sicherstellen, dass der Anwender erkennen kann, für welche Zwecke die Munition geeignet ist und dass sie die genannten Kriterien erfüllt. Damit wird der Zersplitterung auf Länderebene Einhalt geboten: Dort gibt es bereits Regelungen, die ein pauschales Verbot des Materials Blei vorsehen. Dies ist nach Ansicht des DJV praxisfern, da der Tierschutz nicht ausreichend berücksichtigt wird.

Wiederlader müssen Vorgaben einhalten

Für den Bereich der Wiederlader - also die private Herstellung genau abgestimmter Patronen für die jeweilige Waffe und den Einsatzzweck - bestätigte das BMEL die Einschätzung des DJV: Gewerbliche Hersteller müssen ihre Geschosskonstruktionen prüfen lassen, danach ist jegliche Munition zur Jagd zugelassen, die den Vorgaben des Herstellers und der Technischen Richtlinie Jagd entspricht. Die Details sollen auf dem Verordnungsweg festgelegt werden. Damit ändert sich an der derzeit gängigen Praxis nur, dass nicht-gewerbsmäßige Wiederlader sich künftig informieren müssen, welche Geschosskonstruktionen dem Stand der Technik entsprechen und somit verwendet werden dürfen. Im Hinblick auf die erforderlichen Umstellungsprozesse bei Herstellern von Jagdmunition fordert der DJV, die geplante Kennzeichnungspflicht erst 2019 einzuführen. Der DJV fordert zudem, dass bereits heute erworbene Jagdmunition zeitlich unbegrenzt weiter verwendet werden kann. Prüfung und Kennzeichnung von Jagdmunition müssen vom Bundeslandwirtschaftsministerium so unbürokratisch wie möglich gestaltet werden, um unverhältnismäßige Kostensteigerungen zu verhindern.

Jägerprüfung vereinheitlicht 

Für die Jägerprüfung beinhaltet der Gesetzentwurf bundeseinheitliche Mindestvorgaben. Wie vom DJV gefordert, soll Lebensmittelhygiene künftig Sperrfach sein: Wer in diesem Teilbereich durchfällt, muss die gesamte Prüfung wiederholen. Zudem sieht der Bundesjagdgesetz-Entwurf verbindliche Vorgaben zur Ausbildung im Umgang mit Fallen vor. Der DJV bewertet positiv, dass künftig für die Schießprüfung bundesweit vereinheitlichte Mindeststandards gelten sollen. 

Schießübungsnachweis eingeführt

Die Bundesjagdgesetz-Novelle sieht einen jährlichen, bundeseinheiltlichen Schießübungsnachweis für die Teilnahme an Gesellschaftsjagden vor. "Wir begrüßen diesen Schritt zur Vereinheitlichung. Teils verfassungsrechtlich fragwürdige und praxisferne Landesregelungen konterkarieren derzeit den bundesweit gültigen Jagdschein", betonte Rechtsanwalt Ralph Müller-Schallenberg, zuständig für rechtliche Angelegenheiten im DJV-Präsidium. Ein bundesweiter Schießleistungsnachweis hätte zusätzlichen Verwaltungsaufwand, Mehrbelastung von Behörden und Ausgaben in Millionenhöhe zur Folge. Dies stehe in keinem Verhältnis zum Nutzen. Die jetzt notwendigen Ausbau- und Sanierungsmaßnahmen von Schießständen für die bundesweite Umsetzung des geplanten Übungsnachweises und die Einführung innovativer Jagdmunition müssen von Bund und Ländern maßgeblich finanziert werden.

Jagd in Schutzgebieten zulässig

Der vorliegende Entwurf des Bundesjagdgesetzes stellt eindeutig klar: Jagd ist in Schutzgebieten grundsätzlich zulässig. Dies begrüßt der DJV ausdrücklich, da insbesondere die Bejagung von räuberischen Arten notwendig ist, die seltene Spezies bedrängen. Dies gilt auch für invasive Arten. Der DJV hält allerdings eine explizite Nennung von Natura-2000-Gebieten - etwa 15 Prozent der Fläche Deutschlands - im Zusammenhang mit Jagdverboten für missverständlich und überflüssig und fordert die Streichung. Die EU-Naturschutzregelungen für Natura-2000-Gebiete lassen in allen Mitgliedsländern die Jagd ausdrücklich zu. Besonders sensible Bereiche werden in Deutschland ohnehin als Naturschutzgebiete mit detaillierten Bestimmungen für die Jagd  ausgewiesen.

Jagd- und Naturschutzrecht auf Augenhöhe

In Zusammenhang mit Jagd- und Schonzeiten hält der DJV die Einführung des Begriffs "günstige Erhaltungssituation" für irreführend und entbehrlich. Vielmehr muss im Bundesjagdgesetz der Bezug zur Hegeverpflichtung erhalten bleiben: Dieser Begriff beinhaltet bereits, dass Jagd nur nachhaltig ausgeübt wird, also Wildbestände nur genutzt werden, wenn ausreichend Nachwuchs vorhanden ist. "Statt Begrifflichkeiten auszutauschen, sollte der Gesetzgeber die Trennung der Rechtskreise Jagd und Naturschutz konsequent aufrecht erhalten, die Eigenverantwortlichkeit der Jäger stärken und unser wissenschaftliches Wildtiermonitoring mehr unterstützen", sagte DJV-Präsident Hartwig Fischer.

Erstmals soll durch das Bundesjagdgesetz verboten werden, in einem Umkreis von 200 Metern um Querungshilfen Ansitzeinrichtungen dauerhaft zu unterhalten oder zu nutzen. Ausdrücklich ausgenommen davon sind kurzzeitige Einrichtungen für Gesellschaftsjagden. Der DJV kritisiert, dass weitergehende Regelungen der Länder davon unberührt bleiben sollen.  

Nach der heutigen Anhörung im Bundeslandwirtschaftsministerium wird sich das Bundeskabinett mit dem Entwurf des Bundesjagdgesetzes befassen. Anschließend berät der Bundestag darüber. Der DJV wird den weiteren Prozess kritisch begleiten und über aktuelle Entwicklungen berichten.

Wer´s wild mag, bleibt ruhig 12/3/16

Die Kinderstube Natur erwacht zum Leben - neue DJV-Broschüre gibt Verhaltenstipps

(Berlin, 09. März 2016) Die ersten jungen Wildschweine erkunden bereits den Wald, während der Nachwuchs von Reh, Hase und Stockente noch auf sich warten lässt. Oftmals liegt die Kinderstube vieler Wildtiere unentdeckt an viel genutzten Wanderrouten und in unmittelbarer Nähe zu Siedlungen. Erst freilaufende Hunde, die durch das Dickicht stöbern oder Erholungsuchende fernab von Wanderwegen verursachen großen Stress bei Nachwuchs und Elterntieren gleichermaßen. Deshalb gilt in der Brut- und Setzzeit von März bis Juli: bitte auf den Wegen bleiben. Darauf weist der Deutsche Jagdverband (DJV) hin und stellt eine Broschüre mit Verhaltenstipps vor. 

Ein scheinbar verlassenes Rehkitz in der Wiese oder am Waldweg ist laut DJV kein Grund zur Besorgnis. Denn, so erklärt Detlef Zacharias, Präsidiumsmitglied des DJV: „Allein ist nicht gleich verwaist. Ducken und Tarnen schützt vor Fressfeinden wie dem Fuchs. Das Muttertier kommt nur zum Füttern vorbei.“ Haftet menschlicher Geruch am Nachwuchs, verstoßen Reh oder Feldhase ihr Junges – der Hungertod droht. Daher gilt: Abstand halten und nicht anfassen! Besondere Achtsamkeit ist geboten, wenn Spaziergänger auf eine Bache mit Nachwuchs treffen. Wildschweine sind sehr wehrhaft und verteidigen ihre Frischlinge.

Landesnaturschutzgesetz in der Kritik 11/3/16

Aktionsbündnis fordert deutliche Verbesserungen am Gesetzesentwurf

Münster, Bonn, Düsseldorf, Essen, Dortmund, Dorsten, Köln, den 11. März 2016.
Seine Kritik am geplanten Landesnaturschutzgesetz hat das Aktionsbündnis Ländlicher Raum bekräftigt. Trotz Verbesserungen im Detail beinhaltet die jetzt in den Landtag eingebrachte Fassung des Gesetzentwurfes weiterhin Regelungen, die massiv in die aktive Bewirtschaftung und das Eigentum eingreifen. Dem Ländlichen Raum in NRW drohe damit weiter das Schicksal, künftig in der wirtschaftlichen Entwicklung

abgehängt zu werden. Seit Herbst letzten Jahres machen Landwirte, Waldbauern, Fischer, Grundbesitzer, Jäger, Gärtner, Landfrauen und die Landjugend mit der Forderung „Kein Stillstand auf dem Land“ auf die nachteiligen Auswirkungen des Gesetzes aufmerksam.

Zwar habe Minister Remmel die Argumente des Aktionsbündnisses Ländlicher Raum in einigen Kritikpunkten angenommen, stellte Bernhard Conzen, Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes, fest. "Erfreulicherweise ist der Minister auch unserer Forderung gefolgt und hat die gesetzliche Verpflichtung, dickstämmige Laubbäume als Totholz im Wald zu belassen, wieder aus dem Entwurf gestrichen“, betonte Dr. Philipp Freiherr Heereman, Vorsitzender des Waldbauernverbandes NRW.

Nach wie vor jedoch beinhalte der Gesetzentwurf in den entscheidenden Passagen schwerwiegende Mängel, so die Vertreter des Aktionsbündnisses. Dies gelte insbesondere für das Vorkaufsrecht, das dem Naturschutz künftig für landwirtschaftliche Flächen eingeräumt werde. „Wir nehmen es nicht hin, das Vorkaufsrecht des Naturschutzes dem bestehenden landwirtschaftlichen Vorkaufsrecht gleichzusetzen. Angesichts des weiter forstschreitenden Flächenverbrauches zu Lasten der Nahrungsmittelerzeugung brauchen wir beim Flächenerwerb einen Vorrang für aktive Landwirte“, hob Johannes Röring, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, hervor. Das Aktionsbündnis sieht den Landtag auch in der Pflicht, die vorgeschlagene Liste von gesetzlich geschützten Biotopen deutlich zu verkleinern. Dies gelte gerade für Streuobstwiesen sowie Mager- und Feuchtwiesen. „Wiesen jeglicher Art leben von aktiver Bewirtschaftung. Nur so bilden sie wertvolle Lebensräume“, betont Max Freiherr von Elverfeldt, Vorsitzender des Grundbesitzerverbandes NRW. Auch die Aufblähung der Naturschutzbeiräte durch die Aufnahme weiterer Organisationen sei ein Konstruktionsfehler im Gesetzentwurf.

Das Aktionsbündnis erneuert seine Forderung, die Anwendung von Ordnungsrecht auf das Unvermeidbare zu beschränken und das Prinzip der Kooperation in den Mittelpunkt zu stellen. Jetzt sei das Parlament gefordert, dazu notwendige Änderungen am Gesetzesentwurf vorzunehmen. Nur so werde das Landesnaturschutzgesetz Entwicklungen im ländlichen Raum nicht ausbremsen.

Das „Aktionsbündnis Ländlicher Raum“ ist ein Zusammenschluss von siebzehn unabhängigen Organisationen aus Landwirtschaft, Grundbesitzern, Forst, Gartenbau, Jagd und Fischerei. Sie vereinigen die Interessen von mehr als 600.000 Mitgliedern. Ihr gemeinsames Anliegen ist die Aufrechterhaltung und Förderung aktiver ländlicher Räume mit einer starken und wettbewerbsfähigen Wirtschaft. Unter dem Motto „Kein Stillstand auf dem Land!“ bündeln sie ihre gemeinsamen Interessen gegen staatliche Überregulierung und die damit verbundenen Einschränkungen für eine zukunftsorientierte Entwicklung ländlicher Räume.

Wer jagt was

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit einigen von Ihnen habe ich bereits gesprochen – aber mit vielen noch nicht und so möchte ich heute diesen Verteiler nutzen, eine Angelegenheit „in eigener Sache“ vorzubringen.

Seit einer Weile beschäftige ich mich damit, eine Internetplattform für Jäger zu entwickeln, die Anbieter in direkten Kontakt mit ihren Kunden bringt. Jeder, der im jagdlichen Bereich eine Dienstleistung oder Waren anbieten möchte, kann sein eigenes Profil erstellen und so Kunden akquirieren. Egal ob Wildbret-Vermarktung, der Verkauf von Abschüssen oder ganzer Drückjagden, die Vergabe von Begehungsscheinen, Angebote von Ferienwohnungen mit Waffenschränken oder sogar Welpen – für all das wäre dort Platz. Es können aber auch Dienstleistungen für das eigene Revier abgefragt werden: Wer legt mir einen Wildacker an? Welcher Handwerker baut meinen Hochsitz auf? Wer hat einen brauchbaren Hund für den spontanen Entenstrich? Wo kann ich in den Ferien jagen oder einen Schießstand finden? Wo ist die nächste Wildkammer oder der nächste Tierarzt?

Alle Anbieter werden nach Postleitzahlen und einer Radius-Suche geordnet, so dass z. B. ein Jäger in Köln einen Abschuss in einem Damwild-Revier in Schleswig-Holstein direkt beim Jagdausübungsberechtigten buchen kann, wenn er eine PLZ aus Schleswig-Holstein in der Suche eingibt. Oder ein Jäger aus Berlin, der in Brandenburg eine Jagd gepachtet hat, kann sich mit unserer Plattform unkompliziert und einfach Strukturen vor Ort schaffen.

Nun ist es endlich soweit und www.werjagtwas.de ist online gegangen!

Das gesamte System ist davon abhängig, dass genügend Informationen auf der Plattform hinterlegt werden, d.h. möglichst viele Profile angelegt werden. Nur so können wir einen sinnvollen Austausch von Dienstleistungen, Waren und Kontakten ermöglichen.

Und hier kommen Sie ins Spiel. Hiermit lade ich Sie ganz herzlich ein, sich die Seite einmal anzuschauen und natürlich würde ich mich freuen, möglichst viele von Ihnen mit eigenen Profilen als Anbieter zu entdecken.

Wir alle teilen dieses wundervolle Hobby und sicher würde der ein oder andere von Ihnen gern mehr Wildschaden verhindert wissen oder sucht lediglich mehr Arbeit für seinen Hund. Vor allem, aber erreicht jeder Anbieter eine ständige Marktpräsenz über das Jahr hinweg. Wer kümmert sich schon jeden Tag um den Verkauf von Wildbret?

Vielleicht fragen sich einige von Ihnen jetzt „und wie will der damit Geld verdienen? Mit Werbung etwa?“ – ja, auch mit Werbung, aber vor allem mit einem gestaffelten Anbieter-System. Man kann zwischen einem kostenlosen und einem Top-Anbieterprofil wählen. Letzteres liefert dem Anbieter Vorteile bei der Profil-Präsenz und den Suchergebnissen – aber sehen Sie es sich einfach selber an.

Ich freue mich sehr, Sie auf werjagtwas.de begrüßen zu können und hoffe, dass die Seite viele von Ihnen zu einer Profilerstellung ermutigt.

Und wenn Sie ebenso von der Seite überzeugt sind, freue ich mich natürlich noch mehr, wenn Sie diese Seite in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis teilen würden.

Dafür bedanke ich mich recht herzlich und wünsche Ihnen (und mir natürlich auch) nun viel Erfolg und gute Geschäfte.

Ihr
Antonius von Papen

Beim Bundesjagdgesetz stimmt die Richtung

Presseinformation

LJV-Präsident Müller-Schallenberg: Chance für bundeseinheitliche Regelungen nutzen

„Beim Bundesjagdgesetz geht es in die richtige Richtung, die geplanten Änderungen bedürfen aber im Detail noch klarstellender juristischer Feinarbeit.“ Mit diesen Worten hat Ralph Müller-Schallenberg, Präsident des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen, in einer ersten Reaktion den Referentenentwurf der Bundesregierung zur Änderung des Bundesjagdgesetzes kommentiert.

Müller-Schallenberg begrüßt, dass die Berliner Regierungskoalition jetzt Handlungsfähigkeit zeige, um wichtige jagdrechtliche Fragen bundeseinheitlich zu regeln. Mit der geplanten Gesetzesänderung werden die praxisfremden Regelungen des neuen Landesjagdgesetzes NRW betreffend Bleifreiheit bei Büchsenmunition und Schießleistungsnachweis sinnvoll korrigiert. Dies entspricht den Forderungen des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen.

Bei der Anhörung zum Referentenentwurf im März und in der weiteren Debatte werde man gemeinsam mit dem Deutschen Jagdverband auf die noch notwendigen Klarstellungen drängen.

Der Landesjagdverband NRW treibt unterdessen seine Volksinitiative gegen das nordrhein-westfälische Landesjagdgesetz weiter voran. Bis zum Sommer will der LJV mehr als 100.000 Unterschriften sammeln, damit sich der Landtag erneut mit dem im April 2015 verabschiedeten Gesetz befassen muss. Erforderlich sind für die Volksinitiative 66.500 Unterschriften.

26. Februar 2016

 

 

Pressekontakt:

Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen e.V.

Andreas Schneider

Gabelsbergerstraße 2

44141 Dortmund

Tel.: 0231/2868-810

Fax: 0231/2868-888

E-Mail: aschneider@ljv-nrw.de

WÖLFE Verhasst - verfolgt - verharmlost

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Unter diesem Titel ist ein sehr wichtiges und lehrreiches Buch unseres Hegeringmitgliedes Dieter Hartwig erschienen.
Es ist bei Matussek in Lobberich (ab 02.01.2017) sowie im Buchladen in Kaldenkirchen erhältlich.

Hier der Prolog des Buches:

Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Dieter Hartwig.
Alle Rechte vorbehalten.


Die sächsische Regionalpresse berichtete 1998 über die Zuwanderung von Wölfen aus Polen. Inzwischen haben sich die Raubtiere in Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen etabliert und in Nordrhein-Westfalen wird ein Wolfspaar vermutet. Historische Quellen über Wolfsvorkommen zwischen Rhein- und Maas sind vor allem in niederländischen Archiven dokumentiert. Ausführlich wird auf die Wolfsplage in den Grenzgemeinden beiderseits der Maas während der Franzosenzeit (1794–1814) eingegangen.
Originaldokumente belegen die Tötung von Kindern und Haustieren durch Wölfe und beschreiben Maßnahmen der Administration zu deren Ausrottung. Die leidvollen Erfahrungen der Bevölkerung mit dem Raubwild sind in der Region noch präsent. Die historische Rolle des Wolfes wird vermehrt hinterfragt, worauf Beiträge in regionalen Publikationen und der Jagdpresse hinweisen.
Ist die Wiederansiedlung von Wölfen in einem so dicht bevölkerten und frequentierten Gemeinwesen wie der Bundesrepublik überhaupt zu verantworten? Die wissenschaftlichen Anstrengungen sind beträchtlich: Managementpläne, Monitoring, Wolfsbeauftragte. Naturschutzverbände und Unterstützergruppen „pro Wolf“ haben unzählige Broschüren zur Information der Bevölkerung aufgelegt. Zudem schafft die Wolfsbegeisterung Arbeitsplätze.
Doch die Urängste der Menschen vor dem Wolf sind im Bewusstsein noch tief verankert, und die öffentlichen Debatten werden daher so emotional und ideologisch geführt, dass vernünftige Argumente und nüchterne Fakten kaum noch die Fronten durchdringen. Interessengruppen jeglicher Couleur haben die Situation ausgenutzt, um die Wölfe entweder als harmlose Individuen oder als wilde Bestien darzustellen. Fakt ist: Wolfspopulationen verfügen über ein enormes Ausbreitungs- und Wachstumspotenzial. Konflikte zwischen Menschen und Wölfen sind absehbar,
weil nicht nur bei geringen Schalenwildbeständen Haustiere angegriffen werden. Die „Schadensstatistik Sachsen“ ist in dieser Hinsicht sehr aufschlussreich. Bei Übergriffen auf Haustiere stehen die Wölfe in direkter Konkurrenz zu den Nutzungsinteressen des Menschen. Und das war einer der hauptsächlichen Konfliktpunkte für ihre Verfolgung und Ausrottung. Zwei besonders wichtige Aspekte sollten nicht unerwähnt bleiben: die Furcht der Menschen und der Schutz der Menschen vor den Raubtieren. Jahrhundertelang hatte die Bevölkerung in ganz Europa zu Recht Angst vor Wölfen. Der Angstfaktor spielte auch in der öffentlichen Diskussion eine bedeutende Rolle, als die Wölfe Skandinavien wieder entdeckten.
Ich habe den Zugang zum Thema „Wolf“ aus einer völlig anderen Perspektive
gewählt, als in den meisten bekannten Publikationen und lasse häufig die überlieferten Quellen sprechen. Im historischen Kontext wird kein geschöntes Bild vom Wolf gezeichnet, sondern der Räuber und Schädling beschrieben, wie ihn die Menschen in Deutschland bis ins 20. Jahrhundert erlebt und erlitten haben. Die unangenehmen Wahrheiten über von Wölfen getötete Menschen und Haustiere kontrastieren natürlich scharf mit der heutigen naturromantischen Wahrnehmung von „Bruder Wolf“ in Naturschutz- und Tierschutzkreisen. Dennoch sind sie Teil seiner bewusst geleugneten historischen Vergangenheit.
Dieter Hartwig


Biber breitet sich in Deutschland aus

Fast ausgerottet, hat sich der Biber in jüngster Zeit wieder stark ausgebreitet: Das zeigen Sichtungen zwischen 2006 und 2015, die Jäger und Wissenschaftler für das WILD-Monitoringprogramm ausgewertet haben. Rekord: In Brandenburg wurde der Pflanzenfresser in 41 Prozent der Reviere angetroffen. Die Umweltministerkonferenz hat jetzt den günstigen Erhaltungszustand für ganz Deutschland bestätigt.

(Berlin, 12. Mai 2017) Dem Biber geht es gut in Deutschland. Das zeigen Daten zur Entwicklung des Vorkommens von 2006 bis 2015. Demnach breitet sich der ehemals bedrohte Pflanzenfresser inzwischen bundesweit aus. Spitzenreiter ist das Land Brandenburg: Dort haben Jäger den Biber 2015 in 41 Prozent der Reviere nachgewiesen - eine Steigerung von 27 Prozentpunkten gegenüber 2006. Auch das Saarland (Sichtungen in 35 Prozent der Reviere), Sachsen-Anhalt (33 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (22 Prozent) und Baden-Württemberg (21 Prozent) gehören zu den Top-5-Bundesländern mit häufigen Sichtungen. Ausgewertet haben die Wissenschaftler Zeitreihen aus rund 24.000 Revieren - etwa 40 Prozent der Fläche Deutschlands - für das Wildtier-Informationssystem der Länder (WILD). Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat die Zahlen jetzt veröffentlicht.

Der anpassungsfähige Biber breitet sich aus

Das Kerngebiet des Bibers liegt nach Angaben der WILD-Experten im Nordosten Deutschlands mit Schwerpunkten entlang der Flüsse Elbe, Havel, Spree, Oder, Peene, Recknitz, Elde und Uecker sowie ihren Nebenarmen. Weitere Biber-Kerngebiete gibt es im Osten und Südosten Baden-Württembergs entlang der Donau und den Ausläufern der Regnitz. Ausgehend von großen Fließgewässern breitet sich der Biber ins Umland aus, ist anpassungsfähig und hat wenig Scheu vor dem Menschen.

Umweltminister attestieren günstigen Erhaltungszustand

Vergangenen Freitag hat die Umweltministerkonferenz in Bad Saarow das Erreichen des günstigen Erhaltungszustandes beim Biber "zur Kenntnis" genommen und beruft sich dabei auf Zahlen des nationalen FFH-Berichts, der allerdings bereits 2013 veröffentlicht wurde. Es solle für die nächste Umweltministerkonferenz im Herbst ein Erfahrungsaustausch zum Bibermanagement organisiert werden, so der Beschluss. Der DJV fordert in diesem Zusammenhang, dass es künftig möglich sein muss, flexibler auf positive Bestandsentwicklungen beim Biber zu reagieren. „Sonst ist die Akzeptanz für den Artenschutz in der Bevölkerung der ländlichen Räume in Gefahr“, sagte DJV-Vizepräsident Dr. Volker Böhning. Vor diesem Hintergrund müsse die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) dringend überarbeitet werden, unter anderem, um auf nationale und regionale Besonderheiten besser reagieren zu können. "Wenn in Regionen wie dem Landkreis Märkisch-Oderland (Brandenburg) der Biber regelmäßig Deiche unterhöhlt und Flutgräben staut, gibt es dort kaum noch Verständnis für den strengen Schutz", so Dr. Böhning.