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Aktuelles

NRW-Jäger im Landtag 28/1/17

In der Auseinandersetzung um das vor knapp zwei Jahren in Kraft getretene Ökologische Jagdgesetz (ÖJG) waren sich in Nordrhein-Westfalen sowohl die CDU als auch der Landesjagdverband (LJV) stets einig: Beide wollen eine grundlegende Revision. Das bescheinigten sich die stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion Christina Schulze Föcking und der Präsident des LJV Ralph Müller-Schallenberg gegenseitig. Der LJV-Chef verband damit eine eindringliche Mahnung für den Fall eines CDU-Erfolgs bei der Landtagswahl am 14. Mai: „Wir werden euch dann daran messen.“ Dafür erntete er beim CDU-Werkstattgespräch „Jagdpolitik in Nordrhein-Westfalen“ im Düsseldorfer Landtag laute Zustimmung der mehr als 200 Teilnehmer, ganz überwiegend Vertreter der 16 Nutzerverbände, die sich zu einem Aktionsbündnis ländlicher Raum formiert haben.


Die erfolgreiche Volksinitiative zwingt zwar die NRW-Parlamentarier, sich noch einmal mit dem ÖJG zu befassen. Aber Müller-Schallenberg weiß auch, dass es am 8. März im Umweltausschuss des Landtags und in der Folgewoche in der abschließenden Plenumsdebatte angesichts der rot-grünen Koalitionsmehrheit „allenfalls marginale Änderungen und nicht den großen Wurf“ geben wird.

Wie konkret nach der Wahl eine neue Mehrheit aussehen kann, die dann das von Umweltminister Johannes Remmel initiierte Gesetz revidiert, weiß auch Rainer Deppe nicht. Für den jagdpolitischen Sprecher ist zunächst entscheidend, dass die Bürger eine CDU-geführte Regierung ins Amt hieven. „Was passiert, weiß keiner. Aber wir haben nicht ohne Grund ausformulierte Änderungsanträge“, verweist er auf die 86 konkreten Punkte, die seine Partei jagdrechtlich umsetzen will. Das müsse dann aber auch in einem möglichen Koalitionsvertrag festgeschrieben werden, forderte ein Teilnehmer des Werkstattgesprächs.

Einige Teilnehmer des Werkstattgesprächs haben die klare Erwartung, dass nach der Wahl am 14. Mai eine christdemokratisch geführte Landesregierung das Ökologische Jagdgesetz der amtierenden rot-grünen Koalition grundlegend ändert.

Klar ist dabei, dass niemand außer der FDP den Wolf ins Jagdrecht aufnehmen möchte. „Wenn jemals eine Regulierung notwendig wird, ist dies nicht Aufgabe der Jäger, sondern derjenigen, die den Wolf heute in unbegrenzter Zahl haben wollen“, sagte der LJV-Präsident. Er ging damit ein auf die Prognose seines niedersächsischen Amtskollegen Helmut Dammann-Tamke. Der hatte ausführlich über die Erfahrungen des benachbarten Bundeslandes mit dem Grauhund berichtet. Allen Spekulationen über illegale Aussetzungen erteilte er dabei eine klare Absage. Es handele sich um einen „Rückkehrer“. Andere Behauptungen seien durch nichts zu belegen.

Derzeit gebe es bundesweit 68 Wolfsterritorien mit 61 Rudeln. Alle drei Jahre verdoppele sich der Bestand. Allein der im vergangenen Jahr in Niedersachsen gewölfte Nachwuchs reiche aus, um mindestens zwölf neue Rudel zu begründen, sagte Dammann-Tamke. Angesichts dieser Populationsdynamik geht er davon aus, dass irgendwann auf der Basis der FFH-Vorgaben die Größe eines stabilen Vorkommens definiert wird. Die darüber hinaus gehende Zahl an Wölfen werde abgeschossen. Auf keinen Fall aber dürften dann Jäger zur Waffe greifen. „Den Gefallen, das Klischee zu erfüllen, dass die Jäger nur das Killerkommando der Nation sind, tun wir diesen Menschen nicht.“

Aus Sicht Dammann-Tamkes sind inzwischen die westpolnisch-deutsche Tiefland-Population und die ostpolnisch-baltische Population zusammengewachsen. Das würde bedeuten, dass die FFH-Forderung erfüllt ist. Amtlich feststellen müsste dies die Bundesregierung. Der Jäger-Lobbyist weiß aber auch, welch kontroverse politische Auseinandersetzungen folgen würden. Deshalb werde Bundesumweltministerin Barbara Hendricks „blocken ohne Ende“. Gleichwohl ist der Niedersachse von der Richtigkeit seiner Prognose überzeugt. Skeptikern und Wolfsprotagonisten antwortet er süffisant: „Ich bin Jäger, ich kann warten.“


Helmut Dammann-Tamke, Christina Schulze Föcking, Ralph Müller-Schallenberg

Im Nachgang zum gestrigen Werkstattgespräch der CDU-Landtagsfraktion zum Thema „Jagdpolitik in Nordrhein-Westfalen“ erklären die stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Christina Schulze Föcking, und der umweltpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Rainer Deppe:

Christina Schulze Föcking: „Die Debatte um das völlig verfehlte Landesjagdgesetz erhitzt noch heute zu Recht die Gemüter. Die Jagdpolitik der rot-grünen Landesregierung ist ein Schlag ins Gesicht der betroffenen Menschen. Die CDU-Fraktion unterstützt daher ausdrücklich das Begehren der Volksinitiative der Jägerschaft, da die teils absurden Regelungen des Landesjagdgesetzes nicht hinnehmbar sind. Die Misstrauenspolitik der Landesregierung richtet sich nicht nur gegen die Jägerschaft, sondern gegen den gesamten ländlichen Raum. Mit 86 Einzeländerungen hat die CDU im Gesetzgebungsverfahren klar aufgezeigt, was sich ändern muss und wie Erfahrungen aus Wissenschaft und Praxis im echten Dialog mit der Jägerschaft zu einem tragbaren Ergebnis führen können.“

Rainer Deppe: „Wir müssen nun zusammen mit den Betroffenen vor Ort und in den Gremien nach vorne schauen und zwingend notwendige Korrekturen auf den Weg bringen. Konkret gibt es viele Punkte, an denen es Handlungsbedarf gibt:

  • Der Katalog der heimischen jagdrechtlichen Tierarten (Wild) soll wieder erweitert und angepasst werden.
  • Praxisgerechte Lösungen für die Jagdausübung müssen umgesetzt werden. Dazu gehören die Rücknahme der Verkürzung der Jagdzeit zum Beispiel bei Schwarzwild und der Erhöhung der Kirrmenge auf einen Liter.
  • Es gilt, den wirksamen und rechtlichen Schutz aller jagdlichen Einrichtungen wiederherzustellen.
  • Die Prädatorenbejagung muss wieder erleichtert werden. Hierzu sollen wieder praxisgerechte Regelungen zur Fang- und Baujagd in NRW geschaffen werden.
  • Die Jagdhundeausbildung soll wieder praxisgerecht durchgeführt werden. Dies dient einem aktiven Tierschutz für Jagdhunde und Wild. Hierunter zählt die Ausbildung in der Schliefenanlage und an der kurzfristig flugunfähig gemachten Ente. Zu einer praxisgerechten Jagdhundeausbildung im Umgang mit Schwarzwild muss die Einrichtung von Wildschweingattern neu hinzukommen.
  • Ein bundeseinheitlicher Übungsnachweis soll die landeseigene Regelung für Schießnachweise ablösen.

Unser Augenmerk liegt darauf, keinen Widerspruch zwischen Naturschutz und Jagd zu konstruieren und mit den Betroffenen auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse und praktischer Erfahrung eine Lösung zu finden. Wir werden nicht hinnehmen, dass die Mitte der Bevölkerung weiterhin durch die Politik von SPD und Grünen diskreditiert und bevormundet wird.“




WÖLFE Verhasst - verfolgt - verharmlost 2/1/17



Unter diesem Titel ist ein sehr wichtiges und lehrreiches Buch unseres Hegeringmitgliedes Dieter Hartwig erschienen.
Es ist bei Matussek in Lobberich sowie im Buchladen in Kaldenkirchen erhältlich.

Hier der Prolog des Buches:

Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Dieter Hartwig.
Alle Rechte vorbehalten.


Die sächsische Regionalpresse berichtete 1998 über die Zuwanderung von Wölfen aus Polen. Inzwischen haben sich die Raubtiere in Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen etabliert und in Nordrhein-Westfalen wird ein Wolfspaar vermutet. Historische Quellen über Wolfsvorkommen zwischen Rhein- und Maas sind vor allem in niederländischen Archiven dokumentiert. Ausführlich wird auf die Wolfsplage in den Grenzgemeinden beiderseits der Maas während der Franzosenzeit (1794–1814) eingegangen.
Originaldokumente belegen die Tötung von Kindern und Haustieren durch Wölfe und beschreiben Maßnahmen der Administration zu deren Ausrottung. Die leidvollen Erfahrungen der Bevölkerung mit dem Raubwild sind in der Region noch präsent. Die historische Rolle des Wolfes wird vermehrt hinterfragt, worauf Beiträge in regionalen Publikationen und der Jagdpresse hinweisen.
Ist die Wiederansiedlung von Wölfen in einem so dicht bevölkerten und frequentierten Gemeinwesen wie der Bundesrepublik überhaupt zu verantworten? Die wissenschaftlichen Anstrengungen sind beträchtlich: Managementpläne, Monitoring, Wolfsbeauftragte. Naturschutzverbände und Unterstützergruppen „pro Wolf“ haben unzählige Broschüren zur Information der Bevölkerung aufgelegt. Zudem schafft die Wolfsbegeisterung Arbeitsplätze.
Doch die Urängste der Menschen vor dem Wolf sind im Bewusstsein noch tief verankert, und die öffentlichen Debatten werden daher so emotional und ideologisch geführt, dass vernünftige Argumente und nüchterne Fakten kaum noch die Fronten durchdringen. Interessengruppen jeglicher Couleur haben die Situation ausgenutzt, um die Wölfe entweder als harmlose Individuen oder als wilde Bestien darzustellen. Fakt ist: Wolfspopulationen verfügen über ein enormes Ausbreitungs- und Wachstumspotenzial. Konflikte zwischen Menschen und Wölfen sind absehbar,
weil nicht nur bei geringen Schalenwildbeständen Haustiere angegriffen werden. Die „Schadensstatistik Sachsen“ ist in dieser Hinsicht sehr aufschlussreich. Bei Übergriffen auf Haustiere stehen die Wölfe in direkter Konkurrenz zu den Nutzungsinteressen des Menschen. Und das war einer der hauptsächlichen Konfliktpunkte für ihre Verfolgung und Ausrottung. Zwei besonders wichtige Aspekte sollten nicht unerwähnt bleiben: die Furcht der Menschen und der Schutz der Menschen vor den Raubtieren. Jahrhundertelang hatte die Bevölkerung in ganz Europa zu Recht Angst vor Wölfen. Der Angstfaktor spielte auch in der öffentlichen Diskussion eine bedeutende Rolle, als die Wölfe Skandinavien wieder entdeckten.
Ich habe den Zugang zum Thema „Wolf“ aus einer völlig anderen Perspektive
gewählt, als in den meisten bekannten Publikationen und lasse häufig die überlieferten Quellen sprechen. Im historischen Kontext wird kein geschöntes Bild vom Wolf gezeichnet, sondern der Räuber und Schädling beschrieben, wie ihn die Menschen in Deutschland bis ins 20. Jahrhundert erlebt und erlitten haben. Die unangenehmen Wahrheiten über von Wölfen getötete Menschen und Haustiere kontrastieren natürlich scharf mit der heutigen naturromantischen Wahrnehmung von „Bruder Wolf“ in Naturschutz- und Tierschutzkreisen. Dennoch sind sie Teil seiner bewusst geleugneten historischen Vergangenheit.
Dieter Hartwig



Volksinitiative amtlich bestätigt – Landtag befasst sich erneut mit Jagdgesetz 17/12/16

Jäger hoffen nun auf sachorientierte Debatte

15. Dezember 2016, Dortmund (LJV). Jetzt ist es amtlich: Per Drucksache 16/13745 vom 12. Dezember hat die Präsidentin des NRW-Landtages die Abgeordneten darüber informiert, dass die Volksinitiative für ein ideologiefreies, praxisgerechtes Jagdrecht in NRW die gesetzlichen Voraussetzungen einschließlich der geforderten Zahl an Unterschriften sicher erfüllt.

Nach dieser Feststellung, über die der NRW-Landtag in seiner Sitzung am heutigen Donnerstag (15. Dezember) offiziell unterrichtet wird, muss sich das Parlament erneut mit dem Landesjagdgesetz befassen.

Die Beschlussempfehlung der Landtagspräsidentin sieht vor, das Anliegen der Volksinitiative zunächst an den Umweltausschuss zu überweisen. Dort findet die gesetzlich vorgeschriebene Anhörung der Vertrauenspersonen der Volksinitiative statt. Die nächste Sitzung des Umweltausschusses im NRW-Landtag ist am 18. Januar 2017 vorgesehen.

NRW-Jägerpräsident Ralph Müller-Schallenberg freut sich auf die erneute öffentliche Jagdgesetzdebatte: „Das Gesetzgebungsverfahren 2015 war nicht sachorientiert, da das Verhalten der Regierungsfraktionen ausschließlich symbol- und machtpolitisch geprägt war. Keine einzige Neuregelung ist im Parlament sachlich erörtert worden, nicht einmal im zuständigen Fachausschuss. Wir Jäger erwarten, dass der Landtag nun endlich vernünftige und praxisorientierte Regelungen für die Jagd trifft.“

Der Landesjagdverband hat mit der Volksinitiative fast doppelt so viele Unterschriften wie erforderlich zusammenbekommen. Am 6. Oktober 2016 wurden Landtagspräsidentin Carina Gödecke 117.601 Unterschriften in über 20 000 Listen öffentlich übergeben.

Auch juristisch steht das Gesetz auf der Kippe. So gibt es unter anderem einen Vorlagebeschluss des Verwaltungsgerichts Arnsberg zum Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, weil das Land mit dem im April 2015 verabschiedeten Jagdgesetz seine Kompetenzen überschritten hat.

Hier die Forderungen der „Volksinitiative für ein ideologiefreies, praxisgerechtes Jagdrecht in NRW“ :

·         Ausdehnung der Hegepflicht und des Aneignungsrechtes durch Wiederherstellung des jagdrechtlichen Tierartenkatalogs auf alle heimischen Tierarten im Sinne von § 2 Abs. 1 BJG

·         Angemessene Jagdzeiten auf nicht im Bestand bedrohte Wildarten

·         Erleichterung von Schonzeitaufhebungen zur Vermeidung übermäßiger Wildschäden

·         Sicherstellung einer flächendeckenden Bejagungsmöglichkeit, Jagdbeschränkungen und Jagdverbote (auch in Schutzgebieten) müssen die Ausnahme bleiben

·         Stärkung des Jagdschutzes

·         Verbesserung des Wildschutzes und des Schutzes von Bodenbrütern durch praxisgerechte Regelungen zur Fang- und Baujagd sowie zur Prädatorenbejagung

·         Wiedereinführung praxis- und tierschutzgerechter Regelungen zum Füttern und Kirren von Wild

·         Tierschutzgerechte Regelungen zur Ausbildung von Jagdhunden, die sich am Einsatz der Hunde in der Jagdpraxis orientieren

·         Wirksamer rechtlicher Schutz aller jagdlichen Einrichtungen vor widerrechtlicher Benutzung und vor Beschädigung

·         Stärkung der an demokratischen Grundsätzen ausgerichteten Mitwirkungs- und Mitbestimmungsrechte der Jagdrechtsinhaber und Jäger bei jagdbehördlichen Entscheidungen

·         Unverzügliche Abschaffung der Jagdabgabepflicht für alle Jagdscheininhaber

·         Strikte Trennung der Rechtskreise Jagdrecht und Naturschutzrecht, unter anderem durch Aufnahme einer umfassenden Unberührtheitsklausel im Landesnaturschutzgesetz


Kein Plus an Sicherheit durch Waffenrechtverschärfung 30/11/16

Das Forum Waffenrecht lehnt weitere Verschärfungen des Waffenrechts ab, da sie die öffentliche Sicherheit nicht verbessern. Experten bekräftigen dies in der Bundestagsanhörung. Angemahnt werden ein verbesserter Vollzug bestehender Vorschriften sowie eine effektive Bekämpfung des illegalen Waffenhandels.

(Berlin, 29. November 2016) Handlungsbedarf im Waffenrecht für mehr öffentliche Sicherheit? Auf Betreiben von Bündnis 90/Die Grünen fand gestern eine Öffentliche Anhörung vor dem Innenausschuss des Deutschen Bundestages statt. Die Allianz der im Forum Waffenrecht zusammengeschlossenen Verbände von Bund der Militär- und Polizeischützen (BdMP), Bund Deutscher Sportschützen (BDS), Deutscher Jagdverband (DJV), Deutsche Schießsport Union (DSU), Verband der Hersteller von Jagd-, Sportwaffen und Munition (JSM) und Verband Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler (VDB) sowie der Deutsche Schützenbund (DSB), die etwa 2,5 Millionen rechtschaffene Bürgerinnen und Bürger vertreten, lehnen Verschärfungen des geltenden Rechts ab, weil damit die öffentliche Sicherheit keineswegs verbessert werden kann. Das Bundeslagebild Waffenkriminalität 2015 zeigt bereits deutlich: Nur 0,1 Prozent aller Straftaten wurden mit Schusswaffen verübt. "Sowohl im Vergleich zum Vorjahr als auch in der Langzeitbetrachtung waren die erfassten Straftaten unter Verwendung von Schusswaffen in Deutschland rückläufig", so ein Fazit des Berichts.  In seiner Stellungnahme zur Anhörung betonte Oberstaatsanwalt Rainer Hofius: Die wenigen Verfahren gegen legale Waffenbesitzer seien als für die Sicherheit der Bevölkerung kaum bedeutsame Formalverstöße einzuordnen.

"Legale Waffenbesitzer mit neuen Auflagen zu überziehen ist natürlich einfacher, als illegalen Waffenhandel einzudämmen. Hier wird aber schlicht der falsche Baum angebellt", sagte Hans-Herbert Keusgen, Vorsitzender des Forum Waffenrecht. Statt nutzlose Hürden für gesetzestreue Bürger zu errichten, müsse endlich für einen funktionierenden Vollzug bestehender Vorschriften von der Erlaubnis bis zur Überprüfung gesorgt werden. Schon für diese Pflichtaufgabe reiche derzeit das Personal in den Behörden nicht aus, so Keusgen weiter.

In ihrer Stellungnahme zur Anhörung unterstützt die Gewerkschaft der Polizei (GdP) diese Forderung und stellt weiterhin fest: "Schusswaffen, die für Straftaten verwendet werden, einschließlich terroristischer Aktionen, gelangen kaum über legale Wege in den Besitz der Täter. " Dementsprechend müsse mehr Personal für die Bekämpfung des illegalen Waffenhandels eingestellt werden, so der GdP-Sachverständige Hans Jürgen Marker in der Anhörung.

Die Schusswaffe für die schreckliche Bluttat Mitte Juli 2016 in München stammte nachweislich aus dem sogenannten Darknet, einem illegalen Teil des Internets, der von Behörden derzeit nur mangelhaft kontrolliert werden kann. Selbst Heranwachsende sind heute in der Lage, in einer digital vernetzten Welt immer leichter an illegale Waffen zu gelangen. Dies hat die Tat in München auf fatale Weise bewiesen.  

Die Forderung von Bündnis 90/Die Grünen, Privatpersonen die Nutzung halbautomatischer Waffen zu verbieten, lehnt das Forum Waffenrecht als Aktionismus ab. Bereits im Sommer 2016 habe die Europäische Kommission betont, dass lediglich automatische Feuerwaffen, die in halbautomatische umgewandelt werden, besonders gefährlich seien, da sich diese leicht in Kriegswaffen verwandeln ließen.  Hingegen hätte eine Kriminalisierung von halbautomatischen Waffen, wie sie verbreitet von Jägern und Sportschützen verwendet werden, keinerlei Auswirkung auf die öffentliche Sicherheit, so die Verbände-Allianz.

„Wer weiterhin auf Scheinmaßnahmen setzt, verspielt auch das letzte Vertrauen in Politik“, sagte Keusgen. Vorzugaukeln, man müsse nur den legalen Privatbesitz von Schusswaffen verbieten um das öffentliche Sicherheitsproblem zu lösen, ist geradezu fahrlässig, so Keusgen. Der GdP-Sachverständige Marker dazu: "Waffenrechtsverschärfung ist grundsätzlich keine wirksame Methode, um organisierte Kriminalität und Großkriminalität zu verhindern.

Die Verbände fordern, dass die hohen Standards zur Deaktivierung von vollautomatischen Waffen zu Dekowaffen, die in Italien und Deutschland gelten, grundsätzlich EU-weit umgesetzt werden. Dazu gehören beispielsweise das Durchbohren des Laufes und des Patronenlagers. In der Slowakei wurden bis vor kurzem Sturmgewehre aus alten Militärbeständen zu Salutwaffen umfunktioniert, indem lediglich zwei Bolzen in die Waffe eingesetzt wurden, die sich leicht entfernen ließen. Terroristen nutzten für ihre Anschläge in Paris im November 2015 ebensolche mangelhaft zurückgebauten, vollautomatischen Waffen.

Abschließend sagte der Vorsitzende des Forum Waffenrecht, Hans-Herbert Keusgen, anlässlich der Öffentlichen Anhörung vor dem Innenausschuss des Bundestages: "Oberstaatsanwalt Rainer Hofius spricht mir in seiner Stellungnahme aus dem Herzen wenn er schreibt, dass angesichts des fehlenden Zugewinns an öffentlicher Sicherheit eine weitere Einschränkung der Rechte der Legalwaffenbesitzer das Verhältnismäßigkeitsprinzip unserer Verfassung verletzt."


WDR aktuell: Korrekturen am Landesjagdgesetz denkbar 29/11/16

28. November 2016, Dortmund (LJV). In der Nachrichtensendung WDR aktuell zieht der WDR in einem journalistisch ausgewogener Beitrag Jahresbilanz nach einem Jahr neues NRW-Jagdrecht.

Auch Umweltminister Remmel kommt neben Jägerin Britta von Weichs und dem NABU-Vorsitzenden Josef Tumbrinck zu Wort.

Fazit: Korrekturen am Jagdgesetz sind denkbar.

Hier die ganze Sendung: http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/aktuelle-stunde/video-aktuelle-stunde-1370.html

Sie finden den Beitrag ab Minute 29:40.

 

Lokalzeit OWL begleitet Jäger auf Bewegungsjagd

28. November 2016, Dortmund (LJV). Deutlich besser als die Überschrift „Auf Pirsch mit einem Hobby-Jager“ vermuten ließ (wer ist schon Hobby-Jäger?), war auch ein Beitrag der Lokalzeit OWL des WDR vom 23. November 2016.

Begleitet wurde Jäger Jörg Riedel bei einer Bewegungsjagd. Fazit hier: Jäger haben klare Vorgaben bei der Jagd und wägen vor jedem Schuss sehr gewissenhaft ab.

Hier ein Link zum Beitrag (ab Minute 19:40).

http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-ostwestfalen-lippe/video-lokalzeit-owl-970.html

Achtung: Beiträge in der Lokalzeit werden nach einer Woche, also in diesem Fall am 30. November, aus der Mediathek gelöscht.

 


Geflügelpest: Was Jäger wissen müssen 25/11/16

In vielen Teilen Deutschlands ist das Geflügelpest-Virus H5N8 bei verendeten Wildvögeln nachgewiesen worden. Zur Verhinderung der Einschleppung des Virus in Geflügelbestände sollten im Anschluss von Wasserfederwildjagden grundsätzlich keine Geflügelbetriebe aufgesucht werden bzw. die entsprechenden Hygienevorsichtsmaßnahmen beachtet werden. Jäger unterstützen in Seuchenfällen bundesweit die Veterinärbehörden. Im DJV-Interview gibt das Friedrich-Loeffler-Institut wichtige Hinweise, wie Monitoring oder Probenahme korrekt durchzuführen sind.

(Berlin, 24. November 2016)

DJV: Was sollten Jäger tun, wenn sie verendetes Wasserwild auffinden?

FLI: Menschen sollten tot aufgefundene Vögel nicht anfassen. Sie sollten den Fund der örtlichen Veterinärbehörde melden. Es liegt im Ermessen der zuständigen Behörden (in der Regel Landkreise und kreisfreie Städte), ob sie die Jägerschaft dazu auffordern, sie beim Sammeln toter Wildvögel zu unterstützen.

Wenn Wild eingesammelt werden soll, was ist zu beachten?

Im Ernstfall gibt die zuständige Veterinärbehörde klare Regeln vor, an die sich Jäger halten sollten. Grundsätzlich gilt: Kadaver sollten nur mit Handschuhen angefasst werden, etwa mit Einmalhandschuhen aus Nitril. Der Vogelkörper sollte in einen Müllbeutel überführt und dieser anschließend verschlossen werden. Ein Tyvek-Einmalschutzanzug dient bei Sammelaktionen dazu, vor einer Kontamination der Kleidung zu schützen und das Risiko einer Verschleppung des Erregers zu mindern.

Wie sollte zum Einsammeln genutzte Kleidung gesäubert werden?

Kontaminierte Kleidung sollte bei mindestens 60°C gewaschen und Gerätschaften sowie gebrauchte Schutzanzüge sollten z.B. mit Peressigsäure oder einem anderen geeigneten Desinfektionsmittel (www.desinfektion-dvg.de/index.php?id=1800) mit ausreichender Einwirkzeit behandelt werden. Einmal-Atemschutzmasken sind nach Gebrauch in einem Müllbeutel zu entsorgen. Das beim Bergen der Vögel getragene Schuhwerk ist zu reinigen und zu desinfizieren, bevor der Ort verlassen wird, an dem die Kadaver gesammelt wurden, um eine Verschleppung des Erregers zu vermeiden.

Besteht für Jäger, die Geflügel halten, ein besonderes Risiko?

Ja, in diesem Fall besteht ein großes Einschleppungsrisiko. Daher sollten insbesondere Geflügel haltende Jäger den Kontakt zu toten Vögeln meiden und sie nicht verbringen. Vor Betreten von Geflügelhaltungen müssen unbedingt die Biosicherheitsvorkehrungen beachtet werden, insbesondere das Anlegen von bestandseigener Schutzkleidung und ein Schuhwechsel. Die aktuellen Hinweise der DVG für Tierhalter sollten hierbei beachtet werden: www.desinfektion-dvg.de/index.php?id=2119

Wie können Jäger die örtlichen Behörden beim Monitoring unterstützen?

Jäger können die Behörden unterstützen, indem sie dem Veterinäramt Totfunde von Vögeln melden. Soweit die zuständige Veterinärbehörde es anordnet, kann die Entnahme von Tupferproben aus Rachen und Kloake (kombinierter Tupfer) von geschossenen Wasservögeln das aktive Monitoring (Untersuchung von gesunden oder gesund erlegten Vögeln) unterstützen. Die Proben sollten flüssigkeitsdicht und gekennzeichnet (Name des Einsenders, Datum und Fundort) an das Veterinäramt geschickt werden.

Weitere Informationen:

Aktuelle Risikoeinschätzung des Friedrich-Loeffler-Institutes (Stand: 18. November 2016): http://bit.ly/2fR83Ph


Fasan weg - was nun? 22/11/16

In Kreisen der Niederwildjäger gediehen Gerüchte und Mutmaßungen um die Ursachen Streckenrückgänge. Je nach Region waren unterschiedliche Gründe schnell ausgemacht. Biogas, Geflügelhaltung, Gülle- und Gärresteausbringung, der Einsatz von Pestiziden und Insektiziden, sowie Beizmittel wurden als Ursache vermutet. All diese Faktoren sind, betrachtet man den Rückgangverlauf als Ursache ehr unwahrscheinlich, denn die Faktoren treten je nach Region unterschiedlich stark auf. Der Rückgang der Fasanenbesätze ist jedoch in nahe zu allen Regionen zwar zeitversetzt aber sonst analog verlaufen. Bleibt die spannende Frage: Was ist die Ursache für den Rückgang?

Betrachten wir die Entwicklung der Fasanenpopulation erst einmal am Beispiel des Hegeringes Voltlage-Merzen.

In dem 9000 ha großen Hegering mit seinen 26 Revieren war der Fasan bis 2007 die Leitwildart in fast allen Revieren. Auch wenn es widersprüchlich klingt, die guten Fasanenreviere liegen in der landwirtschaftlich intensiv genutzten Nord-West Deutschen Tiefebene. Der Fasan ist ein Kulturfolger in den intensiv genutzten landwirtschaftlichen Regionen.

Im Hegering Voltlage Merzen gibt es einen natürlichen Wildfasanenbesatz. Aussetzungen oder Auswilderungen von Fasanen gab es bis 2007 nicht. Geringe Ausnahmen waren ausgemähte Gelege, die mit Zwerghühnern ausgebrütet und ausgewildert wurden. Diese hatten jedoch an Masse keinen Einfluss auf den Gesamtbesatz. Betrachten wir den Streckenverlauf, der als ein guter Weiser für die Entwicklung des Gesamtbesatzes angesehen werden kann, bleibt fest zustellen, dass aus bisher nicht geklärten Ursachen der Fasanenbesatz zwischen 2007 und 2013 um 80 % eingebrochen ist.

Der Fasan ist ein Kulturfolger der intensiv genutzten landwirtschaftlichen Regionen wie die Landkreise Vechta, Cloppenburg, Oldenburg Süd, Emsland und nördl. Osnabrücker-Land.

Im Hegering Voltlage Merzen gibt es einen natürlichen Wildfasanenbesatz. Aussetzen oder Auswildern von Fasanen kam bis 2007 nicht vor. Geringe Ausnahmen waren Ausgemähte Gelege die mit Zwerghühnern ausgewildert wurden. Diese hatten jedoch an Masse keinen Einfluss auf den Gesamtbesatz. Betrachten wir den Streckenverlauf, der als guter Weiser des Gesamtbesatzes angesehen werden kann, da die Jäger sehr genau auf niedrige Besätze mit zurückhaltender Bejagung reagieren und daher der Streckenverlauf als Weiser für die Fasanen Population angesehen werden kann.

Am Streckenverlauf sind beim Fasanen durchaus deutliche Schwankungen zu erkennen. Auffällig ist jedoch der starke Anstieg hin zu 2007-08 auf 2700 Fasanen und dann der deutlich nachhaltige Abstieg mit einer leichten Erholung 2011-12 um dann noch einmal deutlich ein zu brechen auf nunmehr 390 Fasanen. Das ist ein Rückgang um 85 % der Strecke.

Wo liegt die Ursache für diesen drastischen Rückgang?

Lebensraum

Die Landwirtschaftlichen Flächen sind der Lebensraum des Fasanen, somit hat natürlich die Landwirtschaft einen erheblichen Einfluss auf die Population. Die Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetz, (EEG) vom 01.04.2000 hat auf die Landwirtschaft, insbesondere in den Veredlungsregionen Niedersachsen, einen erheblichen Einfluss. Gerade hier nahm die Landbewirtschaftung in den Folgejahren durch den Bau von Biogasanlagen und weiteren Großställen erheblich zu. Die steigenden Erzeugerpreise für Getreide und Mais zogen höhere Pachtpreise und intensivere Bewirtschaftung durch höheren Einsatz von Dünger und Pestiziden nach sich. Im Hegering Voltlage Merzen entstanden auf 9000 ha 7 Biogasanlagen und die Viehdichte stieg auf über 5 Großvieheinheiten pro ha. Neue Verfahren in der Landbewirtschaftung führten zu größeren Maschinen und effektiveren Maschineneinsatz. All diese Faktoren wirken sich negativ auf den Lebensraum des Fasanen aus. Trotzdem stieg erst mal der Fasanenbesatz bis 2007 kontinuierlich an. Ein Widerspruch?

Oft hört man, dass die Einstellung der klassischen Flächenstillegung Ursache seinen könnte. In unserer Region hatte die Flächenstillegung ab mitte der 90 ziger Jahre kaum einen Einfluss im Lebensraum Fasan, da diese von den Landwirtschaftlichen Betrieben in andere Regionen ausgelagert wurde, oder die Flächen zum Anbau von nachwachsenden Rohstoffen wie Raps oder später Mais für Biogasanlagen genutzt wurden.

Somit ist fest zuhalten, das ab 2000 eine kontinuierliche intensivere Landwirtschaftliche Bewirtschaftung der Flächen statt gefunden hat, die sich erstmal nicht negativ auf die Besätze ausgewirkt hat bis 2007. Zweifelsohne ist die „neue“ Form der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung nicht von Vorteil für die Fasanenbesätze, aber ist sie auch für einen so drastischen Rückgang verantwortlich? Und warum dann erst ab 2007?

Krankheiten

Betrachtet man den plötzlichen Besatzeinbruch liegt der Verdacht nahe das eine Seuchenartige Erkrankung für den plötzlichen Besatzrückgang verantwortlich ist. Als Möglichkeiten für die Übertragung von Krankheiten kamen, neben den üblichen Infektionskrankheiten neue Infektionsquellen in Betracht, wie die zunehmende Offenlandhaltung von Hühnern, Hähnchenmast und die Ausbringung von Gärresten aus Biogasanlagen in Frage. Die Landesjägerschaft regierte sofort und beauftragte die Tierärztliche Hochschule Hannover, Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung mit der Durchführung einer Vorstudie zu Infektionskrankheiten bei Fasanen und Rebhuhn in Nordwestdeutschland. Die Studie endete zum 31.07.2012. Als Ergebnis wurden unterschiedliche Antikörper nachgewiesen, die den Verdacht verschiedener viraler Erkrankungen im Tierbestand nahe legen. 2013 wurde das Untersuchungsgebiet auf die Landkreise Cuxhaven und Stade ausgeweitet, außerdem ist eine Zusammenarbeit mit den Länder Schleswig Holstein und Nordrhein Westfalen geplant. Das Ergebnis gibt bis jetzt keinen Anlass für den Verdacht das Krankheiten ursächlich für den Rückgang seinen könnten. So heißt es in den Bericht der Tierärztlichen Hochschule vom 20.12.2013 „… insgesamt zeigt sich kein Hinweis auf eine typische Infektionskrankheit mit seuchenartigen Verlauf, wie z.B. Newcastle Disease, Aviäre Influenza oder Chamydiose.

Zwar zeigt sich eine Häufung von Infektiöser Bronchitis Virus, der aber wohl kaum für einen solchen Besatzrückgang verantwortlich sein kann. Die derzeitigen Untersuchungen konzentrieren sich zurzeit auf die Fasanenkücken. Beobachtungen führender Fasanenhenne legen den Verdacht einer hohen Kückensterblichkeit nahe. Neben Krankheiten scheint vor allem der schlechte Ernährungszustand der Fasanenküken hierfür verantwortlich zu sein. Die Abnahme von Insekten spielt hier eine ganz entscheidende Rolle, da die Fasanenküken in den ersten drei Lebenswochen auf tierische Eiweiße sprich Insekten angewiesen sind.

Prädation

Am 01.03.2011 begann die Tierärztliche Hochschule Hannover, Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung mit den Freilandarbeiten zum Projekt „Prädation Niederwild“. In den zwei Projektgebieten Merzen und Werlte. Die Studien in Werlte wurden aufgrund des geringen Fasanenbesatzes in 2014 eingestellt. In Merzen läuft die Studie weiter und liefert mittlerweile gute Ergebnisse. Die Pradation hat nach derzeitigen Erkenntnissen einen erheblichen Einfluss auf die Bodenbrüter. So wurde nachgewiesen, dass ca. 50 % des jeweiligen Hennenbesatzes Jahr für Jahr stirbt. Den größten Einfluss hat dabei die Prädation. Hauptprädatoren bei den Hennen sind Greifvögel, Marder und Fuchs. Die Hauptprädationszeit beginnt im Frühjahr bis zum Sommer, also in der Zeit in der die Hennen die Gelege anlegen und brüten, und damit für das Raubwild berechenbar werden. Die Brutstandorte konzentrieren sich zu 35 % auf nur 10 % der Lebensraumfläche, nämlich Strukturbereiche wie Wege, Gräben, Straßenränder, Wallhecken und Feldgehölze. Neben der Hennenprätation fällt auch die hohe Prädationsrate der Nester auf. Hier ist die Rabenkrähe der größte Prädator. Auffallend ist aber auch das 35 % der Nester aufgrund von Störungen verlassen wurden, da der Selbsterhaltungstrieb der Hennen größer ist als der Bruttrieb, vor allem in der ersten Brutphase. Ein gutes Argument für das Beibehalten des Leinenzwangs für Hunde in der Brut- und Setzzeit.

Kritiker der Studie sagen, Prädation hat es immer schon gegeben!    

Ergebnis/Zusammenfassung

Was bleibt als Erkenntnis nach 5 Jahren der Besatzrückgänge. Eine klare Ursachenzuordnung ist zurzeit nicht möglich, d.h. aber nicht, dass die Jäger untätig bleiben sollen. Die Lebensbedingungen unser Niederwildarten verschlechtern sich in den meisten Revieren zu Sehens Gleichzeitig verbessern sich die Bedingungen für die Prädatoren. Hier müssen wir Jäger ansetzen. Wir brauchen das Rad nicht neu erfinden die alte Schule der Niederwildhege ist angesagt. Prädatoren Bejagung ist Grundvoraussetzung für die Erhaltung der Niederwildbesätze. Laut Dr. Strauß von der Tierärztliche Hochschule Hannover, Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung wird der Fasan und auch das Rebhuhn nicht aussterben, aber die Frage für uns Jäger ist ob die Besätze so stabil bleiben, dass wir sie nutzen können? Hierzu bedarf es eines eingehend Prädatorenmanagemets in den Revieren. Mit konsequenter Bejagung von Fuchs & Co und dem Einsatz von Lebendfallen ist eine effektive Prädatoren Reduktion möglich.

Als Lebensraumgestaltende Maßnahmen bitten sich neben dem alt bekannten wie Anlage von Feldgehölzen und Biotopen auch moderne Elemente der Landschaftsgestaltung an wie Einsaat von Blühwiesen und Kräutermischungen in Grünland, die Anlage von Blühstreifen an Ackerrändern und die Gestaltung von Wegeseitenrändern. Diese Ersatzbiotope geben den Niederwild Deckung und sind Nahrungshabitat, als Bruthabitat scheiden sie jedoch aus, da wir aus der Prädatorenstudie wissen, das Gelege in Strukturbereichen bevorzugt prädiert werden. Blühstreifen sollten daher erst Mitte Mai eingesät werden, zum einen gehen die Wärme liebenden Blühpflanzen dann besser auf und sie sind ein hervorragendes Nahrungshabitat ab Juni. Im Sommer sind sie voll von Insekten und bieten der Henne mit den Küken in der Aufzuchtphase beste tierische Nahrung. Im Winter liefern die Pflanzen Samen und Deckung.

In vielen Revieren ist der Grundbesatz an Fasanen bereits soweit abgesackt, dass es fraglich ist ob die Fasanen die sich je niedriger der Besatz ist in einer Pradationsfalle befinden überhaupt wieder bejag bare Dichten erreicht.

Bei einer Hennensterblichkeit von 50 % zuzüglich der Gelegeverluste scheint dies ehr aussichtslos. So das die ökologisch, nachhaltige Auswilderung von autochthonen Fasanen zur Bestandsstabiliersirung an Bedeutung gewinnt. In den Revieren um Merzen laufen in diesem Jahr Untersuchungen um die Überlebensrate der ausgewilderten Fasanen zu ermitteln. Fest steht jedoch, dass in vielen Revieren ungeachtet der weiteren Entwicklung bejagbare Besätze erst wieder durch Bestandes stützende Maßnahmen erreicht werden können.

Als Fazit bleibt fest zu halten Niederwildjagd verlangt den Jäger einiges ab. Für die Zukunft gilt noch mehr als in der Vergangenheit, um ein intaktes Niederwildrevier zu erhalten bedarf es vieler Maßnahmen im Bereich Biotopgestaltung und Prädatorenbejagung.


Geflügelpest jetzt auch in NRW 21/11/16

21. November 2016, Dortmund (LJV). Der Virus H5N8 wurde jetzt auch an verwendeten Vögeln in NRW nachgewiesen. Vor wenigen Tagen ist der erste Fall in NRW bekannt geworden, ein im Kreis Wesel gefundener Bussard wurde vom Friedrich-Löffler-Institut positiv auf den Virus H5N8 getestet. In einigen Städten und Gemeinden, den sogenannten Risikoregionen, ist bereits die Stallpflicht für Nutztiere eingeführt worden.


Doch was bedeutet das für die Jagd auf Federwild?
In anderen Bundesländern sind die Auswirkungen auf die Jagd bereits deutlich spürbar. In Mecklenburg-Vorpommern gilt bereits seit vergangener Woche ein Jagdverbot für Federwild und auch in Schleswig-Holstein empfiehlt die oberste Jagdbehörde, die Jagd auf Wasservögel zu unterlassen.

Auf was Sie jetzt besonders achten müssen, haben wir hier kurz zusammengefasst:

- Melden verendeter oder kranker Wildvögel an die zuständige Veterinärbehörde

- Jäger die mit Federwild in Berührung kommen, sollten Kontakt zu Geflügel vermeiden

- der direkte Kontakt von Haustieren, auch Jagdhunden, zu toten oder kranken Wildvögeln sollte vermieden werden

Aktuell gilt in NRW noch kein Jagdverbot für Federwild.

Mehr Informationen zum Thema finden Sie auch unter folgendem Link auf der Webseite des Friedrich-Löffler-Institutes:

https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/klassische-gefluegelpest/


oder auf der Seite des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW:

https://www.lanuv.nrw.de/verbraucher/tiergesundheit/tierseuchenbekaempfung/tierseuchen/vogelgrippe/


Änderung des Bundesjagdgesetzes tritt in Kraft 10/11/16

Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt: Einsatz von halbautomatischen Langwaffen wieder erlaubt

(Berlin, 08. November 2016). Die Änderung des Bundesjagdgesetzes zur Verwendung von halbautomatischen Langwaffen mit wechselbarem Magazin wird am 9. November 2016 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und tritt am 10. November 2016 in Kraft. Der neue § 19 Absatz 1 Nr. 2 Buchstabe c lautet: „Verboten ist, mit halbautomatischen Langwaffen, die mit insgesamt mehr als drei Patronen geladen sind, sowie mit automatischen Waffen auf Wild zu schießen“.

Die Änderung war notwendig geworden, nachdem das Bundesverwaltungsgericht in zwei Urteilen vom 7. März 2016 die Verwendung von halbautomatischen Waffen mit austauschbarem Magazin bei der Jagd für unzulässig erklärt hatte. Das Urteil hatte für erhebliche Verunsicherung bei Jägern und Waffenbehörden gesorgt. Der Gesetzgeber hat zügig reagiert und stellt jetzt wieder Rechtssicherheit für Besitzer von halbautomatischen Langwaffen mit Wechselmagazin her.

Die Allianz der im Forum Waffenrecht zusammengeschlossenen Verbände von Bund der Militär- und Polizeischützen (BdMP), Bund Deutscher Sportschützen (BDS), Deutscher Jagdverband (DJV), Deutsche Schießsport Union (DSU), Verband der Hersteller von Jagd-, Sportwaffen und Munition (JSM) und Verband Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler (VDB) sowie der Deutsche Schützenbund (DSB) begrüßen die Regelung ausdrücklich.


Sicherheit vor Jagderfolg 17/10/16

Wenn im Herbst ein lautes „ Hop hop“ in den Wäldern ertönt, ist dies ein sicheres Zeichen dafür, dass die Hauptjagdsaison begonnen hat. Es gelten strenge Sicherheitsregeln.

(Berlin, 14. Oktober 2016) Bei den alljährlich stattfindenden Drückjagden handelt es sich um Gesellschaftsjagden, für die strenge Sicherheitsregeln gelten. Grundlage sind die Unfallverhütungsvorschriften (VSG 4.4 „Jagd“) der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau. "Die Sicherheit von Jagdhunden und Jägern hat oberste Priorität. Sie steht vor Strecke machen", so Hans-Heinrich Jordan, Präsidiumsmitglied des Deutschen Jagdverbands (DJV).

Bevor der Jäger anwechselndes Wild ins Fadenkreuz nimmt, muss er seine Umgebung genau in Augenschein nehmen und eine Hintergrundgefährdung ausschließen. Das bedeutet beispielsweise, markierte Gefahrenbereiche zu beachten. Ein Schuss in Richtung von Personen, Autos und Siedlungen ist strengstens untersagt. Die Schützen sollten nach Bezug des Standes Kontakt zu Nachbarschützen herstellen. Die Waffe darf erst auf dem Stand geladen werden und muss nach Beendigung des Treibens sofort entladen werden.

Der DJV empfiehlt Jägern, grundsätzlich nur von erhöhten jagdlichen Einrichtungen zu schießen, da ein ausreichender „Kugelfang“ immer gegeben sein muss. Ausschließlich „gewachsener“ Boden ist dafür geeignet. Dieser allein stellt jedoch noch keinen ausreichenden Schusshintergrund dar: Das Gelände muss so beschaffen sein, dass der Eintrittswinkel des Geschosses größtmöglich ist. Der Schusswinkel zum Nachbarn muss größer als 30 Grad sein.

Treiber und Schützen sollten Signalkleidung tragen. So werden sie auch bei schlechten Wetterverhältnissen gut wahrgenommen. Damit auch die vierbeinigen Jagdbegleiter gut erkennbar sind, empfiehlt sich der Einsatz von Signalwesten und Signalhalsbändern, die im Idealfall mit einer Telefonnummer versehen sind. Der Einsatz von Glöckchen bietet zusätzliche Sicherheit und das Wild nimmt die Hunde schon aus weiter Entfernung war.

Generell gilt: Vor und während der Jagd ist Alkohol tabu. Der DJV empfiehlt Jägern zudem, vor der Drückjagdsaison auf dem Schießstand oder im Schießkino das Schießen auf bewegte Ziele zu üben und die Treffsicherheit zu überprüfen. Für die Ermittlung der Treffpunktlage der Jagdwaffe bietet der DJV eine kostenlose Anschussscheibe zum Herunterladen an.

Weiterführende Informationen:

DJV-Video zur Durchführung einer Drückjagd: http://bit.ly/2dRUMHC


http://www.jagdverband.de/downloads-jagdpraxis

http://www.jagdverband.de/content/bewegungsjagd

http://www.jagdverband.de/content/erntejagd-sicherheit-vor-erfolg




In Richtung von Mitjägern und Hunden zu schießen ist untersagt!
Quelle: Mross/DJV



Treffen kann es jeden Verkehrsteilnehmer. Meistens kommt es plötzlich und unverhofft. 2/10/16

Der Multi-Wildschutz-Warner ist ein Wildwarner in Form einer Wildtierampel, die jeder Fahrzeugführer auf 'BLAU' stellen kann, um Wildtiere kurzfristig am Überqueren der Straße zu hindern. Unser Multi-Wildschutz-Warner vereinigt verschiedene Funktionen in einem Produkt, mit dem der Wirkungsgrad um das 5-fache und der Wirkungsradius auf grundsätzlich 180° und optional auf 360° erhöht wurde.

Der Multi-Wildschutz-Warner wurde am 09.11.2015 mit dem "Brandenburger Innovationspreis Kunststoffe und Chemie" ausgezeichnet.
 
BEI INTERESSE BITTE BEIM HEGERINGLEITER JÖRG HOFFMANN MELDEN.

 

Wirkungsgrad, Wirkungsradius, Wirkungsweise

 
Wirkungsgrad der Wildtierampel: Multi-Wildschutz-Warner
Wirkungsradius des Wildwarner: Multi-Wildschutz-Warner
Wirkungsweise des Multi-Wildschutz-Warner System
 

 

Problematik - Wildunfälle. Die Lösung - Wildwarner!

 
Problematik
Bedarf
Lösung
 

 

Durch Wildtiere verursachte Verkehrsunfälle sind zu einem großen Problem geworden. Die aktuellen Zahlen von über 247.000 bundesweit registrierten Wildunfällen* mit einer Schadensumme von insgesamt rund 560-Millionen Euro im Jahr 2013* belegen dies mehr als deutlich. Statistisch gesehen ist jeder fünfte Verkehrsunfall ein Wildunfall.

Wenn man darüber hinaus bedenkt, dass sich der Straßenverkehr in Deutschland in den letzten 30 Jahren vervierfacht hat und hier ein Straßennetz entstanden ist, das weltweit seines gleichen sucht und eine Basis für unsere starke Volkswirtschaft ist, so sind diese Zahlen und der steigende Trend noch alarmierender. Eine schnelle und wirksame Hilfe zur Abwendung von Wildunfällen ist somit dringend notwendig.

Quelle: *GDV - Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. - "Anzahl der Pkw-Wildunfälle und Leistungen der Teil- und Vollkaskoversicherer"

Die inzwischen weit verbreitete Meinung, mit teuren Zäunen und Wildbrücken an Straßen und Autobahnen der Problematik entgegenzutreten, ist keine allumfassende Lösung für das gesamte bundesdeutsche Straßen- und Autobahnnetz. Die meisten Wildunfälle ereignen sich auf Bundes- und Landesstraßen. Ein geschlossenes Netz an Zäunen und Wildbrücken ist hier schon aus Kostengründen nicht denkbar und würde zudem zu einer wesentlichen Einschränkung der Lebensräume für Wildtiere führen.

Die Tiere sind gezwungen, immer neue Überlebensstrategien zu entwickeln, um aus einigen Gebieten in Deutschland nicht völlig verdrängt zu werden. Dabei halten sie ihre - zum Teil schon Hunderte von Jahre alten - Wege und Wechsel beständig ein und werden immer wieder versuchen, Straßen zu überqueren, um Nahrung aufzunehmen, zu schlafen oder sich mit Artgenossen zu treffen.

Mit unserem zum Patent angemeldeten Multi-Wildschutz-Warner bieten wir ein Produkt mit einer hohen Ausstattung und großem Wirkungsgrad, welches sich kostengünstig und flächendeckend Einsätzen lässt. Die erfolgreichen Ergebnisse aus über drei Jahren Erfahrung auf ausgewählten Teststrecken im Land Brandenburg sprechen für den Multi-Wildschutz-Warner.

Weiter Informationen und ein Flyer sind auf der Homepage
http://www.wildwechsel-unfall-vermeiden.de
zu finden.

 

 

Volksinitiative gegen Landesjagdgesetz erfolgreich 30/9/16

Landtag unter Zugzwang – 120.000 Unterschriften werden am 6. Oktober übergeben

Das umstrittene Landesjagdgesetz gerät unter neuen politischen Druck. Der Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen hat seine Volksinitiative mit rund 120.000 Unterschriften erfolgreich abgeschlossen und wird die Listen am Donnerstag (6. Oktober) im Düsseldorfer Landtag übergeben, der sich nun erneut mit dem im Frühjahr 2015 verabschiedeten Gesetz der rot-grünen Koalition befassen muss. Es ist nach Ansicht von NRW-Jägerpräsident Ralph Müller-Schallenberg teilweise verfassungswidrig, eigentumsschädlich, ideologisch geprägt und richtet sich gegen bewährte jagdliche Praxis und gegen den Einsatz der Jagd für Artenvielfalt und ungeteilten Tierschutz.

Der Landesjagdverband hat fast doppelt so viele Unterschriften wie erforderlich zusammenbekommen. Erfasst wurden von den kommunalen Behörden derzeit schon über 117.000 Unterschriften in über 26.000 Listen. Müller-Schallenberg: „Dies ist ein klares Signal und bestätigt unsere Auffassung, dass das Landesjagdgesetz eine Gefälligkeitsgesetzgebung für bestimmte Gruppen gegen die Jäger als Hauptbetroffene und gegen die Mehrheit von Land und Leuten ist.“ Der zuständige Minister Johannes Remmel (Grüne) hatte das Gesetz anlässlich des 50. Jubiläums des Naturschutzbundes als „Geburtstagsgeschenk“ bezeichnet.

Unterdessen setzt sich der Landesjagdverband auch bei den Parteien vor der Landtagswahl am 14. Mai 2017 für eine Revision des Landesjagdgesetzes ein. Der LJV verweist darauf, dass die CDU und FDP sich eindeutig gegen das jetzige Landesjagdgesetz ausgesprochen und dagegen gestimmt haben; die CDU hat sogar einen eigenen Gesetzentwurf mit 85 Änderungsanträgen vorgelegt. Die SPD habe dem Landesjagdgesetz erkennbar nur aus Gründen der Koalitionsopportunität gegenüber ihrem bisherigen Regierungspartner von den Grünen zugestimmt. „Wir erwarten daher vor allem von diesen drei Parteien eine klare Positionierung zur künftigen Jagdpolitik des Landes in deren Wahlprogrammen und bei der Bildung der künftigen Landesregierung eine entsprechende Verankerung im Koalitionsvertrag“, so Ralph Müller-Schallenberg.

Auch juristisch ist das aus dem Hause Remmel stammende Jagdgesetz in mehreren Punkten heftig umstritten. So hat das Verwaltungsgericht Arnsberg eine Regelung als grundgesetzwidrig beurteilt und dem Bundesverfassungsgericht zur Entscheidung vorgelegt, weil das Land seine Gesetzgebungskompetenz beim sogenannten Schießnachweis überdehnt habe (Az. 8 K 3614/15).

Volksinitiativen wie die des Landesjagdverbandes können nach der Landesverfassung den Landtag im Rahmen seiner Entscheidungszuständigkeit mit bestimmten Gegenständen der politischen Willensbildung befassen und müssen von mindestens 0,5 Prozent (ca. 66.000 Personen) der deutschen Stimmberechtigten unterzeichnet sein, die 18 Jahre oder älter sind und in Nordrhein-Westfalen wohnen.

Erntejagd: Sicherheit vor Erfolg 29/9/16

Vielerorts hat die Ernte von Mais begonnen, eine der letzten verbleibenden Feldfrüchte im Herbst. Für Jäger ergibt sich eine Möglichkeit, Wildschweine effektiv in der Feldflur zu bejagen. Zwei aktuelle DJV-Videos geben wertvolle Sicherheitstipps für die Erntejagd und erläutern die Notwendigkeit.

(Berlin, 28. September 2016) Mais wird vom Schwarzwild von der Milchreife Anfang August bis zur Ernte im Oktober gerne als Nahrung und Lebensraum genutzt, es kommt zu Fraß-, Tritt- und Lagerschäden. Die Ernte bietet in vielen Revieren oftmals die einzige Chance, regulierend in die Population einzugreifen. Wenn die Mais-Häcksler anrücken, sind die Wildschweine gezwungen, das schützende Blattwerk zu verlassen, um neue Einstände zu suchen – und können effektiv bejagt werden. „Die Sicherheit hat bei der Erntejagd für alle Beteiligten oberste Priorität”, sagt Hans-Heinrich Jordan, Präsidiumsmitglied im Deutschen Jagdverband (DJV). Deshalb ist im Vorfeld eine fundierte Planung notwendig, die beispielsweise auch das Aufstellen von Warnschildern an Straßen oder die Information von angrenzenden Pferde- und Viehhaltern beinhalten sollte.

Der DJV empfiehlt Jägern, grundsätzlich nur von erhöhten jagdlichen Einrichtungen zu schießen, da ein ausreichender „Kugelfang“ immer gegeben sein muss. Ausschließlich "gewachsener" Boden ist dafür geeignet. Dieser allein stellt jedoch noch keinen ausreichenden Schusshintergrund dar: Das Gelände muss so beschaffen sein, dass der Eintrittswinkel des Geschosses größtmöglich ist. Der Schusswinkel zum Nachbarn muss größer als 30 Grad sein.

Ideal für Erntejagden eignen sich mobile Ansitzeinrichtungen wie Drückjagdböcke, die während des Ernteverlaufs umgesetzt werden können, dabei sind Sicherheitsabstände zu den Erntemaschinen einzuhalten. Alle beteiligten Personen müssen sich zudem deutlich farblich von der Umgebung abheben – beispielsweise durch das Tragen von Warnwesten. Natürlich ist bei der Jagdausübung ein gültiger Jagdschein mitzuführen. Es gelten die grundlegenden Regeln der Waidgerechtigkeit: Erst ansprechen, dann schießen. Und Erntejagden sind Gesellschaftsjagden: Die jeweils jagdrechtlichen Bestimmungen der Länder müssen beachtet werden. 

Das Video zur sicheren Erntejagd gibt es hier: https://www.youtube.com/watch?v=SBZoWZrKajQ

Warum Erntejagden sinnvoll sind: https://www.youtube.com/watch?v=FcKLIvsTuI4

Bundesjagdgesetz passiert den Bundesrat 23/9/16

Baldiges Inkrafttreten der Neuregelung zu Selbstladebüchsen

(Berlin, 23. September 2016) Der Bundesrat hat der Änderung des Bundesjagdgesetzes zugestimmt. Damit ist der Weg für ein baldiges Inkrafttreten der Neuregelung zur Verwendung von Selbstladebüchsen bei der Jagd frei. Die Änderungen treten nach Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt in Kraft.

Die Allianz der im Forum Waffenrecht zusammengeschlossenen Verbände von Bund der Militär- und Polizeischützen (BdMP), Bund Deutscher Sportschützen (BDS), Deutscher Jagdverband (DJV), Deutsche Schießsport Union (DSU), Verband der Hersteller von Jagd-, Sportwaffen und Munition (JSM) und Verband Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler (VDB) sowie der Deutsche Schützenbund (DSB) begrüßen die Regelung ausdrücklich, bedauern aber, dass mit der Novellierung die ursprünglich beabsichtigten bundeseinheitlichen Regelungen zur Jagdmunition, Jägerausbildung und Schießübungsnachweis nicht mit aufgenommen wurden. „Mit dem gemeinsamen Vorgehen haben wir dafür gesorgt, dass die Rechtssicherheit für Jäger wieder hergestellt wurde", sagt DJV-Präsident Hartwig Fischer. "Für uns Jäger werden viele Drückjagden und Erntejagden, die zur Reduzierung der Wildschweine unerlässlich sind, erleichtert“, so Fischer. Er bedauert jedoch, dass die von der Bundesregierung ursprünglich vorgesehenen Regelungen zur Jagdmunition, zur Jungjägerausbildung und zum Schießübungsnachweis keine Berücksichtigung im Bundesjagdgesetz gefunden hätten. „Nach jahrelangen Diskussionen und aufwendigen Studien hatte das Bundeslandwirtschaftsministerium einen wissensbasierten und praxisorientierten Vorschlag vorgelegt, der dann in letzter Minute von einem einzelnen Ministerpräsidenten gestoppt wurde“, bedauerte Fischer.

Die Änderung des Bundesjagdgesetzes war – neben der Umsetzung der EU-Umweltstrafrechtsrichtlinie – notwendig geworden, weil das Bundesverwaltungsgericht im März die Verwendung von halbautomatischen Langwaffen mit Wechselmagazin bei der Jagd als verboten bezeichnet hatte. Das Urteil kam überraschend, da diese Meinung in der juristischen Literatur, von anderen Gerichten und auch von den Parteien des Verfahrens bislang nicht vertreten worden war. Die Verbände hatten sich vehement für eine rasche Klarstellung des Sachverhaltes eingesetzt. Es bestand – auch über die Regierungskoalition hinaus – Konsens, dass dies geschehen sollte. Politik und Verbände hatten insbesondere betont, dass die effektive Bejagung des Schwarzwildes entsprechende Mittel erfordere.

Wegen der besonderen Eilbedürftigkeit der Neuregelung zu halbautomatischen Langwaffen mit Wechselmagazin, insbesondere zur Verwendung bei Ernte- und Drückjagden, hatte die Bundesregierung vorgeschlagen, dass der Bundesrat der Regelung zustimmen muss. Der Bundestag hätte die Regelung auch ohne Zustimmung des Bundesrates beschließen können, allerdings hätte die Regelung dann erst ein halbes Jahr nach Veröffentlichung in Kraft treten können

 

EU-Liste invasive Arten: Jäger fordern Unterstützung 21/7/16

37 gebietsfremde Tier- und Pflanzenarten sind laut EU in Europa unerwünscht – darunter auch der Waschbär, dessen Verbreitung und Populationszahl in Deutschland rasant steigt. Doch wer ihn zurück drängen will, muss dafür Geld in die Hand nehmen.

(Berlin, 20. Juli 2016) Die Europäische Union (EU) hat den Waschbär (Procyon lotor) in die Liste der invasiven, gebietsfremden Arten aufgenommen, deren primäres Ziel die Eindämmung der Arten ist. Der Deutsche Jagdverband (DJV) befürwortet diese Entscheidung. "Da der Waschbär dem Jagdrecht unterliegt sind Jäger kompetente Ansprechpartner, wenn es um die Reduzierung von Wildtierbeständen in der Fläche geht", sagt Dr. Jürgen Ellenberger, DJV-Präsidiumsmitglied und zuständig für Neozoen. "Aber öffentliche Aufträge bedürfen öffentlicher Mittel." Der DJV fordert eine finanzielle Unterstützung der Jäger. Dies könnte etwa das Bezuschussen von Fallen, elektronischen Fallenmeldern und Fahrtgeld sein, denn Fangjagd ist zwar eine äußerst effektive Jagdart, aber sehr kosten- und zeitaufwändig.

Die Bemühungen der EU werden jedoch im Moment von einigen Bundesländern mit neuen Jagdgesetzgebungen konterkariert: In Hessen etwa ist die Jagdzeit des Waschbären auf den Zeitraum vom 1. August bis zum 28. Februar reduziert worden. "Dies ist völlig unpraktikabel, da die Tiere in der Hälfte der Zeit sehr inaktiv und damit kaum zu bejagen sind", ist Ellenberger überzeugt. Die Bejagung von Jungwaschbären fällt so ebenfalls weg. Um eine Art einzudämmen, ist gerade das Entnehmen des Nachwuchses nötig. In anderen Bundesländern ist die Fangjagd prinzipiell verboten, wie etwa in Berlin. Jäger sprechen sich jedoch gegen einen Vernichtungsfeldzug aus: Der Elterntierschutz gilt auch für invasive Arten – Waschbärmütter, die Junge versorgen müssen, dürfen auch künftig nicht bejagt werden.

 

Ausrottung des Waschbären unmöglich

"Eines muss klar sein: Es ist nicht möglich, den Waschbären aus Deutschland wieder zu entfernen. Er hat sich etabliert und wird Deutschland auch weiter erobern", sagt Dr. Jürgen Ellenberger. Wir können jedoch beeinflussen, wie schnell er sich ausbreitet und wie stark sein räuberischer Einfluss auf die heimische Tierwelt ist. Die bisher vorliegenden Daten sind alarmierend: Seit 2005 beobachten Forscher in Brandenburg einen vehementen Bestandsrückgang der Europäischen Sumpfschildkröte. Wo der Waschbär vorkommt, weist nahezu jedes zweite Reptil schwere Verletzungen auf, wie abgebissene Gliedmaßen und Schwänze. In Thüringen macht der Waschbär dem Uhu die Brutplätze streitig. Er besetzt zwischenzeitlich jeden zweiten potenziellen Brutplatz. Außerdem liefern die Jäger über ihr WILD-Monitoring (Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands) seit 2006 wertvolle Daten zur Ausbreitung des Waschbären. Demnach hat der Waschbär sein Verbreitungsgebiet deutschlandweit in sieben Jahren nahezu verdoppelt und kommt jetzt fast in jedem zweiten Jagdrevier vor (46 Prozent).
 

„Wenn wir die heimische Artenvielfalt erhalten wollen, gibt es nur zwei Stellschrauben: Lebensräume erhalten und verbessern sowie Fressfeinde reduzieren“, sagt Dr. Jürgen Ellenberger. Angesichts der rasanten Ausbreitung räuberisch lebender, gebietsfremder Arten und dem fortschreitenden Lebensraumverlust etwa für Arten der Offenlandschaft und Feldflur fordert der DJV eine flächendeckende Bejagung. Dies schließt auch urbane Räume mit ein.

 

Käseglockennaturschutz veraltet

Völlig gegenläufig sind die derzeitigen politisch motivierten Bemühungen, in Kernarealen von Schutzgebieten die Jagd auf Waschbären auszusetzen. "Es ist absurd, dass wir auf der einen Seite über Beseitigungsfeldzüge gegen invasive Arten diskutieren und auf der andereren Seite großflächig eine Bejagung von Prädatoren in keiner Weise stattfindet", so Ellenberger. Besonders Flächeneigner wie die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) sollten sich dringend überlegen, ob sie ihrem Verständnis von aktivem Artenschutz überhaupt noch gerecht werden können. Gleiches gilt für Flächeneigner wie NABU und BUND. "Das gesamte Schutzgebietssystem und das derzeitige Konzept des Artenschutzes in Deutschland gehören auf den Prüfstand", fordert Ellenberger.

 

Schluss mit dem Etikettenschwindel beim NABU

Der DJV fordert Naturschutzverbände vor dem Hintergrund der EU-Entscheidung auf, sich zur Fangjagd zu bekennen und auch auf Bundesebene intensiver mit Jägern zu kooperieren: Auf Bundesebene positioniert sich der NABU "gegen den Fallenfang im Rahmen der Jagdausübung", findet dieses Mittel aber legitim im Rahmen des "Wildtiermanagements" und setzt es bundesweit in Projekten ein. "Dem Fuchs ist es egal, ob auf der Falle ‚Jagd‘ oder ‚Wildtiermanagement‘ steht. Das ist moderner Etikettenschwindel", fasst Dr. Ellenberger zusammen.

Im Amtsblatt der Europäischen Union wurde am 14. Juli eine Liste mit 37 invasiven, gebietsfremden Tier- und Pflanzenarten veröffentlicht; rechtskräftig wird diese am 3. August 2016. Diese Liste ist in Verbindung mit einer seit Januar in Kraft getretenen Verordnung der EU zu sehen, die Mitgliedsstaaten zu verstärkten Bemühungen gegen die Ausbreitung invasiver, gebietsfremder Arten verpflichtet.

 

Weitere Informationen finden Sie unter:

http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=OJ:L:2016:189:TOC

http://ec.europa.eu/environment/pdf/13_07_2016_QA_en.pdf

http://www.jagdverband.de/search/node/Wildtierinformationssystem

Niedlich aber eine Gefahr für die heimische Artenvielfalt:
der Waschbär
(Quelle: Rolfes/DJV)

Landesmeisterschaft im jagdlichen Schießen 12/7/16

11. Juli 2016, Buke/Dortmund (LJV). In Buke trafen sich in der letzten Woche 520 Jagdschützen aus ganz NRW, um einen der begehrten Landesmeistertitel zu erringen. Ganz besonders freute sich dabei Florian Elsenheimer (RE) der seinen Vorjahrestitel als Landesmeister der Junioren erfolgreich verteidigte.

 Landesmeister aller Klassen sowie der A-Klasse wurde Jörg Grote (MI). In der Büchsenwertung über alle Klassen war Karsten Wetekam (RE) erstplatziert. Der erste Platz der Flintenwertung ging an Cris Neumann aus Minden.  Die beste Mannschaft des Wettbewerbs mit den Schützen Peter Holthausen, Axel Merten, Erich Scholl, Markus Spieth, Martin Neubauer und Karol Warszewski kam aus dem Oberbergischen Kreis.

Landesmeister mit der Kurzwaffe wurde Christian Schulte (D), der auch die Große Kombination gewann. Die beste Kurzwaffenmannschaft stellten die Schützen Björn Uffermann, Achim Röhrig, Klaus Weinem, Christian Schulte und Benedict Hirschelmann aus der Kreisjägerschaft Düsseldorf-Mettmann.

Bei den Damen freute sich Kristin Sendker-Behrens (WAF) über den Titel der Landesmeisterin. Die Schützinnen Anne-Christin Oertel, Kristin Sendker-Behrens, Stefanie Kröger, Michaela Scholle, Karolin Klar und Justina Fischer aus Warendorf setzten Sich als beste Damenmannschaft durch.

Landesmeister der B-Klasse wurde Harald Ulrich (PB), die beste Mannschaft dieser Klasse kam ebenfalls aus der KJS Paderborn. Sie wurde von den Schützen Robert Gödde Menke, Jan Schäfer, Philip Kaup, Harald Ulrich, Martin Morgenroth und Matthias Klose vertreten.

In der Altersklasse ging der Landesmeistertitel an Karl-Heinz Schnelle (MI) außerdem wurde Georg Wietfeld (SO) bester Seniorenschütze. Die Mannschaft der Kreisjägerschaft Rhein-Erft mit Hubert Maaß, Franz Armin Schauten, Christoph Bähr, Bernhard Hemmersbach, Robert Weizel und Axel Lohnes wurde Landesmeister der Alters- und Seniorenklasse.

In der Juniorenklasse freuten sich die Recklinghäuser Schützen Marvin Fridrizik, Florian Elsenheimer, Leonhard Holle, Oliver Baumeister und Christian Werner über den Landesmeistertitel.

 

Aller Ergebnisse und viele Bilder werden auch unter http://www.ljv-nrw.de/inhalt/ljv/die-jagd/schieswesen/5_87.html eingestellt.

Jäger halten sich fit für die Jagd 29/6/16

Repräsentative DJV-Befragung zeigt: Neun von zehn Jägern gehen regelmäßig auf den Schießstand oder ins Schießkino, davon über die Hälfte jährlich dreimal und mehr. Auch sonst bilden sich Waidfrauen und -männer aktiv fort. Knapp 27.000 Verbandsmitglieder haben im vergangenen Jahr allein an Fachveranstaltungen und Schulungen der Landesjagdverbände und des DJV teilgenommen. Darunter zahlreiche Multiplikatoren.

(Berlin, 27. Juni 2016) Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat heute weitere Daten aus der aktuellen Jäger-Umfrage veröffentlicht. Demnach trainiert jeder Jäger durchschnittlich etwa siebenmal jährlich mit seiner Waffe. Neun von zehn Jägerinnen und Jägern gehen dafür regelmäßig auf den Schießstand oder ins Schießkino, davon über die Hälfte dreimal und mehr. Dort werden beispielsweise anhand von Videosequenzen Situationen für die herbstlichen Bewegungsjagden geübt sowie Schüsse im Stehen oder Sitzen auf Scheiben mit den Umrissen jagdbarer Tierarten. Die Wertung der Schüsse orientiert sich an den inneren Organen: Höchste Punktzahl gibt es, wenn die Region um Herz oder Lunge getroffen wird. "Für den Tierschutz ist das regelmäßige Schießtraining entscheidend. Optimale Treffer müssen immer unser Anspruch als Jäger sein", sagte DJV-Präsidiumsmitglied Dr. Jörg Friedmann.

1.000 Fortbildungsmaßnahmen jährlich auf Bundes- und Länderebene

Auch Fortbildung in anderen Bereichen wird bei Verbandsmitgliedern groß geschrieben: Allein die 15 Landesjagdverbände und der DJV haben im vergangenen Jahr knapp 1.000 Weiterbildungsmaßnahmen angeboten. Etwa 27.000 Jäger nahmen daran teil, darunter viele Multiplikatoren, die ihrerseits in Kreisjägerschaften und Hegeringen aus- und weiterbilden. Auch an der Ausbildung von Berufsjägern ist der DJV beteiligt. Nicht erfasst sind die Veranstaltungen der über 600 Kreisjägerschaften und tausender Hegeringe, die unter dem Dach des DJV regionale Veranstaltungen anbieten. "Es ist beeindruckend, wie professionell sich Jägerinnen und Jäger ihrem Auftrag stellen und Verantwortung übernehmen", sagte Dr. Friedmann.

Umweltbildung besonders nachgefragt

Um die Seminar- und Bildungsarbeit weiter zu professionalisieren, hat der DJV im Jahr 2013 eine Akademie gegründet. Besonders beliebt sind die Lehrgänge für den DJV-Naturpädagogen. Mehr als 4.000 Jäger betreiben zwischenzeitlich bundesweit Umweltbildungsarbeit. Die Bildungsinitiative Lernort Natur feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen.

Umfangreiche Jägerausbildung

Angehende Jäger absolvieren durchschnittlich 120 Theoriestunden in ganz unterschiedlichen Fachgebieten wie Wildbiologie, Waffenkunde, Fleischhygiene sowie Jagd-, Tier- oder Naturschutzrecht. Hinzu kommt die umfangreiche praktische Ausbildung im Umgang mit Jagdwaffen. Die staatliche Prüfung umfasst einen mündlich-praktischen und einen schriftlichen Teil sowie die Schießprüfung. Etwa 1.500 Euro kostet die Ausbildung in einem Jägerkurs durchschnittlich. Wer sich für das "Grüne Abitur" entscheidet, ist im Schnitt etwa 35 bis 36 Jahre alt.

Distanzierung von schwarzen Schafen

"Uns ist wichtig abzubilden, was Jäger für die Umwelt und damit für die gesamte Gesellschaft leisten. Deshalb begrüßen wir, dass der Südwestrundfunk am 29. Juni 2016 ein Feature zum Thema Jagd ausstrahlt", so Dr. Friedmann. Wie der Programmankündigung zu entnehmen ist, spielen darin auch die Themen Schießfähigkeit und waidmännisches Ethos eine Rolle.

Die Haltung des DJV ist dabei klar, sagte Dr. Friedmann: "Mit Ablegen der Jägerprüfung verpflichten sich Jägerinnen und Jäger, vielfältige Pflichten zu übernehmen sowie Arten- und Naturschutz zu betreiben. Sie sollten sich permanent fortbilden, um Ihre Fertigkeiten zu bewahren und auszubauen und sich entsprechend verhalten. Das Gros der Jägerschaft leistet dies selbstverständlich und aus Überzeugung. Von schwarzen Schafen distanzieren wir uns."

 

Die repräsentative DJV-Mitgliederbefragung zeigt: Jägerinnen und Jäger trainieren regelmäßig auf dem Schießstand.
(Quelle: DJV)

 

Jedes Jahr messen sich die besten Jagdschützen Deutschlands auf der Bundesmeisterschaft im jagdlichen Schießen, dieses Jahr vom 7. - 10. September in Bremen.

25 Jahre Umweltbildung mit Jägern 1/6/16

 Bundesjägertag 2016: Lernort Natur feiert Jubiläum

(Berlin, 31. Mai 2016) "25 Jahre Lernort Natur – Bildung in Feld und Flur“: Die Jägerinitiative Lernort Natur begeht in diesem Jahr das 25-jährige Bestehen und ist damit im Fokus des diesjährigen Bundesjägertags. Zu diesem laden der Deutsche Jagdverband (DJV) und die Landesjägerschaft Niedersachsen etwa 400 Delegierte und Gäste aus ganz Deutschland für den 10. Juni nach Wolfsburg ein. Die Delegiertenversammlung ist das höchste Gremium der deutschen Jägerschaft und fasst Grundsatzbeschlüsse.

In einer öffentlichen Kundgebung am Freitag spricht ab 15 Uhr der Bundesminister für Landwirtschaft und Ernährung, Christian Schmidt MdB, über aktuelle jagdpolitische Themen. Anschließend wird der Sonderpreis „25 Jahre Lernort Natur“ an drei Preisträger verliehen. Ausgezeichnet werden hervorragende Leistungen in der Umweltbildung, stellvertretend für bundesweit mehr als 4.000 ehrenamtlich tätige Lernort-Natur-Aktive. Zudem werden erste Ergebnisse der repräsentativen Studie "Fokus Naturbildung" vorgestellt. Dafür hat der DJV zusammen mit Vertretern der Land- und Forstwirtschaft Jugendliche aller Schultypen aus dem gesamten Bundesgebiet hinsichtlich ihrer Einstellung zur Natur und deren Nutzung für eine repräsentative Studie befragen lassen.

Wer sind "die" Jäger eigentlich? Wie viele Stunden sind sie wöchentlich in der Natur? Und wie viel Geld geben sie für Naturschutz aus? Eine aktuelle Studie soll Aufschluss über Jagd und Jäger in Deutschland geben: Erste Ergebnisse der repräsentativen DJV-Mitgliederbefragung werden auf dem Bundesjägertag vorgestellt.

Bereits am Donnerstag, 9. Juni, werden sich Delegierte in zwei Arbeitsgruppen mit aktuellen verbandspolitischen Themen auseinandersetzen. In der Veranstaltung "Grundsatzposition Jagd: So geht es weiter“ wird ein erstes Entwurfspapier erarbeitet, dass anschließend in die Kreisjägerschaften eingebracht und 2017 von den Delegierten endgültig verabschiedet werden soll. Der Workshop "Lernort Natur: Die nächsten 25 Jahre" widmet sich einem Perspektivpapier zur jagdlichen Naturpädagogik. Zudem stehen die Bundesjagdgesetz-Novelle und der künftige Umgang mit halbautomatischen Jagdwaffen als aktuelle jagdpolitische Themen auf der Agenda.

Der DJV vertritt rund 245.000 Jägerinnen und Jäger in Deutschland. Als Zusammenschluss von 15 deutschen Landesjagdverbänden setzt sich der Dachverband als anerkannte Naturschutzvereinigung für den Schutz von Wild, Jagd und Natur ein.
 

Weitere Informationen:

Am Donnerstag, 9. Juni, findet um 19 Uhr in der Sankt-Marien-Kirche zu Wolfsburg eine öffentliche Hubertusmesse statt, musikalisch gestaltet von der Es-Horn Gruppe Wolfsburg (Leiterin Gisela Siedentopf).

Für das Jubiläum "25 Jahre Lernort Natur", sind am Freitag, 10. Juni, vor dem CongressPark Wolfsburg die Infomobile der Jägerschaften Goslar, Salzgitter, Wolfsburg, Osterode und Wolfenbüttel ausgestellt. Der erfahrene Jäger und Naturpädagoge Wolfgang Ritzke aus Seesen gestaltet eine Aktionsfläche, auf der mit Naturmaterialien gearbeitet wird. Zudem sind Jagdhunde und ein Falkner der Jägerschaft Goslar mit seinem Greifvogel vor Ort (bis circa 17 Uhr).

Lernort Natur richtet sich in erster Linie an Kinder und Jugendliche aller Altersklassen. Etwa 70 Schülerinnen und Schüler der zweiten bis vierten Klassen werden die Jubiläumsfeier daher begleiten. Die Kinder durchlaufen einen Naturparcours, arbeiten mit Naturmaterialien und erhalten den Lernort-Natur-Pass.

Erster Fall von Chronischer Auszehrkrankheit in Europa 27/4/16

 

DJV-Interview mit Dr. Anne Balkema-Buschmann vom Friedrich-Loeffler-Institut
(Berlin, 26. April 2016)
Bei einem Rentier in Norwegen ist kürzlich die Krankheit Chronic Wasting Disease (CWD, Chronische Auszehrkrankheit) nachgewiesen worden. Dies ist der erste Nachweis der Tierseuche in Europa. Was Jäger bezüglich CWD wissen müssen, erklärt die Leiterin des Nationalen Referenzlabor für Transmissible Spongiforme Enzephalopathien (TSEs) Dr. Anne Balkema-Buschmann vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) im DJV-Interview.

 

Was ist CWD und woher kommt die Krankheit?

CWD steht für Chronic Wasting Disease (chronische Auszehrkrankheit) und gehört zur Gruppe der transmissiblen spongiformen Enzephalopathien (TSE = übertragbare schwammartige Hirnleiden), zu denen auch die Scrapie bei kleinen Wiederkäuern und BSE beim Rind zählen. Bis zu dem Nachweis von CWD bei einem Rentier in Norwegen trat diese Krankheit bisher nur in Nordamerika und Korea auf. Erste Fälle sind bereits 1967 bei in Gefangenschaft gehaltenen Maultierhirschen in Colorado bekannt geworden. Anfang der 1980er Jahre wurden erste Fälle bei Wildwiederkäuern bekannt, seitdem wurde die Erkrankung inzwischen aus 23 US-Staaten und zwei kanadische Provinzen sowie nach Südkorea gemeldet. Die Übertragung nach Südkorea erfolgte in den 1990er Jahren durch den Import infizierter Rocky-Mountain Wapitis (Cervus canadensis nelsoni), infolgedessen zwischen 2001 und 2005 dort CWD-Fälle nachgewiesen wurden.

In Nordamerika wurde CWD bei Wapiti-Hirschen, Weißwedelhirschen, Maultierhirschen und Elchen nachgewiesen. Etwa die Hälfte der Fälle ist bisher in Gatterwildhaltungen aufgetreten, die anderen Nachweise erfolgten bei erlegtem bzw. verunfalltem Wild. Da erkrankte Tiere den Erreger mit allen Se- und Exkreten ausscheiden (v.a. Speichel, Urin, Kot), und der Erreger über Jahre bis Jahrzehnte im Boden stabil ist, ist eine Bekämpfung in betroffenen Wildtierbeständen nahezu unmöglich.

Welche Symptome zeigen erkrankte Tiere?

Die Tiere verlieren an Kondition (deshalb die Bezeichnung Auszehrkrankheit), darüber hinaus zeigen sie zentralnervöse Störungen.

Was bedeutet der erste Fall für Jäger und Landwirte in Europa?

Das ist im Moment schwierig zu beantworten, da bisher nur der eine Fall in Norwegen bekannt ist. Über die Wiedereinführung von Überwachungsprogrammen sollte nun diskutiert werden, es gibt bereits entsprechende Überlegungen.

Wie wahrscheinlich ist es, dass CWD auch in Deutschland auftritt?

Diese Frage ist anhand der Daten zu nur einem einzigen (zufälligen) Nachweis nicht fundiert zu beantworten. Die geografische Lage Norwegens begünstigt eine Übertragung auf das europäische Festland nicht sehr stark.

Betrifft es ausschließlich Wiederkäuer?

Ja, unter natürlichen Bedingungen sind ausschließlich Wiederkäuer betroffen. Es sind aber nicht alle Wiederkäuer-Spezies empfänglich.

Welche Arten sind empfänglich und ist CWD auch zwischen den Arten übertragbar?

Von unseren einheimischen Arten wurde anhand der genetischen Ähnlichkeit zu den betroffenen Arten in Nordamerika besonders der Rothirsch und (in Finnland) der Weißwedelhirsch als empfänglich eingestuft. Und ja, CWD ist zwischen diesen Arten übertragbar.

Besteht die Möglichkeit der Übertragung auf den Menschen?

Bisher gibt es keine Hinweise auf ein zoonotisches Potenzial des CWD-Erregers. Dennoch wird natürlich davon abgeraten, das Fleisch von klinisch auffälligen Tieren zu verzehren. Auch in den betroffenen Regionen in Nordamerika ist kein vermehrtes Auftreten von TSE-Fällen beim Menschen zu verzeichnen.

Sind Haus- und Wildtiere betroffen?

Unter natürlichen Bedingungen sind nur die oben genannten Spezies betroffen, allerdings sowohl freilebend als auch in Gatterhaltung.

Gibt es ein Monitoring für CWD in Europa?

In der EU und Norwegen wurde 2007-2009 (begrenzt fortgesetzt bis 2010) ein Überwachungsprogramm für CWD durchgeführt. Im Rahmen dieses Programms wurde für jeden Mitgliedsstaat eine Stichprobengröße für wildlebende und in Gefangenschaft gehaltene Tiere (Rothirsche) festgelegt. Für Deutschland wurde die Untersuchung von 498 wildlebenden und 498 in Gefangenschaft gehaltenen Rothirschen festgelegt. Im Rahmen dieses Programms wurden EU-weit ca. 13.000 Tiere untersucht, alle mit negativem Ergebnis. Diese Studie ist in einer Stellungnahme der EFSA (Europäische Lebensmittelbehörde) zusammengefasst.

Was müssen Jäger in Europa über CWD wissen? Gibt es Verhaltensregeln?

Kleidungsstücke, die mit Organen oder Ausscheidungen von Rothirschen in Kontakt gekommen sind sollten gründlich gereinigt werden. Wildbret, Felle und Trophäen, wenn es nicht zu einer Eröffnung des Schädels gekommen ist, aus den Endemiegebieten in Nordamerika können in Bezug auf CWD auch weiterhin eingeführt werden.

Verbände-Allianz nimmt Bundesminister Schmidt beim Wort 15/4/16

 Bundeslandwirtschaftsministerium will Rechtsklarheit für halbautomatische Waffen schaffen

(Berlin, 15. April 2016) Bund der Militär- und Polizeischützen (BdMP), Bund Deutscher Sportschützen (BDS), Deutscher Jagdverband (DJV), Deutsche Schießsport Union (DSU), Deutscher Schützenbund (DSB), Forum Waffenrecht (FWR), Verband der Hersteller von Jagd-, Sportwaffen und Munition (JSM) und Verband Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler (VDB) begrüßen eine erste Klarstellung des Bundeslandwirtschaftsministeriums als Reaktion auf das gestrige Protestschreiben. In einer Pressemeldung erklärt Bundesminister Christian Schmidt: "Nach meiner Auffassung bezieht sich das Urteil nicht auf Revolver und Pistolen, deren Bedürfnis für begrenzte jagdliche Zwecke im Bundesjagdgesetz explizit beschrieben ist." Das Ministerium wolle nun prüfen "ob und welche Änderungen im Bundesjagdgesetz vorgenommen werden können, um den jagdlichen Notwendigkeiten gerecht zu werden und für die Zukunft Rechtsklarheit und -sicherheit zu schaffen." Die Verbände-Allianz nimmt den Bundeslandwirtschaftsminister nun beim Wort und fordert ihn nachdrücklich auf, die Novelle des Bundesjagdesetzes zügig voranzutreiben, um die bisherige Rechtslage zur Verwendung halbautomatischer Langwaffen wiederherzustellen. Eine Neuformulierung des § 19 Abs. 1 Nr. 2 ‚Buchst. c BJagdG könnte wie folgt lauten: 

„Verboten ist, auf Wild mit halbautomatischen Langwaffen unter Verwendung eines Magazins, das mehr als zwei Patronen aufnehmen kann, zu schießen. Davon ausgenommen sind die Nachsuche auf krank geschossenes oder verletztes Wild und das jagdliche Übungsschießen, wobei Magazine größerer Kapazität verwendet werden dürfen. Die untere Jagdbehörde kann weitere Ausnahmen zulassen“ (§ 19 Abs.1 Nr.2 Buchst.c BJagdG).

Im März haben Richter des Bundesverwaltungsgerichts für Unsicherheit bei Jägern, Behörden und Landespolitik gesorgt, indem sie in der Begründung zu zwei Urteilen überraschend feststellten, dass halbautomatische Waffen mit Wechselmagazinen nach dem Bundesjagdgesetz verboten seien. Legale Waffenbesitzer wurden damit von heute auf morgen kriminalisiert und die geltende Gesetzgebung ausgehebelt. In dem Verfahren ging es allerdings gar nicht um diese Frage, sondern nur darum, ob eine Begrenzung der Magazinkapazität in die Waffenbesitzkarte eingetragen werden darf. Die Verwaltungspraxis in den Bundesländern laufe inzwischen komplett aus dem Ruder, Jäger meldeten den Verbänden teils völlig widersprüchliche Handlungsanweisungen.

DJV nimmt Stellung zur Bundesjagdgesetz-Novelle 21/3/16

Fazit der Verbändeanhörung: Verbesserung in wichtigen Punkten notwendig

(Berlin, 16. März 2016) Anlässlich der gestrigen Verbändeanhörung zur geplanten Novelle des Bundesjagdgesetzes im Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) hat der Deutsche Jagdverband (DJV) eine 9-seitige Stellungnahme abgegeben. Im Grundsatz beurteilt der Dachverband der Jäger den Entwurf positiv, sieht jedoch dringenden Handlungsbedarf in einigen Punkten. "Das Jagdrecht wird in zentralen Punkten bundesweit vereinheitlicht und wesentlich anwenderfreundlicher", kommentierte DJV-Präsident Hartwig Fischer. Die drohende Zersplitterung durch teils widersprüchliche Landesgesetze sei damit in einigen Bereichen gestoppt. Der DJV begrüßt die konsequente Umsetzung des wissensbasierten und praxisorientierten Wegs, den das BMEL beschritten hat.

Munition: Tötungswirkung maximieren, Bleieintrag minimieren

Der DJV begrüßt, dass erstmals in einem Jagdgesetz technische Kriterien für die Wirksamkeit von Jagdbüchsenmunition berücksichtigt werden. Künftig soll die Tötungswirkung maximiert und gleichzeitig der Bleieintrag ins Lebensmittel Wildfleisch minimiert werden. Ein Prüfverfahren mit Kennzeichnungspflicht auf der Verpackung soll sicherstellen, dass der Anwender erkennen kann, für welche Zwecke die Munition geeignet ist und dass sie die genannten Kriterien erfüllt. Damit wird der Zersplitterung auf Länderebene Einhalt geboten: Dort gibt es bereits Regelungen, die ein pauschales Verbot des Materials Blei vorsehen. Dies ist nach Ansicht des DJV praxisfern, da der Tierschutz nicht ausreichend berücksichtigt wird.

Wiederlader müssen Vorgaben einhalten

Für den Bereich der Wiederlader - also die private Herstellung genau abgestimmter Patronen für die jeweilige Waffe und den Einsatzzweck - bestätigte das BMEL die Einschätzung des DJV: Gewerbliche Hersteller müssen ihre Geschosskonstruktionen prüfen lassen, danach ist jegliche Munition zur Jagd zugelassen, die den Vorgaben des Herstellers und der Technischen Richtlinie Jagd entspricht. Die Details sollen auf dem Verordnungsweg festgelegt werden. Damit ändert sich an der derzeit gängigen Praxis nur, dass nicht-gewerbsmäßige Wiederlader sich künftig informieren müssen, welche Geschosskonstruktionen dem Stand der Technik entsprechen und somit verwendet werden dürfen. Im Hinblick auf die erforderlichen Umstellungsprozesse bei Herstellern von Jagdmunition fordert der DJV, die geplante Kennzeichnungspflicht erst 2019 einzuführen. Der DJV fordert zudem, dass bereits heute erworbene Jagdmunition zeitlich unbegrenzt weiter verwendet werden kann. Prüfung und Kennzeichnung von Jagdmunition müssen vom Bundeslandwirtschaftsministerium so unbürokratisch wie möglich gestaltet werden, um unverhältnismäßige Kostensteigerungen zu verhindern.

Jägerprüfung vereinheitlicht 

Für die Jägerprüfung beinhaltet der Gesetzentwurf bundeseinheitliche Mindestvorgaben. Wie vom DJV gefordert, soll Lebensmittelhygiene künftig Sperrfach sein: Wer in diesem Teilbereich durchfällt, muss die gesamte Prüfung wiederholen. Zudem sieht der Bundesjagdgesetz-Entwurf verbindliche Vorgaben zur Ausbildung im Umgang mit Fallen vor. Der DJV bewertet positiv, dass künftig für die Schießprüfung bundesweit vereinheitlichte Mindeststandards gelten sollen. 

Schießübungsnachweis eingeführt

Die Bundesjagdgesetz-Novelle sieht einen jährlichen, bundeseinheiltlichen Schießübungsnachweis für die Teilnahme an Gesellschaftsjagden vor. "Wir begrüßen diesen Schritt zur Vereinheitlichung. Teils verfassungsrechtlich fragwürdige und praxisferne Landesregelungen konterkarieren derzeit den bundesweit gültigen Jagdschein", betonte Rechtsanwalt Ralph Müller-Schallenberg, zuständig für rechtliche Angelegenheiten im DJV-Präsidium. Ein bundesweiter Schießleistungsnachweis hätte zusätzlichen Verwaltungsaufwand, Mehrbelastung von Behörden und Ausgaben in Millionenhöhe zur Folge. Dies stehe in keinem Verhältnis zum Nutzen. Die jetzt notwendigen Ausbau- und Sanierungsmaßnahmen von Schießständen für die bundesweite Umsetzung des geplanten Übungsnachweises und die Einführung innovativer Jagdmunition müssen von Bund und Ländern maßgeblich finanziert werden.

Jagd in Schutzgebieten zulässig

Der vorliegende Entwurf des Bundesjagdgesetzes stellt eindeutig klar: Jagd ist in Schutzgebieten grundsätzlich zulässig. Dies begrüßt der DJV ausdrücklich, da insbesondere die Bejagung von räuberischen Arten notwendig ist, die seltene Spezies bedrängen. Dies gilt auch für invasive Arten. Der DJV hält allerdings eine explizite Nennung von Natura-2000-Gebieten - etwa 15 Prozent der Fläche Deutschlands - im Zusammenhang mit Jagdverboten für missverständlich und überflüssig und fordert die Streichung. Die EU-Naturschutzregelungen für Natura-2000-Gebiete lassen in allen Mitgliedsländern die Jagd ausdrücklich zu. Besonders sensible Bereiche werden in Deutschland ohnehin als Naturschutzgebiete mit detaillierten Bestimmungen für die Jagd  ausgewiesen.

Jagd- und Naturschutzrecht auf Augenhöhe

In Zusammenhang mit Jagd- und Schonzeiten hält der DJV die Einführung des Begriffs "günstige Erhaltungssituation" für irreführend und entbehrlich. Vielmehr muss im Bundesjagdgesetz der Bezug zur Hegeverpflichtung erhalten bleiben: Dieser Begriff beinhaltet bereits, dass Jagd nur nachhaltig ausgeübt wird, also Wildbestände nur genutzt werden, wenn ausreichend Nachwuchs vorhanden ist. "Statt Begrifflichkeiten auszutauschen, sollte der Gesetzgeber die Trennung der Rechtskreise Jagd und Naturschutz konsequent aufrecht erhalten, die Eigenverantwortlichkeit der Jäger stärken und unser wissenschaftliches Wildtiermonitoring mehr unterstützen", sagte DJV-Präsident Hartwig Fischer.

Erstmals soll durch das Bundesjagdgesetz verboten werden, in einem Umkreis von 200 Metern um Querungshilfen Ansitzeinrichtungen dauerhaft zu unterhalten oder zu nutzen. Ausdrücklich ausgenommen davon sind kurzzeitige Einrichtungen für Gesellschaftsjagden. Der DJV kritisiert, dass weitergehende Regelungen der Länder davon unberührt bleiben sollen.  

Nach der heutigen Anhörung im Bundeslandwirtschaftsministerium wird sich das Bundeskabinett mit dem Entwurf des Bundesjagdgesetzes befassen. Anschließend berät der Bundestag darüber. Der DJV wird den weiteren Prozess kritisch begleiten und über aktuelle Entwicklungen berichten.

Osterhasen-Bestand seit 14 Jahren stabil 14/3/16

Frühjahr 2015: bundesweit 11 Mümmelmänner pro Quadratkilometer

(Berlin, 14. März 2016) Durchschnittlich 11 Feldhasen haben Jäger und Wissenschaftler pro Quadratkilometer auf Deutschlands Feldern und Wiesen im Frühjahr 2015 gezählt. Dies geht aus aktuellen Monitoring-Daten hervor, die der Deutsche Jagdverband (DJV) heute veröffentlicht hat. Ausgewertet haben Wissenschaftler die Daten aus rund 450 Referenzgebieten im Rahmen des Wildtier-Informationssystems der Länder Deutschlands (WILD). Vorsichtige Hochrechnungen ergeben: In Deutschland leben derzeit rund 3 bis 3,5 Millionen Feldhasen - auf 25 Bundesbürger kommt also ein Osterhase. Die Bestände des Feldhasen sind seit Beginn der bundesweiten Erfassung im Jahr 2002 trotz leichter Schwankungen stabil.

Zuwachsraten durchweg positiv

Um Entwicklungstrends besser einschätzen zu können, zählen Jäger und Wissenschaftler zwei mal jährlich auf denselben Flächen und ermitteln die Nettozuwachsrate. Erfreulich: Von Frühjahr bis Herbst 2015 lag diese im Bundesschnitt bei 16 Prozent und damit vergleichsweise hoch. Spitzenreiter waren das Südwestdeutsche Mittelgebirge und die Norddeutsche Tiefebene mit 21 Prozent Zuwachs. Auch die sonst eher mit geringen Feldhasenbesätzen ausgestatteten Mittelgebirgsregionen konnten Zuwächse von bis zu 15 Prozent erreichen. Die Auswertung der Herbst-Zählergebnisse ergibt eine Besiedlungsdichte von 12 Feldhasen pro Quadratkilometer Offenlandfläche.

Lebensraum verbessern

"Maßgeblich für den Feldhasen sind Lebensraum, Witterung und Fressfeinde", sagte DJV-Vizepräsident Dr. Volker Böhning. Nasskaltes Wetter im Frühjahr setze den Junghasen ebenso zu wie viele Fressfeinde oder mangelhafte Habitate. Dazu gehören auch Lebensräume mit stark befahrenen Straßen: Nach aktuellen DJV-Erhebungen beträgt der Anteil der Verkehrsopfer an der Jagdstatistik bundesweit mehr als ein Viertel. In Brandenburg werden sogar drei von vier Tieren, die in der Jagdstatistik erscheinen, im Straßenverkehr getötet.

Arten- und strukturreiche Felder und Wiesen sind wichtig für den Feldhasen. Leider ist der Anteil vielfältiger Brachflächen in den letzten Jahren stark zurückgegangen – unter anderem durch den Wegfall von Subventionen und den Boom nachwachsender Rohstoffe. Krautreiche Randstreifen fehlen zunehmend, da Felder zu größeren Flächen zusammengelegt werden. "Für Feldhase und Co. brauchen wir mehr produktionsintegrierte Maßnahmen in der landwirtschaftlichen Fläche, etwa Blühstreifen mit Wildkräutern", so Dr. Böhning. Solche ökologischen Trittsteine müssten wirtschaftlich wesentlich attraktiver gestaltet werden für Landwirte. Hier sei die Politik gefragt.

Der Hasenbestand in Deutschland im Jahr 2015.

(Quelle: DJV)

 

Hintergrundinformationen

Das Wildtier-Monitoring der Jäger

Das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD) wurde im Jahr 2001 von DJV und seinen Landesjagdverbänden gegründet und liefert seitdem wertvolle Informationen über Vorkommen und Populationstrends ausgewählter Arten. Jedes Jahr zählen Jägerinnen und Jäger nach wissenschaftlichen Methoden die Feldhasenbesätze in rund 450 Referenzgebieten Deutschlands.

Die Zählungen der Feldhasen werden je zweimal im Frühjahr und Herbst durchgeführt. Dafür wenden die Teilnehmer ehrenamtlich jedes Jahr mehr als 5.000 Stunden auf. Für die sogenannte Scheinwerfertaxation leuchten Helfer nachts entlang festgelegter Wegstrecken Felder mit normierten Scheinwerfern ab. Über die abgeleuchtete Fläche und die gezählten Individuen kann der Besatz ermittelt werden. Die Lichtreflexion der Hasenaugen ist eindeutig. Es besteht keine Verwechslungsgefahr zu anderen nachtaktiven Tieren wie Füchsen, streunende Hauskatzen oder Mardern.

Journalisten können Hasenzählungen begleiten

Aktuell steht der Feldhase wieder im Rampenlicht: Jäger und Wissenschaftler führen die bundesweiten Frühjahrszählungen durch. Bei Interesse vermittelt der DJV nach Möglichkeit regionale Ansprechpartner an Journalisten.
Kontakt: pressestelle@jagdverband.de

Wer´s wild mag, bleibt ruhig 12/3/16

Die Kinderstube Natur erwacht zum Leben - neue DJV-Broschüre gibt Verhaltenstipps

(Berlin, 09. März 2016) Die ersten jungen Wildschweine erkunden bereits den Wald, während der Nachwuchs von Reh, Hase und Stockente noch auf sich warten lässt. Oftmals liegt die Kinderstube vieler Wildtiere unentdeckt an viel genutzten Wanderrouten und in unmittelbarer Nähe zu Siedlungen. Erst freilaufende Hunde, die durch das Dickicht stöbern oder Erholungsuchende fernab von Wanderwegen verursachen großen Stress bei Nachwuchs und Elterntieren gleichermaßen. Deshalb gilt in der Brut- und Setzzeit von März bis Juli: bitte auf den Wegen bleiben. Darauf weist der Deutsche Jagdverband (DJV) hin und stellt eine Broschüre mit Verhaltenstipps vor. 

Ein scheinbar verlassenes Rehkitz in der Wiese oder am Waldweg ist laut DJV kein Grund zur Besorgnis. Denn, so erklärt Detlef Zacharias, Präsidiumsmitglied des DJV: „Allein ist nicht gleich verwaist. Ducken und Tarnen schützt vor Fressfeinden wie dem Fuchs. Das Muttertier kommt nur zum Füttern vorbei.“ Haftet menschlicher Geruch am Nachwuchs, verstoßen Reh oder Feldhase ihr Junges – der Hungertod droht. Daher gilt: Abstand halten und nicht anfassen! Besondere Achtsamkeit ist geboten, wenn Spaziergänger auf eine Bache mit Nachwuchs treffen. Wildschweine sind sehr wehrhaft und verteidigen ihre Frischlinge.

Landesnaturschutzgesetz in der Kritik 11/3/16

Aktionsbündnis fordert deutliche Verbesserungen am Gesetzesentwurf

Münster, Bonn, Düsseldorf, Essen, Dortmund, Dorsten, Köln, den 11. März 2016.
Seine Kritik am geplanten Landesnaturschutzgesetz hat das Aktionsbündnis Ländlicher Raum bekräftigt. Trotz Verbesserungen im Detail beinhaltet die jetzt in den Landtag eingebrachte Fassung des Gesetzentwurfes weiterhin Regelungen, die massiv in die aktive Bewirtschaftung und das Eigentum eingreifen. Dem Ländlichen Raum in NRW drohe damit weiter das Schicksal, künftig in der wirtschaftlichen Entwicklung

abgehängt zu werden. Seit Herbst letzten Jahres machen Landwirte, Waldbauern, Fischer, Grundbesitzer, Jäger, Gärtner, Landfrauen und die Landjugend mit der Forderung „Kein Stillstand auf dem Land“ auf die nachteiligen Auswirkungen des Gesetzes aufmerksam.

Zwar habe Minister Remmel die Argumente des Aktionsbündnisses Ländlicher Raum in einigen Kritikpunkten angenommen, stellte Bernhard Conzen, Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes, fest. "Erfreulicherweise ist der Minister auch unserer Forderung gefolgt und hat die gesetzliche Verpflichtung, dickstämmige Laubbäume als Totholz im Wald zu belassen, wieder aus dem Entwurf gestrichen“, betonte Dr. Philipp Freiherr Heereman, Vorsitzender des Waldbauernverbandes NRW.

Nach wie vor jedoch beinhalte der Gesetzentwurf in den entscheidenden Passagen schwerwiegende Mängel, so die Vertreter des Aktionsbündnisses. Dies gelte insbesondere für das Vorkaufsrecht, das dem Naturschutz künftig für landwirtschaftliche Flächen eingeräumt werde. „Wir nehmen es nicht hin, das Vorkaufsrecht des Naturschutzes dem bestehenden landwirtschaftlichen Vorkaufsrecht gleichzusetzen. Angesichts des weiter forstschreitenden Flächenverbrauches zu Lasten der Nahrungsmittelerzeugung brauchen wir beim Flächenerwerb einen Vorrang für aktive Landwirte“, hob Johannes Röring, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, hervor. Das Aktionsbündnis sieht den Landtag auch in der Pflicht, die vorgeschlagene Liste von gesetzlich geschützten Biotopen deutlich zu verkleinern. Dies gelte gerade für Streuobstwiesen sowie Mager- und Feuchtwiesen. „Wiesen jeglicher Art leben von aktiver Bewirtschaftung. Nur so bilden sie wertvolle Lebensräume“, betont Max Freiherr von Elverfeldt, Vorsitzender des Grundbesitzerverbandes NRW. Auch die Aufblähung der Naturschutzbeiräte durch die Aufnahme weiterer Organisationen sei ein Konstruktionsfehler im Gesetzentwurf.

Das Aktionsbündnis erneuert seine Forderung, die Anwendung von Ordnungsrecht auf das Unvermeidbare zu beschränken und das Prinzip der Kooperation in den Mittelpunkt zu stellen. Jetzt sei das Parlament gefordert, dazu notwendige Änderungen am Gesetzesentwurf vorzunehmen. Nur so werde das Landesnaturschutzgesetz Entwicklungen im ländlichen Raum nicht ausbremsen.

Das „Aktionsbündnis Ländlicher Raum“ ist ein Zusammenschluss von siebzehn unabhängigen Organisationen aus Landwirtschaft, Grundbesitzern, Forst, Gartenbau, Jagd und Fischerei. Sie vereinigen die Interessen von mehr als 600.000 Mitgliedern. Ihr gemeinsames Anliegen ist die Aufrechterhaltung und Förderung aktiver ländlicher Räume mit einer starken und wettbewerbsfähigen Wirtschaft. Unter dem Motto „Kein Stillstand auf dem Land!“ bündeln sie ihre gemeinsamen Interessen gegen staatliche Überregulierung und die damit verbundenen Einschränkungen für eine zukunftsorientierte Entwicklung ländlicher Räume.

Wer jagt was

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit einigen von Ihnen habe ich bereits gesprochen – aber mit vielen noch nicht und so möchte ich heute diesen Verteiler nutzen, eine Angelegenheit „in eigener Sache“ vorzubringen.

Seit einer Weile beschäftige ich mich damit, eine Internetplattform für Jäger zu entwickeln, die Anbieter in direkten Kontakt mit ihren Kunden bringt. Jeder, der im jagdlichen Bereich eine Dienstleistung oder Waren anbieten möchte, kann sein eigenes Profil erstellen und so Kunden akquirieren. Egal ob Wildbret-Vermarktung, der Verkauf von Abschüssen oder ganzer Drückjagden, die Vergabe von Begehungsscheinen, Angebote von Ferienwohnungen mit Waffenschränken oder sogar Welpen – für all das wäre dort Platz. Es können aber auch Dienstleistungen für das eigene Revier abgefragt werden: Wer legt mir einen Wildacker an? Welcher Handwerker baut meinen Hochsitz auf? Wer hat einen brauchbaren Hund für den spontanen Entenstrich? Wo kann ich in den Ferien jagen oder einen Schießstand finden? Wo ist die nächste Wildkammer oder der nächste Tierarzt?

Alle Anbieter werden nach Postleitzahlen und einer Radius-Suche geordnet, so dass z. B. ein Jäger in Köln einen Abschuss in einem Damwild-Revier in Schleswig-Holstein direkt beim Jagdausübungsberechtigten buchen kann, wenn er eine PLZ aus Schleswig-Holstein in der Suche eingibt. Oder ein Jäger aus Berlin, der in Brandenburg eine Jagd gepachtet hat, kann sich mit unserer Plattform unkompliziert und einfach Strukturen vor Ort schaffen.

Nun ist es endlich soweit und www.werjagtwas.de ist online gegangen!

Das gesamte System ist davon abhängig, dass genügend Informationen auf der Plattform hinterlegt werden, d.h. möglichst viele Profile angelegt werden. Nur so können wir einen sinnvollen Austausch von Dienstleistungen, Waren und Kontakten ermöglichen.

Und hier kommen Sie ins Spiel. Hiermit lade ich Sie ganz herzlich ein, sich die Seite einmal anzuschauen und natürlich würde ich mich freuen, möglichst viele von Ihnen mit eigenen Profilen als Anbieter zu entdecken.

Wir alle teilen dieses wundervolle Hobby und sicher würde der ein oder andere von Ihnen gern mehr Wildschaden verhindert wissen oder sucht lediglich mehr Arbeit für seinen Hund. Vor allem, aber erreicht jeder Anbieter eine ständige Marktpräsenz über das Jahr hinweg. Wer kümmert sich schon jeden Tag um den Verkauf von Wildbret?

Vielleicht fragen sich einige von Ihnen jetzt „und wie will der damit Geld verdienen? Mit Werbung etwa?“ – ja, auch mit Werbung, aber vor allem mit einem gestaffelten Anbieter-System. Man kann zwischen einem kostenlosen und einem Top-Anbieterprofil wählen. Letzteres liefert dem Anbieter Vorteile bei der Profil-Präsenz und den Suchergebnissen – aber sehen Sie es sich einfach selber an.

Ich freue mich sehr, Sie auf werjagtwas.de begrüßen zu können und hoffe, dass die Seite viele von Ihnen zu einer Profilerstellung ermutigt.

Und wenn Sie ebenso von der Seite überzeugt sind, freue ich mich natürlich noch mehr, wenn Sie diese Seite in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis teilen würden.

Dafür bedanke ich mich recht herzlich und wünsche Ihnen (und mir natürlich auch) nun viel Erfolg und gute Geschäfte.

Ihr
Antonius von Papen

Beim Bundesjagdgesetz stimmt die Richtung

Presseinformation

LJV-Präsident Müller-Schallenberg: Chance für bundeseinheitliche Regelungen nutzen

„Beim Bundesjagdgesetz geht es in die richtige Richtung, die geplanten Änderungen bedürfen aber im Detail noch klarstellender juristischer Feinarbeit.“ Mit diesen Worten hat Ralph Müller-Schallenberg, Präsident des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen, in einer ersten Reaktion den Referentenentwurf der Bundesregierung zur Änderung des Bundesjagdgesetzes kommentiert.

Müller-Schallenberg begrüßt, dass die Berliner Regierungskoalition jetzt Handlungsfähigkeit zeige, um wichtige jagdrechtliche Fragen bundeseinheitlich zu regeln. Mit der geplanten Gesetzesänderung werden die praxisfremden Regelungen des neuen Landesjagdgesetzes NRW betreffend Bleifreiheit bei Büchsenmunition und Schießleistungsnachweis sinnvoll korrigiert. Dies entspricht den Forderungen des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen.

Bei der Anhörung zum Referentenentwurf im März und in der weiteren Debatte werde man gemeinsam mit dem Deutschen Jagdverband auf die noch notwendigen Klarstellungen drängen.

Der Landesjagdverband NRW treibt unterdessen seine Volksinitiative gegen das nordrhein-westfälische Landesjagdgesetz weiter voran. Bis zum Sommer will der LJV mehr als 100.000 Unterschriften sammeln, damit sich der Landtag erneut mit dem im April 2015 verabschiedeten Gesetz befassen muss. Erforderlich sind für die Volksinitiative 66.500 Unterschriften.

26. Februar 2016

 

 

Pressekontakt:

Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen e.V.

Andreas Schneider

Gabelsbergerstraße 2

44141 Dortmund

Tel.: 0231/2868-810

Fax: 0231/2868-888

E-Mail: aschneider@ljv-nrw.de

WÖLFE Verhasst - verfolgt - verharmlost

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Unter diesem Titel ist ein sehr wichtiges und lehrreiches Buch unseres Hegeringmitgliedes Dieter Hartwig erschienen.
Es ist bei Matussek in Lobberich (ab 02.01.2017) sowie im Buchladen in Kaldenkirchen erhältlich.

Hier der Prolog des Buches:

Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Dieter Hartwig.
Alle Rechte vorbehalten.


Die sächsische Regionalpresse berichtete 1998 über die Zuwanderung von Wölfen aus Polen. Inzwischen haben sich die Raubtiere in Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen etabliert und in Nordrhein-Westfalen wird ein Wolfspaar vermutet. Historische Quellen über Wolfsvorkommen zwischen Rhein- und Maas sind vor allem in niederländischen Archiven dokumentiert. Ausführlich wird auf die Wolfsplage in den Grenzgemeinden beiderseits der Maas während der Franzosenzeit (1794–1814) eingegangen.
Originaldokumente belegen die Tötung von Kindern und Haustieren durch Wölfe und beschreiben Maßnahmen der Administration zu deren Ausrottung. Die leidvollen Erfahrungen der Bevölkerung mit dem Raubwild sind in der Region noch präsent. Die historische Rolle des Wolfes wird vermehrt hinterfragt, worauf Beiträge in regionalen Publikationen und der Jagdpresse hinweisen.
Ist die Wiederansiedlung von Wölfen in einem so dicht bevölkerten und frequentierten Gemeinwesen wie der Bundesrepublik überhaupt zu verantworten? Die wissenschaftlichen Anstrengungen sind beträchtlich: Managementpläne, Monitoring, Wolfsbeauftragte. Naturschutzverbände und Unterstützergruppen „pro Wolf“ haben unzählige Broschüren zur Information der Bevölkerung aufgelegt. Zudem schafft die Wolfsbegeisterung Arbeitsplätze.
Doch die Urängste der Menschen vor dem Wolf sind im Bewusstsein noch tief verankert, und die öffentlichen Debatten werden daher so emotional und ideologisch geführt, dass vernünftige Argumente und nüchterne Fakten kaum noch die Fronten durchdringen. Interessengruppen jeglicher Couleur haben die Situation ausgenutzt, um die Wölfe entweder als harmlose Individuen oder als wilde Bestien darzustellen. Fakt ist: Wolfspopulationen verfügen über ein enormes Ausbreitungs- und Wachstumspotenzial. Konflikte zwischen Menschen und Wölfen sind absehbar,
weil nicht nur bei geringen Schalenwildbeständen Haustiere angegriffen werden. Die „Schadensstatistik Sachsen“ ist in dieser Hinsicht sehr aufschlussreich. Bei Übergriffen auf Haustiere stehen die Wölfe in direkter Konkurrenz zu den Nutzungsinteressen des Menschen. Und das war einer der hauptsächlichen Konfliktpunkte für ihre Verfolgung und Ausrottung. Zwei besonders wichtige Aspekte sollten nicht unerwähnt bleiben: die Furcht der Menschen und der Schutz der Menschen vor den Raubtieren. Jahrhundertelang hatte die Bevölkerung in ganz Europa zu Recht Angst vor Wölfen. Der Angstfaktor spielte auch in der öffentlichen Diskussion eine bedeutende Rolle, als die Wölfe Skandinavien wieder entdeckten.
Ich habe den Zugang zum Thema „Wolf“ aus einer völlig anderen Perspektive
gewählt, als in den meisten bekannten Publikationen und lasse häufig die überlieferten Quellen sprechen. Im historischen Kontext wird kein geschöntes Bild vom Wolf gezeichnet, sondern der Räuber und Schädling beschrieben, wie ihn die Menschen in Deutschland bis ins 20. Jahrhundert erlebt und erlitten haben. Die unangenehmen Wahrheiten über von Wölfen getötete Menschen und Haustiere kontrastieren natürlich scharf mit der heutigen naturromantischen Wahrnehmung von „Bruder Wolf“ in Naturschutz- und Tierschutzkreisen. Dennoch sind sie Teil seiner bewusst geleugneten historischen Vergangenheit.
Dieter Hartwig